Die Stadt Córdoba rutscht in Andalusien oftmals in den Schatten von Sevilla und Granada, was ich persönlich „unfair“ finde. Klar, das Stadtzentrum ist kompakter und bietet sicherlich nicht diese Fülle an Top-Sehenswürdigkeiten, aber für mich war vor allem die Mezquita von Córdoba eines der absoluten Highlight meiner Rundreise! Ursprünglich als Moschee erbaut und später zu einer Kathedrale umgestaltet, vereint sie auf eine wirklich einzigartige Weise islamische und christliche Architektur. Ich hatte mich besonders auf den Besuch gefreut und wurde nicht enttäuscht – im Gegenteil!
In diesem Artikel findet ihr meine wichtigsten Informationen für euren Besuch, sowie praktische Tipps rund um die Highlights der Anlage – hier die Übersicht:
#1 Was macht die Mezquita so besonders?
#2 Generelle Infos zur Mezquita
#3 Wo genau befindet sich die Mezquita?
#4 Übersichtskarte der Mezquita
#5 Wie ist die Mezquita aufgebaut bzw. was sind die besten Spots der Mezquita?
#6 Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Mezquita?
#7 Was muss ich beim Ticketkauf für die Mezquita beachten?
#8 Lohnt sich eine geführte Tour oder sollte ich die Mezquita besser auf eigene Faust besichtigen ?
#9 Gibt es besondere Tipps oder Empfehlungen für den Besuch der Mezquita?
#10 Wieviel Zeit muss ich für den Besuch der Mezquita einplanen?
#1 Was macht die Meqzuita so besonders?
Wenn ihr bei Social Media oder in Reiseblogs hinsichtlich der Mezquita recherchiert, werdet ihr sofort über den riesigen Säulenwald mit seinen hunderten rot-weiß gestreiften Bögen stolpern – eines der beliebteste Fotomotive nicht nur in Cordoba, sondern sicherlich in ganz Andalusien.
Und auch wenn diese wirklich schönen Bilder der Bekanntheit der Meqzuita sicherlich geholfen haben, das eigentlich beeindruckende ist die Kombination aus islamischer Baukunst und christlicher Architektur, die es in dieser Form weltweit (kaum) ein zweites Mal gibt. Hier werden nämlich zwei völlig unterschiedliche Epochen und Religionen in einem einzigen Gebäude vereint.
Ursprünglich wurde die Mezquita als Moschee erbaut, nach der Rückeroberung Córdobas durch die Christen entstand allerdings mitten im Inneren eine Kathedrale, ohne die Moschee vollständig abzureißen.
Und genau das macht die Mezquita zu einer der außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Spaniens!
#2 Generelle Infos zur Meqzuita
Hier eine kompakte Übersicht mit den wichtigsten Fakten zur Mezquita:
- Offizieller Name: Mezquita-Catedral de Córdoba (Moschee-Kathedrale von Córdoba)
- Baubeginn: 785 n. Chr.
- Grundfläche: rund 23.000 Quadratmeter
- Länge: ca. 179 Meter
- Breite: ca. 134 Meter
- Gebetshalle: etwa 15.000 Quadratmeter
- Säulen: heute rund 850 erhaltene Säulen aus Marmor und Granit
- Bögen: über 1.200 zweifarbige Hufeisenbögen
- Glockenturm: etwa 54 Meter hoch
- Kapellen: mehr als 30 Seitenkapellen wurden nach der christlichen Umgestaltung hinzugefügt
- UNESCO-Welterbe: seit 1984
- Besucher: rund 2 Millionen pro Jahr
Die fünf wichtigsten geschichtlichen Daten:
- 785 n. Chr. – Beginn des Baus
Emir Abd ar-Rahman I. lässt die Große Moschee von Córdoba errichten. - 833 bis 987 – Mehrfache Erweiterungen
Die Moschee wird mehrfach vergrößert. Am Ende des 10. Jahrhunderts zählt sie zu den größten und bedeutendsten Moscheen der islamischen Welt. - 1236 – Christliche Eroberung Córdobas
Nach der Einnahme der Stadt durch König Ferdinand III. von Kastilien wird die Moschee zur christlichen Kirche geweiht. Anders als vielerorts bleibt das Bauwerk jedoch weitgehend erhalten. - 1523 – Bau der Kathedrale im Inneren
Mit Genehmigung von Karl V. beginnt der Bau eines Kirchenschiffs mitten in der ehemaligen Moschee. Dadurch entsteht die heute weltweit einzigartige Kombination aus islamischer Moschee und christlicher Kathedrale. - 1984 – Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste
Die Mezquita wird als herausragendes Beispiel islamischer Architektur und als bedeutendes Kulturdenkmal Spaniens zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und zählt heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes.
#3 Wo genau befindet sich die Mezquita?
Der schöne Vorteil bei einer Besichtigung Córdoba ist, dass sich die Mezquita mitten im historischen Zentrum der Stadt, direkt am Ufer des Flusses Guadalquivir, befindet.
Durch ihre zentrale Lage erreicht ihr die Mezquita problemlos zu Fuß von den meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die berühmte Römerbrücke (Puente Romano) liegt nur wenige Gehminuten entfernt, ebenso der Alcázar de los Reyes Cristianos, so dass ihr diese Highlights sehr gut miteinander kombinieren könnt.
#4 Übersichtskarte der Mezquita
Ich habe euch – zur besseren Übersucht – eine Karte für die wichtigsten Spots in der und rund um die Mezquita erstellt.
Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.
#5 Wie ist die Mezquita aufgebaut bzw. was sind die besten Spots der Mezquita?
Die Mezquita besteht aus
- dem Glockenturm (Torre Campaniaro),
- dem Innenhof (Patio de los Naranjos),
- der Moschee,
- dem Mihrab,
- sowie der Kathedrale (Capilla Mayor).
Glockenturm
Der Glockenturm der Mezquita wurde im 16. Jahrhundert um das ehemalige Minarett der Moschee errichtet und befindet sich direkt am Eingang.
Ihr könnt den rund 54 Meter hohen Turm im Rahmen einer kleinen Führung über zwei Etagen besichtigen, was sich meines Erachtens definitiv lohnt, denn von oben habt ihr durch die zentrale Lage der Mezquita ganz sicher einen guten Blick über die Altstadt und die Mezquita selbst. Da die Zahl der Besucher pro Zeitfenster stark begrenzt ist, solltet ihr euch euer Ticket unbedingt frühzeitig reservieren. Bei meinem Besuch war der Turm leider gesperrt, insofern bin ich leider nicht in den Genuss der tollen Aussicht gekommen.
Der Besuch dauert 30 Minuten und dann wird die nächste Kleingruppe auf den Turm gelassen. Der Turm öffnet genau dreißig Minuten VOR der Mezquita (weiter unten mehr dazu), so dass ihr morgens zuerst den Turm und dann die Mezquita besichtigen könnt.
Innenhof
Nachdem ihr die massiven Außenmauern hinter euch gelassen habt, betretet ihr den historischen Innenhof der Mezquita (Patio de los Naranjos), der zur Zeit der Moschee als Ort für die rituelle Waschung vor dem Gebet diente.
Heute prägen die regelmäßig angelegte Reihen von Orangenbäumen (Naranja = Orangen), Brunnen und Wasserbecken das Erscheinungsbild. Ich fand den Hof als Übergang zwischen der Altstadt und dem Inneren der Moschee-Kathedrale sehr interessant.
Innenraum
Der Innenraum der ursprünglichen Moschee wird von dem eingangs erwähnten, beeindruckenden Säulenwald geprägt, der sich über große Teile des Gebäudes erstreckt. Hunderte Säulen aus Marmor und Granit tragen die charakteristischen rot-weißen Doppelbögen, die heute als Wahrzeichen der Mezquita gelten. Auch wenn ich viele Bilder im Vorfeld gesehen hatte, war ich auf die Weite und (räumliche) Tiefe dieser gleichmäßig angeordneten Säulen nicht vorbereitet. Ganz ehrlich, dieser Bereich ist wirklich extrem beeindruckend.
Achtet mal auf die tiefen Decken und wie sich dadurch das Bild des Raumes verändert. je nachdem in welchem Bereich ihr euch befindet und wie das Licht einfällt, kann dieser Bereich der Säulen durchaus auch mal etwas unheimlich daher kommen.
Entlang der Außenmauern entstanden nach der christlichen Eroberung Córdobas mehr als 30 unterschiedlich gestaltete Seitenkapellen. Dadurch treffen im Inneren des Bauwerks islamische Architektur und christliche Sakralkunst unmittelbar aufeinander und genau diese Kombination macht die Mezquita weltweit einzigartig.
Mihrab
Der Mihrab ist die kunstvoll gestaltete Gebetsnische der Mezquita und markierte ursprünglich die Gebetsrichtung der Gläubigen. Direkt davor befindet sich die Maksura, ein durch verzierte Bögen abgegrenzter Bereich, der einst dem Herrscher und seinem Gefolge vorbehalten war.
Beide Bereiche zählen aufgrund ihrer aufwendigen Mosaike, Kalligrafien und Verzierungen zu den bedeutendsten Beispielen islamischer Baukunst in Europa.
Capilla Mayor
Die Capilla Mayor (übersetzt Hauptkapelle) bildet das Zentrum der christlichen Kathedrale, die im 16. Jahrhundert in das Innere der ehemaligen Moschee eingebaut wurde.
Sie besteht aus dem Hauptschiff und dem Altarraum mit einem aufwendig gestalteten Hochaltar und zahlreichen Renaissance- und Barockelementen, die einen deutlichen Kontrast zur schlichten Struktur der ursprünglichen Moschee bilden.
Gerade dieser Bereich verdeutlicht den Wandel der Mezquita von einer islamischen Gebetsstätte zu einer christlichen Kathedrale.
#5 Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Mezquita?
Diese Frage hat ja zwei Ebenen. Zum einen welche Reisezeit ist vermeintlich die beste und zu welcher Tageszeit habt ihr das beste Erlebnis?!
Zuerst zur Reisezeit, nun, in Andalusien ist es im Sommer richtig heiß, weshalb das Frühjahr und die Herbstmonate, wenn es etwas milder ist, sehr beliebt sind. ABER, genau in dieser Zeit sind auch viele Kulturreisende und Gruppen unterwegs, sprich die Sehenswürdigkeiten sind nahezu genau so gut besucht, wie in den Ferienzeiten. Ich selbst war im Juli in Córdoba und ja, es war voll, aber für mich immer noch im Rahmen. Insofern würde ich diesbezüglich nicht allzu viel „herumdenken“, sondern einfach den Urlaub so planen, wie es für euch gut passt.
Hinsichtlich der Tageszeit: Meine Empfehlung wäre, wie so oft, zum frühest möglichen Termin vor Ort zu sein, wobei dies hier nicht ganz so zeitig ist, wie bei vielen anderen Sehenswürdigkeiten. Danach könnt ihr mit dem Besuch des Glockenturms beginnen und dafür den ersten verfügbaren Zeitslot buchen. Da der Turm nämlich bereits vor der Mezquita öffnet, lassen sich beide Besichtigungen ideal miteinander kombinieren. Anschließend könnt ihr direkt zur Öffnung die Moschee-Kathedrale betreten. Zwar werden dann sicherlich einige Besucher bereits vor dem Eingang warten, aber dennoch habt ihr so die Chance noch die Ruhe vor dem ganze großen Sturm zu genießen. Denn mit zunehmender Uhrzeit füllt sich die Mezquita logischerweise immer weiter und dann wird es ein ganz anderes Erlebnis.
Da ihr nach dem Einlass zeitlich nicht begrenzt seid, könnt ihr die Anlage anschließend ganz in Ruhe erkunden und euch für die verschiedenen Bereiche so viel Zeit nehmen, wie ihr möchtet.
Eine andere Variante, wenn ihr beispielsweise schon einmal tagsüber in der Mezquita gewesen seid, könntet ihr die Meqzuita auch am späten Nachmittag, ca. eine Stunde vor Schließung, noch ein weiteres Mal besuchen. Denn dann sind die großen Gruppen weg und die Hauptbereiche leeren sich spürbar. Ich erwähne das, weil der Eintritt relativ günstig ist.
#7 Was muss ich beim Ticketkauf für die Meqzuita beachten?
Generell gibt es unterschiedliche Option für euch für die Besichtigung:
Wichtige Infos dazu:
- Generell lohnt es sich frühzeitig Tickets zu buchen – die Mezquita ist DIE Top-Attraktion in Córdoba, sprich, wer hier ist, will zu 99% auch in die Mezquita!
- Bei den Verlinkungen oben führen die ersten beiden direkt auf die offizielle Website der Mezquita, weil ich diese sehr übersichtlich und gut angelegt finde. Tatsächlich könnt ihr auch die Tickets inklusive Audioguide bei getyourguide reservieren, wo es meistens sehr großzügige Stornobedingungen gibt. Solltet ihr also terminlich noch unsicher sein, könnt ihr entspannt bei getyourguide buchen und bis 24h vorher kostenlos stornieren.
- Die Tickets für den Glockenturm sind in der Hauptsaison sehr schnell ausgebucht, vor allem der Slot direkt am Morgen. Hier solltet ihr schnell handeln! Und ganz ehrlich, die Kosten sind sehr niedrig, wenn also alle Stricke reißen, verliert ihr wirklich nur ein paar EURO.
- Die Touren sind oftmals nicht auf Deutsch buchbar! Achtet hier bei der Auswahl genau auf die Sprache.
- Neben der klassischen Besichtigung am Tag könnt ihr die Mezquita auch im Rahmen der offiziellen Nachtführung „El Alma de Córdoba“ erleben. Dabei führt ein Rundgang mit Licht-, Klang- und Projektionseffekten durch das nahezu menschenleere Bauwerk – ganz sicher ein Highlight.
- Es gibt auch eine Tageskasse, dies möchte ich einfach mal erwähnt haben, weil man nur noch über Onlinetickets spricht.
- Für alle Besucher ist der Eintritt von Montag bis Samstag zwischen 8.30 und 9.30 Uhr kostenlos (die Info steht weiter unten beim „Kleingedruckten“). Dabei handelt es sich um ein Zeitfenster während der morgendlichen Gottesdienste. Ein Ticket ist nicht erforderlich, allerdings wird der Einlass bereits gegen 9.20 Uhr geschlossen und die Besucher werden anschließend wieder hinausgebeten. An Sonn- und Feiertagen gilt diese Regelung nicht.
- Der Patio de los Naranjos kann zudem unabhängig vom Ticket kostenlos betreten werden.
#8 Lohnt sich eine geführte Tour oder sollte ich die Mezquita besser auf eigene Faust besichtigen?
Vielleicht vertrete ich hier eine unpopuläre Meinung, aber ich finde ihr könnt die Mezquita am Besten auf eigene Faust erkunden. Ich habe während meiner Andalusien-Reise an einigen Touren teilgenommen und bin für mich am Ende zu dem Urteil gekommen, dass ich nicht jede gebraucht hätte.
Ihr werdet dort jeweils mit vielen Daten, Namen und Ereignissen überhäuft, was teilweise wirklich eure volle Konzentration erfordert, wodurch manchmal ein bisschen etwas von der Aura der entsprechenden Location „weggenommen“ wird. Bei den verschiedenen Palästen beispielsweise finde ich das vollkommen ok, vor allem auch weil sie sehr weitläufig sind.
Hier in der Mezquita ist alles sehr dicht und ich finde dieses monumentale und einzigartige Bauwerk wirkt für sich. Natürlich ist die Geschichte hochinteressant, aber diese erfahrt ihr auch durch die Audioguides, könnt so aber das Tempo steuern und den jeweiligen Ort auch mal auf euch wirken lassen. Aber das ist nur meine Meinung…
#9 Gibt es besondere Tipps oder Empfehlungen für den Besuch der Mezquita?
- Geführte Touren starten (meist) immer auf der Südwestseite in der Calle Torrijos.
- In der Mezquita gibt es keine Restaurants oder Cafés.
- Toiletten gibt es nur im Innenbereich, nicht aber im Innenhof.
#10 Wieviel Zeit muss ich für den Besuch der Mezquita einplanen?
Für den Besuch der Mezquita solltet ihr etwa 2 Stunden einplanen. Das sollte ausreichen, um die wichtigsten Spots in Ruhe zu besichtigen.
Wenn ihr zusätzlich den Glockenturm besuchen möchtet oder euch intensiver mit der Geschichte und Architektur des Bauwerks beschäftigen wollt, sind 2,5 bis 3,5 Stunden eine realistische Planung.
#11 Fazit
Tatsächlich kann ich hier kaum noch etwas anfügen, außer dass die Mezquita zu den außergewöhnlichsten Gebäuden zählt, die ich je gesehen habe. Fotos und/oder Beschreibungen sind das eine, aber wenn ihr zwischen den endlosen Säulen und Bögen steht, werdet ihr erkennen, warum das Bauwerk als eines der bedeutendsten Wahrzeichen Andalusiens gilt. Nicht nur wegen der Architektur, sondern auch wegen der außergewöhnlichen Geschichte, die sich in jedem Teil des Gebäudes widerspiegelt. Viel Spaß beim Besuch…








