Reisetipps USA – Louisiana – New Orleans

  • New Orleans wird auch „The Big Easy“ genannt, denn die Stadt steht für eine einzigartige Mischung aus kreolischer Kultur, Musikgeschichte und entspannte Unbeschwertheit.

  • Als Geburtsort des Jazz prägen vor allem das historische French Quarter, der Karneval Mardi Gras und die Bourbon Street die Stadt New Orleans.

  • Für mich sind vor allem die gusseisernen Balkons, die stimmungsvollen Brass Bands und die unglaubliche Atmosphäre im Gedächtnis geblieben.

  • Die New Orleans-Küche ist ein würziger Mix, der die feine kreolische Stadtküche mit der rustikalen Cajun-Tradition vereint.

Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?

Impressionen aus New Orleans – ein kleines „Best-of“

Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps

Ich war bisher zweimal in New Orleans – einmal auf einer Tourismusmesse und einmal privat während eines Road Trips. Die Messe findet immer Anfang November statt, genau während dem Bayou Bacchanal-Festival, bei dem die karibische Kultur und Präsenz in New Orleans gefeiert wird. Dabei konnte ich – trotz Geschäftsreise – direkt einen tollen Eindruck von der Lebensfreude dieser wunderbaren Stadt gewinnen. Während meines Urlaubs habe ich dann die fantastische Atmosphäre des French Quarter mit der Musik und den kulinarischen Highlights förmlich aufgesogen. Eine solche Stadt mit einer solchen Energie kannte ich bis dahin ehrlich gesagt nicht. Ich wünsche euch ganz viel Spaß in New Orleans und ebenso tolle Erlebnisse…

  • Generell
    New Orleans liegt im Südosten des US-Bundesstaates Louisiana, eingebettet zwischen dem Fluss Mississippi und dem Lake Pontchartrain. Die Stadt zählt rund 370.000 Einwohner, während in der gesamten Metropolregion etwa 1,2 Millionen Menschen leben.
    Der Mississippi ist für die Stadt von zentraler Bedeutung, da New Orleans als einer der wichtigsten Hafenstandorte der USA dient.
    Gegründet wurde die Stadt im Jahr 1718 von den Franzosen, bevor sie später unter spanische Herrschaft geriet und schließlich 1803 durch den Louisiana Purchase Teil der Vereinigten Staaten wurde.
  • Welche Spitznamen hat New Orleans?
    The Big Easy: Der populärste Spitzname, der das unbeschwerte, entspannte Leben betont.
    Crescent City: Bezieht sich auf die Form der Stadt am Mississippi-Bogen. Crescent bedeutet Halbmond / Sichel.
    NOLA: Akronym für New Orleans, Louisiana (wird abgekürzt LA).
    Die Wiege des Jazz: Würdigt die Stadt als Geburtsort des Jazz.
    Paris of the South: Aufgrund des französischen Einflusses.
    Mardi Gras City: Bezieht sich auf das berühmte Karnevalsfest.
  • Wann ist die beste Reisezeit?
    Die beste Reisezeit sind der Frühling (März bis Mai) und der Herbst (Oktober bis November). In diesen Monaten herrschen angenehme Temperaturen irgendwo in den Midzwanzigern, ideal für Stadtbesichtigungen und Festivals wie Mardi Gras (Februar/März). Die Sommer sind dagegen sehr heiß und extrem schwül.
    WICHTIG! Die offizielle Hurrikansaison dauert von Juni bis November, wobei die Monate August und September meistens sind problematischsten sind.
  • Wieviel Zeit sollte man einplanen?
    Für die reine Besichtigung würde ich sagen, dass zwei volle Tage (drei Nächte) reichen. Sobald ihr die Stadt auch noch etwas erleben wollt und beispielsweise rund um ein Festival vor Ort seid, würde ich allerdings noch ein oder sogar zwei Tage dranhängen.
  • Wie komme ich nach New Orleans?
    Die Anreise nach New Orleans erfolgt zum Louis Armstrong New Orleans International Airport (MSY). Von Deutschland aus gibt es derzeit keine regelmäßigen Direktflüge – Verbindungen erfordern einen Zwischenstopp, beispielsweise in London, New York oder Charlotte.
    Ich habe New Orleans als Teil einer Mietwagenrundreise von Houston nach Florida besucht.
  • Wie komme ich vom Flughafen in die Innenstadt?
    Dies ist die günstigste Variante ist der Airport Express Bus (Linie 202). Der Bus kostet nur ein paar USD (passend bar oder per App – die App heißt Le Pass.) und braucht je nach Verkehr etwa eine 3/4 Stunde bis in die Innenstadt.
    Außerdem gibt es den offiziellen Airport Shuttle, der viele Hotels direkt anfährt, allerdings vorab gebucht werden muss.
    Ansonsten bietet sich auch ein UBER an, da die Fahrtzeit – je nach Verkehr – recht kurz ist.
  • Wie bewege ich mich in New Orleans?
    Die wichtigste Info vorab: In New Orleans gibt es keine Metro oder U-Bahn! Aufgrund der Lage unterhalb des Meeresspiegels und des sumpfigen Bodens ist der Bau von Tunneln quasi nicht möglich. Stattdessen basiert der öffentliche Nahverkehr auf einem Netz aus historischen Straßenbahnen, Bussen und sogar Fähren.
    Die Streetcars sind das Wahrzeichen der Stadt. Es gibt vier Hauptlinien, wobei die grüne St. Charles Line die älteste durchgehend betriebene Straßenbahnlinie der Welt ist.
    Die Canal Street Line verbindet das French Quarter mit dem Mid-City District und den berühmten Friedhöfen und  die Riverfront Line fährt entlang des Mississippi am Rand des French Quarter.
  • Kann ich mir Fahrräder in New Orleans ausleihen?
    Ja, ihr könnt euch problemlos Fahrräder ausleihen. Die Stadt ist flach und hat in den letzten Jahren viele neue Radwege angelegt. Das offizielle Bike-Sharing-System der Stadt heißt Blue Bikes. Die blauen E-Bikes sind an zahlreichen Stationen im Stadtgebiet verteilt. Zur Nutzung müsst ihr euch bei der Blue Bikes Nola App registrieren, ein Rad per QR-Code freischalten und nach der Fahrt an einem beliebigen offiziellen Rack wieder abstellen.
  • Lohnt sich ein City- oder Sightseeing Pass?
    In meinen Augen NEIN. Der Grund ist einfach, New Orleans ist keine Stadt bei der die besten Spots viel Geld kosten. Klassische Sehenswürdigkeiten gibt es nur wenige, bei einer Reise nach New Orleans geht es eher ums Erleben, als ums Anschauen.
    Es gibt zB den Go City New Orleans Pass, allerdings sind die enthaltenen Attraktionen für mich keine Must-See-Highlights.
  • Was ist das French Quarter?
    Das French Quarter (auch Vieux Carré genannt) ist das historische Herz und älteste Viertel von New Orleans (gegründet 1718). Es ist bekannt für seine spanisch-französische Kolonialarchitektur, schmiedeeiserne Balkone, den Jackson Square, das wilde Nachtleben auf der Bourbon Street und den Ursprung des Jazz. Es liegt direkt am Mississippi River und umfasst ca. 90 Blocks. Die Grenzen bilden die Canal Street, Decatur Street, Rampart Street und die Esplanade Avenue.
  • Wie besichtige ich das French Quarter?
    Man kann natürlich alles auf eigene Faust machen, aber ich kann euch auch eine geführte Walking Tour empfehlen. Ganz einfach, weil dieses spannende Viertel unheimlich viel zu bieten hat und es vor allem zahlreiche „versteckte“ Highlights“ gibt, die euch ansonsten ziemlich sicher entgehen.
    Ich habe an einer Free Walking Tour über guruwalk.com teilgenommen, die ungefähr 1 1/2 Stunden gedauert hat. Wer guruwalk nicht kennt, tatsächlich kostet die Tour nichts, sondern basiert im Wesentlichen auf Trinkgeld. Hier sollte man dann aber bitte etwas großzügiger sein.
  • Ist New Orleans sicher?
    Habt ihr zufällig den Film „Focus“ mit Will Smith gesehen? In dem Film geht es um Trickbetrüger und Taschendiebe und eine ganz wesentliche Szene spielt auf der Bourbon Street! Inmitten des touristischen Trubels solltet ihr hier definitiv gut auf eure (Wert-)Sachen aufpassen, vor allem nachmittags/abends, wenn es voller, lauter und ausgelassener wird.
  • Was ist Mardi Grass?
    Über diesen Namen stolpert ihr in New Orleans immer mal wieder, weshalb ich den Begriff an dieser Stelle gerne erklären möchte.
    Mardi Gras (französisch für „Fetter Dienstag“) ist die Bezeichnung für den Höhepunkt des Karnevals in New Orleans. Er findet am Tag vor Aschermittwoch statt – sprich Karnevalsdienstag, an dem meistens nochmal richtig üppig gegessen wird.
    Das Fest ist berühmt für die großen Umzüge durch die Stadt mit aufwendig geschmückten Wagen. Dabei werden traditionell bunte Perlenketten, Münzen und Spielzeug in die Menge geworfen. Die offiziellen Farben des Festes sind Lila (Gerechtigkeit), Grün (Glaube) und Gold (Macht).

Die besten Spots in New Orleans

Folgend nun die verschiedenen Spots und Sehenswürdigkeiten von New Orleans mit Erklärungen und Infos zu der jeweiligen Location.

Bei der Reihenfolge habe ich mit dem French Quarter begonnen, um mich dann danach immer weiter vom Zentrum (French Quarter) zu entfernen.

Insofern bitte aus der Reihenfolge keine Wertung ableiten.


Ich habe mich bewusst dagegen entschieden das French Quarter als eine eigene Location aufzuführen, weil ich den verschiedenen Highlights innerhalb dieses Viertels etwas mehr Raum geben möchte. Zudem finde ich es so etwas übersichtlicher, da ihr direkt in meiner Spot-Liste erkennen könnt, welches meine Highlights in New Orleans sind.

Bourbon Street (French Quarter)

Die Bourbon Street liegt im Herzen des French Quarter und gehört zu den bekanntesten Straßen der Stadt – vielleicht sogar den gesamten USA. Heute ist sie vor allem für ihr Nachtleben bekannt, ursprünglich war sie aber eine ganz normale Wohn- und Geschäftsstraße aus der französischen Kolonialzeit.

Info: Als das French Quarter angelegt wurde, wurde die Bourbon Street zu Ehren der damals herrschenden, französischen Königsfamilie benannt. Nicht nach dem Whiskey!

Was euch sofort auffallen wird, ist die Architektur: Viele Gebäude, oft mit Innenhöfen, stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und haben die typischen schmiedeeisernen Balkone, die gefühlt über der Straße thronen. Das charakteristische Bild der Bourbon Street, das ihr sicherlich von vielen Fotos kennt, besteht vor allem aus den historischen Fassaden und offenen Fronten der Häuser.

Dazu passt, dass sich hier alles um Bars, Musik und das Leben auf der Straße dreht. Ähnlich wie am Broadway in Nashville reiht sich eine auffällige Location an die nächste, meistens mit Livemusik und einer eher unkomplizierten Atmosphäre. Tagsüber wirkt die Straße noch relativ ruhig und fast etwas unscheinbar, ab dem späten Nachmittag wird es dann allerdings deutlich voller und lebhafter.


Ein kleiner Gegenpol ist der Musical Legends Park, der sich mitten auf der Bourbon Street versteckt. Hier stehen Statuen bekannter Jazzmusiker und es gibt regelmäßig kleinere Live-Auftritte. Unbedingt mal vorbeischauen!  


Info: Der Ruf als früheres Rotlichtviertel kommt übrigens nicht direkt von der Bourbon Street selbst, sondern eher vom nahegelegenen Stadtteil Storyville, der Ende des 19. Jahrhunderts offiziell als Vergnügungs- und Rotlichtbezirk ausgewiesen wurde. Nach dessen Schließung Anfang des 20. Jahrhunderts verlagerte sich ein Teil des Nachtlebens in andere Bereiche, unter anderem auch in Richtung Bourbon Street.

Preservation Hall (French Quarter)

Die Preservation Hall existiert bereits den 1960er Jahren und liegt nur ein paar Schritte abseits der Bourbon Street. Sie wurde damals bewusst gegründet, um den traditionellen New-Orleans-Jazz zu erhalten. Deshalb treten hier auch bis heute regelmäßig lokale Musiker auf – viele davon schon seit Jahrzehnten oder aus Familien, die eng mit der Jazzgeschichte der Stadt verbunden sind. Es geht spürbar um die Wurzeln der Musik, die New Orleans geprägt hat, was mir sehr gut gefallen hat.

Wenn ihr diese besondere Location besucht, macht euch darauf gefasst, dass hier alles (überraschend) einfach gestaltet ist: kein großes Bühnenbild, keine aufwendige Technik, sondern eigentlich „nur“ ein kleiner Raum mit einigen Sitzgelegenheiten und/oder Stehplätzen. Was erstmal komisch klingen mag, führt bei den Konzerten zu einer richtig „dichten“ Atmosphäre, bei der ihr nah an den Musikern dran seid und das ganze Erlebnis deutlich intensiver wird.

WICHTIG! Passend dazu sind Fotos und Videos während der Konzerte nicht erlaubt.


Besuchen könnt ihr die Preservation Hall relativ unkompliziert, entweder mit vorab gebuchten Tickets oder auch spontan vor Ort. Da die Shows mit meist ca. 45 Minuten eher kurz sind, dafür aber regelmäßig über den Abend verteilt stattfinden, bekommt man meistens ganz gut Tickets. Ich habe die Tickets damals auch erst am Schalter gekauft.

Jackson Square (French Quarter)

Der Jackson Square liegt im Herzen des French Quarter, ganz in der Nähe des Mississippi River, und ist einer DER zentralen Punkte der Stadt.

Historisch geht der Platz auf die französische Kolonialzeit zurück und war lange ein wichtiger Ort für öffentliche Veranstaltungen und den Handel. Heute steht in der Mitte eine Reiterstatue von Andrew Jackson, nach dem der Platz benannt ist, und erinnert an die Schlacht von New Orleans im Jahr 1815. Jackson avancierte in dieser Schlacht zum Helden, verteidigte aber bereits 1812 die Stadt im Krieg gegen die Briten und wurde später schließlich der 7te Präsidenten der USA.

Besonders auffällig ist die St. Louis Cathedral, die mit ihren drei Türmen das Bild des Platzes sehr stark prägt. Sie gehört zu den ältesten Kathedralen der USA!


Rund um den Platz findet ihr zudem viele Künstler, die ihre Bilder, Zeichnungen oder Karikaturen anbieten. Dazu kommen zahlreiche kleine Stände mit richtig schönem Kunsthandwerk. Ich kann euch nur empfehlen, hier ein bisschen herum zu schlendern und zu stöbern, denn dort gibt es wirklich einige „Perlen“ und anspruchsvoll handgefertigte Souvenirs.

French Market (French Quarter)

Wenn ihr vom Jackson Square in Richtung Mississippi geht und euch dann am Wasser links haltet, kommt ihr nach wenigen Minuten zum French Market. Das längliche, eher funktionales Gebäude besteht aus mehreren offenen Hallen mit überdachten Bereichen.

Den Markt gibt es tatsächlich schon seit dem 18. Jahrhundert, wodurch er als einer der ältesten, durchgehend betriebenen Märkte in den USA gilt.

Hier dreht sich (fast) alles ums Essen und genau das macht den Besuch auch so aufregend. DENN, ihr bekommt zum einen typische Gerichte aus Louisiana wie Gumbo, Jambalaya oder Po’boys (was das jeweils ist, erfahrt ihr hier), aber zum anderen auch weniger alltägliche Sachen wie zum Beispiel Alligator (Krokodil) – oft als frittierte Stückchen oder im Sandwich. Dazu kommen süße Klassiker wie Pralinen oder Beignets, außerdem frische Säfte und einfache Snacks für zwischendurch. Ich kann euch nur empfehlen ruhig mal ein paar exotische Gerichte zu probieren, passt allerdings hier und da ein bisschen mit der Schärfe auf! Ich hatte jede Menge Spaß auf dem Markt und habe kulinarisch definitiv einiges dazu gelernt.

Preislich liegt der Markt im Übrigen eher im mittleren Bereich. Gerade das Essen ist nicht unbedingt günstig, aber dafür bekommt ihr eben auch viele regionale Spezialitäten frisch gekocht an einem Ort. Für mich ein MUSS in New Orleans…

Steamboat Natchez (French Quarter)

Dieser imposante Schaufelraddampfer liegt im French Quarter am Ufer des Mississippi River und gehört ganz klar zu den klassischen Highlights in der Stadt.

Historisch sind diese wunderschönen Schiffe eng mit dem Mississippi verbunden (hat zufällig jemand Lucky Luke am Mississippi gelesen?), der ja lange Zeit eine der wichtigsten Verkehrs- und Handelsrouten in den USA war. Die Natchez selbst ist zwar kein Original aus dem 19. Jahrhundert, sondern wurde „erst“ 1975 gebaut, erinnert aber dennoch sehr stark an die damalige Bauweise und seine Vorgänger.

Ihr könnt zwischen verschiedenen Touren wählen – entweder es handelt sich um entspannte Rundfahrten auf dem Mississippi, die ein bis zwei Stunden dauern, oder quasi das Upgrade mit Essen und Livemusik an Bord.

Ich habe „lediglich“ die normale Rundfahrt gemacht, aber mir hat das Ganze wirklich sehr gut gefallen, denn ihr bekommt so nochmal einen ganz anderen Blick auf die Stadt und den Fluss. PLUS es gibt während der Tour kurze Erklärungen zur Geschichte von New Orleans und dem Mississippi.

Ihr bewegt euch relativ langsam über den Fluss, hört dabei aber das gleichmäßige (und beruhigende) Geräusch des Schaufelrads und könnt euch währenddessen sogar den Dampfer inklusive Maschinenraum genauer anschauen.

Gerade weil es sich um eine einzigartige Erfahrung handelt, die es so nur hier gibt und für mich auch untrennbar mit dem Mississippi verknüpft ist, gehört dieser Teil für mich bei einem Besuch von New Orleans auf jeden Fall dazu. Natürlich ist das Ganze sehr touristisch, aber ich fand die Zeit auf dem Schiff wirklich angenehm.

Bei mir war die Schlange am Ticketverkauf sehr lang, weshalb ich euch in jedem Fall eine Online-Buchung vorab empfehlen würde.

Canal Street

Die Canal Street gehört zu den wichtigsten Straßen in New Orleans und bildet die klare Grenze zwischen dem French Quarter und dem moderneren Teil der Stadt. Wenn ihr von hier in die Bourbon Street einbiegt, merkt ihr ziemlich schnell, wie sich das Stadtbild verändert – von breiten Straßen und größeren Gebäuden hin zu den engen Gassen des historischen Viertels.

Kurioserweise war die Canal Street als eine Art Trennlinie gedacht, aber es wurde tatsächlich nie ein Kanal gebaut, auch wenn der Name darauf hindeutet.

Besonders prägend sind natürlich die historischen Straßenbahnen, die recht dekorativ mitten über die Canal Street fahren. Die New Orleans Streetcars gehören zu den ältesten noch betriebenen Straßenbahnsystemen der Welt und sind bis heute ein ganz normales Verkehrsmittel in der Stadt.

Frenchmen Street

Die Frenchmen Street hat irritierenderweise nichts mit French Quarter zu tun, sondern liegt etwas östlich und wird oft als authentischere Alternative zur Bourbon Street genannt. Und auch wenn der Weg dorthin wirklich kurz ist, werdet ihr schnell merken, dass dort wirklich eine ganz andere Atmosphäre herrscht. Diese Gegend ist nämlich weniger touristisch geprägt, sondern hier sind auch viele Locals unterwegs.

Die Straße selbst ist an sich überschaubar, mit kleineren Clubs, Bars und Veranstaltungsorten, die sich eng aneinanderreihen, aber insgesamt weniger „offensiv“ und laut sind. Hier liegt der Fokus klar auf der Musik, vor allem Jazz, Blues und Live-Bands verschiedenster Stilrichtungen. Anders als auf der Bourbon Street geht es weniger um grelle Schilder und ausschweifende Social-Media-Partys, sondern mehr um die Auftritte selbst. Klar, der Bekanntheitsgrad ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen und auch hier werden die Touristendollar gerne genommen, aber ich habe diese Ecke dennoch als deutlich angenehmer empfunden. Was schön ist, ihr könnt einfach von Club zu Club gehen, euch die Bands mal anhören und schauen, was euch gefällt. Türsteher oder irgendwelche VIP-Treatments gibt es hier nicht.


Im Übrigen ist die Frenchmen Street auch tagsüber interessant, etwa durch kleine Kunstmärkte oder lokale Stände, die sich entlang der Straße aufbauen.

City Park

Gehen wir etwas raus aus dem Zentrum, denn der City Park liegt etwas nördlich des French Quarter. Die Anlage stammt aus dem 19. Jahrhundert und gehört er ältesten Stadtparks der USA!

Das Markenzeichen sind die alten Eichenbäume, von denen einige mehrere hundert Jahre alt sind. Dazu gibt es viele Wasserflächen, offene Wiesen und einige richtig schöne Brücken. Dazu finde ihr im Park das New Orleans Museum of Art, den angrenzenden Skulpturengarten und die beiden Eichen Duelling Oak (hier wurden früher tatsächlich „ehrenvolle Streitigkeiten“ ausgetragen) und Singing Oak (Windspiele verursachen friedliche Klänge).

Im Vergleich zum belebten Zentrum rund um das French Quarter wirkt der City Park deutlich entspannter. Wenn ihr also mal eine Pause von dem ganzen Trubel braucht und einen anderen Eindruck von New Orleans bekommen wollt, seid ihr genau richtig.


Vom French Quarter kommt ihr am einfachsten mit der Straßenbahn hierher, genauer gesagt mit der New Orleans Streetcar auf der Canal Street-Linie, die euch bis in die Nähe des Parks bringt.

Garden District

Ein weiteres Highlight abseits des Zentrums ist der südwestlich vom French Quarter befindliche Garden District. Für mich war dieser Bereich von New Orleans eine echte Überraschung, denn die diversen Beschreibungen fand ich eigentlich gar nicht so spannend, aber ich war wirklich erstaunt, wie herrlich dieses im 19. Jahrhundert entstandene Viertel ist.

Damals haben einige wohlhabende Familien hier außerhalb der damaligen Stadtgrenzen eigene Villen errichtet und genau diese Häuser prägen das Bild bis heute: große Südstaaten-Herrenhäuser mit Säulen, Veranden, schmiedeeisernen Details und oft sehr gepflegten Gärten, die dem Viertel seinen Namen geben.

Beim Spaziergang werden euch vielleicht unterschiedliche Baustile auffallen, da viele Häuser individuell gestaltet wurden. Insgesamt wirkt das Viertel dadurch recht abwechslungsreich, aber dennoch angenehm ruhig.


Die wichtigste Verbindung vom French Quarter ist die St. Charles Avenue Line mit einem der New Orleans Streetcars. Die Fahrt selbst ist schon Teil des Erlebnisses, da die historischen Straßenbahnen über die grasbewachsene Mittellinie direkt durch die von Bäumen gesäumten Straßen des Garden District fahren.

Sportstätten

Auch wenn New Orleans nur zwei der TOP 4 der amerikanischen Sportarten, bestehend aus Football, Basketball, Baseball und Eishockey (in den USA nur Hockey genannt!), zu bieten hat, ist es trotzdem eine große Sportstadt! Die New Orleans Saints vor allem werden leidenschaftlich unterstützt und bei den Heimspielen herrscht regelmäßig eine tolle Stimmung in der Stadt. Die New Orleans Pelicans sind noch relativ „neu“ (sie sind seit 2002 in New Orleans und erst 2013 wurden aus den New Orleans Hornets die New Orleans Pelicans) und waren bisher eher mittelmäßig erfolgreich, weshalb hier die ganz tiefe Bindung erst noch wachsen muss.

Bitte beachtet, dass jede Sportart ihre Jahreszeit hat:

Football (NFL): September bis ca. Januar / Februar

Basketball (NBA): Oktober / November bis ca. April / Mai

Warum diese vagen Angaben? Nun, es hängt davon ob, ob es das jeweilige Team in die Playoffs (sprich so etwas wie eine Meisterschafts-KO-Runde) schafft. In dem Fall dauert die Saison dann entsprechend länger.

WICHTIG! Tickets für amerikanische Sportevents sind teuer! Ohne Wenn und Aber. Wer mit deutschen Preisen, wie zum Beispiel für ein Fußballspiel, rechnet, wird schnell vom Stuhl rutschen, wenn er sieht, was dort aufgerufen wird. Hier greift man preislich schnell in ein ganz anderes Regal. USD 200 pro Ticket sind hier keine Seltenheit – darauf sollte man sich einstellen.

Caesars Superdome (Football – New Orleans Saints)

Der Caesars Superdome ist die Heimspielstätte der New Orleans Saints und fasst rund 73.000 Zuschauer. Es handelt sich um ein Indoor-Stadion, sprich selbst bei schlechtem Wetter seid ihr hier geschützt und könnt die Spiele auch im Winter entspannt genießen. Im Inneren werdet ihr schnell merken, wie „dicht“ die Stimmung ist und wie laut es hier werden kann. Viele Fans kommen bereits sehr früh, um rund ums Stadion (das berühmte Tail-Gating – die Fans feiern hierbei direkt am Auto (Heckklappe = Tailgate)) weit vor Spielbeginn zu feiern.

Viele deutsche Sportfans stören sich daran, dass die Amerikaner Sport auch als Unterhaltung sehen, was sich zum einen daran erkennen lässt, dass kaum jemand die komplette Zeit auf seinen Sitzen verbringt, sondern auch mal durch die Arena läuft, etwas essen geht oder in den riesigen Shoppingbereichen zuschlägt. Es gibt zudem viele Unterbrechungen und immer wieder Aktionen auf den Jumboscreens. Für mich ist das völlig fein, ich kann bei solch einem Football-Spiel trotzdem mitfiebern und Spaß haben, aber ihr solltet darauf vorbereitet sein, dass es eben nicht wie bei einem Fußball-Spiel in Europa rein um den Sport geht.

Wie oben bereits erwähnt beginnt die NFL-Saison Mitte September und geht (mindestens) bis Anfang Januar. Gespielt wird in der NFL donnerstags (ein Spiel), sonntags (die meisten Spiele) und am montags (ein Spiel). Donnerstag und Montag jeweils am Abend, am Sonntag gibt es verschiedene Startzeiten. Auch hier bitte keine falschen Erwartungen haben, NFL-Spiele sind generell kein günstiges Vergnügen. Mit zwischen USD 150 und 300 pro Ticket sollte man schon rechnen. ABER, ein NFL-Spiel ist ein Ganztages-Event, denn das Spiel alleine dauert schon ungefähr 4 Stunden.

Tickets gibt es auf der offiziellen Seite der New Orleans Saints oder bei Ticketmaster.

Smoothie King Center (Basketball – New Orleans Pelicans)

Das Smoothie King Center (ehemals New Orleans Arena) liegt direkt neben dem Caesars Superdome und fasst rund 17.000 Zuschauer. Die Ränge sind recht steil, was der Stimmung definitiv zu Gute kommt.

Die zentrale Lage der Arena hilft natürlich, denn so können die Fans vor und nach den Spielen ordentlich feiern. Ich war leider noch nicht zu einem Spiel dort, aber es steht definitiv auf meiner Liste.

Tickets für die New Orleans Pelicans gibt es auf Ticketmaster.

Meine besten Spot-Tipps in New Orleans auf einer Karte

Auf dieser Karte sind Sehenswürdigkeiten, Filmlocations, Sportlocations, Restaurants, Hotels und Ausflugsziele markiert.

Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil clicken und die Markierungen werden angezeigt.

Meine Hotel-Tipps für New Orleans

In machen Städten ist die Wahl des richtigen Hotels durchaus kompliziert, weil es viele sehenswerte Viertel gibt und man sich überlegen muss, wie man den Schwerpunkt den Aufenthalts setzt. In New York oder Los Angeles ist das beispielsweise der Fall. In New Orleans ist es dagegen relativ einfach!

Touristisch machen nämlich nur drei Viertel wirklich Sinn:

  • French Quarter
  • Central Business District (westlich vom French Quarter)
  • Marigny (östlich vom French Quarter)

Warum? Weil ihr so fußläufig die wichtigsten Attraktionen erreichen könnt und sich viele Restaurants, Bars, Cafés sowie Shopping-Gelegenheiten in der Nähe befinden.

Einzige Einschränkung: Ich würde euch raten keine Unterkünfte auf oder in der unmittelbaren Nähe der Bourbon Street auszuwählen, da es dort doch zumeist sehr laut und trubelig ist.

Folgend also nun meine Hotelempfehlungen:

The Roosevelt Hotel New Orleans – Waldorf Astoria Hotels & Resorts

Vielleicht eine kleine Überraschung, dass ich hier mit einem so prominenten Namen beginne, denn sicherlich vermutet ihr ein irre teures Hotel, aber dem ist nicht zwingend so! Es gibt nämlich immer wieder sehr faire Preise, weshalb ich tatsächlich auch einmal hier gelandet bin. Es lohnt sich daher in jedem Fall die Preise mal zu checken.

Das Roosevelt Hotel liegt direkt an der Canal Street, nur wenige Gehminuten vom French Quarter entfernt, und ist damit der ideale Ausgangspunkt für das Erkunden der Stadt. Das Hotel stammt ursprünglich aus dem Jahr 1893 und fällt vor allem durch seine historische Ausstattung und die große Lobby auf.

130 Roosevelt Way, New Orleans (Central Business District)

Roami at Canal Quarters

Ebenfalls an der Canal Street, aber eine ganze andere Art von Unterkunft ist das Roami at Canal Quarters. Denn statt einem klassischem Hotel bekommt ihr hier eher kleine Appartements mit Küche und mehr Platz, was das Preis-Leistungs-Verhältnis vor allem für längere Aufenthalte oder Selbstversorger ziemlich solide macht.

Es sind nur wenige Minuten zu Fuß zum French Quarter und der Bourbon Street, ohne direkt im lautesten Teil der Stadt zu liegen.

1020 Canal Street, New Orleans (Central Business District)

NOPSI Hotel New Orleans

Das NOPSI Hotel New Orleans liegt nochmal ein wenig weiter westlich im Central Business District und damit etwas ruhiger.

Das ehemalige Gebäude eines Energieversorgers aus den 1920er-Jahren wurde aufwendig umgebaut, bietet heute große Zimmer und einen Rooftop-Pool, und insgesamt ein recht stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis.

317 Baronne St, New Orleans (Central Business District)

The Frenchmen New Orleans By Kasa Living

Und schließlich wechseln wir auf die andere Seite das French Quarter, und zwar zur Frenchmen Street im Stadtteil Marigny, also mitten im Musik- und Ausgehviertel. Allerdings ist hier alles, wie oben erwähnt, deutlich entspannter als rund um die Bourbon Street.

Diese Boutique-Unterkunft mit digitalem Check-in, Pool und individuell eingerichteten Zimmern, liegt preislich (meist) im mittleren Bereich.

417 Frenchmen St, New Orleans (Marigny)

Meine Restaurant-Empfehlungen für New Orleans

Wenn ihr in New Orleans seid, freut euch auf eine ganz besondere Kulinarik, denn das Essen in Louisiana ist stark von verschiedenen Einflüssen geprägt.
Da wäre zum einen die kreolische Küche, die europäische (französisch, spanisch), afrikanische und karibische Einflüsse zu einer aromatischen, oft scharfen Küche verbindet.
Und zum anderen haben wir noch die Cajun-Küche, eine rustikale, herzhafte Regionalküche, geprägt von französischen Einwanderern, die lokale Zutaten wie Fisch, Meeresfrüchte, Schweinefleisch und Reis mit einer pikanten Würze kombiniert.

Aber auch die Zubereitung hat es in sich, denn viele Gerichte werden oft lange gekocht und kräftig gewürzt, so dass sehr intensive Aromen entstehen.


Das hier wären einige Spezialitäten, die ihr in New Orleans mal probiert haben solltet.

Ein Klassiker ist Gumbo, ein dicker Eintopf mit Fleisch oder Meeresfrüchten, der meist mit Reis serviert wird.

Ebenfalls typisch ist Jambalaya, eine Art Reisgericht mit Gewürzen, Gemüse und Fleisch oder Garnelen, das ein bisschen an Paella erinnert, aber deutlich würziger ist. Mein Favorit!

Sehr verbreitet sind auch Po’boys, belegte Sandwiches mit frittierten Garnelen, Austern oder Fleisch, die an sich eher schlicht daherkommen, aber geschmacklich echt überzeugend sind.

Etwas ungewöhnlicher ist dann schon Alligator, der hier meist frittiert auf vielen Speisekarten steht. Unbedingt mal ausprobieren – schmeckt ein bisschen wie Hühnchen.

Für den süßen Teil stehen vor allem Beignets, frittierte Teigstücke mit viel Puderzucker, ganz oben auf der Liste. Für mich als Krapfenfan ein absolutes MUSS.


Folgend nun ein paar Restaurant-Empfehlungen von mir:

Café du Monde

DER Klassiker in New Orleans – seit 1862. Das Café du Monde liegt direkt am Rand des French Quarter, in unmittelbarer Nähe zum Jackson Square, und ist ein echtes Highlight.

Die Karte ist bewusst klein gehalten und konzentriert sich im Wesentlichen auf ein paar wenige Klassiker. Am bekanntesten sind die oben erklärten Beignets, die meist warm serviert werden und göttlich schmecken. Tut euch selbst einen Gefallen und gönnt euch diese Köstlichkeit.

Durch die offene Bauweise mit den großen, überdachten Sitzbereichen wirkt es eher wie ein lockeres Straßencafé, aber um ehrlich zu sein hat mir genau das gefallen.

Wichtig! Ihr könnt euch entweder in den bedienten Bereich setzen oder aber auch ganz einfach die Pick-Up-Variante wählen und euch irgendwo anders gemütlich hinsetzen.  Schaut vielleicht am Besten wie viel los ist und entscheidet dann spontan vor Ort. Allerdings solltet ihr „den Puderzucker einplanen“, denn ganz ohne Kleckern geht es meistens nicht…

Beachten solltet ihr, dass es gerade am Wochenende sehr voll werden kann und die Tische zudem recht eng stehen. Besser unter der Woche kommen!

800 Decatur St, New Orleans

Napoleon House

Das Napoleon House liegt im French Quarter, nur ein paar Straßen abseits der Partymeilen. Von außen ist der Laden eher unscheinbar, aber im Inneren kommt das historische Gebäude mit seinen hohen Räumen, dem Innenhof und der leicht abgenutzten Einrichtung so richtig zur Geltung. Ich bin übrigens ursprünglich auf das Restaurant gekommen, weil es sich hierbei um einen Drehort aus dem Film „JFK“ mit Kevin Costner handelt.

Hintergrund: Das Haus stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert und ist tatsächlich nach Napoleon Bonaparte benannt, weil es ursprünglich als möglicher Zufluchtsort für ihn geplant war – auch wenn er letztlich selbst nie hier war.

Auf der Karte stehen einfache, regionale Gerichte, allen voran das bekannte und italienisch anmutende Muffuletta-Sandwich mit verschiedenen Wurstsorten, Käse und Olivenmix. Da ich allerdings nicht so der Wurst-Typ bin, habe ich mir das Jambalaya bestellt und es war wirklich ein echter Volltreffer. Große Portionen, faire Preise und zudem lecker zubereitet.

Außerdem ist hier der so genannte Pimm’s Cup das Getränk des Hauses! Es handelt sich um einen leichten Sommer-Cocktail aus Pimm’s No. 1 (Gin), Limonade und einer reichhaltigen Garnitur aus Gurke, Minze und frischen Früchten.

Die Kombination aus Geschichte und Atmosphäre ist hier schon klasse. Ihr solltet allerdings durchaus etwas Zeit einplanen, denn zu Stoßzeiten kann es sein, dass ihr auf einen Tisch warten müsst.

500 Chartres St, New Orleans

Ausflugstipps

Solltet ihr in New Orleans mit einem Mietwagen unterwegs sein, kann ich euch nur empfehlen auch ein paar Ausflüge einzubauen.

Rund um die Stadt findet ihr ausgedehnte Sumpfgebiete und so genannte Bayous (langsam fließende Flussarme), die typisch für den Bundesstaat Louisiana sind. Es werden auch viele Touren ab New Orleans durch diese Gebiete angeboten, wobei ich dazu leider keine Möglichkeit hatte.

DENN, ich habe mich aktiv für den historischen Teil dieser Region entschieden, und zwar kann man in Louisiana alte Plantagen entlang des Mississippi besichtigen, die einen sehr guten Einblick in die früheren Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Südstaaten bieten. Mein Interesse daran rührt von der zeitlosen, wunderbar produzierten Serie Fackeln im Sturm, die mit dem jungen Patrick Swayze zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs spielt. Falls ihr die Serie nicht kennt, kann ich sie euch nur wärmstens empfehlen – ihr würdet heute nicht erkennen, dass sie in den 80er-Jahren gedreht wurde.

Oak Alley Plantation

Die Oak Alley Plantation liegt etwa eine Stunde westlich von New Orleans direkt am Mississippi und gehört zu den bekanntesten Plantagen der Region. Dies liegt vor allem an der lächerlich schönen, aus alten Eichenbäumen bestehenden Zufahrtsallee, die dem Ort auch seinen Namen gibt.

Für mich ja DAS perfekte Fotomotiv, allerdings müsst ihr euch möglicherweise ein bisschen gedulden, um einen Moment ohne Touristen abzupassen.

Das Hauptgebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist im klassischen Südstaaten-Stil mit massiven Säulen und großer Veranda gehalten. Bei einem Besuch könnt ihr das Haus auch im Rahmen einer Tour besichtigen und bekommt dabei interessante Einblicke in die Wohnräume, sowie die Geschichte der Plantage.

Ein wichtiger Teil der Geschichte betrifft selbstverständlich auch die versklavten Menschen, die auf der Plantage gearbeitet haben. Dieser Aspekt wird sehr eindrucksvoll in einer eigenen Ausstellung auf dem Gelände thematisiert.

Im Übrigen ist die Oak Alley Plantation auch aus Film- und Fernsehproduktionen bekannt: So wurde das Anwesen bereits mehrfach als Kulisse genutzt, unter anderem für Hollywood-Produktionen, wie zum Beispiel Interview mit einem Vampir mit Tom Cruise und Brad Pitt.

Nottoway Plantation

Nochmal ein kleines Stückchen weiter liegt eine weitere ehemalige Plantage, die zu den größten noch erhaltenen Anlagen im Süden zählt. Das Anwesen wirkt durch seine Größe und die offene Lage ausgesprochen eindrucksvoll, wobei natürlich vor allem das weiße Herrenhaus mit seinen vielen Säulen ins Auge fällt.

Auch hier könnt ihr das Haus im Rahmen einer Führung besichtigen und bekommt einen interessanten Einblick in die Architektur und den Alltag der damaligen Zeit. Dabei geht es vor allem um die Räume, die Bauweise, aber auch die Geschichte der Plantage und der Menschen, die hier gelebt und gearbeitet haben. Ich fand die Tour extrem spannend und vor allem auch gut zusammengestellt.

Besonders ist zudem, dass ihr sogar auf dem Areal übernachten könnt! Es gibt Zimmer im historischen Umfeld, sowie modernere Unterkünfte etwas abseits des Haupthauses.

Filmtourismus – wo kann ich Drehorte berühmter Filme finden?

Ich liebe es ja Locations eines Film zu besichtigen, sprich wo „es“ passiert ist und der Film gedreht wurde. Und es gibt tatsächlich einige Filmproduktionen, die sich New Orleans als Kulisse herausgesucht haben.

Folgende Drehorte könnt ihr New Orleans besuchen:

James Bond – Leben und Sterben lassen

Das achte Abenteuer des Geheimagenten aus dem Jahre 1973 wurde hauptsächlich in Jamaika und Louisiana gedreht. Roger Moore als 007 hat hier alle Hände voll zu tun, um seinem Widersacher Karanga das Handwerk zu legen. Besonders berühmt ist die Szene, in der James Bond über die Rücken diverser Krokodile läuft, um nicht als Mittagessen zu enden.
Fun Fact: Der Stunt wurde von Ross Kananga, dem Besitzer der Krokodilfarm in Jamaika, durchgeführt, nachdem mehrere Stuntmen abgelehnt hatten. Es brauchte fünf Versuche, wobei Kananga beim letzten Mal sogar verletzt wurde. Und, nach ihm wurde auch der Bösewicht des Film benannt.

ABER, der auffälligste Drehort, den ihr besichtigen könnt, befindet sich, wie könnte es anders sein, im French Quarter, also Mitten in New Orleans:
Während der MI6-Agent Hamilton aufmerksam das Restaurant „Fillet of Soul“ beobachtet, taucht eine Jazz-Beerdigung auf, und als sich Hamilton fragt, um wessen Beerdigung es sich handelt, wird er erstochen und damit auch seine Frage beantwortet. Der Schauplatz ist tatsächlich nicht sonderlich schwer zu finden, denn im Film ist ganz deutlich ein Straßenschild mit der Aufschrift „Dumaine“ zu erkennen. Gedreht wurde konkret an der Ecke Dumaine Street und Chartres Street. Erfreulicherweise hat sich hier fast gar nichts verändert und die Location sieht immer noch genauso aus wie 1972.

Das damalige Fillet of Soul befindet sich in der Chartres Street und ihr könnt es an den drei Bogenfenster erkennen.

Ganz in der Nähe, nur eine Straße weiter, gelangt ihr zur Madison Street, in der Bond und sein amerikanischer Kollege Leiter später im Film ihr Auto parken, kurz bevor sie das Restaurant besuchen.

Focus

Bereits ganz oben habe ich diesen Film kurz erwähnt, und zwar bei der Frage, ob New Orleans sicher ist. Denn schließlich geht es bei dem Film mit Will Smith und Margot Robbie aus dem Jahr 2015 um Betrügereien und Taschendiebstahl im großen Stil. Einer der Höhepunkte des Filmes spielt im French Quarter in New Orleans, wenn Jess (Margot Robbie) während der Mardi Grass-Festlichkeiten innerhalb einer Gruppe in einer nahezu perfekt eingespielten Choreographie die feiernden Gästen beklaut. Nicky (Will Smith) beobachtet sie dabei von einem der markanten Balkone und ist von ihren „Qualitäten“ sichtlich beeindruckt. Diese Szenen wurden rund um die Royal Street und die Ursulines Avenue gedreht.

Außerdem spielt sogar der Caesars Superdome eine prominente Rolle, als Nicky eine unglaubliche Wette während eines Football-Spiels eingeht…

JFK

In Oliver Stones Drama über den ehemaligen Präsidenten John F. Kennedy spielte New Orleans eine zentrale Rolle, um das Jahr 1963 nachzustellen. Kevin Costner versuchte in diesem Film aus dem Jahr 1991 als Staatsanwalt Jim Garrison die Umstände der tragischen Ermordung aufzudecken.

Auch wenn es sich um keine Top-Locations handelt, will ich sie euch dennoch kurz nennen, weil ich den Film einfach großartig finde. Und solltet ihr an den Spots zufällig vorbeikommen, könnt ihr ja kurz ein Foto machen und später mit dem Film vergleichen.

Zum Beispiel die Bar, in der Garrison die Fernsehnachrichten über die Schießerei verfolgt, ist das Napoleon House (siehe Restaurants) in der Chartres Street 500, an der Ecke zur St. Louis Street im French Quarter. Das Restaurant selbst stammt aus dem Jahr 1914.

Das Gebäude des Obersten Gerichtshofs von Louisiana in der 400 Royal St diente als Büro von Jim Garrison.

Und schließlich der Höhepunkt des Film, der dramatische Prozess gegen den von Tommy Lee Jones herrlich interpretierten, schillernden Clay Shaw wurde am Originalschauplatz gedreht, dem Criminal Courts Building an der Ecke Tulane Street und Broad Street.

Interview mit einem Vampir

Und schließlich wäre das noch das oben bereits unter Ausflüge erwähnte Horrordrama aus dem Jahr 1995 mit Brad Pitt und Tom Cruise in den Hauptrollen. Hierbei spielen die beiden die Vampire Louis und Lestat, die ganz unterschiedlich mit ihrem Dasein als Blutsauger umgehen.

Der Film beginnt im 18ten Jahrhundert und Louis’ Anwesen ist die traditionsreiche Oak Alley Plantation.

Fun Facts zu New Orleans

  • Ein Großteil des Stadtgebiets befindet sich unterhalb des Meeresspiegels, was eine ständige Entwässerung durch Kanäle und Pumpstationen erfordert.
  • Der Name Mardi Grass / Fetter Dienstag leitet sich vom Brauch ab, vor der Fastenzeit noch einmal reichhaltige Speisen zu genießen.
  • Während Mardi Gras werfen die sogenannten „Krewes“ Perlenketten („beads“) von den Umzugswagen ins Publikum – oft sammeln Besucher davon gleich mehrere Hände voll.
  • In New Orleans sind offene Alkoholbehälter auf der Straße erlaubt – ihr könnt also ganz legal mit einem Drink durch die Gegend laufen, solange er nicht in Glas ist.
  • Die berühmten Friedhöfe bestehen oft aus oberirdischen Gräbern, weil der Boden zu nass ist, um tief zu graben.
  • Viele Straßennamen im French Quarter sind eigentlich spanischen Ursprungs, obwohl das Viertel „französisch“ heißt – ein Hinweis auf die wechselvolle Kolonialgeschichte.
  • Die New Orleans Streetcars gehören zu den ältesten der Welt und fahren teilweise seit dem 19. Jahrhundert auf denselben Strecken.
  • Der Caesars Superdome wurde nach dem Hurrikan Katrina 2005 zeitweise als Notunterkunft genutzt und ist bis heute ein wichtiges Symbol für die Stadt.