Reisetipps Spanien – Andalusien / Sevilla

  • Sevilla als Hauptstadt von Andalusien ist auf jeden Fall ein Highlight!

  • Für mich ist Sevilla auch ein ideales Städtereiseziel – sprich für einen Wochenendbesuch.

  • Die Kathedrale mit dem Glockenturm und dem Grab von Christoph Kolumbus ist extrem beeindruckend.

  • Der Alcázar – die Festung – ist ein Königspalast, der auch immer noch aktiv genutzt wird.

Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?

Impressionen aus Sevilla – ein kleines „Best-of“

Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps

Folgend möchte ich euch ein paar wertvolle Hinweise zur Planung und zum Besuch selbst geben:

  • Generell
    Wie oben schon erwähnt, ich sehe Sevilla nicht nur als Teil einer Andalusien-Rundreise, sondern auch als Städtereiseziel. Man kann zum Beispiel auch direkt nach Sevilla fliegen!
    So oder so, Sevilla ist ein Highlight im Süden von Spanien.
  • Planung
    Unabhängig davon in welchem Rahmen man Sevilla besucht, sollte man sich auf jeden Fall um ein Hotel oder ein Appartement im Stadtzentrum bemühen. Klar, das ist meistens hilfreich, aber zB in Städten wie London oder Paris gibt es viele spannende Bereiche – in Sevilla gibt es diese klassischen Stadtkern samt Altstadt und ich fand es hier besonders schön abends immer „nach Hause“ zu schlendern.
    Es gibt eine Straßenbahn, aber eigentlich kann man alles problemlos zu Fuß zu machen.
  • Wieviel Zeit sollte man einplanen?
    Ich finde man sollte mindestens zwei volle Tage haben – sprich das wären dann drei Nächte. Wie bei vielen südeuropäischen Städten kann man Sevilla auch sehr „erleben“ und nicht „nur“ besichtigen. Am späten Nachmittag durch die Altstadt zu flanieren ist beispielsweise eine hervorragende Idee.
    Eventuell will man auch noch eine Tagesausflug einbauen – und da gäbe es zum Beispiel zwei recht spannende Varianten – siehe unten – dann wären es vier Nächte und drei volle Tage.

Die besten Spots in Sevilla

Folgend eine Auflistung der verschiedenen Spots mit Erklärungen zu dem jeweiligen Besuch.

Plaza de España

Für mich ein absoluter Kracher, aber in den meisten Reiseführern taucht dieser Platz – inmitten des Parque de Maria Luisa – eher weiter hinten auf den Hitlisten auf. Für mich unverständlich. In Andalusien hat jede Stadt eine Kathedrale, die allesamt imposant sind, gar keine Frage, aber einen solch beeindruckenden Platz hat keine andere Stadt zu bieten.

Entworfen wurde der Platz 1929 für die iberoamerikanische Ausstellung 1929 und ist mit einem Durchmesser von 200 Metern wirklich gewaltig. Die Ausmaße kann man eigentlich nur erkennen, wenn man wirklich auf dem Platz steht und Distanzen so richtig wirken. So ging es mir zumindestens und ich habe auch gemerkt, dass ich aufgrund der Weite viele Motive unglücklich fotografiert habe, sprich zu viel Plaza,  zu wenig Inhalt.

Es handelt sich im Übrigen „nur“ um einen Halbkreis, aber das macht es irgendwo noch spannender. Es gibt einen sehr fotogenen Springbrunnen in der Mitte und am Rande des Halbkreises einen ansprechenden Kanal mit zahlreichen Rundbrücken, für den man sogar – a la Venedig – Ruderboote mieten kann.

Das wirklich besondere sind aber die Gebäude im äußersten Ring, sowie die 52 Bänke, welche die 52 spanischen Provinzen darstellen sollen. Hier wurde ausgesprochen schön mit Mosaikfliesen gearbeitet, was wirklich sehr sehenswert ist.

Ich fand den Platz fantastisch und gerade als Fotograf wird man hier seine wahre Freude haben, denn es gibt unzählige Motive!

TIPP: Das beste Licht hat man am späten Nachmittag / abends, wenn die Sonne die vielen Torbögen und den gesamten Halbkreis mit warmem Licht ausfüllt.

Alcázar von Sevilla

Die vermeintliche TOP-Sehenswürdigkeit in Sevilla!

Das Wort Alcázar leitet sich aus dem arabischen Al-Quasr ab, welches Festung bedeutet.

Diese umwerfende Palastanlage geht auf die maurischen Zeiten zurück und war zunächst als Festung gedacht. Später wurde dieses wundervolle Bauwerk (nach diversen Eroberungen) aber als ein christlicher, königlicher Palast erweitert und umgestaltet. Dementsprechend vereinen sich hier auch die Einflüsse der maurischen und der christlichen Kultur.

Auf die einzelnen Bereiche Palastes möchte ich gar nicht im Detail eingehen, denn es sind
a) zu viele und
b) wäre das sehr verwirrend.
Welcher König was gebaut hat – das ist wirklich zu komplex – so habe ich es zu mindestens empfunden. Was ich aber sagen möchte ist, dass dieses ganze Areal außerordentlich beeindruckend ist.

Ich würde in jedem Fall empfehlen, de Alcázar im Rahmen einer geführten Tour zu erkunden, denn auch wenn dabei SEHR viel über die Geschichte und die Entstehung des Palastes gesprochen wird, so lernt man doch einige richtig spannende Details. Wenn man sich ein wenig davon löst die KOMPLETTEN geschichtlichen Zusammenhänge zu verstehen, kann man diese herrliche Gebäude samt der Gartenanlage hervorragend genießen, denn die Guides bauen durchaus immer wieder lustige Seiteneinschübe ein, die die Zusammenhänge etwas anschaulicher machen.

Was ich besonders interessant finde, ist dass dieser Palast noch aktiv genutzt wird! Wenn also der spanische König in Sevilla zu Besuch ist, residiert er hier im Alcázar!

WICHTIG! Speziell zur Hochsaison sind die Tickets tendenziell rar, denn es dürfen nur 750 Besucher parallel die Anlage des Alcázar besichtigen! Dementsprechend sollte man sich frühzeitig um Tickets bzw. eine Tour bemühen.

Wie nicht anders zu erwarten, zählt dieses besondere Monument Andalusiens zum UNESCO-Weltkulturerbe!

Kathedrale von Sevilla

Was für ein Riesentrumm! Von nahezu überall in Sevilla kann man die Kathedrale bzw. den Glockenturm (La Giralda) sehen, was durch die zentrale Lage innerhalb der Altstadt auch noch mal mehr unterstützt wird.

Spannend, es handelt sich um die drittgrößte Kirche der Welt – hinter dem Petersdom in Rom und der St. Pauls Kathedrale in London! Bei einer Länge von 127 Metern, einer Breite von 83 Metern und einer Höhe von 43 Metern ist das aber auch kein Wunder. Der Glockenturm ist sogar 104 Meter hoch!

Auch hier vereinen sich wieder unterschiedliche Einflüsse, denn die Kathedrale wurde auf den Überresten einer einstigen Moschee gebaut. So umhüllt die Giralda (der Glockenturm) zum Beispiel das ehemalige Minarett (Turm einer Moschee)!

Folgend die Highlights der Kathedrale:

  • Ich war sofort von der Kathedrale begeistert, als ich erfahren habe, dass sich dort das Grab von Christoph Kolumbus befindet. Gestorben ist er 1506 in Valladolid, danach wurden seine Gebeine viermal umgebettet, bis sie schließlich in Sevilla gelandet sind. Das Grab ist sehr eindrucksvoll und definitiv ein Highlight!
  • Besonders prunkvoll ist die Capilla Mayor  (große Kapelle) mit einem vergoldeten Altargemälde, welches Szenen aus dem Leben von Jesus darstellt.
  • Die königliche Kapelle (Capilla Real) für die silberne Urne des christlichen Eroberers der Stadt.
  • Sorry, aber ich mag die Patios mit Orangenbäumen! Im Patio de los Naranjos verleihen die 60 Bäume dem Besuch irgendwie etwas „erfrischendes“.

Mein Tipps für den Besuch:

  1. Zeit einplanen! Wer hier nur schnell durchhuscht, um die verschiedenen Spots abzuhaken, verpasst etwas. Dieses außergewöhnliche Bauwerk mit allen den Gemälden,Deckengewölben und Schätzen ist ein echtes Kunstwerk!
  2. Ob ich die Kathedrale mit einer Tour besuchen würde, weiß ich nicht, das ist Geschmacksache. Ich fand es klasse alleine durch die Kirche zu gehen, um wie gesagt diese besondere Atmosphäre bewusst aufzunehmen. Aber es gibt Führungen!
  3. Unbedingt Tickets für die Kathedrale UND den Turm (Giralda)  zusammen kaufen! Ca. € 16 pro Person sind auch ein fairer Preis.
  4. Es gibt auch Kombi-Tickets mit dem Alcázar!
  5. Die Kathedrale wirkt bei Nacht nochmal etwas mystischer. Ich fand zum Beispiel das Spiel mit dem Licht vom direkt davor befindlichen Plaza de los Reyes faszinierend.

Bilder Kathedrale

Bilder La Giralda

Setas de Sevilla

Setas bedeute übersetzt Pilze und diese bildliche Beschreibung trifft hier voll und ganz zu! Denn diese riesige Holzkonstruktion (150m Tiefe, 70m Breite, 26m Höhe) erinnert direkt und unmittelbar an Pilze! Der Architekt dieses außergewöhnlichen Gebildes ist tatsächlich ein Deutscher, der mit dem Entwurf für die Setas de Sevilla einen Designerwettbewerb gewann.

Fun Fact! Es war geplant hier Bürogebäude und Parkplätze zu bauen, allerdings wurden dann überraschend römische Ruinen gefunden, wodurch die Tätigkeiten gestoppt wurden und es dem Architekten Jürgen Mayer anscheinend besonders gut gelungen ist, diese Überreste in den Bau der „Pilze“ zu integrieren.

Der Vollständigkeit halber, der Platz auf dem die Setas de Sevilla gebaut wurden, heißt Plaza  de la Encarnación und die Konstruktion heißt offiziell Metropole Parasol.

Plaza de Jesús de la Pasión, Altstadt (Santa Cruz) und Calle Mateos Gago

Wenn man sich von der Kathedrale zu Fuß Richtung Setas de Sevilla aufmacht, kommt man ziemlich sicher am Plaza de Jesús de la Pasión vorbei und was soll ich sagen, mir hat dieser Platz sehr gut gefallen. Direkt am Eck gibt es eine super Eisdiele (Heladeria Maria Limones Centro) und auf dem Platz selbst war eines meiner Lieblings-Restaurants in Sevilla (El Pan Nuestro Restaurante). Ein prima Ort für einen Stopp, eine Pause oder ein atmosphärisches Abendessen…

Im Übrigen ist der Teil zwischen der Kathedrale und dem Plaza de Jesús de la Pasión generell sehr reizvoll. Genauso wie der Altsadtbereich Santa Cruz. Die gefühlte Hauptstraße der Altstadt ist die Calle Mateos Gago (Calle bedeutet Straße), denn hier befinden sich links und rechts malerische Bodegas, Bars und Restaurants. Hier an einem Sommerabend draußen sitzen, vielleicht sogar mit Blick auf die erleuchtete Kathedrale… Ein Traum!

Sonstiges – zB Stadtviertel Triana oder Plaza de Toros

Die ersten vier Punkte sind für mich klare Musst-Sees! Ohne Wenn und Aber. Alles andere danach kann man machen, aber da kommen dann wirklich auch persönliche Interessen und Vorlieben ins Spiel.

Es gibt zum Beispiel noch eine Stierkampf-Arena (Plaza de Toros), nicht weit entfernt von der Kathedrale. Ich habe mich schließlich dagegen entschieden und lieber mehr Zeit in die Kathedrale investiert, Ob das gut oder falsch war, werde ich vermutlich erst bei meinem zweiten Besuch in Sevilla feststellen.

Außerdem wird das Arbeiterviertel Triana auf der anderen Seite des Flusses Guadalquivir immer wieder als „sehenswert“ eingestuft, wobei hier erlebenswert sicherlich die treffendere Umschreibung ist.

Tagesausflug Caminito del Rey

Es gibt von Sevilla aus auch die Möglichkeit für Tagesausflüge, einer davon ist zu dem faszinierenden Caminito del Rey – dem Königspfad.

Ja, man fährt knapp 2 Stunden, aber auf anderen Seite fährt man auch von München nach Neuschwanstein 2 Stunden.

Als ich das erste Mal vom Caminito del Rey gehört habe, hieß es nur, dieser Weg ist zu gefährlich. Das war allerdings vor einigen Jahren! Damals war diese Aussage wohl sogar gerechtfertigt. Mittlerweile ist das aber alles kalter Kaffee, denn der Weg wurde 2015 saniert, überholt, gesichert und neu angeordnet. Seitdem ist (wohl) nichts von dem spektakulären Erlebnis verloren gegangen, aber es ist eben ein Schuss Sicherheit dazu gekommen.

Aber von Anfang an:

  1. Woher der Name?
    Caminito bedeutet auf „kleiner Weg“. Und Rey ist der „König“. Sprich der kleine Weg des Königs. Entstanden ist dieser Name nachdem ihn König Alfons (die Zahl erspare ich uns) zur Eröffnung eines Staudamms in der Nähe 1921 begangen hat.
  2. Woher kommt die Aussage, dass der Weg so gefährlich ist?
    Der Weg wurde viele Jahre schlichtweg vernachlässigt. Im Laufe der Jahre haben Witterungseinflüsse dem Weg und der Konstruktion einfach zugesetzt. Dazu ist der weiche Sandstein ebenfalls durchaus anfällig.
    Ende der 90er Jahre gab es tatsächlich einige Todesfälle! Im Laufe der Zeit wurde der Caminito del Rey (sogar fast nur noch) ein Ziel für Extremkletterer.  2001 wurde dann die Reißleine gezogen und der Weg musste geschlossen werden.
  3. Ist er jetzt sicher?
    Schnelle Antwort: Ja! Aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass der Weg durch eine Schlucht in ca. 100 m Höhe führt, sprich schwindelfrei sollte man schon sein.
    Der Caminito del Rey wurde sehr aufwendig mit mehreren Millionen durch Spezialkräfte restauriert und gesichert.
    In diesem Kontext – es handelt sich um ein One-Way-Weg, sprich man kann nicht umdrehen. Wenn man einmal losgewandert ist, kann man nicht mehr umdrehen!
  4. Wie lang ist der Weg und wie lange dauert die Wanderung?
    Der Weg ist 2,9 km lang, ABER man muss vom Parkplatz zu Eingang laufen UND vom Ausgang zum Shuttle-Bus. Das wären nochmal ca. 1,5 km und ca. 2 km. Insgesamt würde ich tippen sind es ungefähr 7 km und man sollte vielleicht 2 1/2 Stunden einplanen.
  5. Wie weit ist der Caminito del Rey von Málaga entfernt?
    Ca. eine Stunde.
  6. Wie komme ich an Tickets?
    Dies ist mit der wichtigste Punkte, denn die Zahl der Besucher ist limitiert. UND die Tickets sind oftmals schon relativ weit im Voraus weg.
    -> Deshalb unbedingt frühzeitig online buchen! Dies ist offizielle Seite des Caminito del Rey – auf Englisch und Spanisch. Der Buchungsprozess ist etwas aufwendiger, aber gut, das ist halt so.
    Wer lieber auf Deutsch buchen möchte, kann dies hier tun. 
    Generell gibt es zwei Varianten:
    a) Auf eigene Faust
    Kosten € 10
    b) Mit Guide im Rahmen einer (Gruppen)Tour
    Kosten € 18 – hier läuft ein erfahrener Guide mit einer Gruppe von maximal 30 Personen. Es wird nach Sprachen sortiert!
    Ich würde immer die Tour auf eigene Faust wählen, aber wenn man irgendwie Bedenken oder Angst hat, kann die Variante mit einem Guide durchaus sinnvoll sein.
    !!! Man muss bestimmte Zeitslot buchen und diese sind auch einzuhalten!!!
  7. Wie und wo parke ich?
    Ein weiterer extrem wichtiger Punkt, denn man muss ja pünktlich zu seiner Startzeit am Eingang sein. Und da ich eher der karibische Typ bin, sprich, ich tendiere dazu zu spät zu kommen, war ich froh genau das hier vorher gelesen zu haben. DENN, die Parkplätze sind NICHT am Eingang.Es gibt zwei Möglichkeiten zu parken:
    a) Parking El Caminito del Rey
    b) Restaurante El Kiosko

    Und jetzt kommt es: Danach muss man zum Eingang laufen – das sind die oben angesprochenen 1,5 km. Hier geht es ca. 250 Meter entfernt vom Restaurant durch einen Tunnel.
    Es gibt auch noch einen anderen Weg, dies wären ca. 2,7 km. Der Beginn ist hier beim Sillón del Rey.

    Unterm Strich, man muss diese Gehzeit mit einplanen, um seinen Startzeitpunkt zu schaffen. PLUS, man sollte noch etwas Zeit am Tickethäuschen einplanen!

  8. Was ist erlaubt? Was ist nicht erlaubt? Was muss ich beachten
    – Wie schon erwähnt, handelt es sich um einen Einbahnweg, sprich, man geht NUR in eine Richtung und kann nicht umdrehen.
    – Es gibt keine Toilette auf dem Weg!!! Deshalb entweder nochmal die Toilette am Restaurant oder am Eingang verwenden.
    – Am Kassenhäuschen bekommt man einen Helm, den man die ganze Zeit tragen muss.
    – Selfiesticks oder Drohnen sind verboten.
    – Ebenso sind GROSSE Rücksäcke nicht erlaubt. Kleine Rucksäcke sind ok.
  9. Wie komme ich wieder zurück zum Parkplatz?
    Da Start- und Endpunkt unterschiedlich sind muss man ja irgendwie wieder zurück zum Parkplatz kommen.
    Dies erfolgt relativ gut organisiert und zwar gibt es ab der Busstation El Chorro alle 30 Minuten einen Shuttle-Transfer. Dieser kostet € 1,50.
    Vom Endpunkt des Caminito del Rey zur Busstation sind es die oben erwähnten ca. 2 km.

Das wären meine wichtigsten Hinweise! Über das Erlebnis schreibe ich hier an der Stelle mal nicht allzu viel, denn ganz ehrlich, das ist ein Spot, bei dem man sich überraschen lassen darf. Wenn man sich entscheidet diese Tour zu machen, dann sieht man traumhafte Natur, sensationelle Felsformationen und immer wieder großartige Highlights, wie zum Beispiel die Hängebrücke am Ende, einen hundertjährigen Wacholderbaum und einen Glasbalkon.

Ich sage: UNBEDINGT MACHEN!

Tagesausflug Ronda

Wie schon oben beim Caminito del Rey erklärt, finde ich es durchaus auch schön Ausflüge in die Umgebung zu machen. Und Ronda und der Caminito del Rey sind zwei Highlights in Andalusien, für die ich definitiv einen solchen Tagesausflug einplanen würde.

Auch nach Ronda fährt man knapp 2 Stunden und wer es ganz besonders machen möchte, kann die beiden Ziele sogar an einem tag kombinieren. Das wäre sportlich, aber machbar. Genau so etwas mag ich… Zwei Knaller an einem Tag!

Ronda ist seit jeher ein extrem beliebtes Ausflugsziel, was komplett verständlich ist, denn ich fand Ronda absolut umwerfend. Das Besondere ist sicherlich, dass hier eine Stadt auf zwei Seiten einer Schlucht erbaut wurde, was im ersten Moment erstmal komisch klingt. Dazu aber gleich mehr.

Ronda ist eigentlich nicht besonders groß, hat aber in meinen Augen trotzdem das gewisse Etwas und ich empfehle hier auch eine Nacht zu verbringen. DENN ich spreche hier immer vom Capri-Phänomen – die Insel ist tagsüber voller Touristen und abends um ca. 90% leerer. Erst dann entfaltet die Insel ihre wahre Magie. Genauso ist es in Ronda, denn es kommen unheimlich viele Tagestouristen hier, während abends eine angenehme, ruhige Atmosphäre entsteht…

Puente Nuevo

Die oben angesprochene Toja-Schlucht ist bis zu 200 Metern tief und wirkt vor allem deshalb so gewaltig, weil die Wände wirklich dramatischer steil abfallen. Durch die Schlucht fließt im Übrigen der Fluß Rio Guadalevin.

ABER das wahre Highlight ist natürlich die verbundene Brücke, und zwar die Puente Nuevo. Man könnte anhand des Namens meinen, dass diese Brücke besonders neu, aber dem ist nicht so. Gebaut wurde sie ab 1759, allerdings handelt es sich um die neuere Brücke in Ronda. Es gibt ein wenig nach hinten versetzt noch eine weitere, kleinere Brücke, und zwar die Puente Viejo (alte Brücke).

Die Puente Nuevo ist für mich eine schönsten Brücken überhaupt, denn sie wirkt für mich wie eine Filmkulisse. Unwirklich schön. Genau so würde eine Brücke in Herr der Ringe aussehen. Vor allem der große, mittige Torbogen, der sogar noch einen weiteren Torbogen darunter hat, ist für mich besonders beeindruckend. Wie bitte sehr hat man das gebaut…?!

Die besten Spots zur Besichtigung sind folgende:

  1. Man parkt beim Parkplatz Aparcamiento Miradores und läuft von dir relativ steil bergauf, Hier sollte man wirklich gute Schuhe haben!
    Von dort gelangt man zum Arco del Cristo – hier hat man eine ausgesprochen gute Sicht und vor allem den richtigen Winkel. Man muss durch das Tor hindurchklettert und hat dann freie Sicht sauf die Puente Nuevo. Ein toller Spot!
  2. Die andere Variante ist, dass man von oben kommt, sprich von der Altstadt hinunter. Man startet am Mirador de María Auxiliadora und geht von dort den kleinen Weg hinunter zum Puente Nuevo Viewpoint. Hier ist man noch ein bisschen näher dran und hat ebenfalls den idealen Winkel auf die Brücke.

Ich habe beide Wege auf meiner Karte für Ronda entsprechend markiert.

WICHTIG! Um gutes Licht für die Brücke zu haben, empfehle ich diese beiden oben erklärten Spots so zwischen 16-17 Uhr anzusteuern, denn dann hat man die Sonne ideal im Rücken und die Brücke im vollen Licht. Morgens kommt die Sonne sogar von vorne, sprich diese Bilder werden leider nicht wirklich gut. Die beste Zeit hängt natürlich auch von der Jahreszeit ab, aber ich war beispielsweise genau in dem angegeben Zeitfenster dort und hatte wirklich ideale Bedingungen.

Altstadt

In der Altstadt spürt man den angesprochenen Capri-Effekt natürlich am meisten. Mir hat zum Beispiel der Plaza del Soccoro unheimlich gut gefallen.

Ein MUSS ist aber vor allem der Plaza del Torros – eine der ältesten Stierkampfarenen Spaniens. Bei einem Besuch des Museums erfährt man mehr über diese tief verwurzelte spanische Tradition OHNE selbst einen Stierkampf zu besuchen. Die Arena selbst ist mit 66 Meter Durchmesser eine der größten und deshalb auch gefährlichsten. Hier in Ronda wurde der moderne Stierkampf im 18ten Jahrhundert quasi erfunden.

Unmittelbar vor der Arena erstreckt sich ein Park (Alameda del Tajo) inklusive einer beeindruckenden Aussichtsplattform (Mirador de Ronda).

Meine besten Spot-Tipps in Sevilla auf einer Karte

Ich habe auf der Karte die wichtigsten Spots markiert. Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.

Meine Hoteltipps in Sevilla

Genteel Home Santa Teresa

OK, das war Last-Minute-Glück. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Unterkunft normalerweise kurzfristig verfügbar ist. Die Dachterrasse mit kleinem Pool und phänomenaler Aussicht ist unschlagbar. Abends hier nochmal auf dem Balkon zu stehen oder sich vielleicht sogar nochmal schnell in den Pool zu legen ist unvergleichlich. Diese Dachterrasse verändert den Aufenthalt in Sevilla entscheidend. Man kann zwischendurch auch mal kurz entspannen und sich erholen, was ich richtig gut fand. DENN dieses Appartement liegt sehr zentral.

Ideal für 4 Personen, zB zwei Paare.

17 Calle Santa Teresa, Altstadt, 41004 Sevilla

Meine Restaurant-Empfehlungen in Sevilla

Cervecería Giralda Bar

Ganz zentral in der Calle Mateo Gagos, die direkt auf die Kathedrale zuführt, findet man dieses großartige taps-Restaurant. Ich bin bei Lokalitäten so direkt bei Sehenswürdigkeiten immer etwas vorsichtig, aber das Essen hier war grandios… Zudem sitzt man schön, denn auf der Straße passiert hier immer etwas und schaut wunderbar auf die Kathedrale.

C. Mateos Gago, 1, 41004 Sevilla

Bar Europa

Hier sitzt man richtig schön auf dem Plaza de Jesús de la Pasión und kann ausgefallene und leckere Speisen genießen.

C. Siete Revueltas, 35, 41004 Sevilla

Heladeria Maria Limones Centro

Eine extrem gute Eisdiele direkt am Plaza de Jesús de la Pasión. Sehr sehr gutes und leckeres Eis

C/ Córdoba, 1, 41004 Sevilla

Fototipps, die ich euch gerne mitgeben möchte

Der Plaza de España ist wunderschön. Ideal fotografieren kann man ihn am späten Nachmittag, weil dann die Sonne von hinten kommt. Zudem ist das warme Licht hier besonders wirkungsvoll.

Filmtourismus – wo kann ich Drehorte von berühmten Filmen finden?

Für meinen Besuch habe ich mir ein paar, für mich persönlich, besondere Highlights herausgesucht. Filme oder Serien, die mag, die für mich eine Bedeutung haben oder die ganz einfach „Geschichte geschrieben“ haben. Ich liebe es ja, genau diese Location eines Film zu sehen, wo „es“ passiert ist, sprich wo der Film gedreht wurde.

Games of Thrones

Die Wassergärten von Dorne, wo die Familie Martell ihren Herrschaftssitz hat.

Alcázar von Sevilla

Knight and Day

mit Tom Cruise und Cameron Diaz.

Casa de Pilatos

Pl. de Pilatos, 1, 41003 Sevilla

Star Wars – Angriff der Klonkrieger

Die Stadt Theed auf Naboo spielt in Sevilla, und zwar dem Plaza de España. Hier kann man in die Fußstapfen von Padmé und Anakin treten und Naboo im echten Leben besuchen.

Plaza de España 

Fun Facts zu Sevilla

  • Während sowohl Spanien als auch die Dominikanische Republik behaupten, die Überreste des Entdeckers zu besitzen, haben jüngste DNA-Tests bestätigt, dass zumindest einige der Überreste von Christoph Kolumbus in der Kathedrale von Sevilla begraben sind.
  • Metropol Parasol, auch bekannt als Las Setas oder die Pilze, ist die größte Holzkonstruktion der Welt.
  • Sevillas königlicher Alcazar ist der älteste noch genutzte Königspalast Europas, da die oberen Stockwerke noch immer von der spanischen Königsfamilie bewohnt werden, wenn sie die Stadt besucht.
  • Diese Story ist etwas umstritten, da auch andere Orte in Spanien behaupten, diese kleinen Snacks erfunden zu haben. Aber keiner von ihnen hat eine „plausiblere“ Entstehungsgeschichte als Sevilla. Anscheinend waren die Menschen von Sevilla genervt von den Fliegen, die in ihrem Sherry landeten, und begannen, ihre Gläser mit Brotscheiben mit Fleisch zu bedecken. Es dauerte nicht lange, bis diese bescheidenen Snacks einen Namen erhielten (tapas, vom Verb tapar, was „bedecken“ bedeutet) und „the erst is history“…
  • Bizets berühmteste Oper, Carmen, spielt in Sevilla. Die Oper wurde 1875 uraufgeführt und während Carmen und ihre Geschichte reine Fantasie sind, sind viele der in der Oper erwähnten Orte tatsächlich sehr real und können heute besichtigt werden. Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten zählen die Stierkampfarena Maestranza/Plaza de Toros, die Plaza del Altozano im Viertel Triana und die Antigua Fabrica de Tabacos, wo Carmen als Zigarrenmacherin arbeitete.