Reisetipps Ägypten – Kairo

  • Kairo ist eine pulsierende Megastadt, in der jahrtausendealte Geschichte und moderne Lebendigkeit auf eindrucksvolle Weise verschmelzen.

  • Die Pyramiden von Gizeh sind monumentale Meisterwerke der Antike, deren präzise Bauweise und gewaltige Dimensionen alles Vorstellbare übertreffen.

  • Mit dem neuen Grand Egyptian Museum wurde ein gewaltiges, neues und modernes Museum geschaffen, welches die größte Sammlung altägyptischer Artefakte beherbergt – darunter erstmals die vollständige Grabausstattung des Tutanchamun.

  • Die Sultan-Hasan-Moschee beeindruckt mit ihrer monumentalen Architektur, während die Muhammad-Ali-Moschee auf der Zitadelle von Kairo mit Alabasterwänden und Panoramablick über die Stadt glänzt.

Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?

Impressionen aus Kairo – ein kleines „Best-of“

Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps

Ich war bisher dreimal in Kairo, zweimal allerdings jeweils nur für einen Tag. Das dritte Mal hatte ich dann mit insgesamt vier Tagen erfreulicherweise sehr viel Zeit und habe die Stadt nochmal ganz anders kennen gelernt.

Kairo ist eine „verrückte“ Stadt mit außergewöhnlich vielen, unterschiedlichen Bereichen. Vor allem die flächenmäßige Größe, die Masse der Menschen und die Anzahl der Autos sind wirklich überwältigend. Bei vielen Städten kann man ja sagen „dieser Teil ist schön, fahr dort hin“ und genau das geht in Kairo NICHT. Die touristisch interessanten Bereichen befinden sich kreuz und quer über die Stadt verteilt.

ABER: Die wirklich tollen Spots von Kairo sind Sehenswürdigkeiten absolute Weltklasse!

  • Generell
    Kairo ist die Hauptstadt Ägyptens und mit 22 bis 24 Millionen Einwohner im Großraum (Stand 2024), je nach Definition der Metropolregion, eine der größten Städte Afrikas. Kairo beeindruckt mit weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie den Pyramiden von Gizeh, dem Ägyptischen Museum oder der Zitadelle mit der Muhammad-Ali-Moschee.
  • Gibt es Flüge nach Kairo?
    Ja! Es gibt gute Verbindungen ab Deutschland nach Kairo PLUS man Kairo sehr gut mit Luxor oder Hurghada kombinieren, da es von dort täglich sehr viele und auch günstige Flüge gibt.
  • Gibt es eine beste Reisezeit für Kairo?
    Für eine Städtereise sind die Herbst- und Wintermonate ideal. Tagsüber ist es angenehm warm, nachts wird es dann allerdings etwas frischer. Im Frühjahr ziehen die Tagestemperaturen dann spürbar an.
    Für eine Kombination mit dem Roten Meer (Badeurlaub) sind sicherlich die Monate Oktober/November und März/April am Besten geeignet.
  • Lohnen sich Tagesausflüge ab Hurghada nach Kairo?
    Das sind natürlich weite Wege, die man an diesem einen Tag zurücklegt, aber wenn man die Pyramiden sehen möchte, in Hurghada und bereit ist, zweimal fünf Stunden im Bus zu sitzen, dann kann man das durchaus machen. Das ist dann zwar ein anstrengender Tag, aber dafür wird man sich auf der Rückfahrt über fantastische Erlebnisse freuen.
  • Sind Hotels in Kairo teuer?
    Teuer ist immer relativ, aber ich würde sagen NEIN! Man bekommt sehr gute 4- bis 5*-Hotels teilweise für um die EUR 120 pro Nacht im Doppelzimmer.
  • Wie ist der Autoverkehr in Kairo?
    Dies ist ein klar negativer Aspekt, weshalb ich das auch hier separat erwähne: Jede Autofahrt ist ein Abenteuer. Rote Ampeln interessieren genauso wenig wie Fahrspuren oder Geschwindigkeitsbeschränkungen. Sogar Geisterfahrer stehen auf der Tagesordnung. Es herrscht pure Anarchie, jeder macht was will, Regeln gibt es keine. Hupen ist ein Nationalsport, dass einem die Ohren klingeln. An all das muss man sich vor Ort gewöhnen.
  • Wie bereise ich demnach Kairo?
    Wie schon geschrieben, die Wege in Kairo sind sehr weit. Dazu ist der Verkehr – wie gerade erklärt – absurd nervig. Insofern scheiden zu Fuß und per Mietwagen für mich kategorisch aus.
    – Per UBER: JA! Dazu weiter unten mehr.
    – Mit einem Guide: Finde ich sehr sehr gut. Wer sich nicht mit UBER und irgendwelchen Planungen herumstreuen möchte, sollte sich einen Guide buchen, der sich um alles kümmert.
    Zusätzliches PLUS: Bei allen Sehenswürdigkeiten sind unendlich viele Souvenirverkäufer. Das kann sehr anstrengend und nervig sein, weil man wirklich ständig recht offensiv angequatscht wird. Mit einem Guide ist das anders! Ich hatte vorher mit ihm besprochen, dass ich KEIN Interesse an den Souvenirs hatte und dementsprechend hat er alle Anfrage deutlich abgewehrt.
  • Wie verwende ich UBER?
    UBER ist in Kairo ein echtes Geschenk. Die Befreiung von dem Stress, ständig mit den notorisch hartnäckigen Taxifahrern feilschen zu müssen, ganz zu schweigen davon, dass man tatsächlich einen fairen Preis vor Ort zahlt, macht es unschätzbar.
    Ich habe UBER einige Male benutzt und fast alle Erfahrungen waren positiv. Bitte beachtet aber:
    – Niemals bar bezahlen, sondern stellt sicher, dass ihr für jede Fahrt mit Kreditkarte in der App bezahlt. Einige Fahrer fragen nach Barzahlung (was in Ägypten erlaubt ist), was allerdings zu Problemen führen kann. NICHT MACHEN!
    – Stimmt keinem Geschäft außerhalb der App zu.
    – Vergewissert euch, dass der Fahrer den Fahrpreis akzeptiert hat, bevor die Fahrt beginnt.
  • Wie buche ich einen Guide?
    Entweder über das Portal von Getyourguide oder man bucht einen Local Guide direkt. Ich hatte meinen Guide direkt gebucht und war sehr zufrieden. Klar, das kostet ein bisschen mehr, aber das Erlebnis ist so deutlich besser.
  • In welche (touristischen) Stadtteile kann man Kairo unterteilen?
    Kairo lässt sich in mehrere touristisch interessante Stadtteile unterteilen:
    1. Alt-Kairo (Koptisches Kairo) – Hier findet man die ältesten christlichen Stätten Ägyptens, darunter die Hängende Kirche, die Sergios-und-Bakchos-Kirche und die Ben-Ezra-Synagoge.
    2. Islamisches Kairo – Ein UNESCO-Weltkulturerbe mit engen Gassen, prachtvollen Moscheen (z. B. Sultan-Hasan, Amr ibn al-As) und dem berühmten Khan el-Khalili-Basar.
    3. Zitadellen-Viertel – Hier liegt die Zitadelle von Saladin mit der Muhammad-Ali-Moschee.
    4. Downtown Kairo – Das moderne, geschäftige Zentrum mit dem Tahrir-Platz, dem Ägyptischen Museum und Regierungsgebäuden.
    5. Gizeh – In diesem Vorort befindet sich die Pyramiden von Gizeh, die Sphinx und das Grand Egyptian Museum.
  • Wie teile ich meine Zeit in Kairo ein?
    Ich war mit meinem Reiseablauf sehr zufrieden, weshalb ich diesen einfach mal direkt weitergebe – auch wenn er ein wenig speziell ist:
    1ter Tag: Früh morgens Pyramiden, mittags Grand Egyptian Museum, nachmittags nochmal die Pyramiden.
    2ter Tag: Vormittags Sultan Hasan Moschee und die Zitadelle mit der Muhammad-Ali-Moschee, mittags das koptische Viertel und nachmittags den Chan el-Chalili-Basar
    3ter Tag: Vormittags und mittags das Ägyptische Museum und den El Tahir-Platz.
  • Brauche ich eine ägyptische SIM-Karte in Kairo?
    Ich würde sagen JA. In Kairo ist die SIM-Karte deshalb so sinnvoll, weil man Transfers / Taxifahrten – im Gegensatz zu Luxor – sehr gut per UBER durchführen kann. Und um diese zu buchen, muss man die App nutzen können.
    Man kann die SIM-Karten direkt am Airport für kleines Geld (ca. EUR 15) kaufen und hat dann nahezu unbegrenztes Datenvolumen. Die Karte wird auch direkt vor Ort eingesetzt.
  • Was hat es mit dem so genannten Bakschisch auf sich?
    Bakschisch bedeutet Trinkgeld oder Bestechung und ist ein wesentlicher Teil der ägyptischen Kultur. Man sollte es vielleicht positiv als Trinkgeld auslegen und sich nicht damit befassen, dass es als Bestechung aufgefasst werden könnte. Die Verwendung von Bakschisch gilt für ganz Ägypten und bitte glaubt mir, wenn ich sage, dass es die Besuche von diversen Sehenswürdigkeiten in vielen Bereichen sehr viel besser machen wird. Manchmal sind beispielsweise Zugänge versperrt, die sich auf wundersamer Weise doch öffnen, wenn ein wenig Bakschisch verteilt wird. Von daher kann ich empfehlen immer ein wenig Kleingeld in der Tasche zu haben…
  • Kann man gut Souvenirs einkaufen?
    Der für mich nervigste Teil in Kairo ist, dass man überall – teilweise extrem offensiv – angequatscht wird und jeder will einem etwas „verkaufen“ bzw. andrehen. Das geht sehr clever über „Where are you from?“ und wenn man höflich antwortet, bedeutet das zu 90%, dass man die nächsten 2-5 Minuten zugetextet wird. Bei den Antworten ist demnach „weniger mehr“. Sprich ein freundliches „Thank you“ ist immer die beste Antwort. Die resignierenden Beschimpfungen am Ende kassiert man meistens so oder so. Ich verstehe und respektiere es, dass die Leute vom Tourismus leben, aber die Art und Weise ist wirklich beispiellos unangenehm. Wären sie nicht so aufdringlich, würde ich vielleicht sogar ab und zu mal hinschauen…
  • Was bedeutet „koptisch“?
    In Kairo gibt es einen „koptischen“ Teil, in dem unter anderem die Hängende Kirche, die Sergios und Bakchos-Kirche und die Ben-Esra-Synagoge zu besuchen sind. Aus dem Grund möchte ich diesen Begriff hier kurz erklären:
    Koptisch bezeichnet die ägyptisch-christliche Tradition, Sprache und Kultur, die ihren Ursprung in der Frühzeit des Christentums hat. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort Aigyptios („Ägypter“) ab, das im Arabischen zu Qibtwurde – daraus entstand „Koptisch“.
    Heute bezeichnet „koptisch“ vor allem die christliche Minderheit in Ägypten, die etwa 10 % der Bevölkerung ausmacht und sich durch eine tiefe historische Verbundenheit mit dem Land und seiner vorislamischen Geschichte auszeichnet.

Die besten Spots in Kairo

Folgend nun die verschiedenen Spots und Sehenswürdigkeiten von Kairo mit Erklärungen und Hinweisen zu dem jeweiligen Besuch.

Pyramiden von Gizeh & Squinx

Die Pyramiden von Gizeh sind ein dieser absoluten TOP-Sehenswürdigkeiten der Welt! Sie befinden sich rund 15 km vom Kairoer Stadtzentrum entfernt und sind das einzige erhaltene der sieben Weltwunder der Antike. Sie zählen seit 1979 zum Weltkulturerbe und gelten als architektonische Meisterwerke.

Schon bei der Ankunft am Rand von Kairo, wo sich das Gizeh-Plateau über die Stadt erhebt, spürt man die Bedeutung dieses Ortes. Die drei großen Pyramiden – Cheops, Chephren und Mykerinos – ragen majestätisch in den Himmel und strahlen pure Geschichte aus..

Ebenfalls auf dem Areal der Pyramide von Gizeh befindet sich die Große Sphinx von Gizeh. Sie liegt direkt östlich der Chephren-Pyramide und wirkt, als würde sie seit Jahrtausenden über das Plateau wachen. Mit ihrem Löwenkörper und dem menschlichen Gesicht ist sie rund 73 Meter lang und etwa 20 Meter hoch. Aus einem einzigen Felsblock herausgehauen, ist sie eines der ältesten bekannten Monumente aus Stein weltweit.

Ich habe einen separaten, sehr ausführlichen Bericht zu den Pyramiden geschrieben, in dem ich die wichtigsten Punkte rund um einem Besuch erkläre:

  • Generelle Infos (Fakten, Öffnungszeiten, Tickets)
  • Benötigt man für den Besuch der Pyramiden einen Guide?
  • Wie bewege ich mich in der Anlage?
  • Wieviel Zeit sollte ich bei den Pyramiden einplanen?
  • Wie plane ich meinen Besuch?
  • Wo sind die besten (Foto-)Spots? Inklusive Karte des Geländes!
  • Kann ich auf die Pyramiden klettern?
  • Lohnt es sich in die Pyramiden hineinzugehen?
  • Was muss ich bei der Sound & Light-Show beachten?

Darüber hinaus gibt es noch einige, weitere Informationen, die euch helfen werden, den Aufenthalt vor Ort ideal zu planen und zu genießen.

Grand Egyptian Museum

Ein Besuch im Grand Egyptian Museum (GEM) ist ein außergewöhnliches Erlebnis für alle, die sich für das Alte Ägypten interessieren! Sowohl von außen, wie auch von innen, ist das Museum absolut gewaltig und mehr als beeindruckend.

Bemerkenswerter Weise befindet sich das Museum (ganz bewusst) in einer Art Verlängerung sehr nahe bei den Pyramiden von Gizeh und ist angeblich das größte archäologische Museum der Welt.  Es bietet eine einzigartige Verbindung von moderner Architektur, innovativer Ausstellungstechnik und der tiefgreifenden Geschichte einer der bedeutendsten Kulturen der Menschheit.

Zu den Highlights gehört ganz klar die vollständige Grabausstattung des Tutanchamun, die erstmals komplett an einem Ort gezeigt wird – inklusive seines berühmten Goldsarges, Schmuck, Streitwagen und Alltagsgegenständen.

Alleine schon beim Betreten des riesigen Foyers empfängt einen eine elf Meter hohe Statue von Ramses II.!

Die gesamte Ausstellung ist thematisch, chronologisch und räumlich so gestaltet, dass man die Entwicklung des Alten Ägyptens von der Frühzeit bis in die Spätantike nachvollziehen kann. ABER, wenn ich ehrlich bin, war es nicht ganz einfach, dem vermutlich angedachten Weg zu folgen.

An einer Stelle oberhalb der großen Treppe hat man einen tollen Blick auf die Pyramiden und kann erkennen, wie die beiden Bereiche verbunden sind.


Innerhalb des Museumskomplexes befinden sich auch Restaurants, Geschäfte und Restaurierungszentren mit Einblicken in laufende Projekte.

Insgesamt muss ich sagen, dass das Grand Egyptian Museum wirklich außergewöhnlich und definitiv sehenswert ist. Die verschiedenen Artefakte bekommen sehr viel Raum und werden sehr stilvoll präsentiert.

Alles in allem bin ich mir allerdings nicht ganz sicher, ob es mir (emotional) gefällt die faszinierende, ägyptische Geschichte im Rahmen eines solch modernen Stils zu besichtigen. Gefühlt ist hier eher das Museum der Star und nicht die antiken Ausstellungsstücke. So chaotisch und klein das (alte) Ägyptische Museum auch war, so authentisch hat es auf mich gewirkt. Aber das ist natürlich komplett subjektiv.

Muhammad-Ali-Moschee

Die Muhammad-Ali-Moschee, auch bekannt als Alabastermoschee, ist eines der bekanntesten Bauwerke Kairos und tatsächlich ein echtes Highlight.

Sie thront auf der Zitadelle von Kairo, weil Muhammad Ali Pascha damit ein politisches und symbolisches Zeichen setzen wollte – die Moschee sollte seine Macht und die Unabhängigkeit Ägyptens vom Osmanischen Reich demonstrieren.

Folgendes hat mich an der Moschee am meisten beeindruckt:

  • Die hohen Kuppeln ähneln denen der Hagia Sophia in Istanbul sehr – tatsächlich wurde die Muhammad-Ali-Moschee deutlich von der Hagia Sophia inspiriert, vor allem in ihrem osmanisch geprägten Baustil – sie ist allerdings kein exakter Nachbau.
  • Einer der vielen Bleistiftminarette (Turm einer Moschee) ist 82m hoch!
  • Die Wände aus Alabaster, die der Moschee ihren Namen geben
  • Der weite, offene Gebetsraum mit einem großen Kronleuchter und kunstvoller Dekoration – hier kann man großartige Bilder machen.
  • Im Hof steht eine reich verzierte Uhr, die ein Geschenk von König Ludwig-Philippe von Frankreich ist – als Gegengeschenk für den Obelisken von Luxor, der heute prominent auf dem Place de la Concorde in Paris steht.
  • Der fantastisch weite Blick über die Stadt – man kann sogar die Pyramiden erkennen!
  • Außerdem befindet sich im Inneren der Sarkophag von Muhammad Ali Pascha, dem Begründer des modernen Ägyptens.

Sultan-Hasan-Moschee

Die unterhalb der Muhammad-Ali-Moschee gelegene Sultan-Hasan-Moschee ist eine der größten und eindrucksvollsten Moscheen Kairos. Sie beeindruckt mit einem riesigen Eingangsportal, hohen Mauern und einem offenen Innenhof mit einem schönen Brunnen in der Mitte.

Rund um den Hof liegen vier große Gebetsräume (sogenannte Iwane), der wichtigste mit der Gebetsnische (Mihrab) zeigt die Richtung nach Mekka. Dort findet man auch die Kanzel (Minbar), von der aus früher gepredigt wurde. Besonders schön sind die Verzierungen: geschnitzter Stein, arabische Schrift, feine Holzarbeiten und Licht, das durch hohe Fenster einfällt.

Ein weiterer Raum ist das Mausoleum, das als Grab für Sultan Hasan gedacht war. Auch wenn er dort nicht begraben wurde, gehört dieser Teil zu den ruhigsten und beeindruckendsten Orten der Moschee.

El-Tahrir-Platz / Ägyptische Museum

Das altehrwürdige Ägyptische Museum befindet sich direkt am El Tahir-Platz, weshalb ich diesen beiden Locations hier zusammengefasst habe:

El Tahrir-Platz

Der Tahrir-Platz (arabisch: Midan at-Tahrir, „Platz der Befreiung“) ist das politische und symbolische Herz Kairos – besonders bekannt als zentraler Schauplatz der Revolution von 2011, bei der Hunderttausende Ägypter für Freiheit, Gerechtigkeit und politische Veränderung demonstrierten.

Ehrlich gesagt wirkt der Platz architektonisch eher schlicht, umgeben von Regierungsgebäuden und dem Ägyptischen Museum, allerdings wurde er weltweit zum Sinnbild für den arabischen Frühling.

Zuletzt wurde der Tahrir-Platz etwas modernisiert, mit neuer Beleuchtung, Brunnen und einer zentralen Obelisken-Anlage.

Ägyptische Museum

Als ich das erste Mal in diesem besonderen Gebäudekomplex war, habe ich mich gefühlt wie Indiana Jones. Alles wirkte staubig, auf eine gewisse Art unsortiert und unordentlich, aber auch einfach alt. Was allerdings auch seien Charme hatte! Ich habe es wirklich sofort geliebt durch die Gänge zu streunen und die unzähligen Artefakte zu bewundern. Gefühlt hat hinter jeder Ecke wieder ein neues Highlight gewartet.

Nun gibt es aber ja das neue Grand Egyptian Museum (GEM) bei den Pyramiden von Gizeh und ein Großteil der Sammlung – vor allem die Schätze des Tutanchamun – wird umgezogen.

Und dennoch bleibt das Ägyptische Museum bestehen!

  • Es wird umfassend renoviert, um seine Rolle als historisches Museum beizubehalten.
  • Es wird sich künftig auf weniger bekannte, aber bedeutende Objekte konzentrieren, etwa aus der Frühzeit Ägyptens oder der Spätantike.
  • Aufgrund seiner Geschichte (seit 1902) und seiner zentralen Lage bleibt es ein kulturelles Zentrum Kairos.

Das Ziel ist, zwei sich ergänzende Museen zu schaffen: Das neue GEM als spektakuläres Nationalmuseum mit großem Überblick, und das Ägyptische Museum als vertiefender, historischer Ort im Herzen der Stadt.

Ich persönlich finde alleine schon das Gebäude fantastisch und hoffe wirklich sehr, dass ein wenig von dem mystisch-antiken Zauber bestehen bleibt…

Chan-el-Chalili-Market

Auf dem Chan-el-Chalili-Markt erlebt man ein farbenfrohes, lebendiges Labyrinth aus engen Gassen, Gewürzduft, orientalischem Kunsthandwerk und jahrhundertealter Atmosphäre – ein Ort, an dem der Alltag Kairos mit dem Flair aus 1001 Nacht verschmilzt.

Der Markt, gegründet im 14. Jahrhundert, ist einer der ältesten Basare der arabischen Welt. Hier reihen sich Geschäfte mit goldenen Lampen, Silberschmuck, Parfümölen, Stoffen, Lederwaren, Gewürzen und traditionellen Souvenirs aneinander. Für Fotografen ein großer Spaß!

An sich ist das Areal wirklich schön, aber für mich war es etwas schwierig diesen Ort zu genießen, weil leider man leider von jedem Händler lautstark und durchaus offensiv vollgequatscht wird. Unterm Strich habe ich demnach auch nichts gekauft, obwohl ich durchaus Lust gehabt hätte ein paar kleinere Souvenirs mitzunehmen. Was schade ist und dem durchaus atmosphärischen Markt seinen Charme raubt.


Inmitten des Trubels laden traditionelle Cafés wie das berühmte El-Fishawi, das seit Jahrhunderten nie geschlossen wurde (!), zum Verweilen bei Tee und/oder Shisha ein – oft begleitet von arabischer Musik. Ich habe mir wahllos eines der Cafés ausgesucht, denn tatsächlich kann man so auch mal das Treiben beobachten und ist auf diesem Wege ein bisschen „für sich“. Diesen Teil des Besuchs fand ich tatsächlich sehr unterhaltsam…

Hängende Kirche

Die Hängenden Kirche („El Muallaqa“) in Alt-Kairo gilt als eine der ältesten koptisch-christlichen Kirchen Ägyptens – ihre Ursprünge reichen bis ins 3. Jahrhundert zurück – und ist ein bedeutendes Symbol für das koptische Christentum.

Aber wieso „hängend“? Der Name stammt von ihrer außergewöhnlichen Lage: Die Kirche wurde über einem der Tore der alten römischen Festung von Babylon errichtet. Dadurch scheint sie über dem Boden zu schweben und gilt als ein architektonisches Meisterstück. Ich konnte den „Effekt“ ehrlich gesagt nur bedingt erkennen.

Heute erreicht man die erhöht liegende Kirche über einen geschmackvollen Vorplatz und eine schön angelegte Treppe.

Im Inneren ist die Kirche reich verziert mit kunstvollen Wandstrukturen, Elfenbeinarbeiten und fein gearbeiteten Kanzeln. Besonders auffällig ist die Holzdecke in Form eines umgedrehten Schiffs – ein symbolisches Bild für die Kirche als „Arche des Glaubens“.

Sergios und Bakchos-Kirche

Ein Besuch der Sergios-und-Bakchos-Kirche in Alt-Kairo ist etwas Besonderes, weil sie traditionell als der Ort gilt, an dem die Heilige Familie – Maria, Josef und das Jesuskind – während ihrer Flucht nach Ägypten Zuflucht fand. Diese Verbindung verleiht dem Ort besondere religiöse Bedeutung und macht ihn zu einem zentralen Ziel der koptischen Pilgerroute.

Die Kirche stammt vermutlich aus dem 4. oder 5. Jahrhundert und ist dem heiligen Sergios und seinem Gefährten Bakchos gewidmet – zwei römischen Soldaten, die wegen ihres christlichen Glaubens den Märtyrertod erlitten.

Ihre architektonische Gestaltung mit antiken Säulen, geschnitzten Holzpaneelen und einer kryptenartigen Kapelle unter dem Altar erzeugt eine stille, ehrwürdige Atmosphäre.

Besonders beeindruckend ist die Krypta, in der sich laut Überlieferung die Heilige Familie mehrere Wochen aufgehalten haben soll.

Ben Esra Synagoge

Die Ben-Ezra-Synagoge ist ein faszinierendes Zeugnis des jahrhundertealten, jüdischen Lebens in Ägypten.

Sie liegt im Herzen des koptischen Viertels, nur wenige Schritte von bedeutenden christlichen Kirchen entfernt, und spiegelt die lange Geschichte des friedlichen Zusammenlebens verschiedener Religionen in Kairo wider.

Die Synagoge selbst ist architektonisch elegant, mit schönen Holzarbeiten und hebräischen Inschriften.

Besonders bedeutend ist sie durch den Fund der sogenannten Geniza im 19. Jahrhundert – ein Archiv tausender religiöser und weltlicher Manuskripte, das über 1.000 Jahre jüdisches Leben im Mittelmeerraum dokumentiert.

Moschee des Amt ibn as As

In der Moschee des Amr ibn al-As, der ältesten Moschee Afrikas (erbaut 641 n. Chr.), erlebt man eine eindrucksvolle Mischung aus spiritueller Schlichtheit und historischer Bedeutung.

Die Moschee liegt im Herzen von Alt-Kairo (Fustat) und wurde vom arabischen Feldherrn Amr ibn al-As errichtet, kurz nach der islamischen Eroberung Ägyptens.

Was man heute sieht, ist das Ergebnis vieler Umbauten, doch die Struktur bleibt offen und lichtdurchflutet:

  • Ein großer rechteckiger Innenhof (Sahn) mit weißem Marmorboden
  • umgeben von überdachten Gebetshallen mit schönen Säulengängen.
  • Einfache, aber harmonische Architektur ohne üppige Dekoration – ganz im Geist der Frühzeit des Islam.
  • Eine Minbar (Kanzel) und ein Mihrab (Gebetsnische) – beide schlicht gehalten.

Die Atmosphäre ist sehr ruhig, besonders außerhalb der Gebetszeiten.

Meine besten Spot-Tipps in Kairo auf einer Karte

Auf dieser Karte sind Sehenswürdigkeiten, Filmlocations, Hotels und Ausflugsziele markiert. Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.

Mein Hotel-Tipps für Kairo

Ich wollte ein Hotel DIREKT bei den Pyramiden. Aus zwei Gründen:

  • Es ist einfach praktisch, denn für mich war klar, dass ich zu den Pyramiden möchte und es macht Sinn dann irgendwie in der Nähe zu sein, um so die Möglichkeit zu haben früh morgens am Eingang zu sein ohne auf Stau oder andere Faktoren achten zu müssen.
  • Es gibt keinen Bereich in Kairo, der für mich besonders schön wäre, so dass ich sagen GENAU DORT möchte ich sein.

Deshalb habe ich mich in diesem Bereich auf die Suche gemacht und habe ein tolles Hotel gefunden, dass ich in jedem Fall weiterempfehlen kann. Und zwar handelt es sich um das Hotel PANORAMA view pyramids (genauso steht es bei booking.com).

Wie bin ich auf das Hotel gekommen und warum halte ich es für das ideale Hotel in Kairo?

  1. Man muss höllisch aufpassen bei der Auswahl eines Hotel bei den Pyramiden. Es wird überall suggeriert, dass man die perfekte Sicht auf die Pyramiden hat, aber dem ist oft gar nicht so. Es lohnt sich bei Google Maps zu checken, WO GENAU das Hotel liegt, um eine böse Überraschung zu vermeiden.
  2. Der Teil der Abou al Hool Street ist der einzige, der verkehrsberuhigt ist!!! Super wichtiger Punkt, denn überall sonst ist es durch die vielen Autos, Mopeds und das dazugehörige Gehupe unfassbar laut. Beim PANORAMA view pyramids war es tatsächlich sehr angenehm ruhig!!!
  3. Die Dachterrasse ist perfekt. Es geht nicht besser. Man hat die perfekte Sicht auf die Pyramiden, so dass ich jeden Nachmittag und Abend hier verbracht habe, um die sensationelle Aussicht zu genießen.
  4. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist überragend! Ich habe für drei Nächte in der mitbesten Kategorie „Suite mit Kingsize-Bett, Blick auf die Pyramiden und Balkon“ mit einem eigenen Balkon in einem oberen Stockwerk nur knapp EUR 300 bezahlt! Das ist ehrlich gesagt ein Schnapper.
  5. Der Service und das Essen waren sensationell gut. Jeder Mitarbeiter war irre freundlich und sowohl Frühstück als auch Abendessen waren sehr sehr lecker.
  6. Das Hotel befindet sich fast direkt gegenüber des Squinx-Eingangs.
  7. Von den Zimmern sollte man nicht zu viel erwarten. Sie sehen fancy aus, sind aber bei eine genaueren Blick doch eher einfach. Aber egal. Hier ist die Dachterrasse und die Lage der Star.

Alles in allem ist das Hotel eine glasklare Empfehlung! Ich würde jederzeit wieder in dieses Hotel gehen. Zu 100%.

Fototipps, die ich euch gerne mitgeben möchte

  1. Pyramiden:
    Bei meinen separaten Informationen rund um die Pyramiden habe ich sehr ausführlich die verschiedenen, besten Foto-Punkte des Areals erklärt. Einfach hier mal reinschauen.
  2. Sultan-Hasan-Moschee
    Die besten Bilder von der beeindruckenden Moschee kann man morgens machen, denn dann steht die Sonne wunderbar im Rücken und die wunderschöne Front wird perfekt ausgeleuchtet. Auch für Panorama-Aufnahmen auf Kairo hinunter hat man morgens die besten Bedingungen.
    Nachmittags bekommt man ein angenehmes Licht von der Seite, was ebenfalls sehr schön sein kann.

Filmtourismus – wo kann ich Drehorte von berühmten Filmen finden?

Ich liebe es ja, genau diese Location eines Film zu sehen, wo „es“ passiert ist, sprich wo der Film gedreht wurde.

Kairo, eine Stadt, in der uralte Geschichte auf moderne Lebendigkeit trifft, war schon in zahlreichen Filmen zu sehen. Die Mumie (1999), unter der Regie von Stephen Sommers und mit Brendan Fraser und Rachel Weisz in den Hauptrollen, stellte Kairos Mischung aus Geheimnis und Abenteuer in den Vordergrund.

Auch Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989), unter der Regie von Steven Spielberg und mit Harrison Ford in der Hauptrolle, nutzte die historischen Straßen und Wahrzeichen Kairos als Kulisse für seine spannende Erzählung.

James Bond – der Spion der mich liebte

Diesen Film habe ich als kleiner Junge im TV gesehen und war dabei sofort von Ägypten fasziniert. Die zwei wichtigsten Orte hierbei sind Luxor und Kairo.

James Bond folgt einer Spur eines Ortungssystems, das gegen U-Boote eingesetzt wird. In der Sahara erfährt Bond über einen alten Kontaktmann von einem Mann namens Aziz Fekkesh. Um mit ihm zu sprechen begibt er sich in die Nähe des Pyramidenkomplexes von Gizeh, doch dort findet er Aziz tot vor und die einzige Spur, die ihm bleibt, ist ein anderer Mann namens Max Kalba und sein Mojaba-Club in Kairo. In diesem Club trifft Bond auf die KGB-Rivalin Anya Amasova, die nach denselben Plänen sucht.

Zugegeben der Anteil der Pyramiden ist relativ gering, es steht eher die Squinx im Vordergrund, aber hat gereicht um mich damals für weiter für die Ägypten und die Pyramiden zu interessieren. Im Übrigen spielt der Film während der Sound & Light-Show.

Die anderen Szenen in Kairo spielen in einem orientalischen Herrenhaus in der Innenstadt. Es ist das heutige Gayer-Anderson-Museum neben der Ibn-Tulun-Moschee. Das Dach des Museums, auf dem Bond einen Kampf austrägt, sieht noch genauso aus. Beide Schauplätze befinden sich im Viertel „Darb al-Ahmar“ – Red Alley.

Fun Facts zu Kairo

  • Kairo bedeutet „die Siegreiche“ – der arabische Name al-Qāhira stammt vom Mars, der zum Zeitpunkt der Stadtgründung am Himmel stand.
  • Kairo hat die Ehre, das letzte verbliebene antike Weltwunder zu beherbergen – die Große Pyramide von Gizeh.
  • Die Bevölkerungsdichte Kairos gehört mit über 50,000 Menschen pro Quadratmeile zu den höchsten der Welt.
  • Das älteste Café Kairos, El Fishawi im Chan el-Chalili-Basar, ist seit über 200 Jahren täglich geöffnet – ohne einen Tag zu schließen.
  • Die Altstadt Kairos gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und enthält mehr islamische Monumente als jede andere Stadt der Welt.
  • Die Stadt der 1.000 Minarette – Kairo wird so genannt, weil man von fast jedem Punkt aus Moscheen sieht.
  • In Kairo gibt es eine Müllstadt (Manshiyat Naser), in der christliche Gemeinschaften leben, die einen Großteil des Mülls Kairos recyceln – in Eigenregie und erstaunlicher Effizienz.
  • Der Tahrir-Platz war 2011 nicht nur das Herz der ägyptischen Revolution, sondern wurde weltweit zum Symbol für Protest und Hoffnung.
  • Während Ägypten überwiegend muslimisch ist, verfügt Kairo über ein reiches koptisch-christliches Erbe mit vielen über die Stadt verstreuten Kirchen. Das koptische Kairo ist ein Beweis für die dauerhafte Präsenz des Christentums in Ägypten, die bis ins erste Jahrhundert n. Chr. zurückreicht.