Reisetipps USA – South Dakota / Custer State Park, Custer & Crazy Horse
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Der Custer State Park ist bekannt für seine große Anzahl an freilaufenden Bisons. Ich bin tatsächlich extra für die Bisons hierhergekommen und wurde nicht enttäuscht.
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Der Ort Custer ist in meinen Augen eine kleine Perle und unbedingt einen Besuch wert.
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Das Crazy Horse Memorial sieht auf Bildern spektakulär aus, ein Besuch des Parks ist allerdings nicht unbedingt notwendig.
Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?
- Impressionen von der Region rund um den Custer State Park – ein kleines „Best-of“
- Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps zur Region rund um den Custer State Park
- Die besten Spots rund um den Custer State Park
- Meine besten Spot-Tipps im Custer State Park auf einer Karte
- Meine Hotel-Tipps für den Custer State Park
- Wann ist die beste Reisezeit? Was kann ich zu welcher Jahreszeit erwarten?
- Meine Restaurant-Empfehlungen in Custer und Umgebung
- Fototipps, die euch gerne mitgeben möchte
- Filmtourismus – wo kann ich Drehorte von berühmten Filmen finden?
- Fun-Facts zum Custer State Park
Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps zur Region um den Custer State Park
Folgend möchte ich euch ein paar wertvolle Hinweise zur Planung und Vorbereitung geben:
- Generell
Wer Bisons sehen möchte, sollte den Custer State Park besuchen. Dort gibt es nämlich eine freilaufende Bisonherde (eine der größten der Welt!) mit rund 1.500 Tieren! - Besuch
Ein Auto ist durchaus erforderlich! Nur so kann man den Park auf eigene Faust erkunden und das sollte man auch machen. Die Suche nach Bisons auf dem Wildlife Loop ist schon ein spannendes Element beim Besuch des Custer State Parks und das geht eben nur, wenn man selbstständig den Park besucht. - Wieviel Zeit sollte man einplanen?
Ich finde ein halber Tag ist für den Park selbst ausreichend. Ich habe für den Wildlife Loop ca. 2 Stunde gebraucht und ich denke, dass die meisten Besucher sich auf diese Route beschränken. Das zumindestens war mein Eindruck.
Für die anderen interessanten Bereiche muss man dann zusätzliche Zeit einplanen. - Anfahrt
Irgendwann sollte man auf jeden Fall mal die Iron Mountain Road entlang fahren. Das ist eine der Möglichkeiten von Rapid City aus. Ich war erst in Rapid City, dann beim Mount Rushmore und anschließend im Custer State Park (jeweils mit Übernachtungen) und fand den Ablauf so genau richtig. - Tickets
Tickets kauft man am Visitor Center – pro Auto und nicht pro Person. Insgesamt ist der Preis mit ca. USD 20 pro Auto für sieben Tage (!) sehr fair. - Visitor Center
Das Visitor Center war eine positive Überraschung. Zum einen bekommt man dort die Tickets und zum anderen haben mir die Ranger sehr gute Hinweise gegeben. Plus, es gibt wertvolle Tipps für eine Begegnung mit einem Bison, was, wie ich finde, klasse gemacht ist … - Parken / Verhalten im Park
Es ist eigentlich nicht erlaubt aus dem Auto auszusteigen, ganz einfach wegen der Bisons. Aber in der Praxis steigt eigentlich jeder mal aus, was – nach meinen Eindrücken – auch ok ist, so lange man auf den Straßen bleibt und sich den Bisons nicht nähert. Ich hatte das Glück eine große Herde in perfektem Abstand von der Straße beobachten zu können und ist definitiv zu keiner Situation gekommen, die ich als brenzlig bezeichnen würde. Gar nicht. Die Herde hat sich nicht für mich interessiert, nur ein Bison hat mich mal etwas länger angeschaut, da bin ich dann auch sofort wieder ins Auto gestiegen. - Wandern
Es gibt ausgewiesene Wanderbereiche, allerdings kamen diese nicht für mich in Frage, weil mir einer der Ranger gesagt hat, dass es durchaus einige Klapperschlangen gibt. - Buffalo Roundup
Ein tolles Erlebnis ist das so genannte Buffalo Roundup, bei dem die Bisons des Parks Ende September von Cowboys und Cowgirls zusammengetrieben werden. Hierbei werden sie untersucht, ggfs. geimpft und gezählt. Hintergrund, der Park hat nur Platz für eine bestimmte Anzahl von Bisons… Für Besucher ist es auf jeden Fall ein schönes Highlight auf diesem Wege ein bisschen vom „alten Wilden Westen“ nochmal zu erleben.
Die besten Spots rund um den Custer State Park
Folgend eine Auflistung der verschiedenen Spots mit Erklärungen zu dem Besuch:
Wildlife Loop
Der Wildlife Loop ist das Herzstück des Custer State Park denn hier sieht man die vielen Bisons des Parks! Ich wollte schon immer freilaufende Bisons beobachten und dafür gibt es anscheinend keinen besseren Ort, als den Custer State Park. Auf der 30km langen Rundfahrt geht es durch weites Land und über sanfte Hügel und normalerweise sollte man hier garantiert Bisons begegnen.
Bei mir hat es ein wenig gedauert, aber bereits die erste kleine Bison-Gruppe hat mich komplett fasziniert. Wenig später hatte ich dann das Glück eine riesige Herde beobachten zu können und ich möchte sagen, dass mir dabei ein Kindheitstraum erfüllt wurde. Seit „Der mit dem Wolf tanzt“ habe ich von einer solchen Begegnung geträumt und der Moment war magisch. Ich hätte ewig dort sitzen und dem Treiben dieser wunderschönen Herde zuschauen können…
Insgesamt war ich zwei Stunden auf dem Wildlife Loop unterwegs und denke, dass das in etwas der ideale Zeitrahmen ist.
Visitor Center
Das Visitor Center befindet sich quasi direkt bei der Ausfahrt für den Wildlife Loop – von Osten kommend. Hier kann man sich auch die Einfahrtslizenz, die preislich für 7 Tage mit ca. USD 20 pro Auto sehr fair liegt, wie ich finde.
Das Center selbst war für meinen Besuch eine große Hilfe. Klar, hatte ich die Infos meiner Reiseführer, aber letztlich habe ich die besten Tipps dort vor Ort bekommen. Hier beantworten nämlich Ranger geduldig alle Fragen und geben einem Ratschläge für den idealen Aufenthalt.
Zudem gibt es einige gute Infos rund um Bisons generell und dann auch für eine potentielle Begegnung.
Iron Mountain Road
Ich fand die Iron Mountain Road generell klasse und es war wie eine eigene kleine Sehenswürdigkeit. Die Straße schlängelt sich durch die Black Hills und bietet immer wieder beeindruckende Aussichten. Insgesamt gibt es drei spektakuläre Tunnel, die in das Felsmassiv gehauen wurden und jeweils tolle Fotomotiv sind.
Bei einem dieser Tunnel bietet sich ein durch den Tunnel hindurch ein Blick auf den Mount Rushmore!
Hier geht es ums Genießen, nicht ums Auto fahren!
Needles Highway
Der Needles Highway ist ca. 14 Meilen lang, wobei es eine wunderschöne Fahrt durch Wälder, vorbei an schroffen Granitbergen ist. Wenn man vor Ort ist, weiß man auch sehr schnell woher die Straße ihren Namen hat – nämlich von den nadelförmigen Granitfelsen, die entlang der Highways bizarre Formationen bilden.
Die Straße wurde vom ehemaligen Gouverneur von South Dakota, Peter Norbeck (siehe der Viewpoint auf der Iron Mountain Road mit Blick auf den Mount Rushmore), geplant. Der Bau wurde 1922 abgeschlossen.
Besucher, die über die Autobahn fahren, kommen am Sylvan Lake und einer einzigartigen Felsformation namens Needle’s Eye vorbei, die nach der durch Wind, Regen und Frost entstandenen Öffnung benannt ist.
Custer
Der kleine Ort Custer war eine extrem positive Überraschung für mich. Vom Aufbau her ist Custer wie eine Weiterstadt, sprich es gibt eine große Hauptstraße, die links und recht von Läden, Restaurants und Souvenir-Shops flankiert wird.
Mir hat die Stimmung gut gefallen, denn klar, die Stadt ist aufgrund der Highlights der Umgebung touristisch aber eben nicht „drüber“. Vor allem die vielen Restaurants haben mir sehr gut gefallen…
Crazy Horse Memorial
Das Crazy Horse Memorial ist definitiv eine fantastische Attraktion und er Region rund um Custer. Vor allem wenn man weiß, dass wie groß dieses Denkmal sein soll, sofern es denn mal fertig gestellt wird. Die Ausmaße sind geplanten ca. 170 Metern Höhe und 195 Metern Länge unglaublich, Problem ist, mit der Fertigstellung wird es wohl noch etwas dauern.
Hintergrund, das Crazy Horse Memorial ist nicht wie das Mount Rushmore National Memorial ein staatlicher Park, der mit öffentlichen Geldern unterstützt wird (daher ist der Eintritt dort auch kostenlos), sondern die Finanzierung erfolgt durch eine Foundation. Dementsprechend ist der Eintritt mit ca. USD 35 für Personen auch nicht wirklich günstig.
Wenn man bedenkt, dass mit dem Bau des Memorials bereits 1948 begonnen wurde und am Ende der Häuptling Crazy Horse auf seinem Pferd zu sehen sein soll, kann man sich ausmalen, dass es noch ein paar Jahre dauern wird… Der Kopf wurde übrigens 1998 fertig gestellt! Wenn man sieht was (oder besser wie wenig) seitdem passiert ist…
An sich ist die Skulptur wirklich beeindruckend, allerdings kann man tatsächlich ein bereits sehr gutes Bild vom VOR dem Kassenhäuschen machen und sich so den Eintritt sparen.
Meine besten Spot-Tipps rund um Custer auf einer Karte
Ich habe auf der Karte die wichtigsten Spots markiert. Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.
Meine Hotel-Tipps für den Custer State Park
State Game Lodge
Für mich war schnell klar, dass ich in die State Game Lodge wollte, denn die Anlage wirkt sehr charmant und strahlt so tatsächlich so ein bisschen etwas von einer historischen Lodge aus. Die Atmosphäre in der Lodge war dann auch wirklich großartig.
Bei der Frage der Zimmerkategorien wird es dann etwas unübersichtlich, denn es gibt sehr viele davon. Mich haben sofort die „Historic Lodge“ Zimmer angesprochen und habe dementsprechend auch solch eines gebucht. Problem, ich bin hier auf eine etwas „irreführende“ Angabe hereingefallen, denn ich habe ein Twin-Zimmer gebucht. Ich dachte, es handelt sich um ein Zimmer mit Bett für zwei Personen. Falsch gedacht. Mittlerweile wurde die Angabe (und sogar die Infos dazu) korrigiert, denn ich könnte mir vorstellen, dass es neben mir noch einige andere Gäste gab, die hier irritiert waren, und das Zimmer heißt jetzt Twin/Twin Zimmer. Will sagen, es sind zwei Einzelbetten. Problem, die beiden Einzelbetten sind relativ knapp in zwei Nischen hineingeklemmt, was weniger schön ist. Ich würde wieder ein Historic Lodge Room buchen, auch weil sie im Hauptgebäude sind, allerdings eine andere Kategorie (zb Historic Lodge Room (Queen). Der Komfort ist in diesen Zimmern sicherlich sehr modern, dafür haben sie einen ganz besonderen Charme.
Mit etwas Glück kann man sogar auch einmal Büffel auf dem Areal der State Game Lodge sehen.
Wann ist die beste Reisezeit? Was kann ich zu welcher Jahreszeit erwarten?
Zunächst einmal: der Custer State Park ist das ganze Jahr geöffnet! ABER, der Needles Highway ist in den Wintermonaten gesperrt.
Die beste Jahreszeit ist natürlich klassisch Frühjahr bis Herbst, ganz einfach, weil man die Natur so am besten erleben kann. Ich war im September dort und die Bedingungen waren fantastisch.
Ende September gibt es das so genannte Buffalo Roundup, bei dem die Bisons des Parks von Cowboys und Cowgirls zusammengetrieben werden. Hierbei werden sie untersucht, ggfs. geimpft und gezählt. Hintergrund, der Park hat nur Platz für eine bestimmte Anzahl von Bisons… Für Besucher ist es auf jeden Fall ein schönes Highlight auf diesem Wege ein bisschen vom „alten Wilden Westen“ nochmal zu erleben.
Meine Restaurant-Empfehlungen rund um den Custer State Park
Begging Burro
Ein super Tipp – ganz ehrlich! Es haben uns einige Leute Restaurant-Empfehlungen gegeben und das Beging Burro war IMMER mit dabei. Ein atmosphärischer Mexikaner in Custer „Downtown“ direkt an der Hauptstraße. Super leckeres Essen, gute Stimmung, nette Kellner und klasse Drinks. Ich hatte rundherum einen klasse Abend dort…
Calamity Jane
Ich bin ein Fan von Custer, deshalb sind meine beiden Restaurant-Tipps auch sehr positiv. Das Calamity Jane ist ein klasse Frühstücks-Restaurant mit leckerem Kaffee, abwechslungsreichen Speisen und einem richtig guten, kleinen Shop. Ich habe mir dort tatsächlich ein T-Shirt und einen Sweater mitgenommen… Ähnlich wie das Beging Burro eine ganz klare Empfehlung!
Fototipps, die ich euch gerne mitgeben möchte
Im Custer State Park gibt es DEN echten Fototipp nicht, denn man weiß ja nie, wo sich die Bisons wann aufhalten.
ABER für das Crazy Horse Memorial kann ich euch sagen, dass die Nachmittagssonne hier perfekt zur Geltung kommt. Meine Bilder wurden um sieben abends (im September) aufgenommen. Das war mir persönlich eigentlich schon zu spät, aber zu der Zeit steht die Sonne komplett im Rücken und das Memorial bekommt das perfekte, warme Abendlicht.
Filmtourismus – wo kann ich Drehorte von berühmten Filmen finden?
Im Custer State Park selbst wurden keine berühmten Filme gedreht, dafür aber in South Dakota. Ich wollte tatsächlich unbedingt wegen dem Film Der mit Wolf tanzt nach South Dakota, denn ich wusste, dass der Film dort gedreht wurde. Allerdings eben nicht im Custer State Park, sondern in der Triple U Ranch, welche sich ca. 50 km nordwestlich von Pierre, der Hauptstadt South Dakotas, befindet. Allerdings wäre der Besuch dort sicherlich ein anderes Erlebnis gewesen, als im Custer State Park, weshalb ich also die originale Filmlocation ausgelassen habe. Wer aber den Baulands Nationalpark besucht, ist nur noch ca. 1 1/2 Stunden von Pierre entfernt und kann ja vielleicht einen Abstecher dorthin einlegen.
Tatsächlich sind allerdings noch große Teile des Sets von Der mit dem Wolf tanzt in der Nähe von Rapid City zu sehen. Es handelt sich um die Westernstadt Fort Hays Old West Town Square (ca. 30 Minuten vom Mount Rushmore Memorial Denkmal entfernt) mit einigen weiteren Attraktionen und Requisiten. Vor allem das Büro, in welchem Kevin Costner alias John Dunbar den Befehl nach Fort Sedgewick zu ziehen bekommt, ist dort noch zu besichtigen.
Fun Facts zum Custer State Park
- Ich habe oben einen Restaurant-Tipp erwähnt, und zwar das „Begging Burros“ (bettelnde Esel) in Custer. Lustiger Hintergrund, „Begging Burros“ bezieht sich auf die Esel im Custer State Park. Seit vielen Jahren nähern sich diese Esel Autos und betteln um Futter. Die bettelnden Esel bewohnen einen Bereich des Parks auf einem Hügel, wo etwa 15 von ihnen versuchen, so viel Nahrung wie möglich zu bekommen. Die Fahrbahn des Custer State Park wird sogar oftmals von diesen Tieren blockiert!
- Bisons wurden 1936 im Custer State Park „eingeführt“. Die kleine Herde umfasste ursprünglich 36 Tiere. Heute hat die Herde im Custer State Park eine Größe von etwa 1500 Bisons.
- Die Sache mit Crazy Horse ist etwas knifflig, denn der Lakota-Anführer wollte nicht fotografiert werden. Es gibt ein recht berühmtes Foto von ihm und es wird deshalb angezweifelt, ob das überhaupt Crazy Horse ist. Es könnte auch sein Bruder sein, der ihm sehr ähnelt und sich fotografieren ließ. Daher fragen sich auch viele, ob der Bildhauer überhaupt weiß, wie Crazy Horse denn tatsächlich aussah.

