Reisetipps Frankreich – Elsass / Straßburg

  • Straßburg ist die städtischste Stadt im Elsass.

  • Das Straßburger Münster ist eine großartige Sehenswürdigkeit, vor allem auch aufgrund der Plattform auf 66 Metern Höhe.

  • Das Stadtviertel La Petite France ist bilderbuchschön. Die vielen kleinen Gassen, die Brücken und die zahlreichen Cafés und Geschäfte machen einfach nur Spaß.

Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?

Impressionen aus Straßburg – ein kleines „Best-of“

Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps

Folgend möchte ich euch ein paar wertvolle Hinweise zur Planung und zum Besuch selbst geben:

  • Generell
    Straßburg ist sicherlich die bekannteste Stadt im Elsass und alleine schon deshalb führt kein Weg an einem Besuch dort vorbei.
  • Planung
    Die Frage ist vermutlich, wenn man das Elsass besucht, beginnt man im Norden oder im Süden? Im Norden von Straßburg gibt es noch zwei spannende Highlights der Region, und zwar der vor allem kulinarisch interessante Ort Wissembourg und die Burgruine Château de Fleckenstein. Bis nach Wissembourg ist es ungefähr eine Stunde, weiter bis zum Château de Fleckenstein sind es insgesamt 1 1/2 Stunden. Da ich immer die beiden Städte Colmar und Mulhouse vorziehen würde (ich finde die beiden Städte einfach sehr sehr schön – kenne aber die beiden hier angegebenen Spots NICHT, habe allerdings einiges darüber gelesen), würde ich vermutlich vom Süden kommen, um dann am Ende ggfs. zu schauen, ob man noch Lust auf weitere Stationen hat.
  • Wieviel Zeit sollte man einplanen?
    Straßburg ist zwar eine durchaus beachtliche Stadt, zum Besichtigen braucht man allerdings nicht so außergewöhnlich viel Zeit, da man die Altstadt wunderbar in einem halben Tag ablaufen kann. Klar, darüber hinaus kann man durchaus noch ein paar Sachen besuchen, aber ich würde ein Nachmittag und ein Vormittag reichen. In dieser Zeit besichtigt man allerdings nur, man erlebt Straßburg so natürlich nicht.

Die besten Spots in Straßburg

Folgend eine Auflistung der verschiedenen Spots mit Erklärungen zu dem jeweiligen Besuch.

Straßburger Münster

So ähnlich wie den Eiffelturm in Paris sieht man auch das Straßburger Münster in der ganzen Stadt. Kein Wunder, mit 142 Metern Höhe ist der Nordturm auch wirklich sehr beachtlich.

Wer sich an der Stelle – wie ich – fragt, was der Unterschied zwischen einem Münster und einer Kirche: Ein Münster ist eine Horche als Teil eines Klosters. Der Brief Münster leistet sich im Übrigen vom lateinischen Wort „monasterium“ für Kloster ab.

Ach, im französischen heißt das Münster Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg. Notre Dame bedeutet wörtlich übersetzt „unsere Dame“ und das Straßburger Münster heißt offiziell auf Deutsch Liebfrauenmünster.

Das auffälligste Merkmal ist definitiv die Asymmetrie, denn auch wenn es wohl wieder Pläne für einen zweiten Turm gab, so hat das Straßburger Münster nur einen Turm, und zwar den Nordturm. Diesen kann man sogar besichtigen – dazu weiter unten mehr.

Mein Tipp: Schaut euch das Äußere des Münsters mal ganz bewusst aus der Nähe an. Ich fand die detailreiche Fassade extrem beeindruckend.

Innen ist die astronomische Uhr ein echtes Highlight! Sie ist nicht optisch sehr spannend, auch die Technik ist äußerst beeindruckend. Das Figurenspiel der Uhr startet – weltweit einmalig – jeden Tag um 12.30 Uhr!

Straßburger Münster – Plattform

Unbedingt empfehlenswert ist ein Besuch der Plattform des Straßburger Münsters. Dieses befindet sich auf 66 Metern Höhe und quasi genau dort, wo der zweite Turm NICHT ist. Dadurch hat man von der Plattform nicht nur eine großartige Aussicht auf die Altstadt von Strassburg, sondern auch auf den Nordturm. Zudem sind, wie ich finde, lustige „Fernrohre“ am Geländer angebracht, wodurch der Blick  direkt verschiedene Sehenswürdigkeiten (zB besondere Plätze) gelenkt wird.

Außerdem kann man zwei imposante Laufränder und ein altes Uhrwerk bestaunen. Die 332 Stufen lohnen sich also allemal.

Vor allem, weil ich finde, dass man beim Abstieg ebenfalls eine sehr gute Perspektive auf das Münster bekommt.

Es gilt aber die Öffnungszeiten zu beachten, denn es gibt vor allem immer eine Mittagspause! 

La Petite France

Der für mich mit schönste Teil des Elsass ist das Stadtviertel La Petit France. Um ehrlich zu sein würde Klein Venedig, aufgrund der vielen Brücken und des Flusses Ill genauso passen, aber den Namen hat sich wohl Colmar schneller geschnappt (siehe weiter unten).

Tatsächlich befindet sich dieser Teil unzählige, wunderschöne weiße Fachwerkhäuser, kleine Gassen, die oben angesprochenen Brücken, herrliche Plätze und malerische Spots direkt am Ufer Ill.

Mir haben besonders die Rue du Bain-aux-Plantes, die Rue de Molins und der Place Benjmin Zix gefallen.

PLUS, ich habe einen schönen Café-Inisdertipp im Petit France! Siehe unten bei Restauranttipps.

ABER, man muss sich darüber im Klaren sein, dass hier im Sommer an den Wochenenden wirklich viel los ist. Sprich, Adjektiv wie verträumt oder einsam werden hier leider nicht zutreffen…

Und mein ganz besonderer Tipp! Es gibt in der Rue de Molins ein Geschäft, das sich auf Weihnachtsschmuck spezialisiert hat. Dieser Laden ist so kitschig und so außergewöhnlich, dass man sich dem irgendwie nicht entziehen kann. Ich war dort im Juni, bei strahlendem Sonnenschein, und das Ding war richtig voll. Sogar ich konnte nicht anders und habe tatsächlich ein paar schöne Weihnachtsgeschenke mitgenommen. Dieser besondere Laden heißt La Magie de Noël und liegt direkt an der Pont Saint-Martin.

Der Fluss Ill, Schleuse & Brücken

Die Ill ist ein Zufluss des Rhein und ganz eng mit dem Stadtviertel Petit France verbunden. DENN, vor allem die vielen Arme der Ill verleiht diesem bezaubernden Teil Strassburgs diese ganz besondere Atmosphäre. So stehen immer wieder Touristen an den vielen Geländern, schauen auf die Ill und träumen vor sich.

Man kann sogar eine Bootstour (Dauer ca. 1 1/4 Stunden) auf der Ill machen, was vermutlich ganz nett, mir ein wenig zu touristisch, ist. Wobei ich zugegebenermaßen die länglichen Ausflugsboote durchaus lustig finde.

Was mir aber sehr gut gefallen hat ist die Schleuse (siehe Markierung auf meiner Karte), bei der die Boote auf eine höhere Höhe des Flusses gehoben werden. Ob als Teilnehmer einer Bootstour oder als Zuschauer von außen, wenn solch ein Boot auf dem Fluss nach oben gepumpt wird, ist das schon klasse. Als Zuschauer steht man wirklich direkt daneben und kann den Vorgang sehr gut beobachten.

Ein ähnliches, kleines Highlight ist die Fasanenbrücke (Pont du Faisan – siehe Markierung auf der Karte), denn diese kann zur Seite weggedreht werden. Das passiert immer genau dann, wenn eines der eben in der Schleuse noch oben gepumpten Boote passieren will. Dann müssen die Touristen hinter einer niedlichen Kette warten, was sich auch schon ein kleines Schauspiel ist.

Und dann noch ein Fototipp, denn von der Brücke Saint-Martin kann man vermutlich eines der schönsten Fotos in Petit France machen.

Gedeckte Brücken & Barrage Vauban

Jetzt hätte ich noch zwei weitere, nebeneinanderliegende Brücken am Rande von Petit France, die beide zu den bekanntesten Bauwerken von Straßburg zählen:

1) Zum einen direkt in der Verlängerung von Petit France die Gedeckten Brücken. Der etwas sperrige Name kommt daher, dass die Brücken früher mal überdacht waren. Sie waren ein Teil der Befestigungsanlagen und logischerweise ein guter Schutz. Vor allem die drei massiven Türme sind hier schöne Fotomotive.

2) Und direkt gegenüber befindet sich der Barrage Vauban. Barrage bedeutet übersetzt „Damm.“ und Vauban war ein Marschall unter Ludwig dem XIV. Auch dieser diente als Verteidigungsanlage von Strassburg.

Das Spannende ist, dass man innen durch den Damm laufen kann, vor allem aber auch oben drauf. Von dieser Terrasse hat man einen klasse Blick auf oben beschriebenen Gedeckten Brücken und im Hintergrund auf das Viertel Petit France.

Mit den dreizehn Bogen ist der Barrage Vauban zwar keine Augenweide, aber dennoch eine interessante Sehenswürdigkeit von Strassburg.


Genau den beiden Brücken fächert sich der Fluss Ill auf, was diesen Bereich besonders schön macht.

Place des Trippiers

Diesen Geheimtipp habe ich zufällig entdeckt, als ich ohne große Checken des Stadtplans durch die Altstadt flaniert bin. Er befindet sich unweit vom Strassburger Münster entfernt und ist immer wieder der Ort für unterschiedliche Märkte. Vor allem durch die schöne Begrünung wirkt der Place-des-Tripiers wie eine kleine Oase mitten in der Stadt. Zentral schmückt eine ca. 2,5m hohe Statue eines Ritters, sowie ein 50 Jahre altes, eine Tonne schweres Holzfass diesen kleinen Platz.

Mir haben auch die Gassen vom und zum Place-des-Tripiers besonders gut gefallen.

Place Gutenberg

Wenn man von der Kathedrale die Rue Mercière hinunter läuft (by the way ein guter Fotospot, wenn man ein schönes Bild von der Kathedrale machen möchte) kommt man direkt zum Place Gutenberg, der generell ein bisschen unterschätzt wird. Vor allem das traditionelle Karussell ist ein echter Hingucker.

Aber warum dieser Platz nach dem deutschen Erfinder der modernen Druckpresse benannt? Nun, anlässlich der Vierhundertjahrfeier der Erfindung der Druckerpresse durch Gutenberg wurde dieser Platz nach ihm benannt. DENN, und jetzt kommt es, Gutenberg hat von 1434 bis 1444 in Straßburg gelebt und gearbeitet.

Place Kleber

So etwas wie der Hauptplatz, was angesichts der großen Flächen rund um das Münster durchaus bemerkenswert ist. Es ist in jedem Fall  der größte und bekannteste Platz im Zentrum von Straßburg. Er wurde einige Male umgestaltet und ist mittlerweile sogar verkehrsberuhigt, was ihn nochmal enorm aufwertet.

Der Namensgeber war ein Straßburger General aus der Französischen Revolution und zentral auf dem Platz befindet sich eine Statue von ihm.

Am Wochenende finden hier auch immer wieder verschiedene Märkte statt. Generell pulsiert hier das Einkaufsleben von Strassburg!

Thomaskirche

Die evangelische Thomaskirche ist ein sehr gutes Beispiel für die elsässische Baukunst. Sie ist die zweitgrößte Kirche in Strassburg und ich will ehrlich sein, mir hat sie einfach richtig gut gefallen. Das Muster der Steine, natürlich auch das gewaltige Äußere und zudem ist der Vorplatz sehr lauschig. Plus, die Thomaskirche ist einfach auch ein tolles Fotomotiv. 

Meine besten Spot-Tipps in Strassburg auf einer Karte

Ich habe auf der Karte die wichtigsten Spots markiert. Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.

Meine Hoteltipps in Strassburg

Hôtel Les Haras

Ein sehr sehr stilvolles Hotel! Ich war komplett überrascht, wie groß das Areal ist. Es befindet sich nicht direkt in der Altstadt, aber in ca. 5-10 Minuten zu Fuß ist man im Zentrum.

Der Wellnessbereich war außergewöhnlich schön, auch wenn ich es seltsam fand, dass man nur eine Stunde Zugang hat.

Die Zimmer waren sehr modern und stilvoll eingerichtet – wirklich ausgesprochen ansprechend.

23 Rue des Glacières, 67000 Strasbourg

Meine Restaurant-Empfehlungen in Straßburg

Brasserie Restaurant La Rive Gauche

In sonniger Lage kann man hier sehr entspannt und gleichzeitig stilvoll essen. Die Flammkuchen war ganz fantastisch!

1 Rue du Maire Kuss, 67000 Strasbourg

Café Bretelles

Ein ausgesprochen schönes und herziges Café im Zentrum von Petit France. Sehr schön fürs Frühstück und auch für eine Kaffee am Nachmittag…

36 Rue du Bain-aux-Plantes, 67000 Strasbourg

Fototipps, die ich euch gerne mitgeben möchte

Am Besten kann man den vorderen Teil des Münsters am Nachmittag fotografiere. Dann hat man die Sonne im Rücken. Wenn man das Münster von der Seite haben möchte, wäre der Vormittag der ideale Zeitpunkt.

Fun Facts zu Straßburg

  • Straßburg liegt direkt an der Grenze zu Deutschland und war im Laufe der Geschichte mehrfach französisch und deutsch. Das merkt man bis heute an der Sprache, der Architektur und dem Essen – ein echtes kulturelles Crossover!
  • Das Straßburger Münster war bis 1875. das höchste Gebäude der Welt
  • Der Hintergrund für den Namens des Stadtviertels Petit France  in Straßburg ist deutlich unromantischer als man es vermuten möchte. Denn, früher grassierte mal in dem damaligen Gerberviertel die Syphillis und diese wurde Franzosenkrankheit genannt.
  • Die Grande Île, also die historische Altstadtinsel von Straßburg, war die erste Altstadt in Frankreich, die zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde – und das schon 1988!
  • Das Straßburger Münster (Cathédrale Notre-Dame) war mit 142 Metern von 1647 bis 1874 das höchste Bauwerk der Welt.
  • Straßburg ist nicht nur eine französische Stadt, sondern auch eine europäische Hauptstadt: Hier haben das Europäische Parlament, der Europarat und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ihren Sitz.
  • Der Straßburger Christkindelsmärik wurde bereits 1570 gegründet – und gilt als ältester Weihnachtsmarkt Europas. Die Stadt nennt sich stolz „Capitale de Noël“ – Weihnachts-Hauptstadt.