Reisebericht Grenada
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Auf Grenada gibt es einen der schönsten Strände der Welt – den Grand Anse Beach
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Die Tauchgebiete vor Grenada zählen zu den besten der Karibik.
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Die Hauptstadt St. George’s hat sehr viel zu bieten – unter anderem den wunderschönen Hafen und den Local Market.
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Grenada wird auch Spice Island genannt, weil es auf der Insel viele Gewürze gibt.
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Außerdem lohnt sich eine Insel-Rundfahrt zu Rum-Destillerien, Wasserfällen und Fischermärkten.
Liebe Reisefreunde,
ich war kürzlich auf einer äußerst interessanten Karibik-Reise und freue mich euch diese wunderbare Insel nun vorstellen zu dürfen… Und los geht’s!
EINER DER SCHÖNSTEN STRÄNDE DER WELT
Kennt ihr das, wenn ihr ein Motiv schon mehrfach fotografiert habt und es doch immer wieder knipst, weil es so schön ist?! Das habe ich jetzt auf Grenada erlebt an einem der schönsten Strände, den ich je gesehen habe – dem Grand Anse Beach. In vielen Reiseführern und Top-Listen wird dieser unfassbar lange, schneeweiße und von türkisblauem Wasser umspülte Strand als einer der zehn schönsten Strände der Welt geführt. Nach meinem Besuch dort, bin ich geneigt zu sagen – mit Recht!
Aber der Reihe nach. Grenada war schon lange auf meiner Liste, denn ich hatte bisher nur das Beste gehört und außerdem liegt vor den Küsten Grenadas das größte Wrack der Karibik, weshalb in der Taucherpresse des Öfteren mal darüber berichtet wurde. Einzig die Erreichbarkeit war mir ein Dorn im Auge, aber mittlerweile fliegt die Condor immer wieder in den Wintermonaten direkt ab Frankfurt nach Grenada – ein klarer Pluspunkt!
GRAND ANSE BEACH HOTEL
Ein Hotel hatte ich mir zwischenzeitlich auch schon herausgesucht, nämlich das Grenada Grand Beach Resort, direkt am Grand Anse Beach gelegen und mit einer Tauchbasis unter Schweizer Leitung auf dem Hotelgelände. Somit war das Puzzle für mich vollständig und das Projekt Grenada konnte starten.
Bei der Einreise in Grenada darf man, wenn man das Pech hatte im Flugzeug hinten zu sitzen, erst mal etwas warten. Das Immigration-Prozedere wird hier für karibische Verhältnisse relativ ernst genommen! J Stempel in den Pass und weiter… Bei der Fahrt zum Hotel lernt man das kennen, was ebenfalls über Grenada gesagt wird – sehr freundliche Menschen. Der Taxifahrer ist überaus nett, plaudert mit mir und ich habe dabei keinesfalls das Gefühl, dass dies aufgesetzt oder mit einem Hintergedanken verbunden ist. „Enjoy your holiday“ ruft er mir nach! Wenn der wüsste, dass ich hier arbeite…
Das Grenada Grand Beach Hotel ist eines der ältesten Häuser am Platz, damit aber auch eines der traditionellsten. Die Lage ist wirklich der übergroße Pluspunkt, denn zentral am Strand Grand Anse Beach, ist so ziemlich der beste Ort auf der ganzen Insel. Hinzu kommt, dass sich auch außerhalb vom Hotel gute und viele Möglichkeiten bieten. Bei schönen Strandbars mit herrlichem Blick aufs Meer angefangen, über französische Frühstückscafes, japanisch-karibische Sushi-Restaurants bis hin zum Supermarkt – in wenigen Minuten erreicht man hier alles.
Dies soll aber bitte nicht falsch verstanden werden, denn es ist hier alles andere als überlaufen oder unangenehm touristisch. GANZ UND GAR NICHT – im Gegenteil. Als ich in der Hotel-Lobby das Schild Fantasy-Pool lese schaudere ich, denn zu oft habe ich diesen Namen schon in einem komplett falschen Zusammenhang gehört. Von wegen Fantasy! Aber hier im Grenada Grand Beach Hotel werde ich positiv überrascht, denn der Pool ist sicherlich mit der schönste, den ich je gesehen habe. Wasserfälle, verschiedene Pool-Bereiche, eine Snack-Bar in der Mitte des Pools, ein Whirlpool im Wasserfall (!), Palmen, eine angenehme Größe, viele Liegen… Ein Urlaubstraum! Negativ in diesem Hotel darf man das Abendessen erwähnen, denn dies ist glatt zu teuer.
Hier empfiehlt es sich außerhalb zu essen. Noch sind nicht alle Zimmer renoviert, aber letztlich sind sie absolut in Ordnung – einige werden außerdem bereits komplett neu gestaltet. Selbstverständlich würden wir uns bei Reservierung um gute Zimmer bemühen.
TAUCHBASIS NATIVE SCUBA SPIRIT
Ein schöner Vorteil ist, dass sich die Tauchbasis Native Spirit Scuba direkt in der Hotelanlage befindet. Die Basis leitet die Schweizerin Rahel, zusammen mit ihrem Mann Adrian – während sie fürs Büro zuständig ist und begleitet er die Tauchausfahrten. Adrian arbeitet seit vielen Jahren als Tauchlehrer auf Grenada und kennt die Gebiete wie seine Westentasche, genauso wie seine Crew bestehend aus Oscar, Shamar und Thayne. Oscar hat eine beruhigende Aura, wie ich es selten erlebt habe. Da eine Anfängerin mit an Bord ist, macht sich das gleich positiv bemerkbar. Flaschen und alles Notwendige werden von der Crew über den Strand zum komfortablen modernen Speedboot getragen und man selbst muss nur noch über das Wasser ins Boot steigen – angenehm. Beim Briefing zeigt sich dann aber die ganze Stärke und Kompetenz der Crew von Native Spirit Scuba. Ausführlich und geduldig werden alle Dinge rund um das Boot, das Tauchgebiet und die zu erwartenden Bedingungen erklärt und ich muss ehrlich sagen, ich hatte sehr schnell ein sehr gutes Gefühl. Auf dem Programm steht das oben erwähnte Wrack der Bianca C. – das Highlight der Insel. Die Bianca C. ist ein gewaltiges Passagierschiff, welches 1961 im Hafen von St. George’s, Grenadas Hauptstadt, Feuer fing und gerade so noch aus dem Hafenbecken herausgezogen werden konnte, bevor es versank. Wir tauchen langsam aber sicher hinab und beim ersten Sichtkontakt mit der „Titanic der Karibik“ schlägt das Taucherherz höher. Ein Riesentrumm! Als erstes „schwimmen“ wir ein wenig durch den Pool, was an sich schon ein lustiges Gefühl ist. Anschließend tauchen wir weiter an dem Metallgiganten entlang, auch wenn die Strömung recht stark ist. Erstaunlich viele Fische flankieren das Wrack, was das Spaßgefühl nur noch steigert. Da die Bianca C. aber in über 30 Metern Tiefe liegt, ist der Spaß leider viel zu schnell zu Ende!
Die weiteren Tauchplätze sind alle unterschiedlich, teilweise recht flach, dann wieder sehr „hügelig“. Auffallend ist der Fischreichtum! Besonders interessant war in jedem Fall das Shark Reef, das seinem Namen alle Ehre macht! Ich denke dieser Tauchplatzname wird weltweit am häufigsten von Tauchbasen vergeben, nur weil sich aus Versehen mal ein Hai dorthin verirrt hat. Die Besucher eines solchen Tauchplatzes sind dann meist enttäuscht, wenn die Namensgeber sich nicht blicken lassen. Ähnlich verhält es sich oft mit „Manta Points“… Hier, auf Grenada, sehen wir tatsächlich die erwarteten Haie, zwar schlafend am Boden, dafür aber 5 Stück auf einmal… Neben den Haien entdecken wir auffallend viele Lobster, die sich an manchen Plätzen dicht drängen. Die Fotografen haben dadurch die Möglichkeit sie in allen erdenklichen Variationen abzulichten und die Bilder von bis zu vier riesigen Lobstern auf einem Fleck beeindrucken mich noch auf dem Tauchboot!
Alles in allem möchte ich sagen, dass Grenada angenehmes „easy diving“ bietet, denn die Tauchplätze sind nicht besonders schwierig zu betauchen, ohne dabei allerdings langweilig zu sein. Ein weiterer Pluspunkt: die Ausfahrten vom Grand Anse Beach aus sind sehr kurz, denn die meisten Tauchplätze befinden sich in dieser großen Bucht!
HAUPTSTADT ST. GEORGE’S
Aber Grenada hat noch deutlich mehr zu bieten als nur das Tauchen! Wie es sich für eine karibische Insel gehört, stellen das Lebensgefühl und die wunderschöne Landschaft einen ganz wichtigen Teil eines Urlaubs auf Grenada dar.
Die Insel wird auch Spicy Island genannt, denn nirgends wachsen auf einer Insel mehr Gewürzpflanzen als hier. Erstaunlich! Das gilt es natürlich zu entdecken und hier empfiehlt sich dringend eine Inselrundfahrt – gerne auch aufgeteilt auf mehrere Tage. Beginnen sollte man natürlich mit der Hauptstadt St. George’s. Diese erreicht man in nur ca. 10 Minuten vom Grand Anse Beach. St. George’s hat eine gewisse Berühmtheit erlangt, da der Hafen zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Wenn man an der Hauptstraße am malerischen Hafenbecken entlang fährt, wundert man sich über die Häuserdichte und die vielen Boote, die hier anlegen. Der Wasserspiegel liegt nämlich nur wenige Zentimeter tiefer, denn die Stadt befindet sich in einem Tal und wird an drei Seiten von Bergen und Hügeln umgeben – quasi das „Portofino of the Carribbean“, ein sensationelles Bild! Hier sollte man sich ein wenig Zeit nehmen und die Gassen entlang schlendern, man findet dabei immer wieder neue Aussichtspunkte. Aufgrund der Berge wäre es aber gut, wenn man etwas „wanderfester“ ist, denn es sind durchaus ein paar interessante Steigungen dabei. Der Weg wird Sie ganz sicher auch zum Local Market führen, der absolut sehenswert ist. Ein lustiges Treiben herrscht dort an den kleinen Ständen der Einheimischen.
INSEL RUNDFAHRT
Neben St. George’s empfehlen sich die Besuche der Rum Destilliere, einer der schönen Wasserfälle der Insel und der Muskatnuss-Verarbeitung. Erfreulicherweise hatte ich richtig Glück mit meinem Guide, denn ich habe tatsächlich interessante und wissenswerte Dinge während meiner Tour erfahren. So zum Beispiel die Begriffserklärung des Wortes Grog. Sicherlich ist das Wort den meisten geläufig, aber woher stammt der Begriff? Grog ist ein Akronym und leitet sich ab von Georgius Rex Old Grenada, denn als der Rum von Grenada nach England zu George III verschifft wurde, mussten die Fässer gekennzeichnet werden, damit der besonders gute Rum zum König direkt transportiert wurde und das geschah eben mit dem Begriff G.R.O.G. Nicht schlecht, oder?! Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen eine Rum-Probe vorzunehmen und das obwohl ich kaum Alkohol trinke. Weinprobe ist was für Anfänger, jetzt kommt die Rumprobe! Als der Guide aber zu einem „Getränk“ kommt, was er mit dem Satz „if you call yourself a real man, this is your rum“ ankündigt (wenn du ein echter Mann bist, probier den mal) und dabei die Kollegen schon leicht zu lachen anfangen, steige ich dann doch aus. Ein echter Piratenrum für die ganz „besonderen Momente“!! Hat Spaß gemacht die Rumführung, das kann ich nicht anders sagen…
Interessant ist auch die kleine Gewürzstation, bei der hauptsächlich Nutmeg getrocknet wird. Nutmeg bedeutet Muskatnuss und ist so etwas wie das Nationalgewürz. Auch diese Tour ist interessant, denn die vielen unterschiedlichen Gerüche der Gewürze zu erleben ist sehr beeindruckend – Zimt, Ingwer, Nelken, Lorbeer frisch aus der Natur… Selbstverständlich zählt auch Kakao dazu und ich kann bestätigen dass die Schokolade hier unglaublich verführerisch riecht und schmeckt (selbst Rahel von Native Spirit Scuba, die als Schweizerin voreingenommen sein könnte, lobt die Schokolade als exquisit).
LOCAL FISH MARKET
Das große Finale ist der Local Fish Market der zweitgrößten Stadt Gouyave. Klingt wie eine Touristenattraktion, dabei ist das genaue Gegenteil der Fall. Es handelt sich eigentlich um einen Event für die Einheimischen und da der Ort relativ weit im Norden der Insel liegt, bleibt es auch größtenteils dabei. Allerdings verirren sich doch einige Touristen hierher, was aber überhaupt nicht stört, denn der Charakter der Veranstaltung bleibt erhalten. Die Einwohner der Insel bauen zu diesem Fest Stände, Grills und Bars auf und kochen, braten und grillen fangfrischen Fisch, Meeresfrüchte, Lobster und allerlei lokale Spezialitäten wie z.B. Brotfrucht. Das ganze beginnt bei Sonnenuntergang, dazu gibt es Musik und natürlich Rum! In diesem Zusammenhang habe ich auch gelernt, dass man den Rumpunch hier zwingend mit Nutmeg erhalten muss, andernfalls darf man ihn zurückgehen lassen… Ein sehr lustiger Brauch auf Grenada! Nach und nach ergibt sich eine besondere Magie an diesem Platz, denn die Speisen schmecken vorzüglich, vor allem weil man die ganze Zeit herum schnuppert, die Einheimischen und Touristen vermischen sich auf eine sehr angenehme Art, denn es wird geredet, zugeprostet und gelacht, und natürlich weil die Musik gute Stimmung verbreitet. Ein karibisches Fest inmitten eines Fischmarkts! Eine richtig tolle Erfahrung und ich bin ehrlich gesagt etwa wehmütig als wir schließlich wieder in unseren Wagen steigen und es heimwärts ins Hotel geht…
KOMMEN WIR ZUM ENDE…
Als ich auf der Heimreise mit einer Gruppe deutscher Touristen durch die Paßkontrolle gehe, dauert es ein wenig und wir kommen beim Warten ins Gespräch mit dem Kontrolleur. Zu Beginn meines Berichts hatte ich ja erwähnt, dass es hier auf Grenada mit die freundlichsten Menschen der Karibik geben soll, was ich wirklich nur bestätigen kann. Der gute Mann an dem Schalter war sooo nett, geduldig und sehr sehr höflich, dass eine Dame aus der Gruppe so freundlich war ihm genau das zu sagen. Seine Antwort: „The lord gave me my attitude, as he did give you your beauty” – übersetzt: Gott hat mir das freundliche Wesen gegeben, genau wie er dir deine Schönheit geschenkt hat. Man möchte meinen, das ist aber schmalzig oder aufgesetzt – gar nicht! Der Mann war einfach herzlich und unglaublich höflich. Außerdem sah die Dame wirklich gut aus! J Wo sonst nimmt man ein gutes Gefühl von der Passkontrolle mit…
Alles in allem ist Grenada eine wunderschöne, besondere, typisch karibische Insel mit allem was dazu gehört. Als ich eines Abends auf der Terrasse einer Strandbar saß, einen schönen Fruchtshake in der Hand hatte und den Sonnenuntergang im Meer beobachtet habe, ist mir klar geworden, dass genau diese Momente einen Karibikurlaub ausmachen. Das kann man aber nur versuchen zu beschreiben, man sollte es am besten jedoch selbst erleben. Ich würde Grenada nicht für Hardcore-Taucher empfehlen, denen die Unterwasserwelt deutlich wichtiger ist als die über Wasser, denn dafür ist die Insel zu schön. Man kann hier wundervolle Tauchgänge erleben und das sollte man auch, aber man sollte eben auch die Insel entdecken und wertvolle karibische Erinnerungen mitnehmen. Denn das macht Grenada aus: die vielen schönen Möglichkeiten!
Und damit will ich meinen Reisebericht beschließen und hoffe natürlich, dass euch mein Bericht gefallen hat. Grenada war wunderschön und ist in meiner Karibik-Hitliste direkt auf den vorderen Plätzen eingestiegen!
Alles Gute und herzliche Grüße
Euer



