Reisetipps Italien – Südtirol
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Südtirol ist so etwas wie Italien „für Einsteiger“ – hier könnt ihr euch langsam an das Dolce Vita herantasten. Es wird zB viel Deutsch gesprochen und die Anreise ist aufgrund der Nähe zu Süddeutschland sehr einfach.
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Wer gerne wandert und Wellnesshotels mag, wird in Südtirol ein Paradies vorfinden.
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Die Ortschaften Bozen und Meran sind großartige Städte, die weniger durch Sehenswürdigkeiten, als durch ihren mediterranen Charme auffallen.
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Der Pragser Wildsee und die Drei Zinnen sind die vielleicht bekanntesten und beliebtesten Spots in Südtirol.
Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?
Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps
Als Münchner liegt Südtirol für mich ja quasi vor der Haustür, weshalb ich bereits viele unzählige Mal in der nördlichen Bergregion Italiens war. Und ich würde jederzeit immer wieder hinfahren! Südtirol ist in vielen Bereichen so lächerlich schön, dass es schier unbegreiflich ist. Wenn ihr in den Bergen auf einer Alm sitzt, einen frischen Kaiserschmarren esst und das phänomenale Panorama genießt, wisst ihr sofort was ich meine. Dazu gibt es viele kleine Ortschaften mit diesem gewissen Urlaubsflair, Restaurant mit rustikalem Charme und leckeren, regionalen Gerichten, sowie Outdoor-Unternehmungen für den Sommer und den Winter… Was will man mehr?!
Folgend möchte ich euch gerne ein paar generelle Hinweise zur Planung und zum Besuch eines Südtirolurlaubs geben:
- Generell
Südtirol ist eine autonome Provinz im Norden von Italien und grenzt an Österreich und die Schweiz. Die Provinz hat etwa 540.000 Einwohner und die Hauptstadt ist Bozen.
Südtirol gehörte bis 1919 zu Österreich und wurde nach dem Ersten Weltkrieg Italien zugesprochen.
Die Region ist durch ihre alpine Lage, ihre eigenständige Verwaltung und die Verbindung aus österreichischer Geschichte und italienischer Staatszugehörigkeit geprägt. - Welche Sprache wird in Südtirol gesprochen?
Amtssprachen sind Deutsch und Italienisch, wobei Deutsch von der Mehrheit der Bevölkerung gesprochen wird. - Wie komme ich nach Südtirol?
Mit dem Auto erfolgt die Anfahrt meist über Österreich und den berühmten Brennerpass, der eine direkte Verbindung in die Region darstellt.
Mit der Bahn könnt ihr über Städte wie München oder Innsbruck nach Bozen oder andere Orte in Südtirol reisen, teilweise sogar ohne Umsteigen.
Alternativ ist eine Anreise per Flugzeug über nahegelegene Flughäfen wie Innsbruck oder Verona möglich, von dort aus erfolgt die Weiterreise dann per Bahn, Bus oder Mietwagen. - Für welche Aktivitäten ist Südtirol bekannt?
Vor allem für Aktivitäten in den Dolomiten und den Alpen! Im Sommer stehen Wandern, Bergsteigen und Mountainbiken im Vordergrund, während im Winter Skifahren, Snowboarden und Langlaufen die Hauptaktivitäten sind. Radfahren entlang der Täler und Seen sowie Paragliding sind ebenfalls sehr beliebt . Insgesamt richtet sich der Tourismus stark auf Outdoor- und Bergsportaktivitäten, ergänzt durch Erholung in der alpinen Landschaft. Südtirol ist auch berühmt für eine Vielzahl an sehr komfortablen Wellnesshotels. - Wieviel Zeit sollte man einplanen?
Die benötigte Zeit hängt natürlich von den geplanten Aktivitäten ab.
Für einen kurzen Aufenthalt, um einzelne Städte, Ortschaften oder einen See zu besichtigen, reichen 3 bis 4 Tage. Wer wandern, Mountainbiken oder mehrere Skigebiete besuchen möchte, sollte mindestens eine Woche einplanen. Für ein „ausführlicheres Erleben“ der Berge, Täler und kulturellen Orte könnt ihr auch locker zehn Tage bis zwei Wochen verplanen. - Welche bekannten Gebiete gibt es?
Südtirol wird geografisch und touristisch in mehrere Täler und Gebiete unterteilt. Diese Bezeichnungen sind keine eigenen politischen Regionen, sondern orientieren sich an Landschaftsräumen und Haupttälern. Zu den wichtigsten gehören:
– Pustertal: Verläuft von Brixen Richtung Osten bis nach Osttirol und umfasst Orte wie Bruneck und Toblach.
– Eisacktal: Reicht vom Brennerpass über Sterzing und Brixen bis nach Bozen.
– Vinschgau: Liegt im Westen und zieht sich von Meran bis zum Reschenpass.
– Meraner Land: Gebiet rund um Meran mit Seitentälern wie dem Passeiertal.
– Gröden: Dolomitental mit bekannten Orten wie St. Ulrich.
– Tauferer Ahrntal: Nördlich von Bruneck Richtung Zillertaler Alpen.
– Überetsch-Unterland: Südlich von Bozen, bekannt für Weinbau.
Die besten Spots in Südtirol
Folgend habe ich einige der für mich schönsten Spots mit Erklärungen zu dem jeweiligen Besuch aufgelistet.
ABER beachtet bitte, dass Südtirol unzählige fabelhafte Orte zu bieten hat, die man hier unmöglich alle angeben kann. Diese Liste ist komplett subjektiv und soll euch einfach grob aufzeigen, was man in Südtirol machen, besichtigen oder unternehmen kann.
Außerdem soll diese Liste keine Hitliste darstellen, sprich ich fange nicht mit dem besten Spot an und arbeite mich dann nach unten, sondern ich gehe ganz grob von West nach Ost.
Meran
Meran ist nach Bozen die zweitgrößte Stadt in Südtirol und hat rund 41.000 Einwohner. Ihr findet die Stadt im Westen der Region, eingebettet in ein schönes Tal und umgeben von Bergen, wodurch sie ein hervorragender Ausgangspunkt für Wanderungen und Ausflüge ist. Durch das Zentrum fließt die Passer.
Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten gehören die Pfarrkirche St. Nikolaus im historischen Zentrum, die zentrale Einkaufsstraße Laubengasse, mit ihren historischen Arkaden und der Theaterplatz. In diesem Bereich findet ihr sehr viele imposante Gebäude, Tore und Plätze. Direkt neben der Landesfürstlichen Burg startet ein kleiner, traditioneller Sessellift mit dem ihr in das kleine Dorf Tirol oberhalb der Stadt gelangt.
Entlang des Flusses könnt ihr an der Passerpromenade, der Winterpromenade samt Wandelhalle entlang spazieren gehen, während die Brücke der Steinerne Steg ein tolles Fotomotiv ist.
Von dort ist der Tappeinerweg nicht mehr weit, welcher oberhalb der Stadt verläuft und einen wunderbaren Blick über Meran bietet. Es handelt sich um einen 3.184 Meter lange, dabei aber sehr einfach zu absolvierende Spazier- und Wanderstrecke. Der Weg beginnt oberhalb der Brücke der Steinerne Steg am Zenoberg (der bester Zugang erfolgt über den Krallinger Weg) und endet in dem kleinen Ort Gratsch. Wer an der Stelle eine kleine Pause einlegen möchte, hier befindet sich auch das Café / Restaurant Unterweger. Von Gratsch bis zurück ins Zentrum sind es nochmal ca. 45 Minuten zu Fuß.
Auf der anderen Seite der Passer befinden sich die Sissi‑Statue, die an die Aufenthalte von Kaiserin Elisabeth erinnert, und mit der Therme Meran ein modernes Thermalbad.
Wenn ihr mit dem Auto anreist, könnt ihr zentrumsnah in Parkhäusern wie dem Parkhaus Therme, dem Parkhaus Plaza, dem St. Josef Parking Meran/o oder dem Karl‑Wolf‑Parkhaus parken. Diese liegen in fußläufiger Entfernung zur Altstadt und zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Alternativ findet ihr auch Parkplätze am Stadtrand und an den Talstationen der Bergbahnen, von denen ihr mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß ins Zentrum gelangt.
Bozen
Bozen ist mit rund 107.000 Einwohnern die größte Stadt und das politische Zentrum Südtirols. Ihr befindet euch hier im Eisacktal, eines der Haupttäler Südtirols, das vom Fluss Eisack durchflossen wird. Es erstreckt sich vom Brennerpass bis Bozen, weshalb Bozen auch ein zentraler Ausgangspunkt für Reisen in die Region ist.
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehört der Waltherplatz im Zentrum, der von vielen historischen Gebäuden umgeben ist. Der Dom Maria Himmelfahrt mit seinem markanten Turm liegt zum Beispiel direkt daneben und ist eines der wichtigsten Bauwerke der Stadt.
In der Laubengasse bewegt ihr euch durch eine der ältesten Straßen mit Geschäften und erhaltenen Arkaden. Falls ihr euch wundern solltet, warum die Einkaufsstraßen, sowohl in Meran, als auch in Bozen Laubengasse heißen, nun, Lauben sind schlichtweg überdachte Arkadengänge in Altstädten. Sprich, hier wurden die Gassen nach dem benannt, was es dort zu sehen gibt. Generell ist dieser Bereich mit dem Kornplatz, dem Rathausplatz und vielen weiteren charmanten Gassen herrlich um ein bisschen herum zu flanieren.
Ebenfalls in der Altstadt erwartet euch mit dem Südtiroler Archäologiemuseum ein kleines Highlight, denn es ist vor allem für die Gletschermumie Ötzi bekannt. Bei meinem Besuch war die Schlange vor dem Museum sehr lang, weshalb ich es nicht besucht habe.
Schaut anschließend unbedingt auch mal an der Talferpromenade vorbei, denn dort am Fluss ein wenig entlang zu spazieren ist ebenfalls sehr schön.
Wenn ihr mit dem Auto ankommt, könnt ihr zentral im Parkhaus Bozen Mitte oder im Parkhaus Waltherplatz parken, die beide nahe der Altstadt liegen. Von dort erreicht ihr die wichtigsten Bereiche der Stadt in wenigen Minuten zu Fuß.
Ritten
Der Ritten ist ein Hochplateau oberhalb von Bozen und besteht aus mehreren kleinen Ortschaften wie Klobenstein und Oberbozen, insgesamt leben hier rund 8.000 Einwohner. Sprich, Ritten könnte man durchaus auch als eine Attraktion von Bozen durchgehen lassen!
Ihr erreicht den Ritten von Bozen aus entweder mit der Rittner Seilbahn nach Oberbozen und anschließend mit der historischen Rittner Bahn nach Klobenstein oder alternativ mit dem Auto über eine Bergstraße. Ich kann euch die Rittner Seilbahn sehr empfehlen, denn die Aussicht ist schon während der Fahrt richtig klasse und das Dorf Oberbozen ist angenehm ruhig und vermittelt ein wohlfühliges Bergdorf-Ambiente.
Vor Ort geht es dann vor allem um Spaziergänge, Wandern und die vielen tollen Aussichtspunkte. Die Rittner Erdpyramiden, die zu den bekanntesten Naturformationen der Region gehören, erreicht ihr beispielsweise in ca. 30 Minuten zu Fuß.
Für den Besuch solltet ihr mindestens einen halben Tag einplanen, sinnvoll wäre aber auch ein ganzer Tag, wenn ihr mehrere Orte auf dem Plateau erkunden möchtet.
Seiser Alm
Lösen wir uns ein wenig von den größeren Ortschaften und „wandern“ ein wenig in den Osten. Die Seiser Alm ist nämlich eines der bekanntesten Ausflugsziele in Südtirol und gilt als größte Hochalm Europas.
Sie liegt etwa 30 Kilometer nordöstlich von Bozen und ist über die Orte Seis am Schlern und Kastelruth erreichbar. Von Seis gelangt ihr mit der Seiser Alm Bahn direkt auf die Hochfläche nach Compatsch – alternativ ist die Zufahrt mit dem Auto eingeschränkt möglich und zeitlich reguliert.
Vor Ort erwartet euch dann eine beeindruckend weitläufige Almlandschaft mit Blick auf den Schlern, sowie zahlreiche Wanderwege unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit.
Eine bekannte Wanderung führt zur Zallinger Hütte, die ihr über gut ausgebaute Wege erreicht und die ein häufiges Ziel für Tageswanderungen ist.
Auf der Alm gibt es generell viele bewirtschaftete Hütten (die Tschötsch Alm ist ausgesprochen schön), Restaurants und auch Hotels, sodass ihr sowohl einkehren, als auch direkt vor Ort übernachten könnt.
Für euren Besuch solltet ihr mindestens (!) einen halben Tag einplanen, sinnvoll ist jedoch ein ganzer Tag, wenn ihr eine längere Wanderung unternehmen möchtet. Ich war insgesamt sogar drei Mal auf der Seiser Alm, weil es wirklich eine der schönsten Bergregionen ist, die ich je gesehen habe. Und das soll als Bayer durchaus etwas heißen…
Brixen
Etwas weiter im Norden, liegt mit Brixen eine der ältesten Städte Südtirols (ca. 23.000 Einwohner).
Ihr findet sie im Eisacktal zwischen Bozen und dem Brennerpass, wodurch sie häufig als Zwischenstopp auf Reisen durch die Region genutzt wird. Die Stadt hat eine recht kompakte Altstadt mit historischen Gebäuden und kurzen Wegen, weshalb sie für einen kürzeren Besuch perfekt geeignet ist.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehört der Dom zu Brixen mit dem angrenzenden Domkreuzgang Brixen, der für seine Wandmalereien bekannt ist.
Ebenfalls zentral liegt die Hofburg Brixen, ein ehemaliger Bischofssitz mit Museum.
Durch die Altstadt fließt der Eisack, entlang dessen ihr zu Fuß unterwegs sein könnt.
Wie oben schon angerissen, ist Brixen überschaubar groß, so dass ihr die wichtigsten Spots gut an einem halben Tag erkunden könnt.
Bruneck
Die auf den ersten Blick etwas unscheinbare Stadt Bruneck liegt im Herzen des Pustertals und hat rund 16.000 Einwohner. Sie ist ein wichtiger, touristischer Ort im Osten Südtirols und liegt direkt an der Pustertaler Straße, der Hauptverkehrsachse des Tals, die von Brixen bis nach Lienz in Österreich führt. Dadurch ist Bruneck sowohl ein Durchgangsort für Reisende, als auch ein Ausgangspunkt für Ausflüge in die umliegenden Dolomiten und Seitentäler.
Das Schloss Bruneck beherbergt das Messner Mountain Museum Ripa und ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region. Das Museum zeigt die Kulturen der verschiedenen Bergvölker, denen er auf seinen Reisen in der ganzen Welt begegnet ist! Es gibt sogar die Möglichkeit sich digital (über einen QR Code) von Reinhold Messner durch das Museum führen zu lassen. Den Preis finde ich etwas hoch gegriffen, aber insgesamt ist es schon eine lohnenswerte Ausstellung.
Die Brunecker Stadtpfarrkirche thront direkt neben dem Schloss sehr erhaben über der Stadt und ist ebenfalls einen Besuch wert. Im Ort selbst haben mir noch die Spitalkirche zum heiligen Geist, das Alpinidenkmal, welches die Alpini, die spezialisierten Gebirgsjäger des italienischen Heeres, für ihren Einsatz in den Weltkriegen ehrt, und der Rathausplatz gut gefallen. Entlang der Hauptstraße Graben findet ihr außerdem viele Geschäfte, Cafés und Restaurants.
Südtirol Arena Antholz (Biathlon)
Für Wintersportfans und generell Sportinteressierte eines der Highlights der Region! Tief im im Antholzer Tal versteckt sich nämlich rund 45 Kilometer östlich von Bruneck, eingebettet in die Dolomitenlandschaft, die Südtirol Arena Antholz.
Sie ist vor allem als Austragungsort internationaler Biathlon-Wettbewerbe bekannt und war auch eine der Sportstätten während der Olympischen Spiele 2026. Genau in dem Rahmen war ich auch vor Ort und tatsächlich mehr als begeistert. Die Anlage an sich ist schon spektakulär, aber die Kulisse inmitten der Berge ist einfach nur traumhaft. Auf mich hat das Areal sehr modern und auch für den Besucher komfortabel gewirkt – wobei sich ein „normales“ Weltcup-Rennen sicherlich von den Olympische Spielen unterscheiden kann.
Ihr könnt die Arena auch außerhalb von den Wettkämpfen besichtigen, was ich mir durchaus lustig vorstellen kann. Dabei könnt ihr alle Räumlichkeiten, die Zuschauertribünen und die Strecke besichtigen, sowie euch sogar auch mit fünf Schuss mal an einem Lasergewehr ausprobieren. Ich habe genau das an einem Stand während der Olympischen Spiele ausprobiert und fand es klasse.
Meine wichtigsten Tipps für den Besuch zum Besuch während eines Wettkampfes:
- Das Transfersystem klappt sehr gut. Es gibt öffentliche Parkplätze in Antholz Mittertal und von dort gehen dann regelmäßig Busse. Dies war bei meinem Besuch exzellent organisiert.
- Seid früh dort! Es ist irre spannend die Strecke zu besichtigen, vor allem weil sich die Athleten schon auf der Strecke warmmachen.
- Bucht Sitzplätze. Bei Stehplätzen müsst ihr euren Platz sehr früh reservieren und seid dann die gesamte Wartezeit an den Platz „gefesselt“, um ihn nicht zu verlieren. So entgeht euch sehr viel von dem Spektakel.
- Ich fand die Plätze im Sektor V2 sehr gut, denn dort hat man eine sehr gute Sicht auf die Schießanlage. Ab einer Stunde vor Rennbeginn sammeln sich dort die Athleten um sich einzuschießen. Das ist fürs Zuschauen schon sehr spannend.
- Sofern möglich wäre die Disziplin „Einzel“ meine Empfehlung. Hierbei habt ihr zwar kein Rennen, bei dem der erste an der Ziellinie auch der Sieger ist, dafür habt ihr aber andauernd „Action“ im Stadion, weil die ganze Zeit Läufer starten und zum Schießen in die Arena kommen. Zum Zuschauen ist das sicherlich die interessanteste Variante.
Toblach
Toblach liegt im oberen Pustertal und hat rund 3.000 Einwohner. Die Gemeinde liegt direkt an der Pustertaler Straße und ist daher ein Durchgangsort für Reisende, die das Tal entlangfahren. Dementsprechend dient Toblach auch oft als touristischer Ausgangspunkt, vor allem für Wanderungen, Langlauf und Ausflüge in die umliegenden Dolomiten.
Die lokale Touristeninformation befindet sich zentral im Ort und bietet Karten, Hinweise zu Wanderungen und Informationen zu Veranstaltungen in der Region. Mir wurde hier sehr geholfen, weshalb ich euch nur empfehlen kann, hier einmal vorbeizufahren. Der Service ausgesprochen gut!
Toblach an sich hat jetzt keine echten Sehenswürdigkeiten, aber das Ortszentrum mit einigen historischen Gebäuden, dem Gustav Mahler-Denkmal und schönen Plätzen ist durchaus sehenswert.
Das touristische „Highlight“ der Umgebung ist sicherlich der Toblacher See, der sich leicht südlich des Ortes befindet. Ein wenig weiter findet ihr einen der besten Aussichtspunkte auf die Drei Zinnen, den ihr ohne Wanderung besuchen könnt. Bei mir haben die Wolken die sehenswerten Gipfelspitzen leider verdeckt.
Pragser Wildsee
Wenn ihr in Südtirol unterwegs seid, kommt ihr am Pragser Wildsee nicht vorbei. Es handelt sich um einen der bekanntesten Instagram-Spots und zugleich schönsten Gebirgsseen nicht nur in Südtirol, sondern sicherlich in ganz Italien.
Dadurch, dass er relativ weit im Westen von Südtirol liegt – ab Bozen sind es in etwa 1h 30 min – kann es sein, dass ihr einen Tagesausflug einplanen müsstet, aber das ist es definitiv wert.
Ich habe hier extra einen separaten Bericht über den Pragser Wildee – der besten Sehenswürdigkeiten Südtirols – geschrieben. Dort findet ihr viele Tipps Informationen, sowieso Tipps und Hinweise für den Besuch und den Aufenthalt.
In jedem Fall kann ich euch nur empfehlen, die Anreise nicht zu scheuen, sondern diesen Ausflug aktiv einzuplanen.
Strudelkopf
Der Strudelkopf ist ein beliebtes Wanderziel in der Nähe des Dürrensees und liegt etwa 10 Kilometer von Toblach entfernt. Mir wurde diese Bergtour von der Touristeninformation empfohlen und ich war in der Tat sehr begeistert.
Der Berg ist vor allem wegen seines freien Gipfelplateaus bekannt, von dem ihr ein breites Panorama auf die Dolomiten habt. Bei guter Sicht könnt ihr von oben auch die Drei Zinnen klar erkennen – die Luftlinie beträgt nämlich nur rund 15 Kilometer.
Ich würde die Wanderung als mittelschwer einsortieren. Sie führt über breite Wege und einfache Steige, so dass ihr – je nach Wetter – keine besondere Ausrüstung braucht. Wie ihr anhand der Bilder sehen könnt, wurde ich im Mai von Schnee im Gipfelbereich „überrascht“, was aber auch ein Teil des Erlebnisses war. Informiert euch deshalb bitte vorher über die entsprechenden Bedingungen
Viele starten auf der Plätzwiese, wo es Parkplätze und mehrere Almhütten und Restaurants gibt, in denen ihr wunderbar einkehren könnt.
Naturpark Drei Zinnen
Der Naturpark Drei Zinnen liegt in den östlichen Dolomiten, etwa 15 Kilometer von Toblach entfernt, und ist eines der bekanntesten Wandergebiete in Südtirol. Die namensgebenden Drei Zinnen bestehen aus der Großen Zinne (Cima Grande), der Westlichen Zinne (Cima Ovest) und der Kleinen Zinne (Cima Piccola).
Generell in Südtirol, aber vor allem hier im Pustertal, „begegnet“ ihr den Drei Zinnen immer wieder, was keine Überraschung ist, da sie ganz sicher eines DER Wahrzeichen Südtirols sind.
Der wichtigste Ausgangspunkt für Wanderungen ist der Parkplatz an der Auronzohütte (alternativ verkehren auch Linienbusse auch schon ab Toblach), den ihr über eine mautpflichtige Bergstraße von Misurina erreicht.
Die bekannteste Wanderung ist die Umrundung der Drei Zinnen ab der Auronzohütte, die etwa 9 bis 10 Kilometer lang ist und je nach Tempo rund 3 bis 4 Stunden dauert. Der Weg verläuft mit moderaten Steigungen über die Lavaredohütte und die Drei-Zinnen-Hütte und gilt als technisch einfach, erfordert aber eine normale Grundkondition.
Anspruchsvoller ist der Zustieg vom Fischleintal zur Drei-Zinnen-Hütte, bei dem ihr etwa 900 Höhenmeter überwindet und 5 bis 6 Stunden einplanen solltet.
Weitere bekannte Touren führen vom Parkplatz zur Auronzohütte auf den Paternkofel oder zur Büllelejochhütte, wobei diese Routen teilweise steiler und länger sind.
Beachtet nur bitte unbedingt, dass die beste Zeit zum Wandern von ca. Mitte Juni bis Oktober ist, da viele Wege im Winter und teils auch im Frühjahr wegen Schnee nicht begehbar sind. Ich selbst konnte einmal die Wanderung Ende Mai nicht machen, eben weil sie wegen zu viel Schnee noch gesperrt war.
Meine besten Spot-Tipps in Südtirol auf einer Karte
Ich habe auf der Karte die wichtigsten Spots markiert.
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Meine Hoteltipps in Südtirol
Folgend mal meine Hoteltipps von den Unterkünften, die ich WIRKLICH empfehlen kann:
1) Quellenhof Luxury Resort Passeier
Eines der schönsten Hotels, das ich weltweit je gesehen habe (dieser Link bringt euch zu meinen 15 Lieblingshotels weltweit)! Und ich habe viele Hotels besucht…
Das Ambiente, die Einrichtung und die Möglichkeiten sind einfach herausragend. Der Wellnessbereich ist sicherlich einer Hauptgründe für dieses Hotel, wobei auch das Sportangebot fantastisch ist. Hinzu kommt das extrem gute Essen in einem sehr ansprechenden und gemütlichen Restaurantbereich.
Es liegt ca. 20 Minuten nördlich von Meran, so dass man hier wunderbar Wellness/Sport mit Ausflügen kombinieren kann.
Pseirerstraße, 47, 39010 San Martino in Passiria Autonome Provinz Bozen – Südtirol
2) Hotel Heubad
Wenn ihr den Fokus auf Wandern, Südtirol erleben, leckeres Essen und ein bisschen Wellness legen möchtet, ist das Hotel Heubad in dem kleinen, charmanten Ort Völs am Schlern perfekt. Von hier könnt ihr beispielsweise sehr angenehm die Seiser Alm erreichen.
Das Preis-Leistung-Verhältnis ist sehr gut, das Hotel ist klasse ausgestattet und es bietet einen sehr familiären Service. Ich habe mich hier richtig wohl gefühlt und vom Team sehr hilfreiche Tipps für die jeweiligen Wanderungen bekommen. Tatsächlich habe ich damals sogar spontan einen Tag verlängert…
Die ausgezeichneten Bewertungen bei Google und booking.com sprechen für sich! Einer meiner besten Tipps für Südtirol…
Schlernstr. 13, Via Sciliar, 12, 39050 Fiè allo Sciliar
3) Bellevue Bruneck
In dieser ausgesprochen schönen und stilvollen Appartementanlage habe ich während der Olympischen Spiele 2026 gewohnt, als ich mir einige der Biathlon-Wettbewerbe in Antholz angesehen habe. Generell ist Bruneck ein klasse Ausgangspunkt für die viele Unternehmungen in dieser Region.
Die verschiedenen einzelnen Appartements befinden sich in einem größeren Haus überhalb eines Supermarktes – was ja auch sehr praktisch sein kann. Geparkt wird in der eigenen Tiefgarage, wo alle Mieter sogar ein eigenes Kellerabteil bekommen. Gerade für Skifahrer ist das natürlich ein unschätzbarer Vorteil.
Die Ausstattung der einzelnen Zimmer ist modern und insgesamt wirklich herausragend. In meinem Zimmer gab es zwei Schlafzimmer mit einer tollen Sitzsauna, einer Badewanne, einem gemeinsamem Wohnzimmer, sowie Badezimmer.
Dazu gibt es einen schönen Balkon mit kleiner Feuerstelle und Sitzgelegenheiten.
Tauferer Str., 12, 39031 Brunico Autonome Provinz Bozen – Südtirol
4) Grandhotel Lienz
Bei diesem Hotel trickse ich ein wenig, denn es liegt gar nicht in Südtirol! Dafür aber direkt an der Grenze, und zwar in Osttirol, sprich auf der österreichischen Seite. Von Lienz bis nach Toblach sind es ungefähr 40 Autominuten, aber dafür kommt man hier in den Genuss einer echten Hotelperle. Ich bin durch Zufall auf dieses unglaublich charmante Hotel gestoßen und muss sagen, dass mich selten ein Hotel in Sachen Preis-Leistung so überzeugt hat wie das Grandhotel Lienz. Hier hat ALLES gepasst! Das Haus an sich ist schon mal wunderschön, dazu die herrliche Lage direkt am Fluß, das Restaurant war ausgezeichnet, die gastgebende Familie kümmert sich unglaublich herzlich um alle Anliegen, die Atmosphäre ist gemütlich und der Wellnessbereich war ebenfalls ausgesprochen stilvoll. Das Beste dabei ist, dass das Hotel nicht überlaufen ist und die Gäste auch sehr angenehm „normal“ waren. Sprich, kein Schickimicki und keine ständigen Instagram-Poser. Dafür viel herzliche Wärme und ein sehr wohlfühliges Ambiente.
PLUS, hier bucht ihr zwar ein 5*Hotel, bezahlt aber nicht die Preise eines vergleichbaren Hotels in Südtirol…
Am Ende meines Aufenthalts habe ich mich noch ein bisschen mit dem Inhaber unterhalten und ich habe ganz selten ein so sympathisches, unaufgeregtes und aber interessiertes Gespräch mit einem Hotelier geführt. Er wollte wirklich wissen, was mir gut gefallen hat und was eher nicht, wodurch sich ein aufrichtiger, konstruktiver Austausch ergeben hat. Ganz großes Kompliment!
Fanny-Wibmer-Pedit-Straße 2, 9900 Lienz, Österreich
Mein Fazit zu Südtirol
Ich sage ja immer, dass Italien eines der schönsten Reiseländer der Welt ist. Allerdings können wir dies aufgrund unserer geographischen Nähe nicht so schätzen, wie es eigentlich angemessen wäre.
Südtirol ist einer der Gründe, warum Italien in meine Augen so großartig ist! Ich war bereits unzählige Male (und das ist keine Übertreibung, denn ab München ist man gefühlt nur einen „Katzensprung“ entfernt) in Südtirol und denke mir trotzdem immer wieder „wie lächerlich schön es hier eigentlich ist“. Die Landschaft, die Berge, die Städte, die Seen und das sensationelle Essen… Dazu die vielen unglaublich tollen Hotels, die ganz oft genau die richtige Mitte aus Komfort und rustikal-traditionell treffen. UND, Südtirol ist einfach zu jeder Jahreszeit fantastisch: Ihr könnt wählen zwischen Wandern, Wintersport, Wellness… Alles ist möglich.
Zu meinen oben aufgeführten Spots habe ich bereits geschrieben, dass dies wirklich nur eine subjektive Auswahl (!) ist, denn wenn man alle sehenswerten Locations in Südtirol beschreiben würde, wäre die Liste schnell endlos lang. Wenn ihr einmal durch Südtirol reist, wisst ihr sehr schnell was ich meine.
Meine Empfehlung wäre: Nehmt euch Zeit. Egal wann und wie ihr Südtirol besucht: Erlebt es.
Genießt es.
Fühlt es.
Erfreut euch an der herrlichen Natur.
Ich kenne niemanden, der Südtirol nicht mag oder sich der Faszination entziehen konnte. Hier ist für jeden etwas geboten. Und sei es, dass man es sich einfach nur gut gehen lässt…
Fun Facts zu Südtirol
- Südtirol gehört politisch zu Italien, aber rund 70 % der Bevölkerung haben Deutsch als Muttersprache, nicht Italienisch.
- Die Region war bis 1919 Teil von Österreich und wurde erst nach dem Ersten Weltkrieg Italien zugesprochen.
- In Bozen steht mit dem Ötzi-Museum eine der bekanntesten Mumien der Welt: der über 5.000 Jahre alte „Mann aus dem Eis“.
- Die Dolomiten in Südtirol gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe und bestehen aus hellem Kalkstein, der bei Sonnenuntergang oft rosa oder orange leuchtet („Alpenglühen“).
- Mit dem Ortler (3.905 m) liegt hier der höchste Berg, der vollständig auf italienischem Staatsgebiet steht.
- Viele Orte haben zwei offizielle Namen, zum Beispiel „Bozen“ und „Bolzano“ oder „Brixen“ und „Bressanone“.
- Die Region hat eine eigene Autonomie mit erweiterten politischen Rechten und darf einen großen Teil der Steuereinnahmen selbst behalten.


