Reisetipps USA – Gettysburg

  • Die Schlacht bei Gettysburg gilt als die entscheidende des Amerikanischen Bürgerkriegs (1863) und zugleich als Wendepunkt zu Gunsten der Nordstaaten.

  • Abraham Lincoln hielt hier seine berühmte Rede „Gettysburg Address“.

  • Das gesamte Gebiet ist heute ein beeindruckender Nationalpark mit Hunderten von Denkmälern, Tafeln und Friedhöfen.

  • Das Besucherzentrum war für mich absolut herausragend! Es gibt Top-Angebote, wie zB geführte Touren über das Areal mit Rangern.

  • Gettysburg selbst ist ein kleines historisches Städtchen mit wunderschönen Gebäuden, charmanten Unterkünften und tollen Restaurants.

Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?

Impressionen aus Gettysburg – ein kleines „Best-of“

Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps

Folgend möchte ich euch ein paar wertvolle Hinweise zur Planung und zum Besuch selbst geben:

  • Generell
    Gettysburg ist eine kleine Stadt im Bundesstaat Pennsylvania, etwa 120 Kilometer nordwestlich von Washington, D.C. Berühmt wurde sie durch die Schlacht von Gettysburg im Juli 1863, die als entscheidender Wendepunkt des Amerikanischen Bürgerkriegs gilt. Heute ist das Schlachtfeld Teil des Gettysburg National Military Park, der mit Denkmälern, Museen und Gedenkstätten an die Ereignisse erinnert. Das ganze Areal gehört zum National Park Service.
  • Was ist der National Park Service? 
    Es handelt sich um Bundesbehörde, die 1916 gegründet wurde und heute über 400 Schutzgebiete, darunter Nationalparks, historische Stätten und Denkmäler verwaltet. Seine Hauptaufgabe ist es, das kulturelle Erbe der USA zu schützen und gleichzeitig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ranger übernehmen dabei nicht nur den Naturschutz, sondern auch Bildungsarbeit, Besucherbetreuung und die Bewahrung – kostenlos. Ich finde das sensationell und sollte auch mehr herausgestellt werden.
  • Wie hilft mir der National Park Service in Gettysburg konkret?
    Am Visitor Center gibt es einen eigenen Schalter, der über Angebote & Touren des National Park Service informiert. Ich kann die kostenlosen Touren mit einem Ranger (auf Englisch) nur dringend empfehlen! Diese sind sehr informativ und die Ranger machen ihren Job mit viel Hingabe und Leidenschaft, sprich sie geben sich wirklich ausgesprochen viel Mühe das entsprechende Thema leicht verständlich und informativ zu erklären.
    Ich habe zwei Touren mitgemacht, und zwar den Gettysburg History Hike (90 Minuten) und die National Cemetery Tour (45 Minuten) und in beiden Fällen hatte ich den Eindruck, dass ich mich in einem Krimi befinde, so spannend und anschaulich waren die Geschichten der Rangerin. Absolute Weltklasse!
  • Wieviel Zeit sollte man einplanen?
    Wer auf der Durchreise ist und nicht allzu viel Zeit investieren möchte, für den ist ein voller (!) Tag ausreichend. Wenn man die Zeit optimal nutzt, kann man in dieser Zeit einige gute Touren machen und die wichtigsten Spots besuchen.
    Ideal wären sicherlich 1 1/2 Tage, sprich vielleicht eine Anreise am frühen Nachmittag, dann den nächsten Tag komplettes Sightseeing und die Abreise erfolgt am dritten Tag morgens.
  • Wie bewege ich mich in Gettysburg?
    Ich gehe mal davon aus, dass die meisten Besucher mit dem Auto/Mietwagen unterwegs sind und das ist auch ganz klar die beste Variante, denn es gibt in Gettysburg keinen öffentlichen Nahverkehr, sprich Busse oder ähnliches.
    Im Sommer bietet der National Park Service bzw. private Anbieter zwar geführte Bustouren über das Schlachtfeld an, aber diese Touren starten meist am Visitor Center und das liegt doch ein Stück außerhalb der Stadt.
  • Wie plane ich meinen Aufenthalt in Gettysburg bzw. gibt es geführte Touren?
    Ich würde mich in jedem Fall im Vorfeld informieren, wann welche Ranger Touren stattfinden. Dieser Teil sollte die Basis sein. Die entsprechenden Informationen zu diesen Touren findet ihr hier. Die beiden oben angesprocheneren Touren kann ich nicht nur vorbehaltlos empfehlen, ich würde sogar so planen, dass ich sie auf jeden Fall mitmachen kann!
    Falls dies nicht möglich ist, wären private Touren, sprich mit einem gebuchten Guide, eine weitere Variante, allerdings sind diese nicht kostenlos. Hier muss man beachten, dass diese Touren einige Tage im Voraus gebucht werden sollten.
  • Wie wäre ein guter Ablauf für den Besuch von Gettysburg?
     Folgende Programmpunkte würde ich einbauen:
    – Visitor Center (ca. 30-40 Minuten – inklusive Film)
    – Gettysburg History Hike (90 Minuten)
    – National Cemetery Tour (45 Minuten)
    Alternativ zwei andere Ranger Touren
    David Wills House (ca. 45 Minuten)
    – Self Guided Auto Tour (ca. 3 Stunden)
    Darüber hinaus kann man noch ein oder zwei weitere Attraktionen dazu nehmen, je nach zeitlicher Verfügbarkeit.
  • Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Gettysburg?
    Im Hochsommer kann es natürlich durchaus sehr heiß und voll werden. Wer das vermeiden möchte, für den sind Frühling und Herbst die besten Jahreszeiten für einen Besuch. Ein weiterer schöner Vorteil im Frühling ist, das dann die vielen Bäume und Pflanzen blühen.
    Der Sommer ist aufgrund der Schulferien und der Jahrestage der Schlacht (1.-3.7.) die absolute Hochsaison. Zu dieser Zeit finden auch Open-Air-Konzerte und andere Veranstaltungen in und um die Stadt statt, was sicherlich eine tolle Atmosphäre schafft.
    Der Oktober ist ein großartiger Monat, um den Indian Summer und die damit einhergehenden Herbstfarben zu bewundern. Außerdem gibt es zu dieser Zeit rund um Halloween auch viele so genannte Ghost-Tours!
    Ich selbst war Mitte September dort und habe glaube ich eine sehr gute Phase erwischt. Es war weder zu voll, noch zu leer und die Temperaturen waren sehr angenehm.
  • Hier ein paar wichtige Begriffe und Persönlichkeiten rund um Gettysburg bzw. den Bürgerkrieg:
    Konföderierten Armee – Es handelt sich um das Militär der Südstaaten (Konföderation) im Amerikanischen Bürgerkrieg, das für die Unabhängigkeit und den Fortbestand der sklavenhaltenden Südstaaten kämpfte.
    Unionsarmee – Die Armee der Nordstaaten, die für den Erhalt der Vereinigten Staaten kämpfte.
    Cemetery Ridge – Eine leicht erhöhte Geländeerhebung südlich der Stadt nahe des Friedhofs, auf der die Unionsarmee ihre zentrale Verteidigungslinie errichtete. Übersetzt bedeutet es „Friedhofskamm“.
    Seminary Ridge – Das Gegenstück zur Cemetery Ridge – ein Höhenrücken westlich von Gettysburg, der während der Schlacht die Hauptverteidigungsstellung der konföderierten Armee bildete.
    Robert E. Lee – Er war der Oberbefehlshaber der Konföderierten Armee.
    Pickett’s Charge – Ein massiver Frontalangriff der Konföderierten Armee auf Cemetery Ridge am 3. Juli 1863, der sehr blutig scheiterte und den Wendepunkt der Schlacht markierte.
    George G. Meade – Er war ein General der Unionsarmee, der Robert E. Lee in der Schlacht von Gettysburg besiegen konnte.

Die besten Spots in und rund um Gettysburg

Folgend eine Auflistung der verschiedenen Spots mit Erklärungen zu dem jeweiligen Besuch.

Visitor Center & Ranger Touren

Die erste Anlaufstelle in Gettysburg sollte das National Military Park Museum & Visitor Center sein, und zwar völlig unabhängig davon, was man für Pläne hat. hier bekommt man eine sehr gute Übersicht über das Areal, die Touren und was man hier unternehmen kann.

Visitor Center

Wenn die Amerikaner eines können, dann ist es Museen und besondere Locations so für Besucher zugänglich zu machen und aufzubereiten, dass man wirklich Spaß an der Sache hat. Ich habe dies bereits bei unterschiedlichen Locations erleben bzw. feststellen dürfen und auch hier ist es nicht anders!

Das Visitor Center ist kein schnarchiges Büro, wo ein paar Broschüren herausgegeben werden, sondern es handelt sich um einen hochmodernen Startpunkt für das Erlebnis Gettysburg.


Den besten Einstieg in die Schlacht, die Geschichten und Persönlichkeiten bekommt man in dem man sich den 22-minütigen Film und das Cyclorama ansieht.

Der Film A New Birth of Freedom (Eine neue Geburt der Freiheit) wird erzählt von Morgan Freeman und bietet einen dramatischen Einblick in die Schlacht von Gettysburg.

Das Cyclorama ist ein riesiges, vollständig restauriertes 360-Grad-Gemälde, das den Betrachter mitten in die entscheidende Schlachtphase von Picketts Charge versetzt.

Zusätzlich gibt es noch ein Museum, das ich allerdings nicht besucht habe, welches allerdings ebenfalls im Ticketpreis mit enthalten ist. Sprich, mit einem Ticket bekommt man Zugang zu drei Attraktionen im Visitor Center.

Tickets könnt ihr hier auf der Website der Gettysburg Foundation buchen, die hier Hand in Hand mit dem National Park Service arbeitet.


Wer geführte Touren buchen möchte, sei es mit einem privaten Guide, der im eigenen Auto mitfährt, oder in einer Gruppe im Bus, kann auch diese im Visitor Center buchen.

Natürlich geht auch dies online, wer sich bereits im Vorfeld seinen Platz sichern möchte. Gerade in der Hauptsaison macht dies in jedem Fall Sinn.


Die Öffnungszeiten des Vision Centers variieren.

Im Sommer ist es von 8 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Im Winter von 9 Uhr bis 16 Uhr.

Hier findet ihr aber nochmal die entsprechende Information.

Ranger Touren

Ich bin ehrlicherweise relativ unvorbereitet in Gettysburg angereist und wusste nicht wirklich wie ich meinen Besuch planen muss bzw. was ich wann wie unternehmen sollte.

Im Visitor Center habe ich dann den perfekten Tipp bekommen, und zwar eine kostenlose Tour mit einem Ranger vom National Park Service. Diese beginnen immer zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten.

Einen Überblick zu den entsprechenden Touren findet ihr hier.

Dazu ein Hinweis: Ich habe an zwei Touren teilgenommen und beide waren online nicht gelistet! Insofern, vielleicht gibt es auch bei hoher Nachfrage zusätzliche Touren, wobei dies nur eine Vermutung ist. So oder so, ich würde in jedem Fall versuchen meinen Aufenthalt so zu planen, dass man an einer der ausgeschriebenen Touren teilnehmen kann.

Ich habe den Gettysburg History Hike (90 Minuten) und die National Cemetery Tour (45 Minuten) mitgemacht und beide waren absolut herausragend! Wirklich, ich habe selten so tolle Touren erlebt, bei denen Geschichte so spannend erzählt wurde. Vor allem beim History Hike hätte ich noch zwei weitere Stunden zuhören können, so spannend und so gut wurden hier alle drei Tage der Schlacht behandelt und skizziert.

Das Schlachtfeld-Areal rund um die Cemetery Ridge

Cemetery Ridhe bedeutet übersetzt „Friedhofskamm“. Wie oben bereits erwähnt ist diese Geländeerhebung nahe des Friedhofs und südlich der Stadt DER entscheidende Ort der Schlacht von Gettysburg gewesen. Ich stelle diesen Bereich hier separat heraus, denn wenn man vielleicht nicht ganz so tief eintauchen möchte, dann wäre dies dennoch DER Ort, den man besichtigen sollte.

Genau hier bildete nämlich die Union unter der Leitung von General George G. Meade ihre Verteidigungslinie und genau hier konnten die Unionssoldaten die Angriffe der Konföderierten am zweiten und dritten Tag der Schlacht abwehren. Der gescheiterte Sturmangriff (Pickett’s Charge) auf Cemetery Ridge markierte den entscheidenden Wendepunkt der Schlacht zugunsten der Union.


ANMERKUNG: Wenn ihr die Ranger Tour Gettysburg History Hike macht, ist dies genau der Bereich, den ihr dabei besucht.

Ausgangspunkt wäre das Visitor Center. Von dort erreicht ihr in ca. zehn Minuten die Leister Farm. Dieses kleine Bauernhaus von Lydia Leister diente während der Schlacht von Gettysburg als Hauptquartier von General George G. Meade Armee.

Anschließend erreicht ihr nach einem kurzen Spaziergang entlang des Zaun die Statue des siegreichen Generals.

Weiter geht es zur Straße Hancock Avenue, auf der sich die weiteren Spots befinden.

Bei The Angle kam es während der Pickett’s Charge zu erbitterten Nahkämpfen zwischen konföderierten Angreifern und Unionssoldaten. Heute gilt dies als ein symbolischer Ort des Unionserfolgs, weil hier der Sturmangriff der Konföderierten endgültig abgewehrt wurde.

Ähnlich ist es mit The Copse of Trees, denn diese Baumgruppe markierte den zentralen Angriffspunkt der Konföderierten während Pickett’s Charge am 3. Juli 1863. Von diesem Standort aus versuchten die Truppen unter General George Pickett und anderen, die Verteidigungslinie der Union zu durchbrechen.

Anschließend folgen mit dem United States Regular Army Monument und dem State of Pennsylvania Monument zwei beeindruckende Denkmäler. Gerade das zweite ist riesig und dient heute sogar als spektakulärer, kostenloser Aussichtspunkt. Es wurde errichtet, um die mehr als 34.000 Soldaten aus Pennsylvania zu ehren, die in der Schlacht von Gettysburg dienten.


Ich habe euch hier extra eine Karte nur für diesen Bereich eingefügt, damit ihr in etwa nachvollziehen könnt, wo sich was befindet.

Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.

Die weiteren Schlachtfeld-Bereiche & Auto-Touren

Natürlich gibt es auch außerhalb des Cemetery Ridge viele weitere wichtige und auch äußerst sehenswerte Spots rund um Gettysburg.

Diese könnt ihr auf drei Wegen sehr gut besichtigen:

  1. Mit einer Bus-Tour in einer Gruppe, die ihr im Visitor Center oder online buchen könnt.
  2. Mit einem privaten Guide, der mit euch in eurem Auto mitfährt. Diese Tour könnt ihr ebenfalls im Visitor Center buchen.
  3. Mein persönlicher Favorit wäre allerdings die kostenlose Self-Guided-Auto-Tour. Hierbei ladet ihr euch via App eine Tour herunter, die ihr dann offline im Auto abspielen könnt, und fahrt dabei der Reihe nach die verschiedenen Stationen ab. Diese sind sehr gut ausgeschildert und man erkennt immer sofort, wo man anhalten muss.
    Die App könnt ihr herunterladen.
    Zeitlich sollte man hier ungefähr zwei bis drei Stunden einplanen. Man kann hier und da ein paar Stationen auch auslassen, wobei ich wirklich die ganze Tour sehr empfehlen kann.

Auch hier gibt es für euch extra nur für die Self-Guided-Auto-Tour eine Karte , damit ihr grob sehen könnt, wo sich was befindet.

Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.

Leider gibt es bei Google Maps keine Zahlen als Markierung, weshalb ich die Locations nur mit Sternen kennzeichnen konnte.

Die Self-Guided-Auto-Tour Tour startet im Nord-Westen von Gettysburg, wobei der erste Stopp an der McPherson-Farm tatsächlich DEN Beginn dieser Schlacht darstellt. Hier trafen nämlich am Morgen des 1. Juli 1863 Unionstruppen auf vorrückende Konföderierte.

Bei dem zweiten Stopp am Eternal Light Peace Memorial handelt es sich um ein 1938 zum 75. Jahrestag der Schlacht eingeweihtes Denkmal mit einer ewigen Flamme, das den Frieden und Einheit zwischen Nord- und Südstaaten symbolisieren soll.

Danach geht es vorbei an der Church of the Abiding Presence, die während der Schlacht in ein Feldlazarett umgewandelt, zur Seminary Ridge, wo die konföderierte Armee ihre Hauptverteidigungsstellung eingerichtet hatte. Dementsprechend findet ihr hier auch viele Denkmäler der Truppen aus dem Süden, unter anderem das Virginia Monument mit ihrem erfolgreichsten General Robert E. Lee und das General James Longstreet Monument – zwei der wichtigsten Personen auf der Seite der Konföderierten. Gerade am Virginia Monument hat man einen guten Blick auf das weite Schlachtfeld und kann nur erahnen, was sich genau hier vor so vielen Jahren abgespielt hat.

Weiter geht es über die Pfirsich Farm ( The Peach Orchard) zum Little Round Top, wo die Konföderierten eine mit entscheidende Niederlage einstecken mussten.

Anschließend gelangt ihr wieder zur Cemetery Ridge, die ich weiter oben bereits erklärt habe. ABER, hier solltet ihr nicht aufhören, sondern unbedingt mindestens noch zum Culp’s Hill fahren (Auto-Tour-Stopp 14), wo ein großartiger und spektakulärer Aussichtspunkt errichtet wurde.


Zeitlich solltet ihr ungefähr drei Stunden einplanen, sofern ihr euch die jeweiligen Geschichten auch (fast) überall anhört. Ich fand die Erklärungen wirklich sehr gut zusammengestellt, wobei ich bei einigen Themen, wenn es zu speziell oder zu tief wurde, auch ausgestiegen bin.

Was ich allerdings wirklich extrem bewegend fand, waren die Zitate aus Tagebüchern von Männern, die die Schlacht überlebt hatten.

Gettysburg National Cemetery

Vorab eine Anmerkung: Ich finde den (touristischen) Besuch eines Friedhofs manchmal etwas schwierig, allerdings handelt es sich in diesem Fall um einen Militärfriedhof, der nicht mehr genutzt wird.

Ich habe hier an einer Führung mit einer Rangerin teilgenommen, die es auf wundersame Weise geschafft hat, diesem traurigen und auch irgendwie düsteren Ort etwas Positives zu verleihen. Irgendwie war der Besuch hier für mich eine Art „Einladung“ um innezuhalten, Dankbarkeit zu empfinden und sich bewusst zu machen, wie wertvoll Einheit und Frieden sind.

Zwischen vielen alten Bäumen und gepflegten Wegen ruht hier die Erinnerung an Tausende Soldaten, die im Sommer 1863 ihr Leben ließen.

Bekannt ist der Gettysburg National Cemetery vor allem auch, weil hier der damalige Präsident Abraham Lincoln, nur wenige Monate nach der Schlacht, seine berühmte Rede Gettysburg Address hielt, die als eine der wichtigsten in der Geschichte der USA gilt. Auch wenn sie überraschenderweise nur knapp zwei Minute dauerte, so hat sie dennoch ihre Wirkung nicht verfehlt und der damals – im wahrsten Sinne des Wortes – blutenden Nation wieder Hoffnung gegeben.

Für mich ist der Besuch ein ganz elementarer Teil eines Besuchs von Gettysburg. Tatsächlich habe ich sehr wenig im Vorfeld über diesen Friedhof gelesen und auch erfahren, was mich im Nachhinein doch sehr überrascht hat. Für mich handelt es sich nämlich um einen MUST-SEE-Spot.

Der Ort Gettysburg & David Mills House

Wie oben eingangs bereits erwähnt, ist der Ort Gettysburg eine kleine, ausgesprochen charmante Bilderbuchstadt, mit einem herrlichen Hauptplatz und unheimlich schönen Häusern und Gebäuden.

Der Ort Gettysburg

Bei dem oben angesprochene Hauptplatz handelt es sich um einen Kreisverkehr, um den herum sich viele Restaurants und Unterkünfte gruppieren. Passenderweise heißt dieser zentrale Treffpunkt Lincoln Square und ihr findet dort auch eine geschmackvolle Statue des beliebten Präsidenten. Ein Top-Fotospot!

Ich persönlich mag ja solche Ortskerne, wo man keine Ladenketten, sondern eher familiäre, einladende Geschäfte findet. Von daher kann ich euch nur empfehlen auch mal durch die Seitenstraßen und -gassen zu bummeln und vor allem auch in die diversen Shops zu schauen. Hier und da verstecken sich dort echte Schätze und tolle Souvenirs.

Wer es gerne gruselig mag, es gibt in Gettysburg viele so genannte Geister-Touren und der größte Anbieter Ghost City Tours of Gettysburg befindet sich direkt am Lincoln Square. Ich habe mir sagen lassen, dass diese Touren eine sehr hohe Nachfrage haben, insofern sollte man diese wohl ein wenig im Voraus buchen. 

David Mills House

Ebenfalls am Lincoln Square findet man eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Gettysburg, und zwar das David Wills House. Es handelt sich um ein unscheinbares Backsteingebäude mit großer Geschichte, schließlich übernachtete hier Präsident Abraham Lincoln im November 1863, als er zur Einweihung des National Cemetery reiste und seiner weltberühmten Rede Gettysburg Address den letzten Schliff verpasste.

Heute kann man diese historischen Räumen, in denen im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte geschrieben wurde, besichtigen. Ich muss sagen, irgendwie war es wirklich so, als ob man spürt, wie sich Vergangenheit und Gegenwart in diesem besonderen Haus begegnen. Die Einrichtung, das Wissen, das hier DER Abraham Lincoln am Schreibtisch saß, und die ganze Atmosphäre in dem Haus sind absolut einzigartig.


Das Haus ist Teil des National Park Service, weshalb der Eintritt kostenlos ist.

Einfach nur als Info der Gründen der Fairness, die nächsten drei Locations habe ich nicht selbst besucht, aber sie werden immer wieder als sehenswerte Spots in Gettysburg angegeben, weshalb ich sie hier trotzdem erwähnen wollte. Für mich war es eine Zeitfrage, denn ich wollte lieber weniger Spots richtig und ausführlich besuchen, als alle Sehenswürdigkeiten nur kurz zu streifen…

Gettysburg Heritage Center

Das Gettysburg Heritage Center lädt dazu ein, die berühmte Schlacht einmal aus einer ganz besonderen Perspektive zu erleben: Statt nur die Generäle und Karten in den Blick zu nehmen, erzählt es die Geschichten der Menschen von Gettysburg, sprich wie Bürger, Familien und Kinder die dramatischen Tage von 1863 durchlebten.

Ein packendes Highlight: Man betritt eine dunkle Nachbildung eines Kellers und hört, sieht und spürt, wie die Menschen 1863 den grausamen Kampf um Gettysburg durchlebten.

Eine weitere Attraktion ist das größte Militär-Diorama in den USA: Es zeigt die gesamte Fläche des Schlachtfelds im Miniaturformat mit über 20.000 handbemalten Soldaten, Pferden, Kanonen und Gebäuden. Dies hätte ich tatsächlich sehr gerne gesehen, denn es muss großartig sein.

Gettysburg Museum of History

Das Gettysburg Museum of History ist ein privat geführtes Museum, das eine vielfältige Sammlung originaler Exponate präsentiert – vom Amerikanischen Bürgerkrieg über die US-Präsidenten bis hin zum Zweiten Weltkrieg und zur modernen Kulturgeschichte. Der Besuch vermittelt auf engem Raum einen kompakten Überblick mit zahlreichen authentischen Objekten.

Mir wurde viel Positives darüber erzählt und die Bewertungen bei Google sind auch durchweg überzeugend – für mich war nur klar, dass ich hier mich hier in Gettysburg auf Gettysburg konzentrieren möchte.

Jenny Wade House Museum

Jenny Wade, die einzige Zivilistin, die während der Kämpfe direkt getötet wurde, wohnte in diesem Haus, welches zudem als Feldlazarett diente. Ein Besuch ermöglicht einen direkten Einblick in das Leben der Zivilbevölkerung während der Schlacht, mit gut erhaltenen Räumen, historischen Möbeln und erklärenden Schautafeln.

Das Schicksal von Jenny Wade und was ihrer Familie während der Schlacht widerfahren ist, ist sicherlich das eine, aber das Haus samt den Einschusslöcher zu besichtigen und zu erleben das andere. Wenn man noch tiefer in die damalige Zeit eintauchen möchte, gehört das Jenny Wade Haus sicherlich mit ins Programm.

Meine besten Spot-Tipps rund um Gettysburg auf einer Karte

Ich habe auf der Karte die wichtigsten Spots markiert. Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.

Meine Hoteltipps in Gettysburg

Ich kann euch nur empfehlen, nehmt euch ein Hotel im Zentrum von Gettysburg oder zu mindestens im näheren Bereich rund ums Zentrum. Ja, diese Hotels sind ein wenig teurer als die Kettenhotels oder Motels außerhalb, ABER ihr seid hier in einer historischen Stadt mit einer besonderen Bedeutung und dementsprechend fand ich es auch besonders schön in einem älteren, dem Rahmen entsprechenden Hotel zu wohnen. Und genau davon gibt es einige richtige tolle Unterkünfte!

By the way, rund um den zentralen Kreisverkehr gibt es zahlreiche, richtig tolle Restaurants und die Atmosphäre abends ist ausgesprochen angenehm. Hier nochmal ein bisschen spazieren zu gehen und dieses Ambiente aufzusaugen ist wirklich außergewöhnlich…

The Inn at Lincoln Square

Als ich das Hotel gesehen hatte, wusste ich sofort, dass ich hier wohnen möchte!

Es befindet sich direkt am Hauptplatz und die altmodische Ausstattung passt einfach nur perfekt zu dieser Stadt. In dem Moment, in dem man seine Zimmertür aufsperrt, wird man auf charmante Art und Weise um gefühlt mehrere hundert Jahre zurückversetzt. Auch wenn bei einem solch alten Haus logischerweise nicht alles top ist und modernem Standard entspricht, so war ich doch super zufrieden mit der Wahl und kann euch dieses Hotel nur wärmstens weiterempfehlen.

12 Lincoln Square, Gettysburg, PA 17325

Inn at Cemetery Hill

Dieses Hotel wäre meine zweite Wahl gewesen, wenn ich im The Inn at Lincoln Square kein Zimmer mehr bekommen hätte.

Es ist eigentlich der ideale Kompromiss aus einer guten Lage, einem fairen Preis und einem angenehmen Motel. Ich habe mir das Hotel extra nochmal vor Ort angesehen und wäre hier ebenfalls sehr zufrieden gewesen.

Ins Zentrum ist es zu Fuß ca. eine Viertel Stunde und zu einer der Hauptattraktionen, dem Gettysburg National Cemetery, sind es nur fünf Minuten.

Es ist etwas günstiger als das The Inn at Lincoln Square und dadurch sicherlich auch eine sehr gute Variante.

613 Baltimore St, Gettysburg, PA 17325

Meine Restaurant-Empfehlungen in Gettysburg

Upper Crust

Was. Für. Eine. Sensationell. Gute. Pizza! Ich meine, die Holzöfen sehen nicht nur klasse aus – so mitten im Restaurant – die Pizzen sind einfach großartig. Ich war zweimal dort, weil die Pizza ganz ehrlich überragend lecker war.

19 York St, Gettysburg, PA 17325

Blue & Gray Bar & Grill

Als Kontrast zum Upper Crust ist dieser Burger-Laden absolut ideal. Die Burger haben alle Namen von Generälen aus der Schlacht von Gettysburg und sind einfach super schmackhaft.  Für einen unkompliziertes, richtig gutes Abendessen ist das hier der perfekte Ort.

2 Baltimore St, Gettysburg, PA 17325

Fototipps, die ich euch gerne mitgeben möchte

  1. Das State of Pennsylvania Monument ist definitiv eines der Highlight in Gettysburg – vor allem, weil man von oben eine hervorragende Aussicht hat. Morgens kommt die Sonne in Blickrichtung aufs Schlachtfeld von hinten, sprich für Bilder in die Ferne ist dies der ideale Zeitpunkt.
    Ich war am späten Nachmittag dort und habe versucht mit der untergehenden Sonne im Hintergrund und dem warmen Licht ein wenig zu spielen, was ebenfalls sehr schön sein kann.
  2. Am Culp’s Hill (Auto-Tour-Stopp 14) gibt es einen riesigen Aussichtsturm, der genau wie das State of Pennsylvania Monument, nach Westen blickt.

Filmtourismus – wo kann ich Drehorte von berühmten Filmen finden?

Der epische Film „Gettysburg“ aus dem Jahr 1993 handelt von dieser berüchtigten Schlacht des Bürgerkrieges und erzählt die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven der beiden Seiten – der Unionsarmee und der Konföderiertenarmee. Er basiert offensichtlich auf realen Ereignissen während der Schlacht von Gettysburg vom 1. bis 3. Juli 1863. Der Film ist eine Adaption des 1974 erschienenen Buchs „The Killer Angels von Michael Shaara.

Ich habe mir den Film mittlerweile zweimal angesehen und kann nur sagen, dass er fantastisch ist. Allerdings eben auch sehr sehr lang. Idealerweise macht man daraus zwei Filme und teilt somit das Ganze auf.

Was spannend ist, dass im Gegensatz zu vielen anderen historischen Kriegsfilmen die Darsteller und das Filmteam von „Gettysburg“ wichtige Szenen tatsächlich vor Ort in Gettysburg drehen konnten. Allerdings wurde nicht der gesamte Film auf dem Gelände des Nationalparks gedreht, sondern nur eine Sequenzen. Es war das erste Mal, dass der National Park Service einem Filmprojekt die Genehmigung erteilte Szenen im Park zu drehen!

Die Darsteller und das Filmteam von „Gettysburg“ überzeugten die Behörde, ihnen zu erlauben, Szenen an einem wichtigen Ort auf dem Gelände zu drehen, und zwar auf dem Little Round Top. Es handelt sich um einen kleinen, felsigen Hügel, der sich am südlichen Ende des Parks befindet. Dieser Platz ist natürlich wie alle anderen signifikanten Plätze der Schlacht „heilig“, aber die gewaltigen Szenen des Angriff wirken dort vor Ort selbstverständlich nochmal etwas eindrücklicher.

Wenn ihr euch also diesen besonderen Kriegsfilm mal anseht, schaut bei diesem entscheidenden Kapitel genau hin, denn die Szenen wurden tatsächlich genau dort gedreht, wo diese historische Schlacht stattfand.

Fun Facts zu Gettysburg

(auch wenn die Facts dieses Mal teilweise gar nicht so funny sind)

  • Mit rund 165.000 Soldaten (Union und Konföderation zusammen) war die Schlacht bei Gettysburg die größte, die je auf nordamerikanischem Boden stattfand.
  • Es gab etwa 51.000 Tote, Verwundete oder Vermisste in nur drei Tagen. Damit war es die verlustreichste Schlacht des gesamten Amerikanischen Bürgerkriegs.
  • Die Schlacht begann nicht wegen einer geplanten Strategie, sondern weil konföderierte Truppen in Gettysburg Schuhe beschaffen wollten – und dort auf Unionstruppen stießen.
  • Rund 5.000 Pferde wurden während der Schlacht getötet.
  • Am dritten Tag versuchten es die Konföderierten mit einem Frontalangriff auf die Union – ca. 12.500 Männer marschierten über ein freies Feld und wurden verheerend zurückgeschlagen. Dieser Teil der Schlacht trägt Namen Pickett’s Charge, benannt nach einem General der Konföderiertearmee.
  • Nur viereinhalb Monate nach der Schlacht hielt Abraham Lincoln seine berühmte Rede – bekannt als Lincoln’s Gettysburg Address. Sie dauert gerade einmal zwei Minuten und gilt dennoch als eine der einflussreichsten Reden der US-Geschichte.
  • Gettysburg hat heute über 1.300 Denkmäler und Gedenksteine – mehr als jedes andere Schlachtfeld weltweit.
  • Die Schlacht von Gettysburg endete am 3. Juli 1863, und am darauffolgenden 4. Juli – dem US-Unabhängigkeitstag – begann Lees Rückzug, während zeitgleich die strategisch wichtige Stadt Vicksburg an die Union fiel.