Reisetipps Spanien – Valencia

  • Die Altstadt von Valencia ist ausgesprochen einfach und gut zu besichtigen, da sie angenehm kompakt ist. 

  • In der Kathedrale von Valencia befindet sich (angeblich) der Heilige Gral. 

  • ABER, Valencia hat nicht die Top-Attraktionen wie Barcelona oder Madrid! Sprich in Sightseeing-Stress sollte man kaum geraten, hier geht es eher ums „die Stadt erleben“. 

  • Valencia verfügt über einen ausgesprochen schönen Stadtstrand – die Kombi aus Baden und Besichtigen ist einfach klasse. 

  • Fußball = Valencia! Das ehrwürdige Mestalla-Stadion gilt als eine der steilsten der Welt. Die Stimmung ist teilweise brasilianisch!

Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?

Impressionen aus Valencia – ein kleines „Best-of“

Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps

Folgend möchte ich euch ein paar wertvolle Hinweise zur Planung und zum Besuch selbst geben:

  • Generell
    Mit ca. 800.000 Einwohnern ist Valencia die drittgrößte Stadt Spaniens. Davon bekommt man als Tourist aber tatsächlich kau etwas mit, da sich die Sehenswürdigkeiten sehr stark auf die Altstadt konzentrieren bzw. die Stadt, wie ich finde, nicht wirklich überlaufen oder voll wirkt. Die Lage an der Costa del Azahar verleiht Valencia einen ganz besonderen Charme.   
  • Wie komme ich nach Valencia?
    Valencia ist in nur zwei Flugstunden von Deutschland aus zu erreichen. Allerdings kann man ebenfalls nach Flügen nach Alicante suchen, der ein beliebter Charter-Flughafen ist und dementsprechend viel angeflogen wird. Von Alicante nach Valencia sind es ca. 1 1/2 Stunden. Ich war tatsächlich mit einem Mietwagen unterwegs, um so noch etwas mehr von der Umgebung zu sehen. 
  • Wann ist die beste Reisezeit für Valencia?
    Ich war im Juni vor Ort und habe dies als nahezu perfekt empfunden – es war warm, aber nicht zu heiß. Generell kann man sagen, dass die Monate April bis Juni und September bis Oktober für eine Städtereise nach Valencia ideal sind. Wer ebenfalls den Strand genießen möchte, kann natürlich auch sehr gut in den Sommermonaten nach Valencia reisen. 
  • Wie plane ich meine Reise?
    Ich würde sagen für eine reise Städtereise sind drei volle Tage wunderbar. Die Altstadt kann man problemlos in einem Tag erkunden, dazu noch einen Ausflug und dann einen weiteren Tag für „besondere Interessen“. Sei es beispielsweise Kultur, Sport oder das Essen… 
  • Wie bewege ich mich in Valencia?
    Zu Fuß und mit dem Bus! Meinen Mietwagen habe ich in den Tagen vor Ort nicht bewegt, sondern bin mehrfach mit dem Bus gefahren. Die Verbindungen sind gut, häufig und einfach. Sprich, die Tickets kann man problemlos beim Busfahrer kaufen.
  • Gibt es auch Leihfahrräder?
    Ja, in Valencia gibt es Leihfahrräder und das sogar ziemlich unkompliziert! Ich fand es jetzt nicht zwingend „notwendig“ sich ein Fahrrad auszuleihen, aber es macht natürlich schon auch Spaß eine Stadt auf diesem Wege zu erkunden.
    Es gibt zwei Varianten:
    – Valencia hat mit Valenbisi ein gut ausgebautes öffentliches Verleihsystem mit über 275 Stationen in der ganzen Stadt – perfekt für kurze Strecken, spontane Fahrten oder eine gemütliche Tour durch den Turia-Park. Und so funktioniert’s:

    1. Kurzabo (für Touristen):
      Man kann online oder an manchen Stationen ein Wochenabo (ca. 13 €) abschließen. Mehr Informationen gibt es hier.
    2. App & Karte:
      Nach Anmeldung bekommt man einen Code oder eine Karte, mit der man Fahrräder an jeder Station ausleihen und zurückgeben kann.
    3. Die ersten 30 Minuten pro Fahrt sind kostenlos, danach wird eine kleine Gebühr fällig. Ideal also für viele kurze Strecken.

    – Rund um die Altstadt, im Ruzafa-Viertel oder in Strandnähe gibt es viele private Fahrradverleihe – oft auch mit E-Bikes und Kinderanhängern. Diese Anbieter haben flexible Tarife (meist ab ca. 10–15 € pro Tag) und verleihen meist gut gewartete, komfortable Räder.

  • Gibt es besondere Events in Valencia?
    Ja! Und was für eines… Am 19. März eines jeden Jahres wird der Frühlingsbeginn auf eine sehr spektakuläre Art und Weise gefeiert. Das ganze Jahr über bauen die verschiedenen Stadtteile gigantische Figuren (Las Fallas – zugleich der Name des Festes) aus riesigen Stützkonstruktionen und Pappmaschee, nur um sie dann an eben jedem Tag im März im Rahmen eines großen Umzugs auf dem Plaza del Ayuntamiento in der Altstadt euphorisch niederzubrennen. Ab dem 24.02. begibt sich die Stadt in einen Art dauerhaften Feierzustand, der nach und nach anwächst. Wer in dieser Zeit vor Ort ist, kann sich in jedem Fall auf viele Feierlichkeiten einstellen. Ich selbst war nie zu dieser Zeit vor Ort, aber Freunde von mir haben mir tolle Dinge erzählt.

Die besten Spots in Valencia

Viele der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Valenca befinden sich in der Altstadt, dem Centro Historico, und dementsprechend werde ich diese auch entsprechend kennzeichnen, damit man nicht den Überblick verliert.

Folgend nun die verschiedenen Spots und Sehenswürdigkeiten in Valencia mit Erklärungen und Infos zu dem jeweiligen Besuch.

Kathedrale von Valencia ( Catedrale de Santa Maria) & Turm El Miguelete – Altstadt

Wenn man von einer Top-Sehenswürdigkeit sprechen würde, dann wäre dies sicherlich die Kathedrale. Schon alleine die Lage inmitten der Altstadt ist besonders. Die Umgebung der Kathedrale könnte auch ein eigener Topspot sein, denn der Haupteingang befindet beispielsweise sich am prachtvollen und reichlich bepflanzten Plaza de la Reina. Im Nordwesten grenzt an den Seitenflügel der Kathedrale zudem der lebendige Plaza de la Virgen, den ich speziell am späten Nachmittag ausgesprochen stimmungsvoll fand. Vor allem der Turia-Brunnen ist mit dem Portal Puerta de los Apostoles im Hintergrund ein wunderschönes Fotomotiv. 

Das vermeintliche Highlight in der Kathedrale ist in jedem Fall der Heilige Gral, also der Heilige Kelch, aus dem Jesus beim Letzten Abendmahl getrunken haben soll. Diesen kann man nach dem Eingang links in einer separaten Kapelle bestaunen und die Aufmachung ist definitiv Ehrfurcht einflössend. Es handelt sich tatsächlich um das einzige, vom Vatikan anerkannte Exemplar, obwohl es noch mehrere andere Stätten gibt, die den Heiligen Gral für sich beanspruchen (zB Felsendom in Jerusalem). 

Das Besondere an der Kathedrale ist, dass sie mehrere Bauepochen vereint, erkennbar vor allem an einem romanischen und einem gotischen Portal, sowie an der barocken Fassade. In der Kirche selbst findet man außerdem Renaissance-Fresken. 

Empfehlen kann ich auch den Besuch des 63 m hohen, achteckigen Glockenturms El Miguelete, der sich direkt neben der Kathedrale befindet. Nach 207  Stufen wird man mit einem wunderbaren Ausblick auf die Altstadt Valencias belohnt. Der Eintritt ist dabei recht günstig. Weitere Infos findet ihr hier. 

Stadtviertel El Carmen – Altstadt

Natürlich ist ein Stadtviertel keine echte Sehenswürdigkeit, allerdings ist dieses hier allemal sehens- und erlebenswert. Wie so oft ist das quirlige und stimmungsvolle Leben ein sehr bestimmender Teil einer  spanischen Stadt und eben speziell hier Barrio del Carmen, wie es auch oft genannt wird. Barrio bedeutet übersetzt Stadtteil oder Nachbarschaft.  

Es befindet sich im Nordwesten der Altstadt und strahlt tatsächlich ein ganz besonderes Flair aus. Früher eher ein heruntergekommener Bereich, ist dieses Viertel heute hipp und angesagt, was sich vor allem in den unzähligen Bars und Restaurants widerspiegelt. 

Neben den vielen kleinen Gassen lohnt vor allem ein Besuch des Torres de Quart, ein Stadttor aus dem 15ten Jahrhundert mit einer tollen Aussicht, des quirligen Placa de Tossal und der Parroquia de San Nicolas, einer gotischen Kirche, die den Beinamen Valencias Sixtinische Kapelle trägt. 

Torres de Serranos – Altstadt

Streng genommen zählt dieser massige Bau mit den zwei eindrucksvollen Türmen auch noch zum Stadtviertel El Carmen, aber ich wollte ihn einfach separat erwähnen, weil es für mich ein durchaus besonderer Spot ist.

Direkt vor diesem nördlichen Stadttor aus dem 14ten Jahrhundert befindet sich nämlich ein großer Vorplatz, wodurch speziell abends hier eine angenehme Atmosphäre entsteht. Leider kommt dann die Sonne von der Seite und dennoch fand ich das Licht für schöne Fotos sehr gut.

Der Aufstieg auf die Türme lohnt sich allemal, weil man von dort einen prima Blick auf das Gassengewirr von El Carmen genießen kann. 

Infos zu Kosten und Öffnungszeiten der Türme gibt es hier.

Mercado Central – Altstadt

Ganz zentral im Herzen der Altstadt befindet sich einer der schönsten Spots von ganz Valencia und ist dabei nicht nur eine tolle Sehenswürdigkeit, sondern auch ein großartiger Ort für eine besondere Mittagspause: der Zentralmarkt. 

Die 1928 eröffnete Markthalle ist ein echter Hingucker – vor allem wegen der eisernen Träger, der imposanten Front und der mächtigen, gefliesten Kuppel.

Oftmals sind solche Märkte ja durchaus dunkel, aber hier ist alles erfreulich hell und dadurch auch deutlich einladender. 

Was mir allerdings am meisten gefallen hat, ist dass es keine reine Touristenattraktion ist, sondern der Markt auch von vielen Locals besucht wird, was ich definitiv als gutes Zeichen werten würde. 

In der Markthalle findet man alles, was das kulinarische Herz begehrt. Ich freue mich immer über guten Fisch & Meeresfrüchte und gerade diese Abteilung war sagenhaft gut. Für ein entspanntes Mittagessen zwischendurch bieten sich die vielen Stände oder die Central Bar an. 

Beachten sollte man, dass der Markt „nur“ bis 15 Uhr geöffnet hat!   

Torre de Santa Catalina – Altstadt 

Am nördlichen Ende des Plaza de la Reina befindet sich die Kathedrale von Valencia inklusive dem Turm El Miguelete. Am südlichen Ende bekommt die Santa Catalina-Kirche samt Turm dagegen viel weniger (touristischen) Zuspruch, was eigentlich recht schade ist.

Speziell der Turm bringt nämlich einen klaren Vorteil mit sich: eine großartige Perspektive auf eben die Kathedrale und den El Miguelete! Dabei ist der Turm mit seinem sechseckige Grundriss sogar so etwas wie ein Wahrzeichen Valencias. Ein kleiner Insidertipp!

Wichtig: Die Öffnungszeiten sind recht knapp – jeweils nur drei Stunden rund um die Mittagszeit!

Plaza del Ayuntamiento

Der Rathausplatz (Ayuntamiento bedeutet übersetzt Rathaus) wird in Reiseführern erstaunlich selten erwähnt, dabei hat er mir ausgesprochen gut gefallen. Vor allem auch das Rathaus selbst ist mit seiner verzierten Fassade voller Skulpturen und Reliefs ein kleines Highlight in Valencia! 

Direkt gegenüber findet man den Palacio de las Comunicaciones de Valencia – das Hauptpostamt – welchen man sehr gut an dem gusseisernen Telegrafenturm erkennen kann. 

Den Brunnen in der Mitte des Platzes fand ich speziell abends und nachts sehr atmosphärisch. 

Bekannt ist dieser Platz vor allem als Finalort der Las Fallas-Festlichkeiten am 19ten März eines jeden Jahres. Die krachenden Böllereinheiten finden hier ihr Ende und werden bezeichnenderweise als terratremol (Erdbeben) bezeichnet.  

Jardin del Turia (am Rande der Altstadt)

Grünflächen sind für mich immer ein guter Indikator für eine wohlfühlige Stadt. Gibt es neben all den Bauwerken auch eine Ruheoase? In Valencia lautet die Antwort ganz klar: Ja! 

Im ehemaligen Flussbett des Rio Turia erstreckt sich nämlich über satte neun Kilometer eine wunderschöne Grünanlage mit vielen Freizeitmöglichkeiten.

Warum fließt dort kein Wasser mehr?

Ganz einfach, 1957 gab es in Valencia eine verheerende Flut, was zur Folge hatte, dass  der Fluss südlich um die Stadt umgeleitet wurde. Seitdem kann man in dem trockenen Flussbett Joggen, Fahrrad fahren und es gibt zahlreiche Sportfelder, wie zB Volleyball, Fußball, Baseball und einen Skatepark.

Ich bin den Park tatsächlich mit dem Fahrrad abgefahren und kann dies nur empfehlen. 

Geöffnet ist der Park rund um die Uhr. 

Ciutat de les Arts i les Ciències

Um einen sehr außergewöhnlichen Spot handelt es sich (übersetzt) bei der „Stadt der Künste und Wissenschaften“ im östlichen Teil von Valencia!

Dieses moderne Wahrzeichen befindet sich auf halber Strecke zwischen Altstadt und Meer und zählt immer noch zum Jardin del Turia.

Man kann sich diesem futuristischen Gebäudekomplex auf zwei Arten „nähern“:

Zum einen ist es einfach optisch schon mal ein echter Knaller. Ich meine ein Wissenschaftsmuseum, das optisch einem Walskelett ähnelt, ist schon mal eine Hausnummer! Will sagen, man kann hier wirklich tolle und außergewöhnliche Fotos machen.

Zum anderen gibt es viel zu besuchen und zu sehen! Insgesamt handelt es sich sechs verschiedene Bereiche: 

  • Oper- und Theater
  • Planetarium und 3-D-Kino
  • El Umbracle – barähnliche Anlage
  • Wissenschaftsmuseum
  • Eventhalle
  • Oceanografic – Europas größtes Aquarium

Hinzu kommt die 125 Meter hohe Hängebrücke, die sich mittig durch die Anlage zieht. 


Gerade das Aquarium hat mir gut gefallen und ist für Familien ganz sicher ein echtes Highlight.

Innerhalb des Geländes gibt es eine Unterteilung in die weltweiten Klimazonen und ich finde, dass es eine gute Mischung aus Information, Aufklärung und Tieren bietet. Den Besuch kann ich demnach auf jeden Fall empfehlen!


Wer öffentlich anreisen möchte, kann dies sehr gut mit dem Bus Nummer 19 tun, der an dem Plaza del Ayuntamiento abfährt. 

Stadtstrände

Für mich ist es oftmals das gewisse Extra, wenn eine Stadt über einen „echten“ Strand verfügt. So auch hier in Valencia!

Es handelt sich – ähnlich wie in Barcelona – um einen richtig breiten und wunderbar feinsandigen Strandbereich, der im Sommer den perfekten Kontrast zu einer Stadtbesichtigung bildet. Das Wasser läuft schön flach hinein und man kann an vielen Ständen Liegen und Sonnenschirme mieten.

Auf Google Maps heißen die drei Strände Playa de las Arenas, Platja de la Malvarrosa und Platja de la Patacona, wobei diese nahtlos ineinander übergehen.

Gerade vor dem erstgenannten gibt es eine schöne Promenade mit vielen Cafés und Restaurants, die ich als ausgesprochen stilvoll empfunden habe. Hier kann man entspannt ein wenig herumschlendern und sich inmitten der zahlreichen Lokale treiben lassen. Das Angebot ist riesig und ich denke, hier sollte für jeden etwas dabei sein.

Was ich persönlich sehr schön fand, ist relativ früh aus der Innenstadt zum Strand zu fahren, um dort mit einem herrlichen Blick auf den Strand zu frühstücken. Unter meinen Restauranttipps findet ihr mein Lieblings-Frühstückscafé…


PLUS, wer den Tag lieber am Pool und trotzdem am Strand verbringen möchte, ganz am Rand des Playa de la Arenas gibt es den stylischen Marina Beach Club. Hier kann man wunderbar am Infinity-Pool entspannen, sich mit leckeren Drinks erfrischen und dabei gute Musik genießen. Abends verwandelt sich das Ganze in ein trendiges Restaurant samt Beachparty.
TIPP: Ich war im Juni hier und es war noch nicht richtig voll, aber ich habe gehört im Juli und August sollte man vorsichtshalber Liegen reservieren.


Sehr angenehm ist im Übrigen, dass man den Strand vom Zentrum der Altstadt aus ohne Umsteigen problemlos mit dem Bus Nummer 19 erreichen kann.

Hier dient der Plaza del Ayuntamiento als idealer Ausgangspunkt. 

Estadio Mestalla

Für Sport- bzw. Fußballfans habe ich hier noch eine speziellere Empfehlung, und zwar eine Stadiontour im sagenumwobenen Mestalla-Stadion des Valencia CF.

Seit vielen Jahren ist das Stadion, vor allem bei den Gästemannschaften, aufgrund seiner intensiven Stimmung „gefürchtet“. Entscheidend hierbei ist, dass die Zuschauerränge so steil sind, wie gefühlt nirgends sonst.

Die Touren führen ins Innerste des Stadions, wobei man sogar die Kabinen besichtigen und anschließend durch den Spielertunnel aufs Spielfeld (bzw. an den Rand) laufen kann. Ich fand die Tour sehr kurzweilig, interessant und vor allem diese außergewöhnliche Stadionkonstruktion mal „aus Trainersicht“ (sprich am Rasen stehend) zu sehen ist schon etwas Besonderes. 

Infos zur der Tour und eine Buchungsmöglichkeit gibt es auf der Seite des Valencia CF.   

Seidenbörse Lonja de la Seda

Mitten in der Altstadt, gleich neben dem Marcado Central, erhebt sich die Lonja de la Seda – ein Meisterwerk gotischer Architektur und stiller Zeuge des einstigen Reichtums der Stadt.

Die Lonja de la Seda wurde mittlerweile von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.


Sobald man das gotische Gebäude betritt, steht man in einer majestätischen Halle mit hohen Decken und spiralförmigen Säulen, die wie Palmen in Stein wirken. Hier wurde im 15. und 16. Jahrhundert Seide gehandelt – der Wohlstand Valencias wurde quasi zwischen diesen Mauern verhandelt. Besonders schön ist auch der kleine Innenhof mit Orangenbäumen, der wie eine stille Oase wirkt.

Die Atmosphäre ist etwas kühl, fast wie in einer Kathedrale (des Handels). Wer mag, kann mit einem Audioguide oder einer Führung noch tiefer eintauchen und mehr über die Kaufleute, Verträge und die symbolischen Steinfiguren erfahren.

Ein kurzer, aber durchaus beeindruckenden Kulturstopp in der Altstadt! Für mich war es jetzt kein Knaller, aber ich denke, dass ist sehr subjektiv.

Tipp: Der Eintritt ist günstig und sonntags sogar kostenlos.

Xátiva

Einen kleinen „Außenseiter-Tipp“ habe ich noch für Besucher, die mit einem Mietwagen unterwegs sind, und zwar die Festung Xátiva, die sich ca. 45 Minuten südlich von Valencia befindet.

Geschichtlich ist diese Burg durchaus interessant, denn sowohl Römer als Karthager wussten die strategisch wertvolle Lage zu schätzen. So soll zum Beispiel der Feldherr Hannibal hier seine Pläne für weitere Feldzüge geschmiedet haben. 

Das Areal an sich ist gut zu besichtigen und durchaus sehenswert, wobei der Ort an sich auch ausgesprochen schön ist.   

Meine besten Spot-Tipps in Valencia auf einer Karte

Auf dieser Karte sind Sehenswürdigkeiten, Sportlocations, Restaurants, Hotels und Ausflugsziele markiert. Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.

Mein Hotel-Tipp für Valencia

Hinsichtlich der Suche nach einem Hotel in Valencia kommt es sicherlich in erster Linie auf die Lage an. Dies zeigt nochmal wie vielfältig Valencia ist. Ich habe euch hier mal drei Varianten aufgelistet, wie man bei seiner Auswahl an Hotels vorgehen kann:

Ciutat Vella – Die Altstadt

Die historische Altstadt ist das Herz Valencias und ideal, wenn man zentral wohnen und alles zu Fuß erkunden möchte. Kleine Gassen, charmante Plätze, mittelalterliche Fassaden und jede Menge Tapasbars machen dieses Viertel besonders reizvoll.

Vorteile:

  • Perfekte Lage für Sightseeing
  • Viel Flair und Geschichte
  • Abends lebendig, aber nie zu hektisch

Für wen? Kulturinteressierte, Paare, Städtebummler


Russafa – Das kreative Szeneviertel

Etwas südlich vom Zentrum liegt Russafa, eines der angesagtesten Viertel Valencias. Früher Arbeiterviertel, heute ein Hotspot für Künstler, Hipster, Foodies und Nachtschwärmer. Es gibt stylische Cafés, trendige Boutiquen, Bars, Galerien – und eine sehr entspannte Atmosphäre.

Vorteile:

  • Authentisch, jung, kreativ
  • Viele hippe Restaurants und Bars
  • Zentrumsnah, aber günstiger

Für wen? Kreative, junge Reisende, Leute mit Lust auf Szene & Lokalkolorit


El Cabanyal & Playa de la Malvarrosa – Stadt am Strand

Wer die Nähe zum Meer sucht, wird in diesen Vierteln glücklich. El Cabanyal ist ein ehemaliges Fischerviertel mit bunten Häusern und charmantem Mix aus Tradition und Wandel. Playa de la Malvarrosa ist der Stadtstrand schlechthin – mit feinem Sand und vielen Strandbars.

Vorteile:

  • Direkt am Strand
  • Ruhiger, entspannter
  • Mit der Tram oder Metro ist man schnell in der Altstadt

Für wen? Familien, Ruhesuchende, Strandliebhaber

Hier zur Hilfe eine Karte mit den drei Stadtbezirken, damit ihr grob wisst, wo ihr suchen müsst.

Schwarz = Ciutat Vella

Rot = Russafa

Gelb = El Cabanyal

Meine Restaurant-Empfehlungen in Valencia

Valencia ist ein kulinarisches Paradies – authentisch, bodenständig und überraschend vielfältig. Die Region ist nicht nur die Wiege der Paella, sondern bietet eine Küche, die vom Meer, den Huertas (Gemüsegärten) und jahrhundertealten Traditionen geprägt ist.

Ich habe hier ein paar Empfehlungen zusammengestellt, die vielleicht helfen im Stadtzentrum gute Restaurants zu finden.

Los Gomez (Altstadt)

In Valencia muss man mindestens einmal Paella essen und das Restaurant meines Vertrauens in der Kategorie ist das Los Gomez. Der Tipp eines Freundes hat sich als goldrichtig erwiesen – die Paella war super lecker! Das Restaurant ist eher „unkompliziert“ und nicht super fancy, aber die gute Küche spricht für sich. Zudem kann man an der Straße relativ ruhig draußen sitzen.  

C/ de Correus, 10, Ciutat Vella

Restaurante Camaleón (südlich der Altstadt, Stadtteil Arrancapins)

Einfach nur eine überragende Empfehlung. Dieser Hinweis kam von unserer Vermieterin und ich muss sagen, der Abstecher in den Süden hat sich mehr als gelohnt. Eines der besten Restaurants, dass ich JEMALS in Spanien besucht habe. 

Die Tapas waren einfach nur sensationell und ich hätte am liebsten endlos weitergegessen. 10/10. 100/100. 

C/ d’Albacete, 18, Extramurs

Hommus Falafel (Altstadt) 

Manchmal mag man es einfach, schnell und nahrhaft. Genau dafür ist das Hommus Falafel genau das richtige. Ich war mittags dort, aber ich denke auch abends ist es dort richtig klasse. Das Babaganoush war außergewöhnlich gut, das Tahini war sehr cremig und die Shawarmas waren genau der richtige Snack für zwischendurch – nicht zu schwer, aber trotzdem ein echter Energiebringer. 

C/ dels Juristes, 12, Ciutat Vella

Mestizo (Altstadt)

Über diesen Tipp freue ich mich ganz besonders, denn es ist in Spanien generell nie besonders leicht ein echtes Frühstücksrestaurant zu finden, aber das Mestizo ist ein echter Volltreffer. Schönes Ambiente, tolle Speisekarte und großartiges Essen. Für den Cappuccino gab es Hafermilch, was ich sehr zu schätzen weiß, die Smoothies waren frisch, der Lachsbagel war lecker und der Griechische Joghurt war genau die richtige Stärkung für eine Stadtbesichtigung. Dazu preislich sehr fair!    

C/ del Portal de Valldigna, 9, Ciutat Vella

Refugio (Altstadt)

Sicherlich ein kleiner Insidertipp, denn von außen wirkt das Restaurant eher etwas unscheinbar. Aber die kreativen Gerichte waren große Klasse – ein Riesenlob an die Küche. Zudem war der Service wirklich herausragend.  

C/ de Dalt, 42, Ciutat Vella

Boa Beach Valencia (Strand)

Der Boa Beach Valencia ist der perfekte Ort, um entspannt den Tag am Meer zu beginnen:
Hier kann man in sehr stylischer Atmosphäre ein herrliches Frühstück genießen. Die Bali-Bowl mit vielen Früchten war irre lecker, der Bacon French Toast war super schmackhaft und der Lachs-Bagel war schön herzhaft. Mir haben die Einrichtung und das Ambiente richtig gut gefallen, sehr Ibiza-like, aber erfreulicherweise zu Valencia-Preisen…

Tagsüber wird die großzügige Terrasse zum Lunch dann etwas „wuseliger“, weil ein reges Kommen und Gehen herrscht Aber die leicht mediterrane Küche, mit frischem Fisch, Paella und kreativen Cocktails war ebenfalls sehr sehr gut.

Abends verwandelt sich der Boa Beach in eine stimmungsvolle Location mit DJs, Sundowner-Vibes und Lichterketten.

Passeig de Neptú, 62, Poblats Marítims, 46011 València (Playa las Arenas)

Fun Facts zu Valencia

  • Einen Fakt, den ich schon mal bei einem meiner Besuche auf den Philippinen gehört habe, und zwar gibt es insgesamt knapp 60 Orte in 18 Ländern, die Valencia heißen! Und die meisten davon befinden sich eben auf den Philippinen.
  • Während des spanischen Bürgerkriegs wurde die Hauptstadt 1936 kurzfristig von Madrid nach Valencia verlegt.  
  • Valencia ist der Geburtsort des berühmten spanischen Gerichts Paella. Die ursprüngliche Paella wurde mit Kaninchen, Huhn, Schnecken, Ente, Gemüse und einer Prise Safran zubereitet.
  • Valencia ist gilt als die Orangenhauptstadt Spaniens. Deshalb sind auch viele Straßen von Orangenbäumen gesäumt.
  • Der größte Park Valencias, der Jardin de Turia, war früher ein Fluss, der nach einer heftigen Überschwemmung im Jahr 1957 trocken gelegt bzw. umgeleitet wurde. Zunächst war der Plan eine Autobahn zu bauen, womit die Einwohner Valencias aber nicht einverstanden waren, wodurch diese schöne Grünfläche entstanden ist.
  • Das Oceanografic innerhalb der Ciutat de les Arts i les Ciències ist nicht nur das größte Aquarium in Europa, sondern auch eines der größten der Welt. Man kann hier unter anderem Belugawale, Haie, Pinguine und den längsten Unterwassertunnel Europas entdecken.
  • Früher basierte die Grundsteuer  auf der Breite der Fassade, weshalb tatsächlich ein Haus mit einer nur 107 cm breiten gebaut wurde. Damit ist dieses Gebäude das schmalste in Europa und das zweitschmalste der Welt. Die Adresse lautet: Pl. de Lope de Vega, 10, Ciutat Vella, 46001 València. Das schmalste Gebäude der Welt befindet sich in Brasilien.
  • Jeder kennt den Heiligen Gral – den Becher, aus dem Jesus beim letzten Abendmahl getrunken hat. Es wird angenommen, dass sich der Heilige Gral in Valencia befindet, neben anderen Städten, die um diesen Titel wetteifern, darunter Jerusalem und Rom.
  • Las Fallas ist ein weltberühmtes Fest zum Frühlingsbeginn, das 19 Tage andauert und fast drei Millionen Menschen anlockt. Am „intensivsten“ sind die letzten fünf Tage, wenn die Straßen in Valencia voller verkleideter Menschen ist und laut schallende Musik eine riesige Party lostritt. Der Höhepunkt erfolgt am  19. März mit einem Umzug der vielen Hundert Fallas – riesige satirischen Pappmaché- oder Holzkonstruktionen – die am Ende stimmungsvoll verbrannt werden.