Die Philippinen – ein Inselhopping-Paradies!
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Die unzähligen Inseln der Philippinen sind sehr sehr unterschiedlich!
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Taucherisch ist auf den Philippinen alles dabei: von ganz klein bis besonders groß!
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Ich hatte selten ein Land mit so vielen außergewöhnlichen Begegnungen mit Einheimischen!
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Folgend möchte ich von meinen Reiseerlebnissen auf den Philippinen erzählen…
Meine erste Tauchreise nach Asien führte mich 2005 auf die Philippinen. Ich war zwar im Jahr davor bereits einmal in Asien, allerdings „nur“ als normaler Urlauber in Thailand. Die Brücke am Kwai hat mir gut gefallen, ebenso Ko Phi Phi, bevor „The Beach“ vom Tourismus völlig verschluckt wurde. Mit dem Besuch am James Bond-Felsen hatte ich mir zudem einen kleinen Kindheitstraum erfüllt. Überschattet wurde diese Reise allerdings davon, dass ich nur knapp über eine Woche vor dem Tsunami aus Thailand abgereist war. Entsprechend geschockt war ich dann, als ich am 26. Dezember 2004 furchtbare Bilder von Orten sah, an denen ich noch vor wenigen Tagen viel Spaß mit meinem ältesten Freund hatte.
Knapp ein Jahr später wollte ich trotz allem wieder nach Asien, und zwar auf die Philippinen. Dieses Mal aber zum Tauchen. Wir (und damit meine ich meine damalige Firma) waren zu dem damaligen Zeitpunkt ein reiner Karibik-Spezialist und ich habe durch meine vielen Besuche vor Ort die Karibik natürlich auch in mein Herz geschlossen. Über das Tauchen in Asien hatte bis dahin nur gelesen und bei einigen Beratungen mit Kunden wurden wir auf die Artenvielfalt, sowie die unzähligen Farben unter Wasser angesprochen. Entsprechend neugierig war ich. Die Philippinen waren für mich Jeepney-Busse, Auslegerboote und Pygmäenseepferdchen. Diese Bilder hatte ich im Kopf, als ich mit einem schicken Rucksack ausgestattet nach Manila aufgebrochen bin.
Manila – die etwas andere Metropole
Die Hauptstadt der Philippinen war allerdings irgendwie eine Enttäuschung, denn außer einer großen Mall gab es nicht wirklich etwas zu besichtigen. Ich wollte zum Beispiel das Stadion des weltbekannten Boxkampfes zwischen Muhammad Ali und Joe Frazier, dem so genannten „Thrilla in Manila“, besuchen, allerdings wurde dieses mittlerweile generalüberholt und hatte demnach nichts mehr mit dem damaligen Hexenkessel gemein. Aufgefallen ist mir stattdessen sofort der schier unglaubliche Kabelsalat, der sich überirdisch durch die ganze Stadt zieht und auf bemitleidenswerte Kabelmasten gepackt wird. Bis heute muss ich darüber jedes Mal schmunzeln.
Tauchen mit den „kleinen Sachen“…
Was ich dann in den Wochen danach erlebt habe, hat mich definitiv für immer geprägt und mir erfreulicherweise nochmal eine ganze andere Perspektive auf das Reisen gegeben. Zunächst einmal war das Tauchen großartig, denn ich konnte völlig neue Dinge in mein Logbuch eintragen. Unzählige Nacktschnecken in allen Formen und Farben, Fledermaus-, Geisterpfeifen- und vor allem Anglerfische. Ich wusste, dass ich nicht wirklich ein Adlerauge unter Wasser besitze, aber wenn ich einen Fisch aus ca. 20 cm Entfernung nicht erkennen kann, dann spricht das zum einen für das Tarnvermögen des Fisches und zum anderen für den Tauchguide, der ihn trotzdem entdeckt hat. Faszinierend. Seitdem ist es übrigens mein Lebensziel als Taucher einmal einen Anglerfisch zu erspähen, aber die Erfüllung dieses Wunsches ist mir bis heute verwehrt geblieben.
Die Philippinen – ein Land der Herzlichkeit
Neben dem Tauchen haben mich allerdings vor allem die Inseln und die Menschen sehr berührt. Auf der Reise habe ich beispielsweise eine Nacht auf einer Fähre verbracht, sie die einzige Verbindung zwischen Cebu und Camiguin darstellte und auf der mehr Tiere als Menschen untergebracht waren. Fast die ganze Überfahrt haben sich einfach so zwei Familien mit mir unterhalten. Türöffner für das Gespräch war die Tatsache, dass der Tauchguide der Basis kurioserweise ein Deutschlandtrikot trug.
Auf Bohol habe ich eine Mopedtour über die Insel gemacht und je weiter ich nach Osten kam, umso mehr merkte ich, wie die Einheimischen auf mich aufmerksam wurden. Eine Familie hat mich spontan zu sich zum Abendessen eingeladen, was ich ganz sicher niemals in meinem Leben vergessen werde. Das Lachen der drei Kinder bei der Verabschiedung hat meine Welt verändert.
Ich kann nur jedem empfehlen, sich auf den Philippinen mal ein Mofa zu schnappen, um die Umgebung ein bisschen zu erkunden – ich habe das damals bei eigentlich jedem Zielgebiet gemacht und habe das auch immer so beibehalten.
Bei der gleichen Fahrt bin ich wenig später an einem Basketballplatz vorbeigekommen, auf dem gerade ein Ligaspiel stattfand. Nun, ich mag Basketball sehr gerne, weshalb ich einfach mal angehalten und zugeschaut habe. Es dauerte nicht lange bis die Zuschauer sich über den großen, langen Blonden gewundert haben und prompt sollte ich auf dem Platz mitspielen?! Eine völlig bizarre Situation, dass für mich das Spiel unterbrochen wurde! Natürlich habe ich mich sehr darüber gefreut, auch wenn ich durchaus ein wenig peinlich berührt war.
Nahe der Insel Negros auf Sipaway kam ich an einem Kindergarten vorbei und wurde auch dort spontan eingeladen die Einrichtung zu besuchen. Wenige Minuten später wurden mir Lieder vorgesungen, alle Kinder wollten mir „mal Hallo sagen“ und ich durfte mich in das Buch des Ortes eintragen. So etwas bleibt. Seit dieser Reise fühle ich mich den Philippinen in der Tat mehr als verbunden.
Besondere Tauchabenteuer – vom Makrobereich bis zum Großfisch
Vier weitere Besuche gab es seitdem und ich habe jedes Mal besondere Erlebnisse mitgenommen. Auf der Insel Malapascua bei Cebu habe ich beispielsweise das erste Mal Fuchshaie gesehen! Auf Englisch ist der Name „thresher shark“ kaum auszusprechen, aber diese Haie sind sogar das Aufstehen um fünf Uhr morgens wert. Wenn sie mit ihrer unwirklich langen Schwanzflosse ihre Bahnen ziehen, wird man automatisch ein staunender Beobachter. Erfreulicherweise sind sie fast zuverlässig auf Malapascua anzutreffen und machen die kleine Insel mit ihrem weißen Sandstrand zu einem der beliebtesten Spots auf den Philippinen.
Meinen ersten Mandarinfisch in der Abenddämmerung bei einem Nachttauchgang auf Romblon feiere ich heute noch.
Auf Cebu bekam ich einmal einen heißen Tipp in ein kleines Dorf zu fahren, um dort selbstständig zu tauchen. Dies sollte so etwas wie mein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk sein. Mein Buddy und ich machten uns also auf den Weg, gingen in aller Früh mit Erlaubnis durch einen fremden Garten und tauchten einfach mal ab. Das Wasser war leicht trüb, konnte aber nicht verbergen, weshalb wir hier waren. Vier Walhaie spielten völlig unbekümmert in der Bucht. Meine allerersten Walhaie! Ganz alleine. Nur wir und der größte Fisch der Gegenwart. Es war mehr als erhebend: Es war die pure Freude.
Vom Traumstrand Naturwunder der Erde
Den Sugar Beach in Sipalay auf der Insel Negros erreicht man nur per Boot – genau wie den oben erwähnten, weltbekannten „The Beach“. Der Unterschied ist, dass dieser Strand zwar genauso schön, aber nahezu menschenleer ist. Drohnenbilder sehen irgendwie gestellt aus. Gefühlt zu schön. Der dortige Tauchplatz Mad Max hält was er verspricht, nämlich Endzeitstimmung pur.
Auf der Insel Leyte kann man zwischen Dezember und Juni Walhaie sehen und obwohl ich das Glück nicht hatte war der Tauchplatz Napantao einer der überwältigendsten, den ich je gesehen habe. Es handelt sich um eine reich bewachsene Steilwand, die zumeist von Fischschwärmen verdeckt wird. Dazu habe ich zwei Weißspitzenhaie in einer Höhle gesehen.
Auf Palawan konnte ich eines der sieben Naturwunder der Erde bewundern, nämlich den längsten schiffbaren Untergrundfluss der Welt. Wenn man in seinem Boot in die dunkle Welt von Stalagmiten und Stalaktiten eintaucht, fühlt man sich schlichtweg der Natur ergeben. Das vermeintlich taucherische Highlight der Philippinen habe ich sogar noch vor mir, und zwar eine Tauchsafari zum Tubbataha-Riff. Ich freue mich sehr, dass dieses besondere Ereignis noch vor mir liegt…
Die Freundlich- und Herzlichkeit der Menschen auf den Philippinen haben mich jedes Mal aufs Neue begeistert und speziell meine erste Reise wird für mich immer etwas Besonderes bleiben. Ich habe lange den Vergleich
zwischen Karibik und Asien gescheut und ich denke man kann die beiden Gebiete letztlich auch nicht nebeneinanderstellen. Birnen und Äpfel sind nun mal unterschiedlich. Aber dass ich die Philippinen auch einmal so lieb gewinnen würde, hätte ich 2005 vermutlich nicht erwartet. Mehr noch, sie sind eines meiner absoluten Herzensgebiete geworden.
Euer
Johnny Bongo

