Reisetipps Italien – Florenz
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Florenz ist eine außergewöhnlich beeindruckende Stadt – auf sehr sehr vielen Ebenen! Ich sage das ganz bewusst, denn…
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… Florenz gilt als die Wiege der Renaissance und damit ist auch klar, dass es hier ein vielfältiges Kulturprogramm gibt.
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Die Uffizien gelten zum Beispiel als eines der bedeutendsten Museen der Welt!
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Darüber hinaus sind der Dom, der Palazzo Vecchio und die Ponte Vecchio (Brücke) weitere großartige Highlights!
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Aber Florenz bietet noch mehr, nämlich leckeres Essen, romantische Spots, eine unbeschreibliche Atmosphäre und und und…
Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?
- Impressionen aus Florenz – ein kleines „Best-of“
- Übersicht, wichtigste Fakten und gute Tipps zu Florenz
- Die besten Spots in Florenz
- Dom / Kathedrale von Florenz
- Piazza della Signoria & Palazzo Vecchio
- Ponte Vecchio
- Uffizien
- Santa Croce
- Piazza della Republica
- Fontana della Porcellino
- Basilica Santa Maria Novella
- Dante Haus
- Palazzo Pitti & Boboli Garten
- Piazzale Michelangelo (Aussichtspunkt)
- Weitere Sehenswürdigkeiten
- Kulinarische Highlights aus Florenz
- Meine besten Spot-Tipps in Florenz auf einer Karte
- Meine Hoteltipps für Florenz
- Meine Restaurant-Empfehlungen in Florenz
- Fototipps, die euch gerne mitgeben möchte
- Filmtourismus – wo kann ich die Drehorte von berühmten Filmen finden?
- Fun-Facts zu Florenz
Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps
Ich war bereits dreimal in Florenz und habe die Stadt dennoch jedes Mal wieder neu entdeckt.
In Florenz kann man sich nämlich ganz wunderbar treiben lassen und wenn man mal die wichtigsten Sehenswürdigkeiten „abgeklappert“ und festgestellt hat, dass die Innenstadt eigentlich sehr übersichtlich ist, kann man die außergewöhnliche Atmosphäre von Florenz aufsaugen.
- Generell
Florenz ist die Hauptstadt der Region Toskana und mit ca. 400.000 Einwohnern die achtgrößte Stadt Italiens. - Was macht Florenz aus?
Wer sich Florenz als Urlaubs- oder Ausflugsziel herausgesucht hat, dem sollte bewusst sein, dass es sich hier vor allem um Kultur und Geschichte dreht. Neben den knapp 80 Museen ist die Stadt selbst nämlich auch ein eigenes Gesamtkunstwerk. Es gibt so viele Piazzas, Brunnen, Statuen, Gebäude mit beeindruckenden Ornamenten, Kirchen und Paläste, dass man aus dem Staunen und Schauen nicht herauskommt. Sprich, wenn man Florenz besucht, sollte man schon Lust auf diese Art von Besichtigungen haben…
ABER, ich bin generell kein ausgewiesener Museen-Fan und ich habe mich trotzdem sehr gerne auf Florenz und den gesamten kulturellen Teil eingelassen und habe es nicht bereut. Sprich, hier erlebt man Kunst der Extraklasse, weshalb man hier vielleicht auch mal leichter seine Komfortzone verlässt. - Wieviel Zeit sollte man einplanen?
Vorausgesetzt man bringt das oben erwähnte, gewisse Kulturinteresse mit würde ich sagen, dass man mindestens drei Nächte einplanen sollte. Vier Nächte finde ich ideal, so dass man drei volle Tage hat.
Bei weniger als drei Nächten kann man nicht alle Top-Sehenswürdigkeiten besuchen bzw. muss sie unter extremem Zeitdruck durchziehen.
Bei mehr als vier Nächten kann man sehr gut auch einige Tagesausflüge einbauen. - Welche Tagesausflüge bieten sich von Florenz aus an?
Hier gäbe es sicherlich einige sehr gute Optionen, aber ich würde mich hier und jetzt auf die drei Top-Varianten beschränken
1) Siena – mit dem Auto ca. eine Stunde
2) Pisa – mit dem Auto ca. 1 Stunde 15 Minuten
3) Bologna – mit dem Auto ca. 1 Stunden 30 Minuten - Wie besichtige ich Florenz?
Auch wenn Florenz erstmal groß wirkt und nach sehr viel aussieht, so ist es doch erstaunlich einfach zu besichtigen. Das Zentrum ist sehr kompakt, dadurch sind die Wege recht kurz und die Sehenswürdigkeiten sind ohnehin nicht weit auseinander. Insofern wird man an verschiedenen Orten ganz sicher mehrfach dran vorbei laufen.
Insofern öffentliche Verkehrsmittel gibt es zwar, aber eigentlich macht man hier alles zu Fuß. Und das ist gleichzeitig auch eine Empfehlung, denn in nahezu jeder Gasse verbirgt sich irgendwie ein schöner oder besonderer Spot. Florenz sollte man entdecken und nicht nur Sehenswürdigkeiten abhaken. - Wie plane ich meinen Besuch in Florenz?
Wie oben erwähnt würde ich drei (oder vier) Nächte ansetzen, die man in etwa wie folgt verplanen kann:
Tag 1 – Ankunft am Nachmittag, erste kleine Runde durch die Altstadt
Tag 2 – Palazzo Vecchio & Uffizien
Tag 3 – Dom & Santa Croce
Tag 4 – Palazzo Pitti, Buboli Garden & Piazzale Michelangelo
Tag 5 – Abreise
Anmerkung: Ich würde versuchen die Besuche der Kirchen auf einen Tag zu legen, denn hier wird beim Einlass definitiv auf das Outfit geachtet. Tanktops sind nicht erlaubt und bei den Frauen müssen Schultern und Knie bedeckt sein. Das mit den Knien wird nicht ganz so eng beurteilt (so lange die Bekleidung „in Richtung übers Knie geht, wird das meistens akzeptiert), aber das ist eben generell durchaus ein Faktor. Wenn zB Frauen so gar kein passendes Outfit haben, die Touristenhändler vor Ort kennen natürlich die Thematik und verkaufen dann kurzfristig auch Umhängetücher. Einige Kirchen stellen diese aber auch zur Verfügung. - Muss ich Tickets für Attraktionen vorab buchen?
Definitiv. Für die Uffizien und die Kuppel vom Dom MUSS man zwingend Tickets verbuchen, denn vor Ort steht man ansonsten ewig an (kein Witz, die Warteschlange vor den Uffizien war sagenhaft lang) oder aber man bekommt schlichtweg keine Ticket mehr (so zum Beispiel bei der Kuppel vom Dom, weil es hier eine sehr begrenzte Zahl an Tickets gibt). Dazu weiter unten dann bei den jeweiligen Sehenswürdigkeiten noch mehr Details. - Ist irgendein Eintritt kostenlos?
Erstaunlicherweise ist nur der Eintritt in den Dom umsonst. Sogar bei allen anderen Kirchen kostet der Besuch etwas. Wenn man aber ein Ticket für die Kuppel vom Dom hat, kann man die Warteschlange umgehen! - Gibt es gute Touren durch Florenz?
Ich habe an einer Free Walking Tour über guruwalk.com teilgenommen und kann diese nur wärmstens empfehlen. Die Tour hat ungefähr zwei Stunden gedauert und sehr viele meiner Angaben zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten weiter unten stammen aus dieser Tour.
Wer guruwalk nicht kennt, tatsächlich kostet die Tour nichts, sondern basiert im Wesentlichen auf Trinkgeld. Hier sollte man dann aber bitte etwas großzügiger sein. - Ist Florenz teuer?
Lustigerweise habe ich sehr häufig gelesen, dass dem so ist, allerdings muss ich sagen, dass ich Florenz NICHT als teuer empfunden habe. Weder meine Unterkunft, noch die diversen Restaurants waren irgendwie preislich grenzwertig. Beispiele:
1) Unterkunft für drei Nächte in der Hochsaison (Juli) im Zentrum mit Balkon und kostenlosen Softdrinks inklusive – EUR 425. Das sind grob € 140 die Nacht im Doppelzimmer.
2) Eine große Pizza mit Belag im Restaurant Gusto Leo – fast direkt in der Straße zwischen Dom und Palazzo Veccho EUR 12.
3) Garage für 24h – EUR 30.
Die Eintrittspreise zu den diversen Attraktionen sind allerdings durchaus kostenintensiv, allerdings ganz ehrlich, das ist mittlerweile überall so. - Was ist die beste Reisezeit?
Das ist selbstverständlich subjektiv, aber generell sind sicherlich das Frühjahr und der Herbst die besten Jahreszeiten. Im Sommer ist Florenz richtig voll. Mich persönlich stört das nicht und ich vertrage auch die Hitze gut, aber klar, in den Sommermonaten Juli und August hat man konstant über 30 Grad. - Wer waren die „Medici“?
Ich baue hier bewusst diese etwas andere Frage mit ein, weil sie zum einen ganz Florenz betrifft (und damit nicht nur eine einzelne Sehenswürdigkeit betrifft) und zum anderen wird man in Florenz ständig und überall mit dem Namen der Medici konfrontiert. Ich mache es so kurz wie möglich:
– Es handelt sich um eine Familiendynastie, die ca. 500 Jahre (14te bis 18te Jahrhundert) vor allem in Florenz, aber auch in Europa eine tragende Rollen gespielt hat.
– Reich geworden sind sie durch den Textilhandel, weil sie frühzeitig die geographisch wichtige Position von Florenz erkannt haben.
– Durch gute (politische) Beziehungen und Hochzeiten stärkten sie ihre Position. So gab es drei Medici-Päpste und zwei eingeheiratete französische Königinnen.
– Sie erfanden das Moderene Bankensystem, sprich, dass man an einem Ort Geld einzahlt und woanders Geld abhebt (grob übersetzt).
– Die Medici galten als große Förderer von Kunst und Wissenschaft. So wurden zum Beispiel Michelangelo, Leonardo da Vinci, Galileo Galilei, Filippo Brunelleschi und Giorgio Vasari von ihnen unterstützt.
– (Auch) Durch die Medici begann das Zeitalter der Renaissance, was Wiedergeburt bedeutet. Kunst und Wissenschaften erlangten hier einen viel höheren Stellenwert.
– Ihr Wappen besteht aus sechs Kugeln in einer 1-2-2-1 Anordnung. Diesem Symbol wird man in Florenz sehr häufig begegnen. Über die Hintergründe wird diskutiert. Es gibt wohl verschiedene Ansätze:- Die romantische Version: Es handelt sich um Orangen, denn die Gärten in den Palästen sind voller Orangenbäume.
- Die logische Version: Hier werden Münzen dargestellt, schließlich handelt es sich um ein Familie von Bankiers.
- Die sachliche Erklärung: Medici heißt auf italienisch Pillen.
Die besten Spots in Florenz
Folgend nun die verschiedenen Spots und Sehenswürdigkeiten von Florenz mit Erklärungen und Infos zu dem jeweiligen Besuch.
Dom (Cattedrale di Santa Maria del Fiore)
DAS Highlight und DIE Top-Attraktion in Florenz ist natürlich der Dom. Der komplette Name lautet Cattedrale di Santa Maria del Fiore, aber damit verwirrt man jeden anderen Touristen eventuell nur mehr. Der Dom oder Duomo reichen als Beschreibung.
Ganz wichtig, der Dom ist touristisch gesehen eher ein Sehenswürdigkeitenkomplex, denn er besteht aus sechs einzelnen Bereichen:
- Dom
- Krypta
- Kuppel
- Baptisterium (Taufkapelle)
- Turm (Campanile)
- Museum
Für den Besuch des Doms gibt es unterschiedliche „Pass-Pakete“, wobei lediglich der Eintritt zum Dom selbst kostenlos ist.
!Allerdings ist hier die Wartezeit durchaus beträchtlich, während man mit einem der Pässe, automatisch quasi einen „Fast-Pass“ bekommt, sprich man kann durch einen separaten Eingang direkt hinein!
Folgende Pässe gibt es:
- Brunelleschi – Dom (Fast-Pass), Krypta, Kuppel, Baptisterium, Turm, Museum
- Giotto – Dom (Fast-Pass), Krypta, Baptisterium, Turm, Museum
- Ghiberti – Dom (Fast-Pass), Krypta, Baptisterium, Museum
Natürlich ist der Brunelleschi-Pass die spannendste Variante, denn die Kuppel des Doms ist ein Highlight im Highlight! Dazu gleich unten etwas mehr Informationen.
Generell kann man die Pässe entweder auf der offiziellen Seite des Doms oder aber bei getyourguide buchen. Beides hat Vor- und Nachteile:
- Vorteil Buchung auf der offiziellen Seite: deutlich günstiger
- Vorteil Buchung bei getyourguide: man kann kurzfristig (bis 24 h vorher) kostenlos stornieren.
Die Pässe haben jeweils eine Gültigkeit von drei Tagen, lediglich bei der Kuppel des Doms muss man einen bestimmten Zeitstot buchen.
WICHTIG! Wenn man die Kuppel mit dem Brunelleschi-Pass besuchen möchte, bitte unbedingt frühzeitig buchen!
Wer nicht beide Aussichtsplattformen besichtigen und etwas Geld sparen möchte, für den ist der Giotto-Pass vielleicht die richtige Wahl, denn hier hat man den Turm mit im Paket inbegriffen und nur die Kuppel fehlt.
Dom & Krypta
Wie bereits oben erklärt, ist der Eintritt in den Dom kostenlos, allerdings muss man sich hier durchaus auf eine längere Wartezeit einstellen. Bei jedem der Pässe wird ein Schnelleinlass (Seiteneingang beim Turm) garantiert.
Hinweis: Für den Einlass müssen die Schultern und die Knie bedeckt sein. Es gibt eigens einen Kontrolleur dafür. Lediglich bei den Knien wird hier und da auch mal ein Auge zugedrückt.
Sobald man den Dom-Platz – und damit meine ich das gesamte Areal rund um den Dom – betritt, wird man förmlich in einen Bann gezogen, so beeindruckend ist dieses architektonische Meisterwerk.
Satte 140 Jahre wurden benötigt, um diese 160 Meter lange Kathedrale fertig zu stellen. Insgesamt hätten im Innenraum unglaubliche 30.000 Personen Platz gehabt! Diese schnellen Fakten einfach nur mal so, um die Dimensionen des Doms zu beschreiben. Wenn man nach der Länge geht, ist der Dom in Florenz, nach dem Petersdom in Rom, der St Paul’s Cathedral in London und dem Mailänder Dom die viertgrößte Kirche in Europa.
Die gesamte Fassade ist übrigens nicht bemalt, sondern besteht aus prächtigem weißem und grünem Marmor. Unfassbar!
Direkt am Eingang geht es hinab in die Krypta, wo man die überraschend unspektakuläre Grabstätte vom Erbauer der Kuppel Filippo Brunelleschi bestaunen kann.
Außerdem findet man dort die Grundmauern, der hier ursprünglich befindlichen Kirche Santa Reparata.
Kuppel
Den Zugang zur Kuppel erhält man nur über den Brunelleschi-Pass. Diesen kann man entweder auf der offiziellen Seite des Doms oder bei getyourguide buchen. Idealerweise sollte man diesen Pass frühzeitig buchen.
WICHTIG! Hier bucht man einen bestimmten Zeitslot, den man auch zwingend einhalten muss.
Der Eingang zur Kuppel befindet sich an der Seite, und zwar NICHT an der Seite des Turms.
Generell sollte man wissen, dass die knapp 500 Stufen durchaus anspruchsvoll sind. Es ist eng und es handelt sich um eine One-Way-Strecke, sprich man kann nicht umdrehen. Ich erwähne dies bloß, weil ich mitbekommen habe, wie einige Besucher hier ganz schön zu kämpfen hatten.
Die Kuppel an sich besteht aus zwei Bereichen:
- Zunächst gelangt man zu einer Art inneren Galerie, die sich quasi direkt unter der Kuppel befindet. Hier gibt es eine Glassicherung, aber nach oben ist alles offen, sprich man kann sehr gute Bilder machen.
- Danach gelangt man nach außen und kann am Rand der oberen Kuppel entlang laufen, die zwar mit einem Geländer versehen, aber ansonsten komplett offen ist, was aus Fotografensicht natürlich fantastisch ist. Die Aussicht ist absolut spektakulär – besser geht es in Florenz vermutlich nicht.
Wenn man hier so sachlich über die verschiedenen Ticket- und Besichtigungsoptionen berichtet, muss man aufpassen, dass dabei nicht zu kurz kommt, um welch sensationelles Meisterwerk es sich hier handelt.
Falls man Tourguides in den jeweiligen Städten nach der größten Kuppel fragt, wird man unterschiedliche Antworten erhalten, je nachdem ob man das Volumen, die Höhe, die Breite oder irgendwelche anderen Faktoren als Maßstab nimmt. Fakt ist, mit einem Durchmesser von knapp 46 Metern ist die Kuppel des Doms von Florenz mehr als eindrucksvoll! Kaum vorstellbar, wie der Architekt Filippo Brunelleschi ab 1418 diese zur damaligen Zeit größte Kuppel der Welt in 16 Jahren erbaut hat!
Die Innenseite der Kuppel zieren unglaublich detailreiche Fresken, die Szenen des Jüngsten Gerichts darstellen. Der Künstler Giorgio Vasari wollte hier Michelangelos Version aus der Sixtinische Kapelle übertreffen!
Baptisterium San Giovanni (Taufkapelle)
Direkt neben / vor dem Dom befindet sich das Baptisterium, welches aber in meinen Augen eher eine kleine Enttäuschung ist. Den spektakulärsten Teil kann man nämlich von außen bestaunen, und zwar die prunkvolle, goldene Pforte, über die Michelangelo mal sagte, dass sie so schön sei, dass es das Tor zum Paradies ist. Seitdem wird die Bezeichnung „das Tor zum Paradies“ immer wieder gerne verwendet.
Die Tür befindet sich direkt gegenüber des Haupteingangs zum Dom .
Vier interessante Infos zu dieser Tür:
- Vor dieser Tür wurde bereits eine weitere goldene Tür für das Baptisterium fertig gestellt, und zwar von Andrea Pisano.
- Das Tor zum Paradies stammt von Lorenzo Ghiberti, der sich bei der Ausschreibung zur Gestaltung der Tür gegen Filippo Brunelleschi durchsetzte – also jenen Architekten gegen den er die Ausschreibung für den Bau der Kuppel verlor.
- Die Arbeiten an der Tür dauerten 20 Jahre.
- Bei der Tür am Baptisterium handelt es sich NICHT um das Original – dieses findet man im Dom-Museum.
Giottos Campanile (Glockenturm)
Der mit fast 85 Meter hochaufgeschossene Turm steht komplett losgelöst vom Dom und wirkt dennoch sehr massig. Dies liegt sicherlich daran, dass er relativ schnörkellos und geradlinig gestaltet wurde, was ihn definitiv nicht weniger überwältigend macht.
Der Besuch der Aussichtsplattform ist für mich fast Pflicht, denn logischerweise hat man nirgendwo sonst einen besseren Blick auf die mächtige Domkuppel.
Um ganz nach oben zu gelangen muss man allerdings 414 Stufen und einige schmalere Gänge bewältigen. ABER, der Aufstieg war für mich deutlich einfacher/angenehmer als auf die Kuppel des Doms. Unter anderem deshalb, weil man unterwegs an drei Zwischenplattformen vorbeikommt, die für eine kleine Pause mit großen Panoramafenstern wie geschaffen sind.
Ganz oben angekommen hat man einen wunderschönen Rundblick und die perfekte Perspektive auf die Kuppel des Doms.
Einziger Haken: Im Gegensatz zu den Zwischenplattformen hat man hier keinen ganz freien Blick, weil dieser durch ein recht dichtes Gitter versperrt wird. Für Handys ist dies kein Problem, für Spiegelreflexkameras sehr wohl!
Den Zugang zum Glockenturm erhält man mit dem Brunelleschi- und dem Giotto-Pass.
Zeitlich würde ich hierfür grob eine Stunden ansetzen.
Mein Fototipp: Nachmittags steht die Sonne im Rücken, wodurch die Kuppel eine wunderschöne Färbung erhält. ABER, zu spät ist auch nicht gut, denn wenn die Sonne etwas nach unten wandert, fängt der Turm an einen Schatten auf die Domkuppel zu werfen.
Opera del Duomo Museum (Museum zum Dom)
Das Museum des Doms ist Teil eines jeden Passes, weshalb man sich vielleicht irgendwie „verpflichtet“ fühlt auch mal in das Museum hineinzusehen.
Zur Location, denn es ist nicht ganz leicht zu finden, es liegt direkt hinter dem Dom, also auf der gegenüberliegenden Seite des Doms wie das Baptisterium.
Ich fand das Museum ganz gut, aber auch kein Ausreißer nach oben. Hier sind (fast) alle Originale (Skulpturen, Gemälde, etc.), die sich früher im Dom befanden, ausgestellt.
Das bemerkenswerteste Ausstellungsstücke sind natürlich die Originaltüren des Baptisteriums – wie oben bereits erwähnt.
Darüber hinaus wird viel zum Bau des Doms und der Kuppel gezeigt und veranschaulicht, was durchaus nicht uninteressant ist, vor allem weil die Illustrationen recht gut gestaltet sind.
Trotzdem am Ende des Tages ist das Museum definitiv kein Muss.
Piazza della Signoria & Palazzo Vecchio
Vom Dom sind es nur wenige Minuten zum ganz klar monumentalsten Platz in Florenz, der Piazza della Signoria.
Hier befindet sich nicht nur der stattliche Palazzo Vecchio samt seinem überall in Florenz gut sichtbaren Turm Torre de Alfonso, sondern auch die wunderschöne Loggia die Lanzi.
Weitere Highlights sind die Kopie der berühmten David-Statue von Michelangelo (das Original steht in der Galleria dell’Accademia – ebenfalls in Florenz) und die Statuen von Herkules und Cacus. Alle drei flankieren den Eingang zum Palazzo Vecchio.
Anmerkung: Die Skulptur von Herkules bekam seinerzeit extrem schlechte Kritiken, weil die Muskeln unrealistisch und unproportional wirken.
Direkt hinter der Herkules-Statue findet man bei genauer Suche das Gesicht von Dante in der Mauer des Palazzo Vecchio – gar nicht so einfach zu erkennen!
Ebenfalls auf der Piazza befinden sich der mächtige Neptunbrunnen und die Reiterstatue von Cosimo I. – ein besonders gönnerhaftes Mitglied der Medici-Familie.
Fun Fact: Wenn man genau hinsieht, dann könnte man meinen, dass das Gesicht von Neptun dem Gesicht von Cosimo I. (also dem von der Reiterstatue) erstaunlicherweise sehr ähnelt!
Palazzo Vecchio / Museum
Der Palazzo Vecchio ist eines der Wahrzeichen von Florenz. Mir ist dieses besondere Bauwerk das erste Mal auf eine sehr „besondere Art“ im Film Hannibal (der Nachfolger von „Das Schweigen der Lämmer“ mit Anthony Hopkins) aufgefallen – dazu mehr weiter unten bei den Filmlocations.
Früher handelte es sich um Wohn- und Regierungssitz der Medici, heute ist hier das Rathaus von Florenz und ein eindrucksvolles Museum untergebracht.
Das Museum ist sicherlich eines der bedeutendsten in Florenz, wenngleich es vergleichsweise „klein“ ist. Dies bezieht sich auf die Anzahl der Räume, denn ich fand, dass der Rundgang erstaunlich schnell zu Ende war.
Das Beste kommt in diesem Fall gleich zu Beginn, denn die Tour startet im so genannten Raum der 500 – ebenfalls eine tolle Filmlocation, Stichwort Robert Langdon. Dieser war als Versammlungsraum für 500 Steuerzahler gedacht, daher der Name. Der Saal ist satte 54 m lang und 18 m hoch (!) und beherbergt viele großflächige, beeindruckende Gemälde
Fototipp: Der Raum ist so groß, dass man das vermeintlich beste Bild man aus dem ersten Stock bekommt. Dieser ist Teil der Tour.
Ein weiteres Highlight ist die weltbekannte Maske von Dante, welche erstaunlich unauffällig platziert ist. Ich habe eine Reisegruppe gesehen, die komplett ohne Beachtung an ihr vorbeigelaufen sind.
WICHTIG! Einen Audioguide sollte man vorab reservieren! Klingt seltsam, ist aber so. Man kann sich auch per QR-Code einen Audioguide herunterladen, allerdings fand ich diesen nicht ganz ideal.
Tickets bekommt entweder auf der offiziellen Seite des Palastes oder bei Getyourguide.
Bei getyourguide kann bis zu 24 h vorher kostenlos stornieren, dafür kann auf der offiziellen Seiten Einzeltickets für den Turm buchen.
ABER, man bucht alles über eine Seite:
- Palazzo Vecchio
- Turm Torre de Alfonso
- Geheimgänge
- Audioguide
Es gibt auch eine separate Tour, die sich mit dem Geheimgängen und -räumen des Palastes beschäftigt. Diese kann man bei getyourguide buchen.
Palazzo Vecchio Turm – Torre de Alfonso
Für mich einer der besten Spots in Florenz ist der 95 m hohe Turm des Palazzo Vecchio.
Die Aussicht ist einfach gigantisch und die erlaubte Personenzahl ist stark limitiert. Dadurch war das Erlebnis irgendwie noch ein wenig besonderer.
WICHTIG! Mit den Tickets bucht man 45 Minuten-Zeitslots und diese sind auch einzuhalten! Sprich, wenn man zu spät kommt, geht das von den gebuchte 45 Minuten ab. Beispiel: Bei einem Ticket mit Einlass um 9.15 Uhr, muss man bis 10 Uhr wieder am Eingang sein.
Bei der Besichtigung des Torre de Alfonso gibt es drei Phasen, wobei der höchste Bereich natürlich der spektakulärste ist. ABER, auch die anderen beiden Aussichtsplattformen sind klasse, nur ich würde empfehlen, dass man sich zuerst ganz nach oben aufmacht, um nicht am Ende etwas knapp in der Zeit zu sein.
Vor allem der Ausblick auf den Dom ist überwältigend! Meiner Meinung nach handelt es sich um den besten Spot für Bilder dieses ikonischen Bauwerks in Florenz.
Fun Fact: Die Uhr des Turmes geht nicht! Die Zeiger bewegen sich zwar ab und zu und irgendwie, aber man sollte sich besser NICHT auf die Zeitangabe verlassen…
Loggia dei Lanzi
Bei diesem Gebäude kommen für mich als Münchner Heimatgefühle auf, denn tatsächlich die Loggia dei Lanzi als Vorbild für die am Odeonsplatz befindliche Feldherrnhalle.
Tatsächlich finde ich, dass sie anfangs so sogar ein noch auffälligerer Blickfang als der Palazzo Vecchio ist.
Besonders sind die vielen Statuen, wobei die beiden ganz leicht vor der Loggia befindlichen etwas herausstechen.
Bei der rechten Statue handelt es sich anscheinend um die erste Statue überhaupt, die aus jeder Perspektive „schön“ ist. Quasi eine 360 Grad Statue!
Bei der linken Statue handelt es sich um Perseus mit der geköpften Medusa. Mich hat sie irgendwie in einen Bann gezogen, ich konnte kaum genug Bilder von dieser doch sehr brutalen Darstellung machen.
Eine Besonderheit: Bei genauem Hinsehen erkennt man, dass Perseus zwei Gesichter hat! Auf dem Hinterkopf findet man nämlich noch ein zweites Gesicht.
Ponte Vecchio
Eine weiteres Wahrzeichen von Florenz ist die Ponte Vecchio – eine Sehenswürdigkeit, für die man ausnahmsweise mal keinen Eintritt bezahlen muss!
Es handelt sich hierbei um die älteste Brücke über den Fluss Arno, woher übrigens auch der Name kommt: Ponte Vecchio bedeutet nämlich alte Brücke.
Die Brücke wurde ganz bewusst hier gebaut, denn es handelt sich um die engste Stelle des Flusses.
Wer die Brücke das erste Mal zu sehen bekommt und keinerlei Vorahnung hat, wird etwas überrascht sein, denn tatsächlich könnte man fast übersehen, dass es sich um eine Brücke handelt. Auf ihr befinden sich nämlich dicht an dicht zahlreiche Goldschmieden und Juweliergeschäfte, die bis auf eine beidseitige Stelle den Blick auf den Arno verdecken. Bei einer Länge von 84 m ist die Brücke nämlich auch erstaunliche 32 m breit!
Fun Fact: Früher handelte es sich ausschließlich um Metzgereien, aber wegen dem Gestank wurden 1593 alle Geschäfte auf Wunsch von Cosimo I. (einer Mitglied der Medici-Familie, siehe weiter oben) in Schmuckläden umgewandelt.
Fototipps: Die besten Bilder bekommt man morgens aus Richtung der Uffizien (oder sogar aus einem Fenster der Uffizien, dazu weiter unten mehr) und abends von der nächsten Brücke Ponte Santa Trinita.
Eine Besonderheit ist noch die Höhe der Brücke, denn die Geschäfte haben alle vermeintlich ein weiteres Stockwerk…?!? Dem ist aber nicht so. Über den diversen Läden verläuft nämlich der so genannte Vasarikorridor. Namensgeber ist der Erbauer, Giorgia Vasari, der im Auftrag der Medici diesen gar nicht so geheimen, 800 m langen Gang gebaut hat, damit die VIPs der damaligen Zeit ungestört zwischen dem Palazzo Vecchio und dem auf der anderen Seite des Arno befindlichen Palazzo Pitti verkehren konnten.
Uffizien
Für mich war es zunächst leicht seltsam, hinter dem etwas sperrigen Begriff Uffizien eine der größten Attraktionen Florenz zu vermuten, allerdings ist die Erklärung recht simpel. Uffizien kommt nämlich vom italienischen Wort Ufficio, was Büro bedeutet und tatsächlich waren ab 1560 in diesem Gebäude Büros untergebracht. Bereits nach 30 Jahren kam dann der Wechsel hin zu einem der bedeutendsten Kunstmuseum der Welt.
Mittlerweile liegt der Schwerpunkt auf der italienischen Renaissance, aber generell gibt es Kunstwerke aus der Antike bis hin zum Spätbarock.
Im Erdgeschoss findet eine Art für die Kunst „warmmachen“ statt und man schlendert durch eine beeindruckende Anzahl von römischen Statuen, um dann direkt in den obersten Stock zu wechseln, wo sich die Meisterwerke nur so aneinanderreihen. Hier findet man Kunstwerke von Michelangelo, Leonardo da Vinci, Sandro Botticelli oder Piero della Francesca.
Beeindruckend war für mich vor allem der Raum von Leonardo da Vinci, der recht dunkel und eher düster gehalten ist. Gefühlt ein wenig passend zu der Grundstimmung der Bilder.
Die Gemälde von Michelangelo sind natürlich ebenfalls herausragend, vor allem weil sie eben auch zeigen, was für ein außergewöhnlicher Maler er war. Denn eigentlich hat er selbst sich ja eher als Bildhauer, sowie Architekt gesehen. Wobei ich ihn immer in erster Linie mit der Sixtinischen Kapelle und der Figur des Davids (eine Kopie befindet sich schräg vor den Uffizien) in Verbindung bringe.
Eine Besonderheit ist der achteckige Raum Tribuna, den man nicht betreten, sondern nur von außen durch eine Tür bestaunen kann. Dieser wurde angelegt als Museum innerhalb eines Museums, um besondere Kunstwerke auszustellen. Insofern ist der Raum selbst, aufgrund seiner aufwendigen Gestaltung, inklusive einer mit unzähligen Perlen besetzten Kuppel, auch als eigenes Kunstwerk zu sehen. So werden heute verschiedene Möbel und Statuen gezeigt, zum Beispiel die Marmorstatue Venus dei Medici. Vor dem Raum bildet sich normalerweise eine sehr lange Schlange!
Zwei Tipps von mir:
- Von einem Fenster im obersten Stockwerk hat man einen tollen Blick auf den Arno und die Ponte Vecchio. Hier kann man (vor allem morgens, wenn die Sonnen im Rücken steht) tolle Bilder machen.
- Die Cafeteria ist an sich nichts Spektakuläres, ABER sie hat eine recht große Terrasse, von der man eine sensationelle Perspektive auf den Torre de Alfonso (Turm des Palazzo Vecchio) hat.
Tickets – keine Überraschung – sollte man (vor allem in der Hauptsaison) frühzeitig buchen. Oftmals denkt man sich sicherlich „Ach, das passt schon“, aber hierzu kann ich sagen: „Nein, tut es nicht“. Die Uffizien sind ein echter touristischer Knaller und extrem gut besucht, insofern kann ich nur empfehlen, dass man sich direkt nach Flug & Hotel um Tickets für die Uffizien kümmert.
Gebucht werden kann über die offizielle Seite oder getyourguide, wobei man bei getyourguide bis 24h noch stornieren kann. Dafür sind die Tickets dort allerdings leicht teurer.
Eine Frage, die man sich vorab stellen und idealerweise auch beantworten sollte, ist ob man einen Audio-Guide dazu nimmt (sofern man keine geführte Tour bucht). Ich würde sagen, der Audio-Guide lohnt sich, auch wenn ich nur maximal die Hälfte angehört habe, denn es sind einfach unheimlich viele Bilder und Kunstwerke. Dennoch, die Infos sind nicht zu lang und auch nicht zu tief, was ich als sehr angenehm empfunden, denn nicht jeder ist ein Kunsthistoriker.
Bei den geführten Touren, die ich gesehen habe, muss ich sagen, dass diese schon sehr viel Zeit an den verschiedenen Gemälden verbracht haben, aber das mag von Guide zu Guide auch unterschiedlich sein.
Zusätzliche Infos:
- Die Uffizien sind montags geschlossen.
- Jeden ersten Sonntag im Montag ist der Eintritt kostenlos, ABER dementsprechend lang sind auch die Wartezeiten…
Santa Croce
Die Franziskanerkirche Santa Croce (übersetzt heiliges Kreuz) ist die älteste Kirche in Florenz – noch vor dem Dom – und bildet den Kopf der sehr ansprechenden Piazza di Santa Croce.
Das gleichnamige Viertel ist vor allem bekannt für das hier regelmäßig ausgetragene „Fußballturnier“. Warum ich hier die Anführungszeichen verwende, nun, weil es sich bei dem Calcio storico (historischer Fußball) weniger um das uns bekannte Fußballspiel handelt, sondern vielmal um eine Mischung aus Fußball, Rugby und Kampfsport, wobei vier Stadtteile um den Sieg ringen. Hierbei geht es durchaus sehr brutal zu. Dennoch, es ist eine langgehegte Tradition aus dem 15ten Jahrhundert und selbstredend mit viel Rum und Ehre verbunden.
Die Kirche Santa Croce gilt als der Friedhof der Stars oder auch als Pantheon von Florenz, denn schließlich liegen hier Künstler wie Michelangelo, Galileo Galilei oder Machiavelli. Zudem besteht der Fußboden der Kirche aus insgesamt 278 Grabplatten!
Selbst für den in Florenz geborenen und aus Florenz verbannten, größten Dichter Italiens, Dante Alighieri wurde hier ein Denkmal errichtet.
Fun Fact: Die „echte“ Freiheitsstatue steht hier in Florenz in der Kirche Santa Croce! Kein Witz. Im Jahre 1870 wurde der Bildhauer Pio Fedi beauftragt eine Verzierung eines Grabmals zu entwerfen und gestaltete er die Statue einer Frau, die eine Krone trägt, deren linke Hand nach oben gerichtet ist und deren rechte Hand einen Gegenstand hält. Alles genau wie bei der Freiheitsstatue! Tatsächlich war nämlich der später als Vater der Freiheitsstatue geltende Franzose Frederic Bartholdi ebenfalls 1870 in Florenz und holte sich hier wohl seine Inspiration. Schließlich wurde die fiorentinische Version 1883 eingeweiht, während die in New York stehende Version drei Jahre später vor Manhattan aufgebaut wurde!
Tickets für die Santa Croce kann man, muss man aber nicht vorab kaufen. Ich war einmal zur absoluten Hochsaison in Florenz und es auch in dieser Zeit gab keinerlei Warteschlangen.
Piazza della Republica
Florenz hat viele, schöne Piazzas in unterschiedlichen Größen. Die Piazza Dell Republica ist einer der größten Plätze in Florenz und mitten im Zentrum der Stadt. Wortwörtlich. Die Statue, entworfen von Donatello, (leider nur als Kopie, das Original ist bedauerlicherweise in einer Flut verloren gegangen) wurde nämlich genau auf den Mittelpunkt von Florenz platziert.
Heute gilt der Platz als ein sehr teures Pflaster, nirgendwo in Florenz sind die Kaffeepreise in den Cafés höher als hier!
Ein Blickfang ist ganz sicher das historische Karussell, das dem sehr schicken Umfeld hier definitiv etwas mehr Charme verleiht.
Außerdem ist der Triumphbogen Arcone, samt seinen sehr imposanten Arkadengängen, das Zeugnis einer umfangreichen Sanierung dieses Platzes aus den Jahren 1885 bis 1895.
Fontana della Porcellino
Am Rande des sehr geschäftigen Marktes Loggia del Mercato Nuovo (oder auch Ledermarkt) versteckt sich ein kleiner, liebenswerter Glücksbringer(brunnen) und zwar der so genannte Fontana del Porcellino. Übersetzt bedeutet dies Ferkelbrunnen, was etwas seltsam ist, denn bei der Skulptur handelt es sich um einen massigen Eber, sprich ein Wildschein.
Das Berühren der Schnauze des Wildschwein soll Glück bringen, aber eigentlich gehört dazu noch ein bisschen mehr. DENN das ganze Prozedere wäre es sich einen Wunsch zu überlegen, dem Wildschwein eine Münze in den Mund zu legen und wenn die Münze in den Brunnen bzw. hinter der Gitter fällt, geht der Wunsch in Erfüllung. Wenn nicht, dann nicht UND man kommt nie mehr nach Florenz.
ABER, der Brunnen ist so konstruiert, dass die meisten München tatsächlich im Gitter landen, wo sie von der Stadtverwaltung oder Obdachlosen eingesammelt werden. Daher sollte man eher leichte Münzen verwenden!
Basilica Santa Maria Novella
Hier mochte ich sowohl die Kirche, als auch die Piazza, weshalb ich den Hinweis unbedingt geben wollte, denn die Basilica Santa Maria Novella taucht in den wenigsten Reisetipps auf.
Es handelt sich um den erste gotischen Bau der Stadt, und zwar aus den Jahren 1246-1300. Die Fassade erinnert, aufgrund dem grün-weißen Marmor, ein bisschen an das Baptisterium am Dom. Auch das Innere der Kirche ist sehr schön und in meinen Augen einen Besuch wert. Einziger Haken, leider kostet auch hier der Eintritt etwas.
Dante Haus
Eigentlich wollte ich dieses (angebliche) Geburtshaus von Dante gar nicht mit auflisten, aber zum einen hat eine Reiseleiterin direkt davor unglaublich begeistert davon berichtet (offensichtlich war sie ein Fan des größten italienischen Dichters) und zum anderen gibt es auf dem Platz vor dem Haus eine kleine, lustige Spielerei, die ich durchaus erwähnenswert finde. DENN, hier findet man auf einem der Pflastersteine das Profil von Dante, allerdings wird es erst richtig gut sichtbar, wenn man etwas Wasser drüber kippt. Sprich, einfach mal nach einer nassen Stelle auf dem Boden schauen (was im Hochsommer besonders leicht fallen sollte)…
Ansonsten soll – laut den diversen Google Rezensionen – das Museum selbst kein Highlight sein. Ich selbst habe es tatsächlich nicht besucht.
Palazzo Pitti & Boboli Garten
Geographisch wechsle ich jetzt auf die andere, südliche Seite des Flusses Arno, und zwar in das Stadtviertel Oltrarno, was so viel bedeutet wie „jenseits des Arno“. Früher war dieser Stadtteil bekannt für Künstler und Handwerk, mittlerweile ist es ein lebendiges (Studtenten-)Viertel voller kleiner Gassen, Cafés und Restaurants. Sehenswürdigkeiten findet man hier eher weniger, hier geht es eher um das Erleben und Herumschlendern.
Wobei es in Oltrarno natürlich sehr wohl einen Top-Spot von Florenz gibt, und zwar den Palazzo Pitti mit dem dazugehörigen Boboli-Garten.
Zu finden ist dieser von außen eher klotzige Palast ganz leicht, denn man kann nach der Ponte Vecchio einfach der Via de‘ Guicciardini folgen und stößt so direkt auf das im 15te Jahrhundert vom Florentiner Kaufmann Luca Patti errichtete Renaissance-Bauwerk. Zwischenzeitlich einer der Herrschaftssitze der Medici, residierte hier von 1865-1871, als Florenz Italiens Hauptstadt war, sogar der König Viktor Emanuel II.. Heute beherbergt der Palast mehrere Museen, wie zum Beispiel die Galleria Palantina, die als Gemäldesammlung der Medici, neben den Uffizien als wichtigste Gemäldegalerie in Florenz gilt. Außerdem kann man die königlichen Gemächer der Medici besichtigen.
Direkt dahinter befindet sich der 32.000 qm große Boboli Garten, der als einer der schönsten Parks der Toskana gilt. Ganz ehrlich, ich war ein wenig enttäuscht, denn auch wenn die Anlage wie ein Freilichtmuseum mit vielen Brunnen, Skulpturen, einem Amphitheater samt Obelisk, breiten Kieswegen und eindrucksvollen Alleen wirkt, so war meine Erwartungshaltung doch ein wenig anders. Ja, der Garten wird gut gepflegt, aber den echten Wow-Effekt habe ich vermisst.
WICHTIG! Der Boboli-Garten ist extrem hügelig! Will sagen, hier kann man kaum entspannt spazieren, sondern hier gilt es zwischendurch auch ein paar satte Anstiege zu bewältigen.
Tickets kann man einzeln oder als Kombiticket kaufen – entweder auf der offiziellen Seite oder bei getyourguide.
Piazzale Michelangelo
Aussichtspunkte sind immer etwas besonderes und ich persönlich liebe die Perspektive von oben ja sowieso, weshalb ich auch immer auf jeden Turm hinauf kraxle.
In dem Fall handelt es sich allerdings um keine Aussichtsplattform, sondern um eine riesige Piazza, die auf einem 100 m hohen Hügel im Stadtviertel Otrarno über der Altstadt thront. Und der großartige Name trägt auch noch zum sagenhaften Erlebnis bei: Piazzale Michelangelo. Besser geht es nicht.
Zu Fuß erreicht man diese Anhöhe von der Ponte Vecchio in ca. 20 Minuten, wobei sich die Steigung ganz angenehm verteilt, so dass der Weg recht gut machbar ist. Direkt unter dem Piazzale Michelangelo befindet sich der Rosengarten, der oftmals sogar als eigener Reisetipp angegeben wird und den man hier als Zwischenstation einbauen kann, aber ich fand ihn ehrlich gesagt – ähnlich wie den Boboli Garten – enttäuschend, insofern kann man sich diesen Abstecher meiner Meinung nach eher sparen. Dies als Info am Rande.
Wer Sorge hat den Weg nicht zu finden, nun, diese Bedenken kann ich leicht zerstreuen, denn zum Sonnenuntergang muss man einfach nur den anderen Leuten hinterher laufen. Das ist nämlich der Haken: Der Spot ist sehr sehr beliebt und deshalb geht es da oben auch zu wie auf einem Rummel. Aber das soll bitte niemanden davon abhalten diesen wunderbaren Ausblick zu genießen! Wenn die Sonne hinter der Ponte Vecchio unter geht und das sanftwarme Licht auf den Palazzo Vecchio und den Dom scheint, kann man den Trubel um einen herum durchaus ausblenden. Und fantastische Fotos bekommt man auch…
Warum wurde der Platz eigentlich nach dem großen Künstler Michelangelo benannt? Ganz einfach, weil einige Bronzekopien seiner größten Werke hier als Denkmal arrangiert sind, unter anderem sein David, der die fantastische Aussicht ebenfalls zu genießen scheint.
Mein Tipp: Ich würde mindestens 1 1/2 Stunden VOR Sonnenuntergang dort sein (im Sommer), denn dann hat man genügend Zeit für gute Bilder und kann auch die unterschiedlichen Farben ideal einfangen. Hier auf keinen Fall zu knapp planen!
Wer den Aufstieg nicht zu Fuß bewältigen möchte, zum Piazzale die Michelangelo fahren aus der Altstadt auch die die Buslinien 12 und 13.
Auf dem Rückweg kann man wunderbar beim Restaurant Fuori Porta einkehren – mehr Infos unter bei den Restaurant-Tipps.
Weitere Sehenswürdigkeiten
- Mercato Centrale – Eine große Markthalle, umgeben von zahlreichen Lederhändlern. Für eine Mittagspause ganz sicher mal eine gute Alternative, ansonsten war es mir hier zu touristisch und trubelig.
- Street Art – Es ist immer spannend und aufregend gute Kunst an Häusern oder auf Schildern zu entdecken. Dies passiert in Florenz vornehmlich im südlichen Stadtviertel Oltrarno, aber auch in der Altstadt wurden einige Verkehrsschilder vom Künstler Clet Abraham „verschönert“. By the way, wer die Arbeit von Clet gerne mag, im französischen Mulhouse gibt es weitere Kunstwerke.
- Galleria dell’Academia – Hier befindet sich das Original der David-Statue von Michelangelo.
- Via de‘ Tornabuoni – DIE Einkaufsstraße von Florenz. Hier befinden sich die Geschäfte all der bekannten, italienischen Designer wie Gucci und Versace.
Kulinarische Besonderheiten aus Florenz
Überall in Italien wird gut und gerne gegessen. Kein Wunder, schließlich gibt es unendlich viele Köstlichkeiten aus Bella Italia. Und wie es so ist, natürlich gibt es auch hier regionale Besonderheiten. Wie ich gelernt habe, wird in Italien sehr darauf geachtet, vor allem auf die Pastasorte. Hier also ein paar Spezialitäten, die man besonders gut in Florenz genießen kann:
1) Steak nach Florentischer Art
In Florenz wird dieses ca. 800g bis 1kg schwere Steak nur Bistecca alla fiorentina genannt. Wichtig dabei ist, dass das gute Stück „vier Finger dick“ ist, denn alles andere wäre ein Carpaccio! Zudem wird es fast roh serviert.
Die Qualität ist überragend, hat aber auch seinen Preis. Zwischen EUR 80 und EUR 100 muss man schon einplanen. Es gibt auch günstigere Varianten, im Bereich von ca. EUR 45, allerdings handelt es sich dann um französisches Fleisch, was selbstverständlich immer noch hervorragend ist, aber nicht das Original.
2) Pappardelle
Die typische Pasta in Florenz. Es handelt sich ca. 1 cm dicke Bandnudeln, die meist mit der beliebten Ragu-Soße (also Bolognese), serviert wird. Ganz wichtig, dünner wären es Tagliatelle und die stammen aus der Region Emilia-Romana.
3) Peposo
Hierbei handelt es sich um eine Art Eintopf, bestehend aus langsam geschmorten Fleisch mit viel Pfeffer und Chianti.
4) Cantucci e Vin Santo
Eine süße Köstlichkeit, die süchtig macht. Dabei werden die festen Mandelplätzchen (Cantucci) mit einem süßen Dessertwein (Vin Santo) zum Dippen kombiniert.
5) Chianti
Das Anbaugebiet des bekannten Weins Chianti liegt in der Toskana, wobei die beste Qualität rund um Siena zu finden ist.
Meine besten Spot-Tipps in Florenz auf einer Karte
Auf dieser Karte sind Sehenswürdigkeiten, Filmlocations, Sportlocations, Restaurants, Hotels und Ausflugsziele markiert. Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.
Mein Hotel-Tipp für Florenz
Die Suche nach einem passenden Hotel ist in jeder Stadt knifflig, weil es logischerweise unterschiedliche Erwartungshaltungen gibt. In meinem Fall ging es darum ein Hotel zu finden, welches
- fußläufig zur Altstadt bzw. den Sehenswürdigkeiten liegt
- über einen Balkon im Zimmer verfügt (ich liebe es morgens und/oder abends die Möglichkeit zu haben, mal kurz draußen zu sitzen)
- preislich fair ist
- das gewisse Etwas hat und nicht ein steriles/austauschbares Hotelzimmer bietet
- in der Nähe eine Garage zur Verfügung stellen kann
Und was soll ich sagen, mein Hoteltipp vereint all diese Punkte und hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen.
Es handelt sich um die Residenzia Vespucci, die man wunderbar über booking.com buchen kann.
Die Lage war großartig mit einer herrlichen Aussicht auf den Arno und die Ponte alla Carraia (zwei Brücken weiter kommt die Ponte Vecchio), die Zimmer hatten etwas fiorentinisches (ohne jetzt genau zu wissen, was das bedeuten mag), der Vermieter war irre nett und hilfsbereit UND es gab eine sehr großzügige Auswahl an Softdrinks KOSTENLOS mit dazu. Sprich, es stand ein großer Kühlschrank in einem Gemeinschaftsraum, aus dem man sich bedienen konnte. Fantastisch.
Für mich eine ganz klare Top-Empfehlung!!!
Zwei Querstraßen weiter gab es die Garage International, welche ich auch nur wärmstens empfehlen kann. Die Kosten mit EUR 30 pro Tag sind kein Schnapper, aber ortsüblich, es gab einen Getränkeautomat, eine Toilette und Kartenzahlung war ebenfalls möglich (nicht selbstverständlich!).
Zum Ein- und Ausladen des Gepäcks gibt es vor dem Haus einen reservierten Bereich, so dass man hier nicht groß schleppen muss.
Meine Restaurant-Empfehlungen in Florenz
Der kulinarische Teil ist in Florenz – oder generell in Italien – natürlich immer ein wesentlicher. Und dennoch ist es bei einer Städtereise manchmal nicht immer möglich, den Fokus zur sehr aufs Essen zu legen. Es gibt schlichtweg zu viel zu sehen und zu erleben!
Ich habe hier ein paar Empfehlungen zusammengestellt, die vielleicht helfen im Stadtzentrum gute Restaurants zu finden. Oder aber auch außerhalb der Altstadt, um ein bisschen Abwechslung zu haben.
MaMMaMia
Was? Mittags und Abends
Am abends (!!!) sehr atmosphärischen Platz Mercato del Porcellino mit schönem Außen- und Innenbereich gelegen. Die Betonung liegt deshalb auf abends, weil es sich hier tagsüber ein sehr lauter Ledermarkt befindet. Bei mir haben abends auf dem Platz Musiker klassische Lieder vor großem Publikum inszeniert und dabei eine wunderschöne Sommernachts-Stimmung erzeugt!
Ich hatte Spaghetti Carbonara (ABER die italienische Variante mit Ei und Speck – keine Sahne), wobei es zweierlei Speck gab, einmal Bauchspeck und dazu auch noch krossen gewürfelten Speck, wodurch ein super leckeres Spiel mit dem Crunch entstanden ist.
Piazza del Mercato Nuovo, 18/r, 50123 Firenze
Gusto Leo
Was? Mittags
Manchmal braucht man auf die Schnelle ein zentrumsnahes Restaurant und die Pizzeria Gusto Leo war ein echter Glückstreffer. Die Google-Bewertungen waren bereits herausragend, aber die Pizza war sogar noch besser. Zusätzlich war der Service auch richtig gut.
Dafür, dass das Restaurant direkt ums Eck vom Dom ist und quasi nach einer Touristenfalle schreit, war es wirklich ausgesprochen gut, lecker und günstig…
Via del Proconsolo, 8/10 R, 50122 Firenze
Fuori Porta
Was? Abends
Hier bin ich ohne Vorrecherche nach meinem Besuch auf dem Piazzale Michelangelo gelandet und super happy, dass ich diesen Spot gefunden habe.
Speziell die angenehme Atmosphäre mit einem Baum und vielen Pflanzen auf der Terrasse war sofort ein Wohlfühlfaktor.
Als Hauptgang hatte ich hausgemachte Gnocchi mit einem Oktopuss-Ragu, was sensationell war. Schmackofatz würde man in der TV-Sendung „The Taste“ sagen. Auch die Hackfleisch-Ragu-Pasta war große Klasse.
Via del Monte alle Croci, 10, 50125 Firenze
Rooster
Was? Frühstück
Manchmal will man ein richtiges, nahrhaftes Frühstück und nicht nur ein Croissant, auch wenn dies das typisch italienische Frühstück ist. Dann ist das Rooster genau richtig – hier sind ganz offensichtlich nur Touristen, aber das ist ok, denn das Essen ist wirklich klasse. Avocado-Toast, Bagels, Bowls, French Toast… Hier wird man ganz ausgezeichnet für einen anstrengenden Besichtigungstag gestärkt.
Via Porta Rossa, 63R, 50123 Firenze
Panetteria e Stuzzicheria De Neri
Was? Mittags
Ein weiterer Spot, der perfekt für eine Stärkung zwischendurch (oder auch ein echtes Mittagessen auf die Hand) ist.
In der Via die Neri gibt es viele unterschiedliches Restaurants, Bistros und Imbissbuden, aber diese Panetteria hat für mich komplett herausgestochen. Hier gibt es super leckere Paninis in allen Formen und ich will ehrlich sein, es waren mit die besten, die ich je weltweit gegessen habe (die Versionen aus Apulien wären auch in der Verlosung). Alles wird frisch zubereitet, getoastet und ist einfach nur extrem gut.
Außerdem ist das Angebot unschlagbar, denn für zwei riesige und dick belegte Paniniviertel bezahlt man nur EUR 6,50!!!!
Ein weiterer Vorteil, hier gibt es kaum eine ewige Warteschlange, wie bei anderen Läden in der gleichen Straße, die extrem gehyped werden.
Ein MUST-TRY!!!!
Via dei Neri, 18/r, 50122 Firenze
Gucci Garden
Was? Frühstück & Mittags
Zunächst einmal, der Gucci Garden ist zugleich eine Sehenswürdigkeit, bestehend aus einer Art Mischung aus Museum und Laden, UND ein Restaurant, sowie Café.
Die Sehenswürdigkeit wollte ich zuerst besuchen, habe mich dann aber in der Lobby doch dagegen entschieden – bei 37 Grad Außentemperatur war ich nicht wirklich in Shopping-Laune. Für Modefans ist dieses sehr zentral an der Piazza della Signoria gelegene Geschäft allerdings sicherlich ein Muss.
Dazu gibt es noch eine Osteria, die sogar mit einer Sterne-Küche aufwarten kann.
UND, jetzt kommt es, es gibt noch ein sehr ansprechendes Café direkt vor dem Gucci Garden. Klingt erstmal nach keiner unbedingt cleveren Idee, hier einzukehren. ABER, ich habe mir die Karte angesehen und wurde positiv überrascht. Die Gerichte klangen gut und die Preise waren nicht günstig, aber auch nicht teuer. Und deshalb habe ich diese Café ausprobiert.
Unterm Strich, es war klasse! Das Frühstück war lecker und einfallsreich und für mich gab es auch einen Cappuccino mit Hafermilch (keine Selbstverständlichkeit in Florenz). Plus die großartige Kulisse… Ich fands gut!
P.za della Signoria, 37r, 50122 Firenze
Caffè dell’Oro
Was? Frühstück & Nachmittags
An diesem Café bin ich am Abreisetag zufällig früh morgens vorbei gelaufen und dachte mir, dass es schön wäre, das letzte Frühstück in Florenz mit Blick auf die Ponte Vecchio zu genießen. Gedacht, getan.
Dass das Café an ein Luxushotel angegliedert ist, habe ich erst später festgestellt. In jedem Fall war das Frühstück klasse und lecker, im Schatten und die Aussicht ist wunderschön.
Lungarno degli Acciaiuoli, 4, 50123 Firenze
Pizzeria Napoli
Was? Mittags
Ebenfalls in der Via die Neri gelegen (wie die oben aufgeführte Panetteria), sind mir hier beim ersten Vorbeigehen die wirklich tollen Pizzen aufgefallen, weshalb ich dieses Restaurant im Hinterkopf hatte. Bei der nächsten Gelegenheit habe ich es dann ausprobiert und was soll sagen, die Pizza ist fantastisch. Ob sie ganz genau so hervorragend wie das neapolitanische Original ist, möchte ich nicht beurteilen, aber sie war ausgesprochen lecker, PLUS das Restaurant liegt sehr zentral, ist dadurch sehr praktisch und noch dazu günstig.
Via dei Neri, 73r, 50122 Firenze
Angel Roofbar & Dining
Was? Abends
Ein ganz besonderer Tipp! Beim Besuch des Torre de Alfonso, also dem Turms des Palazzo Vecchio, entdeckte ich diese sensationelle Location und habe direkt online danach gesucht. Erfreulicherweise hatte ich Glück und konnte online noch einen Tisch abends reservieren, denn so hatte ich die Möglichkeit diesen fantastisch Spot kennen zu lernen.
Die Aussicht ist nahezu unschlagbar und das Ambiente verdient ebenfalls das Prädikat „wertvoll“. WOW!
Es gibt zwei unterschiedliche Kategorien der Reservierung, einmal für einen Aperitif und einmal fürs Abendessen. Ich war „nur“ für ein Getränk und ein paar Snacks dort, aber alleine das hat sich schon gelohnt. Sicherlich eine der besten Dachterrassen in Florenz.
ABER, ich würde auf jeden Fall online reservieren.
Via Calimala, 2, 50123 Firenze
Gelateria dei Neri
Bitte entschuldigt, ein weiterer Tipp aus der Via die Neri, aber wie ganz oben erwähnt, hier gibt es viele Essensmöglichkeiten! Dieses Mal ist es wenigstens eine Nachspeise…
Eis geht in Italien immer, oder?! Genau! Also, hier kann man sich zum Beispiel auf dem Rückweg von der Santa Croce ein fantastisches Eis mit auf den Weg nehmen. Ich habe zwei andere Eisdielen in Florenz als „eher nicht so gut eingestuft“, während diese hier klasse war, weshalb ich sie sehr gerne weiterempfehlen möchte…
Via dei Neri, 9/11R, 50122 Firenze
Gelateria Artigianale La Sorbettiera
Und abschließend noch eine weitere Eisdiele, für die man aber viel Leidenschaft mitbringen muss, DENN sie liegt sehr weit abseits. Nämlich im Stadtviertel Otrarno und selbst dort nochmal da, wo sonst kaum etwas ist.
Was im Umkehrschluss aber bedeutet, dass das Eis besonders gut sein, muss wenn ich diese unscheinbare, kleine Gelateria trotzdem empfehle… Und genau so ist es. Das Eis war absolut herausragend. Immer, wenn die Eisbehälter abgedeckt sind, habe ich schon ein gutes Gefühl…
Wer also den langen Weg dorthin auf sich nimmt, wird mit einer großartigen (Sch)Leckerei belohnt!!!
Piazza Torquato Tasso, 11r, 50124 Firenze
Fototipps, die ich euch gerne mitgeben möchte
- Dom:
Ganz oben kann man außen am Rand der oberen Kuppel entlang laufen, die zwar mit einem Geländer versehen, aber ansonsten komplett offen ist, was aus Fotografensicht natürlich fantastisch ist. Die Aussicht ist absolut spektakulär – besser geht es in Florenz vermutlich nicht. - Glockenturm des Doms
Nachmittags steht die Sonne im Rücken, wodurch die Kuppel des Doms eine wunderschöne Färbung erhält.
ABER, zu spät ist auch nicht gut, denn wenn die Sonne etwas nach unten wandert, fängt der Turm an einen Schatten auf die Domkuppel zu werfen. - Museum des Palazzo Vecchio
Der Raum Saal der 500 ist so groß, dass man das vermeintlich beste Bild man aus dem ersten Stock bekommt. Dieser ist Teil der Tour! - Ponte Vecchio
Die besten Bilder bekommt man morgens aus Richtung der Uffizien (oder sogar aus einem Fenster der Uffizien, dazu weiter unten mehr) und abends von der nächsten Brücke Ponte Santa Trinita. - Uffizien
– Von einem Fenster im obersten Stockwerk hat man einen tollen Blick auf den Arno und die Ponte Vecchio. Hier kann man (vor allem morgens, wenn die Sonnen im Rücken steht) tolle Bilder machen.
– Die Cafeteria ist an sich nichts Spektakuläres, ABER sie hat eine recht große Terrasse, von der man eine sensationelle Perspektive auf den Torre de Alfonso (Turm des Palazzo Vecchio) hat.
Filmtourismus – wo kann ich Drehorte von berühmten Filmen finden?
Für meinen Besuch habe ich mir ein paar, für mich persönlich, besondere Highlights herausgesucht. Filme oder Serien, die mag, die für mich eine Bedeutung haben oder die ganz einfach „Geschichte geschrieben“ haben. Ich liebe es ja, genau diese Location eines Film zu sehen, wo „es“ passiert ist, sprich wo der Film gedreht wurde.
Inferno
Der dritte Teil der Robert Langdon-Serie (nach Sakrileg und Illuminati) mit Tom Hanks spielt über eine Stunde in Florenz. Hierbei entstehen ganz besondere Szenen in großartigen Spots (ich versuche nicht zu spoilern):
1) Die Eröffnungsszene mit dem Milliardär Bertrand Zobrist (gespielt von Ben Foster) einen Kirchturm hinausstürmt spielt im Glockenturm des Klosters Badia Fiorentina.
2) Wenig später flüchten Robert Langdon (Tom Hanks) und Dr. Siena Brooks (Felicity Jones) durch den Garten Boboli.
3) Kurz darauf folgen sie einer Spur über die Uffizien in den Palazzo Vecchio, und zwar in den imposanten Saal der 500. Dort suchen sie die berühmte Maske von Dante.
4) Und schließlich geht die Jagd weiter in das Baptisterium des Doms. Danach entscheiden sie letztendlich die Stadt zu verlassen…
Die Dreharbeiten waren alles andere als einfach, eben weil Florenz so touristisch ist und für einige Szenen extra die Sehenswürdigkeiten geschlossen werden mussten.
Wenn man aber vor Ort und dann die Szenen sieht, ist es in diesem Fall wirklich ganz besonders aufregend, weil man die Location so gut wieder erkennen kann.
Hannibal
Ein unheimlich gruseliger Thriller mit Anthony Hopkins und Julianne Moore in den Hauptrollen. Es handelt sich hierbei um die Fortsetzung des Hits „Das Schweigen der Lämmer“.
Ein Großteil des Films spielt in Florenz, da hier Anthony Hopkins in seiner Rolle als Dr. Hannibal Lecter bzw. in diesem Film Dr. Fell eine neue Heimat gefunden hat.
1) Dr. Fell wird hierbei von Inspektor Pazzi mehrfach beobachtet. Dies passiert an der Piazza della Signoria, der Piazza della Republica und auf der Ponte Vecchio.
2) Später besucht der Inspektor Dr. Fell mehrfach, einmal im Saal der 500 im Palazzo Vecchio. Ein wahrlich eindrucksvoller Raum, den man bei Filmen in Florenz irgendwie mit dazu nehmen MUSS.
3) Die beiden treffen ebenfalls bei einer wirklich besonders schönen Oper (Fun Fact, diese Oper wurde extra für den Film geschrieben) erneut aufeinander. Diese Szene findet im Garten der Pazzi Kapelle, welche zur Kirche Santa Croce gehört, statt.
4) Als Inspektor Pazzi feststellt, dass Dr. Fell nicht der ist, der er zu sein scheint, entwickelt sich in den Arkadengängen des Triumphbogen Arcone an der Piazza della Republica ein sehr „heftiges“ Aufeinandertreffen mit einem Kompagnon von Inspektor Pazzi.
5) Und schließlich das ikonische „Finale“ der Geschichte von Dr. Fell und Inspektor Pazzi, welches direkt an der Piazza della Signoria bzw. auf dem Balkon des Palazzo Vecchio spielt.
Was ich oben schon zu Inferno geschrieben, trifft hier ebenso zu. Mann kann die Drehorte ganz wunderbar und klar erkennen, was speziell bei diesem spannungsgeladenen Film wirklich fantastisch ist. Einmal steht Inspektor Pazzi (vermutlich früh morgens) zum Beispiel ganz alleine auf der Piazza della Signoria, was einfach nur großartig inszeniert ist.
Fun Facts zu Florenz
- Filippo Brunelleschi, der Erbauer der Kuppel des Doms von Florenz war eigentlich gar kein Architekt! Sein erster Projekt war tatsächlich, für deren Bau er sich ohne Studium beworben hat, die Kuppel selbst!
- Brunelleschi setzte sich damals bei der Ausschreibung zum Bau der Kuppel gegen Lorenzo Ghiberti durch. So heißt auch der Eintrittspass für den Dom ohne Kuppel und ohne Turm. Kurioserweise haben sich beide ebenfalls für das Bronzeportal am Baptisterium beworben, allerdings unterlag hierbei Brunelleschi.
- Die Mona Lisa von Leonardo da Vinci, eines der bekanntesten Gemälde der Welt, wurde 1503 und 1506 in Florenz gemalt.
- Jedes Jahr besuchen sa. 4,5 Millionen Menschen Florenz.
- Amerika wurde nach dem florentinischen Seefahrer Amerigo Vespucci benannt. Dieser nahm zwischen 1499 und 1504 an vermutlich viel Entdeckungsfahrten teil Er ist auch der Namensgeber für Venezuela (Übersetzung Klein Venedig, weil viele Häuser aufPfählen gebaut wurden) und Rio de Janeiro (Übersetzung Januar-Fluss, weil er den Ort am 1.01.1502 entdeckte).
- Florenz war ab 1865 bis 1871 die Hauptstadt Italiens. Zuvor war es Turin, danach dann Rom.
- 1339 war Florenz die erste Stadt in Europa mit gepflasterten Straßen.
- Die Abenteuer von Pinocchio stammen aus Florenz, und zwar vom fiorentinischen Schriftsteller Carlo Collodi. Geschrieben wurden sie ca. 1881.

