Reisetipps Italien – Verona

  • Die Arena von Verona, ein Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., wird heute noch für Opernaufführungen genutzt – eines der ältesten aktiven Theater der Welt.

  • Verona ist weltberühmt als Schauplatz von Shakespeares Romeo und Julia. Der Balkon von „Julias Haus“ zieht jedes Jahr tausende Besucher an.

  • Die Altstadt von Verona ist wegen ihrer reichen Geschichte und Architektur seit 2000 Teil des Weltkulturerbes.

  • Darüber hinaus gibt es in Verona noch viele weitere, sehr sehenswerte Spots, wie zB den Piazza delle Erbe, den (Turm) Torre die Lamberti und die (Brücke) Ponte Pietra.

Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?

Impressionen aus Verona – ein kleines „Best-of“

Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps

Jahrelang kannte ich Verona „nur“ als Opernstadt, wegen der beeindruckenden Arena und den Freiluft-Aufführungen im Sommer. Aber tatsächlich ist die Stadt der Liebenden, wie sie als Schauplatz von Shakespeares Romeo und Julia auch oft genannt wird, ein italienischer Traum. Die Altstadt ist voller wunderschöner Piazzas, Bauwerke, Cafés, Eisdielen und Einkaufsstraßen… Für eine Städtereise ist Verona absolut perfekt!

  • Generell
    Verona ist eine historische Stadt in Norditalien, in der Region Venetien, mit etwa 250.000 Einwohnern. Sie liegt malerisch am Fluss Etsch (Adige) und die Altstadt ist seit 2000 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.
  • Welche Reiseziele befinden sich in der Umgebung von Verona?
    Verona wird häufig mit Venedig (ca. 1,5 Stunden mit dem Auto) oder dem  Gardasee (ca. 45 Autominuten bis Bardolino) kombiniert. Gerade vom Gardasee aus ist Verona ein beliebtes Tagesausflugsziel.
  • Wie erreiche in Verona?
    Gerade ab Süddeutschland ist Verona sehr gut erreichbar. Ab München sind es ca. 5 Stunden mit dem Auto, ab Stuttgart sind es 6,5 Stunden. Die Verbindungen per Bahn sind zudem sehr angenehm.
    Außerdem verfügt Verona sogar über einen Flughafen, der ab vielen deutschen Flughäfen angeflogen wird.
  • Benötige ich in Verona ein Auto?
    Wenn man NUR Verona besucht, definitiv nicht. Im Gegenteil, das Auto „stört“ eher, denn die Parkgebühren sind teilweise wirklich heftig. Ich war bei meinem letzten Besuch auf einer Nord-Italien-Rundreise unterwegs und habe für die Parkgaragen hohe Kosten in Kauf nehmen müssen.
  • Wieviel Zeit sollte man einplanen?
    Oftmals ist diese Frage knifflig, weil die Dauer natürlich von den Interessen abhängt, aber ich würde in diesem Fall sehr klar sagen, dass zwei Nächte ideal sind. So hat man einen vollen Tag und dadurch, dass die Altstadt von Verona nicht sonderlich groß und die Wege dadurch kurz sind, kann man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sehr gut an einem Tag besichtigen. Den Rest der Zeit kann man das italienische Flair und wunderbare Atmosphäre genießen.
    Wer alles etwas lockerer angehen und nicht alles an einem Tag durchziehen möchte, kann natürlich noch eine Nacht dranhängen, mehr braucht man aber normalerweise nicht.
  • Wie besichtige ich Verona?
    Wie gerade schon erwähnt, ist das Zentrum sehr kompakt, so dass man alles zu Fuß ablaufen kann.
  • Gibt es gute Touren durch Verona?
    Ich habe an einer Free Walking Tour über guruwalk.com teilgenommen und kann diese nur wärmstens empfehlen. Die Tour hat ungefähr zwei Stunden gedauert und sehr viele meiner Angaben zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten weiter unten stammen aus dieser Tour.
    Wer guruwalk nicht kennt, tatsächlich kostet die Tour nichts, sondern basiert im Wesentlichen auf Trinkgeld. Hier sollte man dann aber bitte etwas großzügiger sein.
  • Was ist die beste Reisezeit?
    Das ist Verona ein ganz spannende Frage, denn hier muss man unterscheiden:
    1) Generell sind sicherlich das Frühjahr und der Herbst die besten Jahreszeiten. Im Sommer ist es in Verona richtig heiß. Mich persönlich stört das nicht und ich vertrage auch die Hitze gut, aber eine Stadtbesichtigung bei konstant über 30 Grad ist vielleicht auch nicht für jeden ideal.
    2) Wer für eine Oper anreist, setzt einen ganz anderen Schwerpunkt. Daher kommt gleich ein separater Punkt…
  • Wann kann man in Verona die Oper besuchen?
    In Verona finden die berühmten Opernaufführungen hauptsächlich im Sommer statt, vor allem im Rahmen der Arena di Verona Opernfestspiele (meist Juni bis September) – das ist das weltweit größte Open-Air-Opernfestival. Mehr Informationen gibt es hier.
  • Lohnt sich die Verona Card?
    Wenn man plant sehr viele Touristenattraktionen zu besuchen, kann sich die Verona Card durchaus rechnen. Mit ihr kann man viele Sehenswürdigkeiten in Verona kostenlos oder stark ermäßigt besuchen kannst – und dabei auch noch den öffentlichen Nahverkehr gratis nutzen.
    Es gibt sie in zwei Varianten, und zwar entweder für 24 Stunden oder für 48 Stunden, jeweils gültig ab der ersten Verwendung.
    Da viele Top-Sehenswürdigkeiten, wie die Arena von Verona (Skip the Line Pass), Julias Balkon in der Casa di Giulietta oder der Torre dei Lamberti enthalten sind, ist das ein durchaus interessantes Angebot.
    Ich würde die Verona-Card bei getyourguide kaufen, da man hier 24 Stunden vorher noch kostenlos stornieren kann.
  • Wer sind die Scaliger?
    Wie in vielen, italienischen Städten gibt es auch hier eine besonders prägende Familie, die untrennbar mit Verona verbunden ist.
    Die Scaliger, auch bekannt als die Della Scala, waren eine einflussreiche Adelsfamilie, die im 13. und 14. Jahrhundert über Verona herrschte.
    Unter Cangrande I. della Scala, dem berühmtesten Mitglied der Familie, erlebte Verona eine kulturelle und politische Blütezeit. Cangrande war ein Förderer von Dichtern wie Dante Alighieri, der zeitweise am Hof in Verona lebte.
    Die Scaliger hinterließen viele eindrucksvolle Bauwerke in der Stadt, z. B. die Scaligergräber (Arche Scaligere), die Stadtmauern, das Castelvecchio und Teile der heutigen Piazza dei Signori.

Die besten Spots in Verona

Folgend nun die verschiedenen Spots und Sehenswürdigkeiten von Verona mit Erklärungen und Infos zu dem jeweiligen Besuch.

Arena di Verona (inklusive Oper) / Piazza Bra / Portoni della Bra

Wenn man die durch den Fluß Etsch eingekesselte Altstadt vom Süden durch die Haupttore Portoni della Bra erreicht, stößt man unweigerlich auf den weitläufigen (Platz) Piazza Brá und die gewaltige Arena di Verona. Man kommt also kaum dazu eine gewisse Vorfreude langsam aufzubauen, sondern die Hauptattraktion der Stadt ist mit das Erste was man von Veronas Altstadt sieht…

Arena di Verona

Auch wenn man sicherlich schon viel über die Die Arena von Verona gelesen oder gehört hat, so sind die Ausmaße, wenn man vor ihr steht doch wirklich gewaltig. Die Ausmaße betragen heute 138m × 109m, bei einer Höhe von ca. 24m! Und das ist nur das, was übrig geblieben ist, denn ursprünglich war die Arena sogar noch größer! Zunächst befand sie sich nämlich außerhalb der Stadtmauer, dann wurden die Steine des Außenrings allerdings für die Erweiterung der Mauer verwendet und so verlor die Arena nach und nach an Größe. Heute kann man die ursprüngliche Größe sogar noch erahnen, denn man sieht an einer Seite den zweiten Steinring.

Das Amphitheater stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und ist damit älter als das Kolosseum in Rom. Früher kämpften hier Gladiatoren, heute singen hier die größten Opernstars der Welt unter freiem Himmel. Im Sommer verwandelt sich die Arena nämlich in eine spektakuläre Freiluftbühne mit atemberaubenden Inszenierungen und magischer Atmosphäre.

Wer außerhalb der Opern-Feststpiele in Verona oder kein Opernfan ist, kann die Arena auch „einfach so“ besichtige. Die Tickets kann man entweder vor Ort oder online kaufen.

Oper

Eine Oper in Verona zu erleben ist definitiv ein ganz besonderes Erlebnis. Ich selbst würde mich definitiv nicht als Opernfan bezeichnen, aber die Magie, die die Stadt an einem Sommerabend, wenn eine Aufführung stattfindet, ausstrahlt ist nahezu unbeschreiblich. Wenn sich die Gäste vor der Veranstaltung auf dem davor befindlichen Piazza Bra treffen, essen, noch etwas trinken oder nur umher flanieren, entsteht ein einmaliges Ambiente, dass ich so bisher noch nirgends erlebt habe. Ähnlich ist es nach der Oper, wenn die ganzen Restaurants und Cafés ebenfalls noch geöffnet sind und viele Besucher den Abend so entspannt ausklingen lassen.

Für die Oper habe ich hier ein paar Tipps und Hinweise zusammengestellt:

  • Dresscode: Im Innenraum unten müssen Männer eine lange Hose tragen. In allen anderen Bereichen sind kurze Hosen vollkommen ok. Dies gleich als erster Hinweis, denn dies kann ja bei der Auswahl der Tickets eine wichtige Info sein.
  • Der Innenraum ist mit fixen Sitzen bestuhlt, wobei ich den Sitzabstand ehrlich gesagt recht knapp fand.
  • Wenn man sich den Saalplan ansieht, sind die zwei Ränge NACH dem Innenraum (bis Reihe 18) ebenfalls fest bestuhlt. Dieser Bereich wäre meine Empfehlung. Danach sitzt man nämlich „nur noch“ auf einer Mauer, sprich ohne Rückenlehne. Allerdings sind selbst in diesem Bereich die Sitzplätze nummeriert (das war wohl früher nicht so).
  • Sofern man nicht im Innenraum sitzt, würde ich dringend ein Sitzkissen empfehlen. Es handelt sich um harte Metallsitze, so dass man nicht wirklich gemütlich sitzt.   
  • Zu große Taschen sind generell nicht erlaubt!
  • Ebenso keine Kameras! Hier wird auch sehr schnell durchgegriffen so wurde bei mir eine Frau relativ zügig nach draußen eskortiert.

Piazza Brà

Wie gerade schon erwähnt ist die Piazza Brà  der größte und bekannteste Platz in Verona – und sozusagen das Herz der Stadt. Hier beginnt die Altstadt und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Arena di Verona ist hier natürlich immer viel los.

Umgeben von eleganten Palazzi, Cafés, Restaurants und historischen Gebäuden, ist die Piazza Bra ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher.

Die weiten Flächen und auch der grüne Park mit Palmen machen diesen Platz zu einem besonderen Ort in Verona – egal ob tagsüber oder abends, wenn alles stimmungsvoll beleuchtet ist.

Portoni della Bra

Die Portoni della Bra (Portoni = Tore) sind ein markantes Doppeltor am Eingang zur Piazza Bra in Verona  und eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt.

Sie stammen aus dem 14. Jahrhundert und waren ein Teil der oben erwähnten mittelalterlichen Stadtmauer, errichtet unter der Herrschaft der Familie della Scala.

Die zwei großen Rundbögen verbinden die alten Mauern mit dem Stadttor, wobei die mittige Uhr sofort ins Auge fällt. Darunter findet man noch das Wappen der Scaliger.

Piazza delle Erbe

Die Piazza delle Erbe ist das lebendige Herz von Veronas Altstadt – bunt, laut, charmant und voller Geschichte. Schon in der Antike war hier der römische Marktplatz und noch heute pulsiert hier das Leben: Ob man, wie ich, frisches Obst vom Marktstand kauft, einen Espresso in der Sonne schlürft oder einfach nur umher schlendert – dieser Platz versprüht pures italienisches Flair. Umgeben von barocken Palästen, mittelalterlichen Türmen und der berühmten Madonna-Statue in der Mitte, fühlt sich ein Spaziergang über die Piazza wie eine kleine Zeitreise an.

Torre dei Lamberti

Der Torre dei Lamberti ist so etwas wie Veronas Superstar unter den Türmen – hoch, elegant und richtig schön! Mit seinen stolzen 84 Metern ragt er deutlich über die Dächer der Altstadt und bietet von oben einen grandiosen Rundumblick über rote Ziegeldächer und enge Gassen. Dadurch, dass er sich direkt neben der Piazza delle Erbe befindet, kann von oben wunderbar auf das wuselige Treiben hinabschauen.

Der Turm stammt aus dem 12. Jahrhundert, wurde aber später noch „aufgestockt“ – sozusagen ein mittelalterliches Upgrade.

Wer die 368 Stufen nicht laufen will, nimmt einfach den Aufzug, wobei man die letzten beiden Stockwerke so oder so zu Fuß bewältigen muss. An der Stelle möchte ich erwähnen, dass das Treppenhaus erfreulich breit war, sprich selbst bei Gegenverkehr gibt es keinerlei Platzprobleme (wie bei manch anderen Türmen).

Oben erwarten einen dann die sagenhafte Aussicht, die zwei riesigen Glocken des Turms (die alle halbe Stunde schlagen!) und das Gefühl, Verona zu Füßen zu haben.

Für alle Fotofans: Die Aussichtsplattform wird mit einem Netz gesichert, durch das man problemlos hindurch fotografieren kann, aber bei Selfies stört es natürlich durchaus.

Zeitlich ist es – wie immer – vermutlich nachmittag am Schönsten. Ich war um 15 Uhr auf dem Turm und hatte gute Bedingungen, aber ein wenig später wird normalerweise das Licht etwas wärmer, was die roten Dächer sicherlich noch ein wenig mehr zu Geltung bringt…


Tickets kann man online auf der offiziellen Seite kaufen, wobei ich gesehen habe, dass das schon ein paar Mal nicht möglich war. Ich habe die Tickets ganz regulär vor Ort gekauft und musste quasi gar nicht anstehen.

Piazza dei Signori

Direkt neben dem Piazza delle Erbe und dem Torre dei Lamberti versteckt sich die Piazza dei Signori – elegant und dabei ein bisschen ruhiger und geheimnisvoller als der lebhafte Nachbarplatz.

Umgeben von prächtigen Palästen, Bögen und Statuen fühlt man sich hier wie in einem riesigen, historischen Innenhof. Früher handelte es sich um den politischen Mittelpunkt der Stadt, heute ist es der perfekte Ort, um kurz durchzuatmen, den Blick schweifen zu lassen – und vielleicht Dante Alighieri zu grüßen, der hier als Statue in der Mitte steht und ernst über alles wacht.

Arche Scaligeri

Am nordöstlichen Ende der Piazza dei Signori gelangt man durch einen Torbogen zu den aufwendig verzierten Grabmälern der mächtigen Familie della Scala, den Arche Scaligere.

Ihnen waren normale Gräber wohl zu langweilig, weshalb sie sich kleine steinerne Kathedralen über ihren Sarkophagen bauten – komplett mit Türmchen, Spitzbögen und Reitstatuen.

Ihr findet die Arche gleich neben der Kirche Santa Maria Antica, ein bisschen versteckt – aber definitiv einen Stopp wert!

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Casa di Giulietta

Die Casa di Giulietta ist einer der beliebtesten und romantischsten Orte in ganz Verona – auch wenn die Geschichte von Romeo und Julia rein literarisch ist.

Das Haus stammt aus dem 13. Jahrhundert und gehörte tatsächlich einer Familie mit dem Namen Capello, was Shakespeare-Fans natürlich sofort an die Capulets erinnert. Ob das Zufall ist? Wer weiß – aber Verona hat aus der Legende einen echten Kultort gemacht.

Im Innenhof findet man die berühmte Bronzestatue von Julia – und es heißt, wer ihre rechte Brust berührt, dem bringt das Glück in der Liebe (sehr komisch dieses Schauspiel zu beobachten).

Der Balkon, von dem Julia angeblich Romeo zugehört hat, wurde später hinzugefügt – ist aber trotzdem das meistfotografierte Motiv der Stadt. Im Inneren der Casa gibt’s ein kleines Museum, das die Welt von Romeo und Julia erklärt: mit Möbeln, Kunstwerken, mittelalterlicher Atmosphäre und Kostümen aus den Filmversionen. Ich habe das Innere der Casa nicht besucht, weil mir gesagt wurde, dass es sich tatsächlich nicht lohnt.

Das Ganze ist irgendwie eine komische Szenerie. Zunächst steht man an, um in den Innenhof zu gelangen (was gemessen an der Länge der Warteschlange erstaunlich schnell geht) und dann schaut man irgendwelchen Touristen zu, wie sie in das Museum hinein gehen,  wenig später auf dem Balkon wieder auftauchen und dann in die Menge nach unten winken. Parallel grabschen alle Touristen (auch ich) der Statue von Julia an die rechte Brust. Aber gut, alles in allem ist schon lustig und sehenswert, wobei ich es am Schönsten fand, wenn gerade niemand auf dem Balkon stand und diese (vermeintlich) besondere Location ein wenig genießen konnte.


Es gibt im Übrigen auch eine Casa di Romeo in der Via Arche Scaligere, 3a, wobei dieses Haus deutlich unspektakulärer ist. Aber da es sehr zentral liegt, kann man schon mal vorbeischauen…


Für große Fans gibt es außerdem die Möglichkeit, einen Brief an Julia zu schreiben – das könnt ihr vor Ort oder online tun. Diese Briefe werden tatsächlich von ehrenamtlichen „Sekretärinnen Julias“ beantwortet – ganz im Sinne der Liebe.

Ponte Pietra

Wer zu dem schönsten Aussichtspunkt der Stadt – das Castel San Pietro – kommen möchte, muss vorher die gleichnamige Brücke überqueren. Wobei die Ponte Pietra weit mehr ist als nur eine Brücke – sie ist eines der ältesten und eindrucksvollsten Bauwerke Veronas.

Ursprünglich von den Römern erbaut, verbindet sie seit über 2000 Jahren die Ufer der Etsch und gehört zu den wenigen antiken Brücken Italiens, die noch heute genutzt werden.

Trotz zahlreicher Zerstörungen – zuletzt im Zweiten Weltkrieg – wurde sie immer wieder sorgfältig restauriert und erstrahlt heute in einer beeindruckenden Mischung aus römischen Originalteilen und späteren Ergänzungen.

Ein Spaziergang über die Ponte Pietra gehört zu jedem Verona-Besuch einfach dazu…

Castel San Pietro

Wie gerade gesagt, wer den schönsten Aussichtspunkt Veronas sucht, landet früher oder später beim Castel San Pietro.

Die alte Festung thront auf einem Hügel über der Stadt und belohnt jeden, der die Treppen erklimmt (oder die Seilbahn nimmt), mit einem absolut grandiosen Blick über die Altstadt, die Etsch und die Arena.
Anmerkung: Ich fand den Aufstieg nicht wirklich schlimm, auch wenn es durchaus steil ist, ist man doch erstaunlich schnell oben.

Zwar ist das Castel selbst nicht begehbar, aber das drumherum reicht völlig: Olivenbäume, Steinmauern, ein laues Lüftchen und dieser Ausblick! Gerade zum Sonnenuntergang ist das der Place to be. Ob mit Kamera, Gelato oder einfach nur zum Durchatmen – hier oben fühlt sich Verona noch ein bisschen magischer an…

Duomo di Verona

Von außen eher zurückhaltend, von innen eine echte Überraschung: Der Duomo di Verona ist wie ein versteckter Schatz mitten in der Altstadt. Zwischen all den Gassen und Plätzen wirkt er fast unscheinbar – bis man reingeht. Und dann: Wow. Hohe Säulen, kunstvolle Fresken, Marmor ohne Ende – und eine fast schon meditative Ruhe.

Der Dom stammt aus dem 12. Jahrhundert, wurde aber über die Jahrhunderte immer wieder erweitert und verziert. Das Ergebnis ist ein spannender Mix aus Romanik, Gotik und ein bisschen Barock – ohne dabei überladen zu wirken.

Für mich war vor allem sehr angenehm, dass der Besuch „einfach“ war. Keine lange Wartezeit (in der Hauptsaison) und der Eintritt war auch erfreulich günstig.

Direkt am Vorplatz befindet sich das wirklich charmante Caffè & Parole.

Castelvecchio & Ponte di Castelvecchio

Am westlichen Rand der Altstadt direkt am Etsch befindet sich mit dem Castelvecchio eine der bedeutendsten historischen Anlagen Veronas. Die imposante Festung aus dem 14. Jahrhundert wurde von der Scaliger-Dynastie erbaut und diente einst als Verteidigungsanlage und Residenz. Heute beherbergt sie das Museo di Castelvecchio, das mit einer vielfältigen Sammlung von Gemälden, Skulpturen und Waffen einen eindrucksvollen Einblick in die Kunst und Geschichte der Region bietet. Da ich leider kein Museumsfan bin, kann ich zum Besuch selbst nicht viel sagen, aber die Burganlage bzw. der Innenhof ist auch so sehr beeindruckend.

Untrennbar verbunden mit der Burg ist die Ponte di Castelvecchio, auch Ponte Scaligero genannt – eine mächtige, rot gemauerte Brücke mit charakteristischen Zinnen. Sie war einst ein Fluchtweg über die Etsch und gehört heute zu den markantesten Bauwerken Veronas.

Fun Fact: Die Brücke verfügt über drei Bögen unterschiedlicher Spannweite, wobei der erste Bogen fast doppelt so groß ist wie die anderen beiden – damit Boote darunter durch passen.

Arco dei Gavi

Direkt neben dem Castelvecchio, steht mit dem Arco dei Gavi ein seltener, römischer Triumphbogen, errichtet im 1. Jahrhundert v. Chr..

Im Napoleon-Zeitalter wurde er 1805 erst abgebaut und 1932 anhand einer erhaltenen Holz-Miniatur und alten Plänen Stein für Stein wieder aufgebaut.

Heute ist das Stadttor vor allem ein beliebtes Fotomotiv.

Einkaufen / Gassen der Altstadt

Shoppen in Veronas Altstadt ist ein echtes Erlebnis – nicht nur wegen der Läden, sondern auch wegen der Kulisse. Zwischen den engen Gassen, den historischen Palazzi und diversen Piazzas reihen sich kleine Boutiquen, Traditionsgeschäfte und bekannte Marken aneinander.

Ich fand es prima zum Beispiel die Via Mazzini, eine der eleganten Einkaufsstraßen, entlang zu schlendern und „durch die Schaufenster zu shoppen“. Hier findet man vor allem italienische Mode, Lederwaren und edle Accessoires.

Wer es „individueller“ mag, probiert lieber man die Seitengassen: Hier gibt es Feinkostläden, Buchhandlungen, Kunsthandwerk und Geschäfte mit viel Charme.

Im Zentrum dieses Gassen-Wirrwarrs liegt die bereits oben vorgestellte Piazza delle Erbe – hier gibt es Souvenirs oder man kann bei Früchten oder einem Espresso eine kleine Pause einlegen.

Einkaufen in Verona? Mehr Dolce Vita geht kaum…

Meine besten Spot-Tipps in Verona auf einer Karte

Auf dieser Karte sind Sehenswürdigkeiten, Filmlocations, Restaurants, Hotels und Ausflugsziele markiert. Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.

Mein Hotel-Tipp für Verona

Bei der Suche nach einem Hotel in Verona habe ich mir sehr schwer getan. Denn:

  • Gefühlt gibt es Altstadt und Altstadt. Nicht alles, was unter Altstadt läuft ist dann auch wirklich „die Altstadt“ in der man sein möchte. Ich sage es mal so, wenn man wirklich in der Altstadt wohnen möchte, dann sollte die Unterkunft nördlich der Via Roma/Via degli Alpini/Via Paulone liegen. Sprich ab der Piazza Bra. Alles andere darunter ist ein fauler Kompromiss.
  • Wenn man mit dem Auto anreist, sollte man auch darauf achten, wo die nächste Parkgarage liegt bzw. wie die Kosten pro Nacht in etwa sind. Denn hier kann man sich ein dickes Eigentor schießen, wenn die Kosten fürs Parken schnell mal über € 100 liegen. Einige Hotels bieten auch einen Valet-Service (also das Auto wird für den Gast geparkt) an, das wäre ein klares Plus.
  • Mache ich das Hotel zu einem Star meines Aufenthalts in Verona? Sprich, soll das Hotel ein paar Annehmlichkeiten mit sich bringen, wodurch ich vielleicht mehr Zeit im Hotel verbringe? Oder will ich nur gut/komfortabel übernachten und lege den Fokus ganz klar auf die Stadt?!
  • Teilweise gibt es für mich nicht nachvollziehbare Preisunterschiede, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben. Man muss teilweise wirklich aufpassen, was in den „feineren Angaben“ steht.

Das alles zusammengenommen haben für mich zu dem Ergebnis geführt, dass ich mich für eine leicht günstigere Variante entschieden und leicht unterhalb der „echten“ Altstadt (also der Piazza Bra)  gewohnt habe. Es gab eine Parkgarage um die Ecke, es handelte sich um ein Appartement von privat, ich war zu Fuß in fünf Minuten an der Piazza Bra und der Preis hat gepasst. Wobei das an einem Wochenende zu den Opern-Festspielen wirklich relativ zu sehen ist!!!! Hier bitte keine falschen Erwartungen haben.

Und zwar handelt es sich um die La Casetta di Lina Rooms and Apartments – wunderbar bei booking.com zu buchen.

Die Bewertungen waren top, der Vermieter war sehr nett und hilfsbereit (vor allem beim Parken des Autos), die Lage war letztlich sehr praktisch und unterhalb des Appartements gab es einen prima Coffee-Shop (Ammazza-Caffé).

Meine Restaurant-Empfehlungen in Verona

Der kulinarische Teil ist in Italien generell natürlich immer ein wesentlicher. Und ich muss sagen, dass ich in Verona – auch wenn ich keine regionale Spezialität gegessen habe – außerordentlich gute Erfahrungen gemacht habe.

Selbst am Hauptplatz der Stadt, der Piazza Bra, war das Essen vor der Oper richtig richtig lecker. Außerdem muss ich sagen, dass ich hier mit das beste Eis in Italien gegessen habe (wobei Apulien in der Kategorie unschlagbar bleiben wird)!

Ich habe hier ein paar Empfehlungen zusammengestellt, die vielleicht helfen im Stadtzentrum gute Cafés und Restaurants zu finden.

Caffè & Parole

Beginnen möchte ich mit einem gefühlten Insider, an dem vermutlich JEDER Verona-Tourist an irgendeiner Stelle mal vorbeilaufen wird. Klingt wie ein Widerspruch, aber ich bin tatsächlich zweimal dort gewesen und es war erstaunlicherweise nie voll voll. Sprich, keine Chance auf einen Platz. Warum erschließt sich mir in kleinster Weise. Die Google-Bewertungen spiegeln das ebenfalls nicht wider.

Dieses kleine, charmante Restaurant (nicht vom Namen täuschen lassen) befindet sich direkt am Piazza Duomo, also dem Vorplatz des Doms. Es gibt richtig leckeren Kaffee zu überraschend fairen Preisen, man sitzt schön und das Essen ist einfach großartig.

Von Croissants, über Lasagne, Spaghetti, Panini bis hin zu Desserts gibt es hier alles…  Ein toller Tipp!

Piazza Duomo, 1A

Ammazza Caffè

Einer der besten Coffee-Shops, den ich je gesehen und erlebt habe. Kein Witz. Bei 585 Bewertungen auf Google eine 5,0 zu haben ist auch eine Aussage. Ich sage, vollkommen zu Recht!

Das Frühstück mit den diversen Kuchen und Avocado-Toasts war irre köstlich, die Atmosphäre sehr gemütlich und der Barista war super sympathisch und hilfsbereit.

Das Beste ist, dass man sich die Kaffeebohne aussuchen kann und hier lohnt es sich ein bisschen zu probieren. Ein paar Sachen wie Fluffy Peach klingen komplett wild, schmecken aber sensationell.

Unbedingt ausprobieren!

Meine Unterkunft, die La Casetta di Lina Rooms and Apartments, war direkt darüber! Perfekte Kombi…

Vicolo Volto Cittadella, 12/A

Gelateria Ponte Pietra Verona

Hier eine Eisdiele zu empfehlen ist fast ein bisschen wild, weil es davon so viele in Verona gibt, aber weil diese an einer so perfekten Stelle liegt und das Eis wirklich außerordentlich lecker war, musste ich es hier einfach mit dazu nehmen.

Zur Lage, fast direkt an der Ponte Pietra, ideal am Ufer der Etsch, kann man sich hier erst das Eis holen und dann bei einer traumhaften Aussicht genießen. Ich fand das Paket einfach sensationell.

Ach so, das Eis, ich hoffe, die Bilder sprechen für sich. So lecker wie es aussieht, war es auch…

Via Ponte Pietra, 13

All’antico Vinaio – Verona

Zentral, schnell, unkompliziert, lecker, gut.

Manchmal darf es gerne einfach und zackig sein und genau in dem Fall ist dieser Sandwichladen das Richtige. Er liegt sehr zentral und die Paninis sind herrlich.

Selten habe ich es als so appetitlich empfunden, die ganzen Sandwiches in der Auslage zu sehen. Sie werden mit hochwertigen Zutaten belegt, sind schmackhaft und klasse zubereitet. Zudem ist die Auswahl riesig.

Wirklich klasse!

Via Giuseppe Mazzini, 27

Osteria al Duca

In der wahrscheinlich ältesten Wirtstube der Stadt (angeblich befindet sie sich im Haus von Romeo) aus dem 13. Jahrhundert wird in gemütlich-rustikalem Ambiente bodenständige Küche aus Verona serviert: hausgemachte Pasta, deftige Fleischgerichte (wie Pferde- oder Eselsragout), Polenta und regionale Weine.

Einfach, ehrlich, lecker – und das zu fairen Preisen. Ich habe hier ein Zwei-Gänge-Menü, bestellt bei dem man zum ersten Gang zwischen verschiedenen Pastagerichten wählen kann und zum zweiten Gang gibt es dann Gerichte, mit Fleisch oder Salat als Hauptzutat.

Der Gastraum ist gemütlich, der Service herzlich familiär. Wer echtes Verona-Flair abseits des Mainstreams sucht, ist hier genau richtig.

Via Arche Scaligere, 2/B

Fototipps, die ich euch gerne mitgeben möchte

  1. Arena / Piazza Bra:
    Das alte Amphitheater ist natürlich DAS Fotomotiv in Verona und es lässt sich auch noch wunderbar in Szene setzen. DENN, das beste Licht hat man am späten Nachmittag, wenn die Sonne herrlich über die Piazza Bra hinweg auf die Frontseite der Arena scheint. Das warme Licht in Kombination mit dem sandfarbenen Stein ist einfach perfekt.
  2. Castel San Pietro
    Der schönste Fotospot der Stadt liegt hoch oben über der Altstadt auf der anderen Seite des Flusses Etsch. Der Ausblick von dort ist sagenhaft, vor allem weil der Fluss sich sehr fotogen um die Altstadt herumschlängelt. Abends kann man dann sehr schön den Sonnenuntergang genießen und dieses prima Lichtspiel zusammen mit den roten Dächern ist ein echtes Highlight.
  3. Torre dei Lamberti
    Ein Glockenturm mitten in der Altstadt ist immer perfekt für tolle Aufnahmen. In diesem Fall lohnt sich der Aufstieg sogar doppelt, denn die beiden interessanten Piazzas (Piazza delle Erbe & Piazza dei Signori) liegen direkt unterhalb des Turms.
    Die Aussichtsplattform wird zwar mit einem Netz gesichert, allerdings kann durch dieses problemlos hindurch fotografieren. Einzig bei Selfies stört es leider.

Filmtourismus – wo kann ich Drehorte von berühmten Filmen finden?

Ich liebe es ja, genau die Orte eines Film zu sehen, wo „es“ passiert ist, sprich wo der Film gedreht wurde. Leider wurde Verona bislang noch nicht sonderlich häufig als Filmlocation ausgewählt, auch wenn die großartige Altstadt definitiv mal einen „großen Auftritt“ verdient hätte.

Ausgerechnet der Film, der zwischendurch mal so etwas wie einen kleinen Verona-Hype ausgelöst hat, nämlich William Shakespeares Romeo + Julia aus dem Jahr 1996 mit Leonardo DiCaprio und Claire Danes, wurde NICHT in Verona, sondern in Mexico City gedreht! 

Dafür spielt aber ein anderer Film in Verona, und zwar:

Briefe an Julia

In dieser romantischen Komödie stellt Amanda Seyfried eine Verona-Besucherin dar, die auf die „Sekretärinnen von Julia“ stößt. Diese beantworten alle Briefe handschriftlich, die viele Frauen an die Wand vor dem berühmten Balkon für Shakespeares „Heldin“  heften (siehe Fun Facts).

In diesem Film ist Verona tatsächlich der heimliche Star, denn die Aufnahmen der Stadt sind großartig inszeniert:
So sind der belebte Hauptplatz, die Piazza delle Erbe, die Ponte Scaligero aus dem 14. Jahrhundert über der Etsch und das riesige, römische Amphitheater auf der Piazza Bra Bestandteil des Films.

Und natürlich ist das Herzstück der Filmhandlung die Casa di Giulietta – das „Haus der Julia“ – südlich der Piazza dell Erbe in der Via Cappello 23.

Einige Location des Films gibt es allerdings so leider nicht, wie zum Beispiel die Trattoria Lettere a Giulietta.

Dennoch, es macht wirklich Spaß den Film entweder vor oder nach einem Verona-Besuch anzusehen.

Fun Facts zu Verona

  • Jedes Jahr schreiben Menschen aus aller Welt Briefe an „Julia“, um Liebesratschläge zu bekommen – über 50.000 Briefe jährlich. Ein Team von Freiwilligen („Juliet’s Secretaries“) antwortet darauf.
  • Die Arena von Verona ist immer noch – nach dem Kolosseum in Rom und der Arena von Capua – das drittgrößte der erhaltenen antiken Amphitheater.
  • In Verona isst man gerne Pasta mit Pferderagout (Pastissada de caval) – ein Gericht mit langer Tradition.
  • Verona liegt malerisch in einer Schleife des Flusses Etsch (Adige) – ein Grund für ihre strategische Bedeutung in der Antike.
  • Anlässlich der XXV. Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo soll am 22. Februar 2026 die Schlussfeier in der Arena von Verona stattfinden. Verona selbst wird allerdings kein Austragungsort für die Sportwettkämpfe sein.