Italien ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen! Logisch, schon alleine aufgrund der geographischen Nähe. Aber auch einfach weil Italien ein großartiges Reiseland ist.
Allerdings gibt es ein paar generelle Unterschiede gegenüber Deutschland, die für eine Urlaubsreise durchaus wichtig sein können. Und genau diese habe ich hier für euch zusammen gestellt:
#2 Wieviel Trinkgeld gibt man in Italien?
#3 Wann wird in Italien ungefähr gegessen?
#4 Was ist ein Aperitivo und wann wird er getrunken?
#5 Espresso – gibt es Unterschiede gegenüber Deutschland?
#6 Wie ist das Tempolimit auf italienischen Autobahnen?
#7 Gibt es in Italien eine Maut?
#8 Parken – was bedeuten die unterschiedlichen Farben auf der Straße? Was sind ZTL-Zonen?
#9 Man redet oft über den italienischen Fahrstil – warum?
#10 Gibt es viele Radarfallen in Italien?
#11 Was muss ich in Italien bei einem Mietwagen beachten?
#12 Wie sind die Öffnungszeiten der Supermärkte?
#13 Beim Badeurlaub – was ist der Unterschied zwischen Lido und Spaggia?
#1 Was ist das Coperto?
„Coperto“ ist ein italienischer Begriff und bedeutet übersetzt „Gedeck“.
In Restaurants ist es eine Gebühr, die für die Bereitstellung von Tisch, Besteck, Geschirr und manchmal Brot oder Grissini erhoben wird. Diese Pauschale fällt unabhängig von der Bestellung an und wird in der Regel pro Person berechnet (ca. 1 – 3 EUR pro Person).
WICHTIG! Das Coperto wird in der Regel berechnet, wenn sich der Gast hinsetzt und bedient wird.
Was bedeutet das konkret?
- Das Coperto ist eine feste Gebühr, die in der Regel auf der Rechnung erscheint, auch wenn Sie kein Brot oder Wasser bestellen. Sprich, es ist NICHT optional.
- Es ist keine Entschädigung für den Service, sondern eine Gebühr für die Bereitstellung der Grundausstattung. Es ist also KEIN Trinkgeld.
- Obwohl das Coperto bereits eine Gebühr für den Service beinhaltet, ist es in Italien üblich, bei guter Serviceleistung ein zusätzliches Trinkgeld zu geben.
#2 Wieviel Trinkgeld gibt man in Italien?
Anders als wir es in Deutschland gewöhnt sind, ist das Trinkgeld in Italien keine (gefühlte) Selbstverständlichkeit. Bitte nicht falsch verstehen, in Deutschland ist es auch nicht selbstverständlich, aber eigentlich gibt man ja doch immer zwischen 5-15 %, wenn man mit dem Service zufrieden war.
In Italien ist es prima, gerade in Cafés, wenn man zum Beispiel mit 1-2 EUR aufrundet. Oder auch kleinere Beträge sind gern gesehen.
Wenn man mit dem Service in einem guten Restaurant wirklich zufrieden war, kann man auch zwischen 5 und 10 % der Rechnungssumme als Trinkgeld geben.
#3 Wann wird in Italien ungefähr gegessen?
Die Zeiten sind leicht anders in Deutschland. Das Mittagessen findet meist zwischen 12.30 – 14.30 Uhr statt, das Abendessen verschiebt sich allerdings meist etwas nach hinten. Wer um 17 Uhr hungrig wird, muss sich leider noch ein wenig gedulden, dann das Abendessen beginnt oft erst ab 19.30 – 20 Uhr.
In touristischen Regionen passt man sich allerdings durchaus den Bedürfnissen der Gäste an.
In der italienischen Küche werden für uns bekannte Hauptspeisen, wie zum Beispiel Pasta-Gerichte, oftmals als Primi Piatti (erster Gang) bezeichnet. Dies kann durchaus irritierend sein.
Man darf den ersten Gang in dem Fall aber nicht als für uns klassische Vorspeise „werten“, sondern es gibt vielmehr zwei Hauptgänge.
Primi Piatti sind in der Regel kohlenhydratbetont und können Pasta, Risotto, Suppen oder Gnocchi umfassen.
Secondi Piatti sind proteinreich und bestehen typischerweise aus Fleisch oder Fisch, oft mit einer Beilage (Contorno) wie Gemüse.
#4 Was ist ein Aperitivo und wann wird er getrunken?
Da in Italien eher spät zu Abend gegessen wird, gibt es vorher noch eine Zwischenphase. Die des Aperitivos!
Es handelt sich dabei um ein Getränk, das vor dem Essen, als Appetitanreger und Begrüßungsgetränk serviert wird.
Demnach trifft man sich zwischen 17 und 19 Uhr auf einer Piazza oder in einer Bar, bestellt beispielsweise einen Spritz oder Campari Soda und genießt kleine Häppchen, wie Oliven oder Chips, dazu.
Das Ganze ist mehr als nur „Vorspiel zum Abendessen“ – es ist ein sozialer Moment und für die Italiener ein Teil des Lebensgefühls…
#5 Espresso – gibt es Unterschiede gegenüber Deutschland?
Anders als in Deutschland ist der Espresso in Italien eher ein „Zwischendurch-Getränk“. Demnach wird er auch oft an der Theke getrunken. Er ist dann günstiger!
Ich habe in Italien schon oft lustige Szenen gesehen, wie zum Beispiel wenn in einer klitzekleinen Bar in der Nähe eines Strandes zig Touristen im Badeoutfit für gekühlte Getränke anstehen und es huscht kurz eine Polizist hinein, schlürft schnell einen Espresso und innerhalb von ein zwei Minuten wieder verschwunden. Die Espresso-Kunden werden nämlich auch oftmals schneller bedient.
Wichtig! Bei der Bestellung eines Kaffees, darauf achten, ob man einen Espresso oder einen Kaffee, so wie ihr ihnen kennen bekommt.
#6 Wie ist das Tempolimit auf italienischen Autobahnen?
Das allgemeine Tempolimit auf italienischen Autobahnen beträgt 130 km/h.
#7 Gibt es in Italien eine Maut?
JA! In Italien sind die meisten Autobahnen mautpflichtig.
Die Maut wird auf Basis der zurückgelegten Kilometer und der Fahrzeugklasse berechnet, was ich eigentlich recht fair finde. An den Abfahrten wird man sofort zu einer Mautstation geleitet, an der man dann die Mautgebühr bezahlt. Entweder in Bar oder mit Karte.
Es gibt keine Vignette.
Die Mautgebühren können auf der Website der Autostrada del Brennero (A22) oder von ASFINAG eingesehen werden.
Einige Autobahnen nutzen mittlerweile auch ein Free Flow System, bei dem die Maut automatisch über eine Kennzeichenerkennung berechnet wird und die Zahlung ohne Anhalten erfolgt.
Hierbei identifizieren Kameras und Sensoren auf den Autobahnen die Fahrzeuge und die zurückgelegte Strecke. Dabei wird das Kennzeichen registriert und das System berechnet die Mautgebühren automatisch. Die zahlbare Maut ist dann mit dem Kennzeichen verknüpft und im System hinterlegt. Hier empfiehlt sich die Variante von Bio&Go. Hier gibt es weitere Informationen.
Die Vorteile sind durchaus stark, denn es gibt keine Tickets und kein umständliches Bezahlen an den Stationen. Zudem stehen separate Spuren für die Nutzer dieses Verfahrens zur Verfügung, wodurch die Wartezeiten an den Stationen drastisch reduziert wird.
#8 Parken – was bedeuten die unterschiedlichen Farben auf der Straße? Was sind ZTL-Zonen?
In Innenstädten oder am Badestrand sucht man oft lange nach Parkplätzen und dann wundert man sich meistens über die unterschiedlichen Farben der Parkplatzlinien.
Hier die Aufschlüsselung:
- Weiß = (meist) kostenlos
- Blau = kostenpflichtig
- Gelb = nur für Berechtigte
In vielen Altstädten Italiens gibt es verkehrsbeschränkte Zonen (Zona a Traffico Limitato). Wer sie unerlaubt befährt, bekommt oft Wochen später Post mit einer saftigen Geldstrafe.
Ich habe leider schon mehrfach diese Erfahrung gemacht, ABER oftmals ist das Kleingedruckte entscheidend. DENN, wenn zum Bespiel die Unterkunft in der Altstadt liegt, ist es oftmals auch erlaubt mit dem Auto in diesen ZTL-Zonen unterwegs zu sein.
#9 Man redet oft über den italienischen Fahrstil – warum?
Italiener fahren (meistens) temperamentvoller, offensiver und „spontaner“ – um es mal charmant zu formulieren.
Die Überschrift lautet: Wer nicht fährt wie ich, ist ein Idiot. Unabhängig davon wer Recht hat.
- Demnach kann man auch niemals zu viel Hupen!
- Wer Vorfahrt hat spielt keine Rolle,
- rote Ampeln sind oftmals nur eine Empfehlung und
- es ist ganz normal, dass man sich auf der Geradeaus-Spur einsortiert, um dann doch rechts abzubiegen.
- Bei Bedarf kann man auch so lange blinken wie man möchte. Ob das die anderen Autos irritiert, spielt keine Rolle.
Das sind nur einige der Besonderheiten, die mir aufgefallen sind und die es einem deutschen, vielleicht eher defensiven, Fahrer nicht gerade erleichtern in Italien mit dem Auto umher zu cruisen.
#10 Gibt es viele Radarfallen in Italien?
Nach meinem Empfinden schon. ABER, der klare Vorteile ist, dass auf viele Radarfallen vorher hingewiesen wird! Zu mindestens auf die stationären und davon gibt es in Ortschaften teilweise unverhältnismäßig viele.
Allerdings gibt es neben stationären und mobilen Blitzern auf einigen Autobahn-Abschnitten auch ein sogenanntes Tutor System. Hierbei werden Geschwindigkeitsmessungen mit Hilfe von Sektions-Kontrollen durchgeführt. Achtet auf Verkehrszeichen mit der Aufschrift TUTOR ATTIVO PER CONTROLLO VELOCITA.
#11 Was muss ich in Italien bei einem Mietwagen beachten?
Mit dem Punkt #10 und der Fahrweise der Italiener wollte ich schon mal grob andeuten, dass es hier und da eventuell auch mal zu einer kleinen Delle kommen kann. NICHT muss, aber kann. Ich war mehrfach in Italien mit meinem oder einem Mietwagen unterwegs und hatte erfreulicherweise noch nie ein Problem, aber ich kenne auch andere Geschichten.
- Um auf Nummer sicher zu gehen, würde ich generell empfehlen ein kleineres Autos zu mieten. In den (Alt-)Städten ist es oftmals sehr schmal, die Gassen sind eng und die Parkplätze teilweise winzig. So richtig schnell fahren kann man sowieso nirgends, insofern sollte man hier vielleicht Praxis über Komfort stellen.
- Wenn man einen Leihwagen nimmt, klickt man die zusätzlichen, höheren Versicherungen ja oftmals ungelesen weg, nach dem Motto „brauch ich nicht“. In Italien würde ich zumindestens mal einen Blick hineinwerfen. Denn zum Beispiel ein Selbstbehalt kann hier ärgerlich sein. Ein kleiner Kratzer beim Einparken ist schnell passiert (vielleicht sogar durch ein anderes Auto) und in Italien fast schon Standard in jedem Auto. Dementsprechend „weniger Aufmerksamkeit bekommt ein solches Missgeschick“. Bei der Abgabe des Mietwagens ist dies allerdings durchaus relevant.
- Und ich rate dringend dazu, das Auto bei der Annahme gründlich zu checken und Bilder bei bereits vorhandenen Schäden zu machen. Auf dem Parkplatz der Mietwagenstation! Natürlich sollten diese auch im Übergabeprotokoll vermerkt sein.
#12 Wie sind die Öffnungszeiten der Supermärkte?
Anders als bei uns sind durchgängige Öffnungszeiten – gerade im Sommer – eher ungewöhnlich. Viele Geschäfte machen mittags zwischen 13 und 16 Uhr zu – vor allem außerhalb der großen Städte. Dafür haben sie oftmals abends länger offen.
#13 Beim Badeurlaub – was ist der Unterschied zwischen Lido und Spaggia?
Zwei Begriffe über die man bei einem Sommerurlaub in Italien häufiger stolpert, aber worin genau liegt der Unterschied?
Zunächst einmal die Begriffe Lido und Spiaggia bedeuten beide „Strand“ auf Italienisch. Allerdings gibt es in der Praxis wichtige Unterschiede:
- Spiaggia ist der generellere Ausdruck. Es ist das allgemeine Wort für Strand und bezieht sich auf jeden natürlichen Strand, ob öffentlich oder privat.
- Wenn man von einem Lido spricht, meint man einen organisierten Strandabschnitt, meist kostenpflichtig und mit Liegen, Sonnenschirmen, Umkleiden, Duschen, Bar/Restaurant ausgestattet. Zu jedem Lido gehört auch ein „Bagnino“, der Bademeister, bei dem man die Liegen und Schirme mietet.
Ich finde, dass es optisch meistens sehr lustig, denn sehr häufig liegen mehrere Lidi direkt nebeneinander und sind durch die Farben der Sonnenschirme und Sonnenliegen gut unterscheidbar.
Anmerkung: In Städten wie Venedig ist „Lido“ auch ein Eigenname: Lido di Venezia ist eine bekannte Insel mit Stränden.
#14 Muss ich beim Besuch einer Kirche etwas beachten?
Was mich mehrfach irritiert hat, ist dass dass der Eintritt in Kirchen etwas kostet. Klar, es handelt sich oftmals um große Sehenswürdigkeiten und dennoch gibt es ja auch viele Gläubige, die zum Beten hierher kommen.
WICHTIG! Schultern und Knie sollten bedeckt sein – vor allem in berühmten Kirchen und im Vatikan.
#15 Wie sind die Ferienzeiten in Italien?
Zunächst einmal sind die Ferien in Italien sehr lang! Der Grund ist ganz einfach, denn im Sommer ist es in Italien besonders heiß und welches Kind will schon bei einer solchen Hitze im Klassenzimmer sitzen?
Deshalb beginnen die Sommerferien üblicherweise in der zweiten Juniwoche und dauern bis Mitte September (!), wobei die genauen Daten je nach Region leicht unterschiedlich sind.
Aus diesem Grund ist es speziell ab Mitte Juli bis Ende August oftmals an den Stränden besonders voll, denn in dieser Zeit machen auch die italienischen Familien Urlaub – in der Heimat.

