Reisetipps Spanien – Andalusien / Granada

  • Granada ist ein MUSS in Andalusien.

  • Die weltberühmte Burganlage Alhambra zählt den herausragendsten Sehenswürdigkeiten  Spaniens.

  • Als ehemalige maurische Residenzstadt kann man viele unterschiedliche Einflüsse in Granada erleben.

Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?

Impressionen aus Granada – ein kleines „Best-of“

Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps

Folgend möchte ich euch ein paar wertvolle Hinweise zur Planung und zum Besuch selbst geben:

  • Generell
    Entweder man besucht Granada im Rahmen einer Andalusien-Rundreise oder aber als Tagesausflug von Málaga. Von Málaga nach Granada sind es immerhin nur ca. 1 1/2 Stunden auf dem kürzesten Weg. Und mit der Alhambra ist nun mal eine der größten Sehenswürdigkeiten Andalusien in Granada.
  • Planung
    Bei einer Andalusien-Rundreise würde ich das Auto für den Aufenthalt in Granada abstellen und alles zu Fuß machen. Bei einem Tagesausflug logischerweise ebenso.
    Der einzige Teil für den man in oder rund um Granada ein Auto braucht, wäre ein Ausflug in das Gebirge der Sierra Nevada.
  • Wieviel Zeit sollte man einplanen?
    Für mich wären 3 Nächte ideal, weil man dann zwei volle Tage hat (ich gehe davon aus, dass man nachmittags anreist und morgens wieder abreist). In den zwei Tagen kann man dann die Stadt sehr gut besichtigen UND erleben. Bei zwei Nächten hat man einen vollen Tag und vielleicht noch einen Nachmittag bei der Anreise. In der Zeit kann mann auch viel machen, aber ich würde sagen, man schafft nicht alles und das „Erleben“ fällt ein bisschen hinten runter.

Die besten Spots in Granada

Folgend eine Auflistung der verschiedenen Spots mit Erklärungen zu dem jeweiligen Besuch.

Ein persönlicher Hinweis: Ich bin kein Museum-Fan! Wer also hier nach Tipps für Museen sucht, den muss ich leider enttäuschen.

Alhambra

Diese weltberühmte Burganlage ist wie schon angesprochen eine der größten Sehenswürdigkeiten in ganz Andalusien. Übersetzt bedeutet Alhambra „Die rote Burg“ (arabisch: Kala-al-Hambra), was speziell in der Nachmittagssonne voll und ganz zutrifft.

Die Alhambra erstreckt sich mit ihren kilometerlangen Festungsmauern fast zentral in Granada auf einer Anhöhe, wodurch sie nahezu ehrfurchtsvoll über der Stadt thront.

WICHTIG! Wer die Alhambra besichtigen möchte, sollte sich frühzeitig online um Karten bemühen, denn man kann die Burg nur im Rahmen einer Führung besichtigen. Und mit frühzeitig ist nicht am Abend vorher gemeint, sondern idealerweise mindestens ein paar Tage vorher.

Alcazaba

Alcazaba bedeutet maurische Festung und genau das war es einmal. Ganz vorne im westlichen Teil mit Blick auf die Stadt befindet sich die Alcazaba, die Originalzitadelle (Zitadelle bedeutet Kernstück, extra gesicherter Teil einer Festung).

Die neun Türme (wenn ich richtig gezählt habe)  kann man besichtigen, aber den schönsten Blick hat man vom vordersten Turm, dem Torre de la Vela.

Palacio de Carlos V

Gefühlt ein Bereich, dem bei der Tour nicht so viel Beachtung geschenkt wurde, dabei fand ich ihn besonders schön.

Hier kommt an der Iglesia de Santa María de la Alhambra vorbei – einer Kirche an der ursprünglichen Stelle der ursprünglichen Moschee der Alhambra.

Danach kommt das eigentliche Highlight, und zwar der eigentliche Palast. Der runde Innenhof mit einer zweistöckigen Fassade ist mir irgendwie besonders in Erinnerung geblieben, weshalb ich diesen Teil auch letzter meiner Gruppe verlassen habe.

Patio de Leones

Der Löwenhof – bei solch einem Namen hört man zwangsläufig etwas genauer hin.

Genauer gesagt gehört der Patio de Leones zum Palcacio de Leones – dem Palast der Löwen. Aber der Patio ist eben quasi das Herzstück.

Hier schultern zwölf Marmorlöwen zentral im Innenhof einen Brunnen. Umrahmt wird dieser Hof von 124 schlanken Säulen, die in einer bestimmten, geometrischen Anordnung gebaut wurden.

Dahinter verbergen sich unterschiedliche Räume mit wunderschönen Kuppeln, Verzierungen und Schnitzereien. Das mag sich etwas sperrig anhören, ist es aber nicht. Für mich der schönste Teil der Alhambra.

Palacio Nazaries & Patio de los Arrayanes & Palacio de Comares

Beim Palacio Nazaries wird oftmals von dem „Herzstück der Alhambra“ gesprochen – zumindest nannte es unserer Tourguides so. Und er hat insofern Recht, als dass es hier den größten Fotoansturm gab, und zwar genau am Patio de los Arrayanes. Arrayanes bedeutet Myrte und die akkurat geschnittene Hecke samt Wasserbecken ist so etwas wie das Signature-Bild für einen Besuch in der Alhambra.

Der Palacio de Comers ist der größte Raum des Palastes und hat erneut eine aufwendig verzierte Decke.

Mirador de Lindaraja

Ein weiterer, für mich außergewöhnlich beeindruckender Innenhof, dem am Ende der Tour einige kaum noch wirklich Beachtung schenkten. Sehr schade, denn die Aussicht von hier ist fantastisch. Und der Garten ist ganz auch ein prima Fotomotiv.

Außenbereich

Hier kommt der Anfang ganz am Ende, denn wenn man den Berg zur Alhambra hinauf läuft, kommt fast zwangsläufig an diesen beiden Toren vorbei. Erst am Puerta de las Granadas ganz zu Beginn und dann am Puerta de la Justicia kurz bevor man angekommen ist. Nicht zögern hier schon Fotos zu machen, denn tatsächlich sind diese Tore mit die schönsten der ganzen Anlage!

Mirador San Nicolas

Mirador bedeutet normalerweise Balkon oder Terrasse. Wobei Mira auch sehen bedeutet. Aus dem Grund kann man Mirador auch mit Aussichtsterrasse übersetzen. Und diese Aussichtsterrasse ist der beste Spot um die Alhambra in ihrer ganzen Pracht aus dem perfekten Winkel zu bestaunen.

Dieser Mirador liegt im wunderschönen Stadtteil Albaicin (zu dem ich gleich noch kommen werde), welcher sich auf einem Hügel – direkt gegenüber von der Alhambra – befindet. Dementsprechend hat man von hier eine großartige Aussicht und kann fantastische Fotos machen (nachmittags!).

Ich habe diesen Spot in der Alhambra-Karte markiert – siehe die nördliche Markierung in gelb.

BITTE BEACHTEN! Der Spot ist natürlich ein Touristenmagnet, weshalb man kein Foto von einem wunderschönen, einsamen Platz mit der Alhambra im Hintergrund erwarten sollte. Speziell zur Topzeit am späten Nachmittag. Aber jeder ist aus dem gleichen Grund hier, so dass man irgendwann an der Reihe ist, um sein Foto von der Alhambra zu bekommen.

Albaicin

Für einen wunderschöner Spaziergang (mit ein paar Höhenmetern) bietet sich das Stadtviertel Albaicin an, welches direkt gegenüber dem Hügel der Alhambra liegt.

Das ehemals maurische Viertel ist bekannt für seine verwinkelten Gassen, die blumengeschmückten Wände, die einladende Atmosphäre, einige schöne Marktplätze (zB der Alcaicería-Markt) und wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft.

Alcaicería-Markt

Schön, aber durchaus touristisch!

Ein Basar hat schon immer etwas besonderes, wie ich finde. Gerade in einem Ort mit dieser Geschichte und viel Handwerk – vor allem was Gewürze und Stoffe anbelangt. In Granada heißt der große Basar Alcaicería Markt. Früher handelte es sich vor allem um ein Seidenmarkt der Mauren.

Anscheinend bestand der Basar ursprünglich mal aus mehreren Straßen zwischen dem Plaza Nueva und dem Plaza Bib-Rambla, mittlerweile ist allerdings nur noch der Bereich in der Calle Alcaicería übrig geblieben.

Man kann sehen, dass dies ein Ort mit tiefer Geschichte ist, aber wie es eben manchmal ist: Einige exotische Produkte werden weniger, einige andere (praktische) dagegen mehr. Dennoch, ich fand es lustig hier ein bisschen herumzuschlendern und die vielen Läden voller Seide, Gewürze, Keramik und Malerei zu besuchen.

El Banuelo

Um ehrlich zu sagen, ich habe vor der Reise Andalusien und / oder Grenada nicht unbedingt mit Hamams (arabische Bäder) in Verbindung gebracht, aber durch den maurischen Hintergrund ist dies durchaus verbreitet – unter anderem hier in Granada.

Und zwar gibt es hier das das älteste Hamam Andalusiens!

Interessant: Die meisten Bäder wurden von den Christen nach der Wiedereroberung abgerissen, was wiederum dieses Hamam so besonders macht. Für Christen hatten Hammas einen schlechten, anrüchigen Ruf, in diesem Fall wurden Wohnungen über dem Hamam gebaut wurden.

Die Torbögen, Säulen, Verzierungen und der Marmor sind wirklich beeindruckend. Wenn man sich überlegt, dass all das aus dem 11ten Jahrhundert stammt!

Kathedrale

Hierzu eine lustige Geschichte – ich hätte tatsächlich fast die Kathedrale von Granada „verpasst“, obwohl ich direkt daran vorbeigelaufen bin. DENN, die Kathedrale ist so gr0ß, sowohl in der Höhe, als auch in der Fläche, dass man sie wenn man durch die durchaus engen Gassen streunt, gar nicht bemerkt. Der Vorplatz Plaza de la Pasiegas ist auch relativ klein, weshalb man kaum ein vollumfängliches Foto machen kann.

Capilla Real

Unmittelbar angrenzend an die Kathedrale liegt mit der Capilla Real – der königlichen Grabstätte – ein weiteres Highlight von Granada.

Plaza de Bib Rambla

Fast direkt neben der Kathedrale und der Capilla Real befindet sich mit dem Plaza de Bib Rambla ein weiterer schöner, nur für Fußgänger zugänglicher, Platz, der ideal für eine Mittagspause ist. Er ist einfach schön angelegt, mit Bäumen und Brunnen, und es gibt einige prima Cafés und Restaurant. Ich habe mir hier ein paar leckere Churros (quasi längliche Krapfen) gegönnt.

Basílica de San Juan de Dios

Ich würde diese Kirche mit einem Besuch im Stadtteil Albaicin verbinden, denn wenn man schon mal den Weg nach „oben“ hinter sich gebracht hat, sollte man direkt diesen Abstecher auch noch machen.

Von außen sieht die Basílica de San Juan de Dios zwar durchaus schön aus, allerdings auch irgendwie leicht unscheinbar. Wenn man aber einmal drinnen ist, entfaltet sich die ganze Pracht. Die Bilder zeigen es schon, dadurch dass der Innenbereich sehr silber und golden glänzt, wirkt alles sehr üppig, pompös und eindrucksvoll.

Der Name „San Juan de Dios“ bedeutet „Johannes von Gott“, welcher der Schutzheilige von Granada ist.

Ich fand diese barocke Kirche wirklich klasse und den Besuch wert.

Sierra Nevada

Auf  vielen Bildern von Granada sieht man im Hintergrund oftmals eine Gebirge und vermutlich ist den meisten im ersten Augenblick nicht klar, um was für ein Felsmassiv es sich dabei handelt. Die Antwort ist die Sierra Nevada!

Um ehrlich zu sein habe ich die Sierra Nevada immer Wintersport verbunden und nicht mit einem möglichen Wanderziel in Andalusien.  Dem ist aber so! Klar, im Süden von Spanien vermutet man normalerweise eher kein beliebtes Skireiseziel, aber wenn man weiß dass sich mit 3479m der höchste Berg des spanischen Festlandes  „versteckt“, der wird verstehen, dass man hier sehr gut bei Sonne Skifahren kann.

In den Monaten Juni bis September kann man hier aber eben auch sehr gute Wandertouren unternehmen. Ich hatte leider keine Zeit mehr dafür, allerdings wurde es mir mehrfach empfohlen, weshalb ich das hier zu mindestens einmal erwähnen wollte.

Meine besten Spot-Tipps in Granada auf einer Karte

Ich habe auf der Karte die wichtigsten Spots markiert. Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.

Meine Hoteltipps in Granada

Palacio De Los Navas

Einer der absoluten Volltreffer meiner Andalusien-Rundreise.

Für verhältnismäßig „kleines“ Geld (€ 90 im Doppelzimmer – bessere Kategorie – im Juli!!!) ist diese Unterkunft in zentraler Lage eine Top-Location.

Die Zimmer waren ausgesprochen geschmackvoll gestaltet, der Innenhof ist sehr atmosphärisch und das Team war auch sehr hilfsbereit bei der Erklärung des Weges zum Parkhaus. Top!

C. Navas, 1, 18009 Granada

Fototipps, die ich euch gerne mitgeben möchte

Wie oben schon erwähnt, ist mein bester Fototipp der Mirador San Nicolas im Stadtteil Albaicin, von wo aus man den perfekten Blick auf die Alhamabra hat.

Ich würde immer versuchen am späten Nachmittag dort zu sein, denn dann kommt die Sonne mindestens von der Seite, idealerweise sogar ganz leicht von hinten. Durch das warme Licht bekommt die Alhambra eine wunderschöne rötlichere Färbung. Eines der schönsten Fotos, die man in Andalusien machen kann.

Ja, der Spot ist sicherlich sehr überlaufen, so dass man sicherlich etwas Geduld mitbringen muss, um ganz vorne am Rand stehen zu können, aber das Warten lohnt sich!

Fun Facts zu Granada

  • Mit etwas mehr als 230.000 Einwohnern ist Granada nur die 13. größte Stadt Spaniens. Allerdings ist die Stadt ein Hotspot für Touristen aus aller Welt und tatsächlich die fünfthäufigste besuchte Stadt in Spanien.
  • Granada war länger als jede andere Stadt in Europa ein muslimisches Territorium. Die Katholischen Könige eroberten Granada im Jahr 1492, nach fast 800 Jahren maurischer Herrschaft. Alhambra war die letzte maurische Festung auf der Iberischen Halbinsel und wurde ohne Blutvergießen übergeben.
  • Granada war einst die größte Stadt Europas! Im Jahr 1330 hatte Granada eine geschätzte Bevölkerung von 150.000 Menschen und war die größte Stadt Europas, vergleichbar nur mit Paris. Die nächsten drei größten Städte waren Venedig, Genua und Mailand, alle in Norditalien.
  • Der Name der Stadt könnte von der Granatapfelfrucht stammen! Es wird angenommen, dass Granada seinen Namen vom Granatapfel (auf Spanisch „Granada“) erhielt, einer Frucht, die aus dem Mittelmeerraum stammt und auch auf dem Wappen der Stadt erscheint. Aber das ist nur eine von einigen Theorien.
  • Die Fertigstellung der Kathedrale von Granada dauerte fast 200 Jahre! Der Bau der Kathedrale von Granada begann im Jahr 1518 und dauerte 181 Jahre. Allerdings wurde Kathedrale nie fertiggestellt – die beiden im Plan vorgesehenen 81 Meter hohen Türme wurden vor allem aus finanziellen Gründen nie gebaut.