Schon einmal gesiebte Luft geatmet?! Seit dem Gefängnisthriller über die Flucht von Alcatraz mit Clint Eastwood wollte ich unbedingt mal die berühmte Insel mit den lächerlich kleinen Zellen besuchen…
Von 1934 bis 1963 war Alcatraz ein berüchtigtes und gefürchtetes Gefängnis, das aufgrund der exponierten Lage als ausbruchssicher galt. Bis, nun ja, bis zwei Bankräuber es vielleicht doch durch das eisige Pazifikwasser geschafft haben. Gefunden wurden sie jedenfalls nie! Wie sie es (vielleicht) geschafft haben? Ich kann den oben angesprochenen Film aus dem Jahr 1979 nur wärmstens empfehlen!
Ich habe euch hier meine besten Tipps und Informationen für einen Besuch von Alcatraz zusammengestellt:
#2 Praktische Hinweise vor der Tour
#4 Kann man nach der Tour noch etwas auf der Insel unternehmen?
#5 Wie verläuft die Rückfahrt?
#6 Gibt es besondere Empfehlungen?
#7 Wie war das mit den Fluchtversuchen – hat es jemand geschafft?
#8 Warum wurde Alcatraz nach der Schließung von Native Americans besetzt?
#1 Generelle Informationen
Die kleine Insel Alcatraz liegt in der San Francisco Bay, etwa 2 Kilometer vor der Küste von San Francisco. Früher war Alcatraz ein berüchtigtes Hochsicherheitsgefängnis – heute ist sie Teil des Golden Gate National Recreation Area und eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in San Francisco.
Alcatraz ist täglich geöffnet, außer an Thanksgiving, Weihnachten (25.12.) und Neujahr (1.1.).
Die erste Fähre fährt ca. 8.45 Uhr und die Letzte Rückfahrt, geht – je nach Saison – zwischen 16.00 und 18.30 Uhr.
Die Abfahrt erfolgt nur mit der offiziellen Fähre von „Alcatraz City Cruises“ ab Pier 33. Hierfür sollte man ungefähr eine halbe Stunde vorher am Hafen sein, da man auch noch durch eine Sicherheitskontrolle muss.
#2 Praktische Hinweise vor der Tour
- Unbedingt vorab Tickets buchen – die Touren sind oft Wochen im Voraus ausgebucht! Aber Vorsicht, die Preise variieren – dies hier ist die offizielle Seite.
- In Sachen Kleidung empfehle ich mehrere Lagen mitzunehmen. Auf der Insel selbst ist sehr windig!
- Essen und Trinken (und Rauchen) ist nur an der Anlegestelle erlaubt! Außerhalb der Anlegestelle darf nur Wasser in Flaschen getrunken werden.
In der Buchhandlung auf der Insel und auf den Fähren gibt es während der An- und Rückfahrt kleinere Snacks. Trinkbrunnen und eine Station zum Auffüllen von Wasserflaschen befinden sich bei beiden Toiletten – am Dock und in der Nähe des Leuchtturms.
#3 Wie läuft die Tour ab?
Schon die Fahrt dorthin ist etwas Besonderes: Vom Pier 33 in San Francisco legt das Boot Richtung Alcatraz Island ab – vorbei an kreischenden Möwen, der Golden Gate Bridge am Horizont und dem Nebel, der manchmal wie ein Schleier über der Bucht liegt. Nach etwa 15 Minuten kommt dann die Gefängnisinsel endlich in Sicht. Beim Anlegen spürt man sofort die besondere Atmosphäre. Rau, windig, ein bisschen unheimlich und gleichzeitig sogar spannend.
Der Rundgang beginnt mit einem kurzen Einführungsvideo und dann geht es hinauf zum Gefängnistrakt.
Dort wartet das Herzstück der Tour: die Audioführung durch das Zellenhaus – gesprochen von ehemaligen Wärtern und Insassen. Die Tour ist wirklich herausragend gestaltet, denn man hört, während man durch die verschiedenen Räume geleitet wird, Geschichten von Fluchtversuchen, Isolationshaft und dem berühmten Gefangenen Al Capone.
ABER: Es gibt keinerlei Zeitdruck! Sprich man kann sich die Tour und auch die gesamte Aufenthaltsdauer komplett selbst einteilen. Was fantastisch ist, denn so kann man die Räumlichkeiten und die Geschichte ganz individuell auf sich wirken lassen. Ich würde hierfür grob eine Stunden einplanen.
#4 Kann man nach der Tour noch etwas auf der Insel unternehmen?
Ja! Alcatraz ist heute mehr als nur ein Knast. Die Insel hat mich generell überrascht, wobei ich durch den oben angesprochenen Film doch schon ein recht gutes Bild von den Möglichkeiten hatte. Gerade der große Innenhof, der Leuchtturm und der Wasserturm sind wirklich sehr sehenswert.
Dazu kommt bei gutem Wetter die tolle Aussicht auf San Francisco, die teilweise überraschend wilde Natur und sogar eine Kolonie nistender Vögel.
Für die Erkundung der Insel sollte man grob 45-60 Minuten ansetzen.
#5 Wie verläuft die Rückfahrt?
Wie oben schon erwähnt, man ist nicht eine bestimmte Zeit festgelegt, sondern man nimmt einfach die nächste, verfügbare Fähre. Ich hatte mir bei der Ankunft den Zeitplan fotografiert, um eine grobe Idee für die Rückfahrt zu haben. Generell kann man sagen, dass etwa alle 30 Minuten Fähren zurück zum Pier 33 ablegen.
Im Sommer kann es sein, dass der Andrang so groß ist, dass man nicht sofort die erste „Wunschfähre“ erwischt!
#6 Gibt es besondere Empfehlungen oder Touren?
Wie so oft: Je früher desto besser! Gerade morgens, wenn die Anlage noch nicht so voll ist, ist die Atmosphäre des Gefängnisses noch dichter und spürbarer. Es gibt sogar ausgewiesene Early-Bird-Touren, allerdings muss man diese weit im voraus buchen.
UND, für diejenigen, die es besonders schaurig mögen, es werden sogar Nachttouren angeboten! Weitere Informationen und die offizielle Seite zur Buchung findet ihr hier.
#7 Wie war das jetzt mit den Fluchtversuchen – hat es jemand geschafft?
Alcatraz galt als das sicherste Gefängnis seiner Zeit – isoliert auf einer Insel, mit eiskaltem Wasser und starker Strömung ringsum. Plus viele weiße Haie in der Bucht von San Francisco.
Dennoch versuchten immerhin 36 Häftlinge in 14 Fluchtversuchen zwischen 1934 und 1963 zu entkommen.
Der von mir bereits oben angesprochene Fall ist der bekannteste:
1962 versuchten Frank Morris und die Brüder John und Clarence Anglin auszubrechen – mit einer genialen, im wahrsten Sinne des Wortes filmreifen Aktion:
- Sie gruben sich mit Löffeln durch die Rückwand ihrer Zellen
- Bastelten einen Schlauchboot aus Regenmänteln
- Legten Attrappen ihrer Köpfe aus Papiermaché in ihre Betten
- Und verschwanden über das Lüftungssystem aufs Dach
Am nächsten Morgen waren sie spurlos verschwunden. Bis heute weiß niemand mit Sicherheit, ob sie ertrunken sind – oder es tatsächlich geschafft haben.
Genau dieser Fluchtversuch wird in dem eingangs erwähnten Film mit Clint Eastwood fantastisch dargestellt. Wie gesagt, unbedingt mal anschauen!
#8 Warum wurde Alcatraz nach der Schließung von Native Americans besetzt?
Am 20. November 1969 besetzte eine Gruppe indigener Aktivist:innen, die sich Indians of All Tribes nannten, die Insel Alcatraz, die damals stillgelegt und ungenutzt war.
Ihr Ziel: Sie wollten Alcatraz symbolisch zurückfordern, um auf die gebrochenen Verträge, die Missstände in Reservaten und den Verlust ihrer Kulturen aufmerksam zu machen.
Die Aktivist:innen beriefen sich auf einen Vertrag von 1868, der besagte, dass stillgelegtes Bundesland an indigene Völker zurückgegeben werden müsse. Da das Gefängnis 1963 geschlossen worden war, forderten sie die Insel ein – für eine indigene Universität, ein Kulturzentrum und ein Museum.
Die Besetzung begann mit etwa 80 Personen, darunter Studierende, Aktivist:innen und Familien. Sie blieben insgesamt 19 Monate (!) auf der Insel, weshalb es große Medienaufmerksamkeit, Unterstützung, aber auch interne Spannungen gab.
1971 wurde die Besetzung von US-Marshals beendet.
Die Aktion hatte zwar keinen direkten politischen Erfolg, war aber ein Wendepunkt in der indianischen Protestbewegung. Sie rückte die Anliegen der Native Americans erstmals sichtbar ins Zentrum der amerikanischen Öffentlichkeit – und legte den Grundstein für viele weitere Proteste und politische Verbesserungen.
#9 Warum wurde Alcatraz geschlossen?
Alcatraz wurde am 21. März 1963 offiziell als Gefängnis geschlossen – und das hatte vor allem praktische und finanzielle Gründe, nicht etwa wegen eines Fluchtskandals oder Unruhen.
Die Hauptgründe für die Schließung:
1. Zu teuer im Unterhalt
Alcatraz war extrem kostspielig:
- Die Insel musste alles per Boot versorgt werden – Wasser, Lebensmittel, Personal, Baumaterial
- Die salzige Meeresluft griff Gebäude und Technik an – ständige Renovierungen waren nötig
- Die Kosten pro Häftling waren mehr als doppelt so hoch wie in anderen Gefängnissen
2. Verfall der Bausubstanz
- Die Gebäude waren nach rund 30 Jahren in schlechtem Zustand
- Ein Umbau hätte Millionen verschlungen
3. Keine Resozialisierung möglich
- Alcatraz war rein auf Isolation und Sicherheit ausgelegt
- Es gab keine Programme zur Wiedereingliederung von Häftlingen
- Die Philosophie des Strafvollzugs begann sich in den 1960er Jahren zu ändern – Alcatraz passte nicht mehr dazu
#10 Wer waren die berühmtesten Insassen von Alcatraz?
Alcatraz war bekannt dafür, die gefährlichsten und berüchtigtsten Verbrecher der USA zu beherbergen – vor allem jene, die in anderen Gefängnissen als „unführbar“ galten. Hier sind die berühmtesten Insassen von „The Rock“:
1. Al Capone
Der wohl bekannteste Häftling.
- Gangsterboss aus Chicago, verantwortlich für Mord, Erpressung & Alkoholschmuggel in der Prohibitionszeit
- Wurde aber wegen Steuerhinterziehung verurteilt!
- Verbrachte fast 5 Jahre auf Alcatraz
- Spielte dort sogar in einer kleinen Häftlingsband Banjo
2. George „Machine Gun“ Kelly
- Berüchtigter Bankräuber und Kidnapper
- Sein Spitzname kam von seiner Vorliebe für die Thompson-Maschinenpistole
- Auf Alcatraz galt er als ruhiger und unauffälliger Häftling
3. Robert Franklin Stroud („Birdman of Alcatraz“)
- Wurde berühmt durch den Film „Der Gefangene von Alcatraz“ (1962) mit Burt Lancaster
- War eigentlich Vogelexperte in Leavenworth, nicht auf Alcatraz
- Auf Alcatraz hatte er keine Vögel mehr, war aber ein hochintelligenter, aber gefährlicher Mann
- Verbrachte mehr als 40 Jahre in Einzelhaft
4. Frank Morris und die Anglin-Brüder
- Bekannt durch den legendären Fluchtversuch 1962
- Frank Morris: hohe Intelligenz, IQ über 130
- Die Brüder John & Clarence Anglin: mehrfach wegen Bankraub verurteilt
- Ihr Verschwinden bleibt bis heute ein ungelöstes Rätsel



