Das Oktoberfest ist ja bekanntlich das größte Volksfest der Welt und zieht jedes Jahr bis zu sieben Millionen Besuchern an. Für mich als Münchner ist die „fünfte Jahreszeit“ immer etwas ganz Besonderes, denn die Wiesn (wie das Oktoberfest in München heißt) ist für mich alles: Treffpunkt, Klassentreffen, Abendunterhaltung, Party, Geselligkeit, Essen und Freizeitpark. Es ist jedes Jahr immer wieder sensationell, was man hier alles erleben kann!
ABER, wenn man nicht jedes Jahr dort ist, hat man quasi keine Chance einen echten Überblick zu haben, die „Do’s und Don’ts“ zu wissen und wo es am lustigsten ist. Ich versuche euch folgend nun ein paar Tipps und Hinweise zu geben, damit ihr vor Ort das perfekte Wiesn-Erlebnis habt! Hier die Übersicht:
#1 Generelle Infos (Termin, Öffnungszeiten, Hintergründe)
#2 Wo genau findet das Oktoberfest statt?
#3 Welche Tipps gibt es für die An- und Abreise zum Oktoberfest?
#4 Wie ist das Oktoberfest aufgebaut – wo ist was?
#5 Brauche ich eine Tracht für den Besuch des Oktoberfests?
#6 Generelle Infos und Hinweise VOR dem Besuch des Oktoberfest
#7 Gute Tipps WÄHREND des Besuchs auf dem Oktoberfest?
#8 Welche Zelte gibt es auf dem Oktoberfest?
#9 Muss ich für die Festzelte reservieren? Wie funktionieren Reservierungen?
#10 Was sind die besten Attraktionen auf dem Oktoberfest?
#11 Gibt es ein Rahmenprogramm, besondere Tage oder günstige Aktionen?
#13 Kann man die Bavaria besuchen?
#1 Generelle Infos (Termin, Öffnungszeiten, Hintergründe)
Termin
Die Wiesn endet entweder am ersten Sonntag im Oktober oder am 3. Oktober, dem gesetzlichen Feiertag – je nachdem, welcher Tag später liegt.
Der Beginn ist immer drei Samstage vor diesem Enddatum.
Der früheste mögliche Zeitraum ist vom 16. September bis zum 3. Oktober mit einer Dauer von 18 Tagen.
Der späteste Termin fällt auf den Zeitraum vom 22. September bis zum 7. Oktober mit einer Dauer von 16 Tagen.
Insgesamt dauert die Wiesn in der Regel 16 bis 18 Tage, wobei sie auf 17 oder 18 Tage verlängert wird, wenn der 3. Oktober als Feiertag in den Zeitraum fällt.
Öffnungszeiten
- Am Eröffnungstag startet die Wiesn offiziell um 12 Uhr mittags. Einlass aufs Gelände ist um 9 Uhr morgens. Die Festzelte und gastronomischen Betriebe dürfen allerdings ab 10 Uhr bis zum Anstich nur alkoholfreie Getränke (auch kein alkoholfreies Bier) und kleine Gerichte verkaufen.
WICHTIG! Am ersten Samstag warten die Besucher ab den frühen Morgenstunden auf die Öffnung der Wiesn, um einen Platz im Zelt zu ergattern. Sprich, am ersten Samstag ist die Chance auf einen Platz im Zelt sehr sehr gering. - Die Wiesnzelte öffnen unter der Woche um 10:00 Uhr und an Wochenenden (Samstag, Sonntag) sowie Feiertagen um 9:00 Uhr.
- Die großen Zelte schließen ihren Ausschank und beenden die Musik um 22:30 Uhr.
- Kleine und mittelgroße Zelte schließen ihren Ausschank und ihre Musik um 23:00 Uhr.
- Die allgemeine Sperrstunde für alle gastronomischen Betriebe ist um 23:30 Uhr. Ausnahmen bilden die Käfer Wiesn-Schänke und Kufflers Weinzelt, die bis 1 Uhr nachts geöffnet haben, wobei der Ausschank bereits um 0:30 Uhr endet.
- Die Schaustellergeschäfte öffnen von Montag bis Donnerstag ab 10 Uhr und sind bis 23.30 Uhr geöffnet.
Freitags und am Tag vor dem 3ten Oktober sind sie von 10 bis 24 Uhr geöffnet. Samstags von 9 bis 24 Uhr, an den Sonntagen und am 3ten Oktober von 9 bis 23.30 Uhr.
Eintritt
Der Eintritt zum Oktoberfest ist kostenlos! Man kann auf das Festgelände gehen und über das Volksfest bummeln.
Auch in die Bierzelte kommt man – sofern sie nicht wegen Überfüllung geschlossen sind – kostenfrei.
Historischer Hintergrund
Alles begann im Jahr 1810, als Kronprinz Ludwig, der spätere König Ludwig I., seine Hochzeit mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen feierte. Zu Ehren des Paares wurde vor den Toren Münchens ein großes Volksfest veranstaltet. Die Festwiese erhielt dabei den Namen Theresienwiese.
Was damals als einmalige Hochzeitsfeier gedacht war, gefiel dem Volk so sehr, dass die Veranstaltung im Jahr darauf wiederholt wurde. Damit war der Grundstein für das Oktoberfest gelegt.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus dem beschaulichen Fest ein weltberühmtes Volksfest mit prachtvollen Festzelten, traditionellen Trachten, Fahrgeschäften und natürlich dem berühmten Bier.
Der Name „Oktoberfest“
Mit den Jahren wurde das Fest immer beliebteren deshalb auch länger. Damit die Gäste besseres Wetter genießen können, verlegten die Münchner den Beginn immer weiter nach vorne in den September. So haben Besucher längere Tage mit angenehmeren Temperaturen, bevor es herbstlich kühl wird.
Trotz der früheren Starttermine blieb der traditionsreiche Name „Oktoberfest“ erhalten – als Erinnerung an seine historischen Wurzeln.
#2 Wo genau findet das Oktoberfest statt?
Das Oktoberfest findet jedes Jahr in München statt, und zwar auf der Theresienwiese, einem großen Festplatz südwestlich der Altstadt.
- Die Theresienwiese wird von den Münchnern einfach nur Wiesn genannt und umfasst rund 42 Hektar.
- Sie liegt im Stadtteil Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, etwa 10-15 Minuten zu Fuß vom Münchner Hauptbahnhof entfernt.
- Heute ist die Theresienwiese nicht nur Schauplatz des Oktoberfests, sondern das ganze Jahr über Veranstaltungsort für Märkte, Feste und Open-Air-Events.
#3 Welche Tipps gibt es für die An- und Abreise zum Oktoberfest?
Rund um das Oktoberfest gibt es mehrere Möglichkeiten anzureisen bzw. abzureisen:
- Wer mit dem Auto anreist sollte wissen, dass es rund um die Theresienwiese ein weiträumiger Sperrbereich – mit Straßensperren und Halteverboten – eingerichtet wird. Sprich, man sollte großräumig nach Parkplätzen suchen.
Mein bester Tipp für Parkplätze wäre hinter der Hackerbrücke rund um die Arnulfstraße. Von dort läuft man ca. 15-20 Minuten zum Haupteingang. - Sicherlich sehr viele Besucher kommen mit der S-Bahn an und hier wäre die passende Station die Hackerbrücke. Alle S-Bahn-Linien halten hier. Auch von hier läuft man nur ca. 15 Minuten. Wohin ihr laufen müsst werdet ihr sofort erkennen – einfach den Massen folgen.
- Alternativ wäre natürlich auch die U-Bahn eine Option – hier gibt es zwei Varianten:
– Mit den Linien U4 oder U5 ab Hauptbahnhof oder Stachus zur Theresienwiese.
– Mit den Linien U3 oder U6 ab Marienplatz zum Goetheplatz.
WICHTIG! Ich würde euch nur zu Randzeiten die Station Theresienwiese empfehlen. Hier wird phasenweise sehr sehr voll und gerade bei der Abreise ab ca. 22 Uhr kommt kaum vernünftig vorwärts. An der riesigen Rolltreppe versammeln sic die Massen und müssen auf die U-Bahnen warten.
Ich rate immer zum Goetheplatz oder zur Hackerbrücke. - Auf ein Taxi kann man ab 22 Uhr kaum spekulieren, in dem Fall kann man eher mal mit einer Rikscha kleinere Strecken zurücklegen.
#4 Wie ist das Oktoberfest aufgebaut – wo ist was?
Die Theresienwiese ist oval, allerdings werden nur ca. 2/3 während des Oktoberfest belegt. Dies liegt unter anderem daran, dass ein Teil der Fläche für die Schausteller verwendet wird.
Ganz grob kann man sagen, dass sich das Oktoberfest in drei große Straßen unterteilt:
- Querstraße – Wirtsbudenstraße – hier befinden sich fast alle großen Bierzelte.
- Querstraße – Schaustellerstraße – hier befinden sich sehr viele Fahrgeschäfte
- Längsstraße – Matthias-Pschorr-Straße – direkt vor der Bavaria befinden sich das Schützen-Festzelt, die Käfer-Wiesn-Schenke und Kufflers Weinzelt.
Dazwischen gibt es viele Seitenstraßen, wo ihr ebenfalls Festzelte und Fahrgeschäfte besuchen könnt.
WICHTIG! Die Fahrgeschäfte werden fast jedes Jahr umpositioniert. Einzig das Riesenrad und der Olympialooping (5er-Looping) sind traditionell meist am Ende der beiden Querstraßen.
#5 Brauche ich eine Tracht für den Besuch des Oktoberfests?
Kaum zu glauben, aber in den 80er-Jahren galt die Tracht auf dem Oktoberfest eher noch als peinlich. Heute kann ich mir die Wiesn ohne Tracht gar nicht mehr vorstellen! Zu schön ist einfach das Bild, wenn alle Besucher in Dirndl und Lederhose auflaufen…
Wenn ihr nun die Wiesn das erste Mal besucht, wäre es natürlich fantastisch, wenn ihr euch eine Tracht besorgt, ABER es ist mehr als verständlich, wenn ihr euch nicht komplett einkleidet. DENN, bitte kauft euch keine billige Tracht(enimitate), das ist nämlich komplett verpönt!
Für die Frauen besteht die Tracht aus:
- Dirndl
- Schürze
- Bluse
Info:
Wie die Frauen ihre Schürzen binden, zeigt (vielleicht) ihren Beziehungsstatus an.
Schleife links – Single
Schleife rechts – vergeben
Schleife hinten – verwitwet
Natürlich (!!!!) ist jeder Frau vollkommen selbst überlassen wie sie und ob sie ihre Schürze bindet. Sprich, viele nicht vergebene Damen binden trotzdem rechts, damit sie nicht blöd angesprochen werden. Wenn links gebunden wird, sendet dies zwar durchaus ein flirtwilliges Signal, aber selbstverständlich ist trotzdem immer und jederzeit ein respektvoller Umgang geboten.
Für die Männer besteht die Tracht aus:
- Lederhose
- Trachtenhemd
- Trachtenweste
- Strümpfe oder Loaferl mit Wadlwärmer
NO-GO: Niemals Sneaker zur Tracht anziehen. Es gibt für Männer und Frauen sehr schöne Trachtenschuhe.
Sofern ihr euch in irgendeiner Form mit Tracht einkleiden möchtet, kann ich euch folgende Tipps geben:
- Ihr könnt euch eine Tracht ausleihen! Klingt komisch, ist aber wahr. Bei der Firma Bavarian Outfitters habt ihr die Möglichkeit euch wertig einzukleiden.
- Solltet ihr euch Tracht kaufen wollen, kann ich euch folgende Geschäfte empfehlen:
– Trachten Angermaier – Zwei große Stores in der Innenstadt – Gute Qualität, faire Preise
– Inntaler Trachtenwelt – Großes Geschäft am Marienplatz – Etwas günstiger, aber gute Qualität
– Lodenfrey – Luxus-Boutique zwischen Stachus und Marienplatz – Sehr gehoben, aber tolle Auswahl - Tipp für die Männer: Falls ihr euch keine Tracht zulegen wollt bzw. nicht allzu viel Geld ausgeben, zieht ein weißes Hemd an und/oder kauft euch eine Trachtenweste. Damit seht ihr im Bierzelt auf jeden Fall schick aus.
#6 Generelle Infos und Hinweise VOR dem Besuch des Oktoberfests
Hier habe ich einige Informationen bzw. Tipps, die ihr vielleicht VOR dem Besuch des Oktoberfests wissen solltet:
- Wenn ihr wissen wollt, wann wieviel los ist oder ob es einen besseren bzw. schlechteren Tag gibt, solltet ihr mal beim Wiesen-Barometer reinschauen.
- Das mittlere Wochenende, das so genannte Italiener-Wochenende, ist meistens extrem voll. Wenn ihr mehrere Möglichkeiten zur Auswahl habt, meidet idealerweise diesen Zeitraum.
- Rucksäcke und große Taschen sind grundsätzlich verboten.
- Großes Gepäck kann an verschiedenen Eingängen gegen eine Gebühr bei der Gepäckaufbewahrung abgegeben werden.
- Kinderwagen sind von Sonntag bis Freitag bis 18 Uhr erlaubt. An Samstagen und am Feiertag (3ter Oktober) sind Kindertagen NICHT zugelassen.
- Fahrräder und Roller sind nicht zugelassen.
- In den Bierzelten wird fast alles noch mit Bargeld bezahlt – es gibt nur sehr wenige Möglichkeiten für Kartenzahlung! Insofern bringt unbedingt Bargeld mit. Es gibt zwar EC-Automaten auf dem Gelände, aber dort gibt es teilweise lange Warteschlangen und…
- … wenn ihr mal im Zelt seid, seid ihr im Zelt! Ihr könnt leider nicht mehr hinaus und wieder hinein gehen und demnach auch nicht einfach Geld holen gehen.
- Wenn ihr vorhabt (viel) Bier zu trinken, nehmt vorher Elektrolyte zu euch und trinkt viel Wasser – der nächste Tag wird es euch danken.
- Nehmt – speziell bei schlechtem Wetter – eine reißfeste Plastiktüte mit ins Bierzelt. Dort könnt ihr eure Jacken / Pullover verstauen und sie unter dem Tisch und/oder den Bänken legen. So habt ihr während des Aufenthalts die Hände frei und eure Sachen bleiben sauber und trocken.
- Wenn ihr sicher sein wollt, dass ihr immer aus „eurer“ Maß trinkt, nehmt euch eine Markierung mit, dir ihr irgendwie am Henkel oder am Glas befestigen könnt. Dies kann ein Haargummi sein oder aber es gibt auch tatsächlich eigene, dafür vorgesehene Clipper.
- Seid darauf eingestellt, dass es laut und „krass“ werden wird! Außer ihr seid im Käferzelt oder in einer Box. Ansonsten ist die Wiesn im Bierzelt sehr voll, intensiv und es gibt richtige viele Besoffene. Darauf solltet ihr eingestellt sein.
#7 Gute Tipps WÄHREND des Besuchs auf dem Oktoberfest
Und dann habe ich noch einige praktische Hinweise für die Zeit vor Ort:
- Es gibt auf dem Festgelände einige kostenlose Trinkwasserstellen!
- Direkt neben der Bavaria, also hinter der Reihe mit den Zelten Hacker, Schottenhammel, Hofbräu und Marstall, gibt es eine steile Wiese, den so genannten Kotzhügel. Und ich darf euch sagen der Name ist Programm. Demnach, wenn ihr viel getrunken habt und ihr euch ausruhen möchtest, geht NICHT zum Kotzhügel. Sich dort hinzulegen ist auf keiner Ebene eine gute Idee.
- Wenn ihr im Zelt seid – egal ob ihr einen Sitzplatz habt der nicht – gebt der Bedienung bei der ersten Getränkebestellung richtig viel Trinkgeld! Also überproportional viel. Will sagen bei einer Maß so ca. EUR 4-5. Dann könnt ihr sicher sein, dass ihr den ganzen Abend perfekt versorgt werdet. Denn glaubt mir, manchmal kann das warten wirklich nerven und den Kellner „auf seiner Seite zu haben“, ist immer eine gute Idee.
- Wenn ihr keinen Platz an einem Tisch bekommen habt, im Gang steht, eine Maß bestellt und viel Trinkgeld gegeben hat, könnt ihr nach einer gewissen Zeit die Bedienung auch mal nach freien Plätzen fragen. Eventuell ist ja irgendwo eine Reservierung geplatzt oder es sind nicht alle Gäste erschienen…
#8 Welche Zelte gibt es auf dem Oktoberfest?
Insgesamt gibt es auf der Wiesn rund 38 Bierzelte (inklusive Oide Wiesn), wobei unterschieden wird in große Festzelte, mit Platz für mehrere Tausend Gäste, und kleinere Zelte, die meist gemütlicher, familiärer und oft spezialisiert auf bestimmte Speisen oder Themen sind.
Große Festzelte
Vom Haupteingang auf der linken Seite:
- Fischer Vroni (Augustiner) – Wie der Name schon sagt, ein Zelt für Fischliebhaber, das besonders für den „Steckerlfisch“ frisch vom Grill bekannt ist. Die Atmosphäre ist eher ruhig.
- Augustiner Festhalle – Ein traditionsreiches und familienfreundliches Zelt, dazu gilt das Augustiner als das (mit) beste Bier.
- Ochsenbraterei (Spaten) – Auch hier ist der Name Programm – das Zelt mit rustikalem Flair ist berühmt für die köstlichen Ochsen vom Spieß.
- Bräurosl – Das Zelt mit Hacker-Bier wurde nach der Tochter eines ehemaligen Pschorr-Wirts benannt und bietet eine Mischung aus Tradition, Musik und Stimmung. Hier geht es abends schon ordentlich ab, denn die legendäre Festkapelle heizt ordentlich ein. An jedem ersten Wiesnsonntag findet der „Gay Sunday“ (Rosa Wiesn) statt.
- Löwenbräu – Sehr gut erkennbar am brüllenden Löwen über dem Eingang – eines der Top-Fotomotive der Wiesn. Hier treffen sich Münchner und Touristen gleichermaßen, demnach ist die Stimmung durchaus ausgelassen.
Vom Haupteingang auf der rechten Seite:
- Marstall – Leicht spöttisch formuliert, wer etwas auf sich hält, es aber nicht ins Käfer schafft, der geht ins Marstall. Ein super schickes Zelt mit Polstern auf den Bänken. Bitte nicht falsch verstehen, aber ich wurde insgesamt dreimal in das Zelt eingeladen und fand es ehrlich gesagt jedes Mal langweilig. PLUS das Essen war nicht so herausragend, wie beispielsweise im Käfer. Nicht mein Favorit.
- Armbrustschützenzelt (Paulaner) – Eines der stimmungsmäßig ruhigsten Zelte in dem Schützenkultur auf Wiesn-Gemütlichkeit trifft – inklusive traditionsreichem Armbrustwettbewerb.
- Hofbräu-Festzelt – Das internationale Zelt mit Kultstatus! Laut, stimmungsvoll und mit meterhohen Hopfenranken geschmückt. Das einzige Zelt mit einem Stehbereich/einer Tanzfläche in der Mitte.
- Hacker-Festzelt – Im „Himmel der Bayern“ feiern viele Münchner unter blau-weißen Wolkenmalereien. Für mich mit die beste Stimmung und daher auch eigentlich das schönste Zelt.
- Schottenhammel (Spaten) – Im ältesten Wiesnzelt fällt der berühmte Anstich. Hier ist das Publikum generell deutlich jünger, was auch mehr Party bedeutet. Mir gefällt die Sitzanordnung der Bänke zudem nicht so gut, denn hier sitzt man um den Tisch herum.
- Paulaner-Festzelt (Winzerer Fahndl) – Das Zelt mit dem markanten Turm und Blickfang-Bierkrug oben drauf! Gefühlt so ein bisschen eine sehr angenehme Mischung. Viel Tradition, gute Stimmung, aber trotzdem auch gemütlich. Eine wirklich schönes Zelt.
Direkt vor der Bavaria:
- Schützen-Festzelt (Löwenbräu) – So etwas wie DAS Partyzelt und dementsprechend schwer ist es hier reinzukommen, weil es immer mit als erstes wegen Überfüllung schließt. Innen verbindet es traditionelle bayerische Schützenkultur mit festlicher Stimmung und einem herrlichen Blick auf die Bavaria (vom Balkon).
- Käfer Wiesn-Schänke (Paulaner) – Vermutlich hat jeder schon Bilder in der BILD-Zeitung von diesem außergewöhnlichen Zelt gesehen. Man kann davon ja halten was man möchte, aber ich muss wirklich sagen, dass der Almhütten-Charme ausgesprochen schön und das Essen nirgends besser ist. Dazu kann man hier wirklich überall Promis sichten, was durchaus spannend und lustig ist. Einzig, es ist nicht einfach hineinzukommen. Dafür hat das Zelt länger geöffnet!
- Kuffler’s Weinzelt – Statt Bier gibt es hier Wein, Sekt und feine Schmankerl. Bis 21 Uhr gibt es an der legendären Bar – die sehr beliebt bei Singles ist – zu mindestens noch Weißbier. Die Band ist richtig gut und die Stimmung demzufolge ebenfalls. Hier geht es etwas schicker zu und im Gegensatz zum Käfer finde ich, dass es etwas „aufdringlicher“ ist.
Kleine Festzelte
Unter anderem wären hier einige Beispiele:
- Wildstubn – Im Jagdhütten-Stil mit Rehbraten, Hirschgulasch und gemütlicher Atmosphäre geht es hier rustikal, urig und „wild“ zu.
- Zur Bratwurst – Hat sich in den letzten Jahren zu einem Geheimfavorit entwickelt. Hier dreht sich logischerweise alles um die Wurst, die es frisch vom Grill und in urigem Ambiente gibt.
- Café Kaiserschmarren – Powered by Rischart werden hier im feinen Kaffeehausflair frische Kuchen und natürlich der berühmte Kaiserschmarrn serviert. Die Stimmung ist hier überraschend ausgelassen und es gibt sogar eine echt tolle bar. ABER, hier gibt es kein Bier.
- Hühner- und Entenbraterei Poschner – Wiesnklassiker seit über 100 Jahren – bekannt für knusprige Hendl und traditionelle Küche.
#9 Muss ich für die Festzelte reservieren? Wie funktionieren Reservierungen?
Prinzipiell muss man NICHT reservieren. Der Eintritt auf das Gelände des Oktoberfests und in die Bierzelte ist kostenlos. Das ist die wichtigste Information. Ich selbst habe ich noch nie eine eigene Reservierung für die Wiesn gehabt und unzählige, lustige Tage und Abende in den Festzelten verbracht.
Wenn man allerdings entspannt auf die Wiesn gehen und in einem Zelt an einem Tisch sitzen möchte, dann ist eine Reservierung mehr oder weniger Pflicht.
Hier die wichtigsten Infos der Reihe nach:
OHNE Reservierung
- Wenn man keine Reservierung hat, kann man auf der Wiesn eigentlich alles machen, nur eben nicht „einfach so“ in ein Bierzelt gehen und auf einen Sitzplatz hoffen.
- Natürlich gibt es in den diversen Zelten immer wieder freie Plätze, aber dann muss man sich irgendwo dazusetzen. Die Chance auf Sitzplätze erhöht sich deutlich, wenn man in traditionellere, ruhigere Zelte geht. Siehe oben.
- WICHTIG! Ja, es gibt jeden Tag einen bestimmten Prozentsatz an freien Tisch in jedem Zelt, aber diese sind irre schwer zu ergattern. Bestimmt habt ihr schon mal die Videos gesehen, wie die Massen an Menschen auf das Gelände spurten und in die Zelte stürmen. Wenn das etwas für euch ist, viel Erfolg! Nur, um hier eine echte Chance auf Tische am Wochenende zu haben, muss man mitten in der Nacht aufstehen und dann entsprechend auf die Öffnung warten. Und mit früh meine ich ca. 3-4 Uhr morgens! An Wochentagen sieht das wieder ganz anders aus.
INFO:
Unter der Woche dürfen 25% der Plätze nicht reserviert werden.
Am Wochenende und am Feiertag sind bis 15 Uhr 40 % der Sitzplätze von der Reservierung ausgenommen, danach immer noch 25 %. - Hierbei muss man sagen, dass an Wochenende, die (Party-)Zelte oftmals bereits vormittags schliessen, sprich, man kommt gar nicht mehr in die Zelte hinein. Unter der Woche ist dies meistens erst abends der Fall. Natürlich spielt hier auch das Wetter eine große Rolle, denn wenn die Biergärten geöffnet sind, verteilt es sich deutlich besser.
- Generell, meine beste Empfehlung ist, an Wochentagen auf die Wiesn zu gehen. Es sind viel mehr Münchner vor Ort und damit auch mehr Menschen in Tracht, die Zelte sind wie gesagt länger auf und die Stimmung ist eine ganz andere.
Am Wochenende wird tatsächlich oftmals längere Zeit nur Blasmusik gespielt, um die Stimmung nicht zu schnell zu hoch zu kochen.
MIT Reservierung
- Generell kann sich jeder für eine Reservierung in den Festzelten „bewerben“.
- Diese ist kostenlos, allerdings mit einem Mindestverzehr verbunden. In den meisten Zelten sind dies zwei Maß Bier und ein halbes Brathendl pro Person.
- Für Reservierungen gibt es keine zentrale Anlaufstelle. Wer Tische reservieren möchte, muss sich an die einzelnen Zelte wenden.
- Die Anfragen für Reservierungen starten immer im Frühjahr, sprich ca. im April. Hier sollte man die Websites der Festwirte im Blick behalten.
- Was nichts bringt ist kurz nach der Wiesn bei den Wiesnwirten anzurufen oder Mails zu schreiben.
- WICHTIG! Reservierungen dürfen nicht weiterverkauft werden. Wenn dies herauskommt – und das ist meistens der Fall – rutscht man direkt auf eine Blacklist.
- Wenn Reservierungen zurückgegeben werden, gelangen diese auf das offizielle Wiederverkaufsportal. Hier bieten sich teilweise gute Gelegenheiten – auch kurzfristig – auf freie Wiesntische!
- Mein Tipp: Sich auf den Newsletter den Wiederverkaufsportals zu setzen.
#10 Was sind die besten Attraktionen auf dem Oktoberfest?
Neben den kleinen und großen Festzelten gibt es drumherum natürlich zahlreiche großartige Fahrgeschäfte, Shows und Essensstände. Aus dem Grund lohnt es sich auch einfach mal so über das Festgelände zu spazieren und hier und da einfach mal „reinzuschauen“.
Hier sind meine Top-Attraktionen, die man auf jeden Fall mal gesehen haben sollte:
- Toboggan – Die BESTE Unterhaltung auf der Wiesn! Bei der legendären Rutschbahn, wird nämlich schon das Hochkommen zur Mutprobe. Es gilt das wilde Förderband vor vielen Zuschauern zu bezwingen, was nur sehr selten wirklich gelingt. Sehr zur Freude der johlenden Menge…
- Teufelsrad – Ein Oktoberfest-Klassiker, bei dem sich alles dreht – vor allem die Besucher! Mutige Gäste setzen sich hierbei auf die runde Scheibe, die sich immer schneller dreht, während der Moderator mit lustigen Sprüchen für Extra-Wirbel sorgt. Wer bis zuletzt sitzen bleibt, ist der wahre Held, während alle anderen mit viel Gelächter quer durchs Zelt rutschen. Ein urbayrischer Spaß, bei dem Zuschauen fast noch lustiger ist als Mitmachen!
- Riesenrad – Seit Jahrzehnten eines der strahlenden Wahrzeichen des weltgrößten Volksfestes. Majestätisch, nostalgisch und ein ganz klares MUSS. Hoch oben in den Gondeln eröffnet sich ein einzigartiger Blick über das bunte Treiben, die glitzernden Lichter und die Türme Münchens bis hin zu den Alpen.
- Olympia Fünfer-Looping – Nichts für schwache Nerven, aber eines der aufregendsten Fahrgeschäfte weltweit. Mit seinen fünf leuchtenden Loopings in den Farben der Olympischen Ringe ist die Achterbahn nicht ur schon von weitem zu sehen, sondern auch eine Top-Attraktion.
- Schichtl – Echte Wiesn-Geschichte und Kult zugleich. Seit über 150 Jahren sorgt das kleine Varieté-Theater für Lachen, Staunen und ein bisschen Schaudern. Auf der Bühne werden Besucher munter anderem mit der legendären „Enthauptung vor Publikum“ bestens unterhalten – natürlich alles mit einem Augenzwinkern!
- Kettenflieger Bayern Tower – Das Kettenkarussell mit Wow-Effekt: In 90 Metern Höhe schwebt man über München, genießt den Wind im Haar und die sensationelle Aussicht. Aber Vorsicht, dort oben kann es durchaus auch mal richtig frisch werden.
#11 Gibt es ein Rahmenprogramm, besondere Tage oder günstige Aktionen?
Während der mindestens 16 Tage des Oktoberfests gibt es einige besondere Events, Sondertage oder Specials. Hier meine wichtigsten Hinweise:
- Einzug der Wiesnwirte – Erster Samstag – Um knapp 10.30 Uhr bringen die Brauereien und Wiesnwirte mit festlich geschmückten Kutschen und Brauereigespannen symbolisch das Bier zur Theresienwiese.
- Trachten- und Schützenumzug – Erster Sonntag – Ein traditioneller Umzug, der bereits seit 1950 stattfindet.
- Platzkonzert der Wiesnkapellen – Zweiter Sonntag ab 11 Uhr – Hier sorgen die Kapellen der großen Festzelte vor der traumhaften Kulisse der Bavaria für ein einmaliges Konzert auf der Wiesn.
- Familientage – Beiden Dienstage – Bis 19 Uhr gibt es Vergünstigungen für Kinder und Familien.
- Mittagswiesn – Jeden Tag – Rund um die Mittagszeit gibt es in den leckere Speisen zu günstigeren Speisen.
#12 Was ist die Oide Wiesn?
Die Oide Wiesn im südlichen Teil der Theresienwiese ist seit 2011 ein fester und beliebter Bestandteil des Oktoberfests.
Hier steht die „gute alte Zeit“ im Vordergrund – mit nostalgischen Volksfestattraktionen, historischen Fahrgeschäften, bunten Trachten und einem liebevoll gestalteten Museumszelt mit Kinderprogramm. In den deutlich gemütlicheren Festzelten stehen bayerische Tradition, Musik und Geselligkeit im Mittelpunkt. Sprich, wer Party sucht, ist hier falsch.
Auf dem Gelände gibt es drei große Festzelte, sowie das Museumszelt.
Alle vier Jahre pausiert die Oide Wiesn, um Platz für das Zentrallandwirtschaftsfest zu machen.
Besonders familienfreundlich: Alle Fahrgeschäfte kosten nur Euro 1,50, und der Eintritt auf das umzäunte Gelände beträgt EURO 4 pro Person (ab 15 Jahren).
#13 Kann ich die Bavaria besuchen?
Die Bavaria ist die Patronin Bayerns und genau deshalb ist es auch nur gut und richtig, dass ihre aus Bronze gegossene, 18,5 m hohe Statue (plus der 10 m hohe Sockel) sehr prominent auf einem Hügel über der Theresienwiese thront. Sie wurde 1850 anlässlich des damaligen Oktoberfests errichtet und hat ihre ganz besondere Aura.
Das Beste ist allerdings, dass man die Bavaria-Statue sogar von innen besichtigen kann!
Über eine sehr schmale Wendeltreppe gelangt man in der hohlen Bavaria bis in den Kopf, wo es eine wirklich sehr kleine „Sitzecke“ mit Aussichtslöchern gibt. Wer Platzangst hat, ist hier demnach eher nicht richtig. Dennoch, das Erlebnis ist fantastisch und die Aussicht ebenso. Wenngleich man keinen Rundblick erwarten darf, die Luken sind schlicht viel zu klein dafür.
Weil alles so schmal und eng ist, dürfen auch immer nur eine sehr begrenzte Anzahl Leute gleichzeitig hinein. Und man muss jedes Mal warten bis diese Gruppe wieder herauskommt, sprich es handelt sich jeweils um eine Einbahnstraße.
Aus dem Grund braucht man während dem Oktoberfest auch reichlich Geduld, wenn man die Wiesn mal von oben beobachten möchte.
Die umgebende Ruhmeshalle ist während der Wiesn geschlossen.
#14 Gibt es Führungen über die Wiesn?
Ja! Wer die Wiesn einmal hautnah und mit spannenden Einblicken erleben möchte, kann mit offiziellen Guides einen Rundgang über das größte Volksfest der Welt – inklusive interessanter Geschichten, Insiderwissen und Blicke hinter die Kulissen – buchen.
Diese Touren gibt es für Gruppen und Einzelperson, sie sind in mehreren Sprachen verfügbar und dauern etwa eineinhalb bis zwei Stunden.
Buchbar sind sie direkt bei München Tourismus.
#15 Fun Facts zum Oktoberfest
- Obwohl das Fest meist im September beginnt, heißt es Oktoberfest, weil es ursprünglich im Oktober 1810 gefeiert wurde.
- Rund 6-7 Millionen Menschen besuchen die Wiesn jedes Jahr – aus über 80 Ländern.
- Jedes Jahr werden über 7 Millionen Maß Bier ausgeschenkt.
- Dazu kommen rund 500.000 Brathendl, 120.000 Schweinshaxn und unzählige Brezn.
- Im Hofbräuzelt versorgen ca. 270 Bedienungen die Zeltgäste mit Essen und Getränken.
- Bis zu 20 Kilometer läuft eine Wiesn-Bedienung pro Tag!
- Viele der Wiesn-Bedienungen arbeiten ansonsten in ganz anderen Bereichen und nehmen sich extra für die Zeit des Oktoberfestes unbezahlten Urlaub.
- Das Wiesnbier ist stärker als normales Helles – mit rund 6 % Alkoholgehalt.
- Es heißt die Wiesn und nicht den Wiesn. Und die Wiese sagt man auch nicht.
- Seit 1810 wurde das Fest nur 26 Mal abgesagt, meist wegen Kriegen oder Pandemien.
- Das älteste Fahrgeschäft ist das Teufelsrad, das es schon seit 1910 gibt.
- Nur sechs Münchner Brauereien dürfen auf der Wiesn ausschenken: Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten.
- Das berühmte Riesenrad wurde 1880 eingeführt – heute ist es ein Wahrzeichen des Fests.
- Etwa 70 % der Gäste kommen aus Bayern, der Rest aus aller Welt – besonders beliebt ist die Wiesn bei Amerikanern, Australiern, Italienern und Japanern.


