Reisetipps Schweiz – Bern

  • Obwohl Bern die Schweizer Hauptstadt ist, fliegt Bern gefühlt ein bisschen unter dem Radar – zu Unrecht!

  • Die Altstadt von Bern ist malerisch schön, unter anderem, weil sie von dem Fluss Aare umrahmt wird. Plus, sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

  • Man kann in Bern fantastisch shoppen gehen, denn die Berner Arkaden sind überdacht und bieten ausgesprochen abwechslungsreiche Geschäfte – tendenziell weg von den ganz großen Marken.

  • Der (kostenlose) Bärenpark mit den Braunbären verleiht der Stadt nochmal einen ganz besonderen Charme.

Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?

Impressionen aus Bern – ein kleines „Best-of“

Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps

Folgend möchte ich euch ein paar wertvolle Hinweise zur Planung und zum Besuch selbst geben:

  • Generell
    Bern rutscht hinter Zürich und sicherlich auch Genf immer so ein bisschen nach hinten, aber das wird der Schönheit Berns nicht gerecht. Ich bin froh, dass ich mich aktiv für Bern entschieden habe, denn die Stadt bietet genügend Sehenswürdigkeiten, ist dabei aber klein und kompakt, so dass man niemals in „Stress“ gerät. Man kann die Stadt wunderbar entspannt entdecken und erleben.
  • Wieviel Zeit sollte man einplanen?
    Ich habe einen ganzen Tag für Bern eingeplant und habe sicherlich alles gesehen, die Stadt aber leider zu wenig erlebt. Ich würde sagen, wenn man die Sehenswürdigkeiten abklappern möchte, reicht ein Tag, wenn man aber vielleicht noch shoppen und die Stadt genießen möchte, dann sollte man auf jeden Fall mindestens eine Nacht einplanen.
  • Wie besichtige ich Bern?
    Ganz klar, zu Fuß! Alles ist wie gesagt eng beisammen, so dass man die Stadt problemlos ablaufen und so ideal erkunden kann.
  • Wo kann ich parken?
    Ich kann sehr gut das Grand Casino Bern empfehlen. Dort gibt es ein Parkhaus und man gelangt dann über die Kornhausbrücke in die Altstadt.

Die besten Spots in Bern

Folgend eine Auflistung der verschiedenen Spots mit Erklärungen zu dem jeweiligen Besuch.

Kramgasse

Die Altstadt von Bern ist wirklich bilderbuchschön. Kopfsteinpflaster, enge Gassen und historische Gebäude. Dazu kann man hier außergewöhnlich gut einkaufen, denn zum einen verlaufen die Arkaden ca. 6 Kilometer durch die Altstadt und sind damit eine der längsten Shoppingmeilen in Europa. Zum anderen gibt es keine großen Kaufhäuser, sondern viele, kleine, besondere, teilweise auch lokale Läden.

Das Highlight ist hier ganz sicher die Kramgasse, die von der Nydeggbrücke (über die Gerechtigkeitsgasse) direkt ins Zentrum der Altstadt führt. Am beiden Seiten gibt es die oben angesprocheneren Arkaden mit verlockenden Shops, die definitiv zum Bummeln einladen. Großes Plus der Überdachung – auch bei Regen macht hier das Einkaufen Spaß!

Ebenfalls besonders sind die Kellergeschäfte! Im Mittelalter wurden beidseitig an den breiten Gassen unter jedes Haus Vorratskeller gebaut, welche heute als Modeboutiquen, Kunstgalerien und Weinhandlungen verwendet werden.

Und man muss natürlich erwähnen, dass die Kramgasse mit den vielen Schweizer Flaggen an der Seite ein großartiges Fotomotiv darstellt!

Ich habe hier einmal die Kramgasse eingezeichnet, damit man diese zentrale Gasse direkt zuordnen kann.

Zytologie

Direkt im Zentrum – am Ende oder Beginn der Kramgasse – befindet sich eines der  Wahrzeichen der Stadt: die Zytglogge – oder auch Zeitglockenturm. Ähnlich wie am Marienplatz in München gibt es auch hier ein Figurenspiel zu jeder vollen Stunde.

Unbedingt empfehlenswert ist auch das Turminnere! Nach 130 Stufen in der Zytglogge wird man mit einem traumhaften Blick über die wunderschöne Altstadt belohnt. Mit ganz viel Glück kann man bei gutem Wetter sogar das berühmte Berner Oberland erkennen.

Bärenpark

Als ich vom Bärenpark gelesen habe, habe ich mich irgendwie direkt gefreut, ohne genau zu wissen, was mich hier eigentlich erwartet. Ich mag Bären und finde es total faszinierend, dass so ein kniffliger Bär ja in einem Nationalpark richtig gefährlich sein kann.

Tatsächlich wurde ich dann vom Bärenpark überrascht, weil ich nicht genau wusste, wo genau die Anlage ist, und fand das Arrangement sofort ausgesprochen stilvoll. Direkt am Aare-Ufer wurde ein über 6.000 qm großes Areal direkt an einem Abhang gestaltet, welches mit einem großen Wasserbecken zum Schwimmen, viel Holz und Wald zum Verstecken und Klettern, Höhlen zum Ausruhen und Wiese zum Laufen so ziemlich alles bietet, was ein Bär (vermutlich) gerne macht.

Für die Zuschauer gibt es mehrere „Zuckerl“:

  • Der Besuch ist kostenlos.
  • Man kann komplett um das Gehege herumlaufen und hat so immer die Chance die Bären aus einem anderen Winkel zu beobachten.
  • Die Kulisse von oben mit dem Fluss Aare im Hintergrund ist fantastisch.
  • Oben auf der Terrasse ist ein prima Restaurant.

Bei mir waren es zwei Bären, wobei auch ein weiterer Bär im Haus verschwunden sein kann. Anscheinend sind es wohl nämlich drei Bären.

Ein klasse Highlight – für jung und alt!

Berner Münster

Direkt am Anfang der wichtigste Fakt: Das Berner Münster ist mit über 100m der höchste Kirchturm der Schweiz!

Dementsprechend hat man von der Aussichtsplattform im Turm auch eine spektakuläre Aussicht! Da überwindet man die 344 Stufen nach oben (vielleicht) auch etwas leichter. Ich mag solche Aussichtspunkte, von daher mache ich das eigentlich immer, sobald es eine Möglichkeit dazu gibt. In dem Fall ist die besonders gute Lage des Münsters aber auch ein Kriterium, denn dadurch, dass es direkt am Ufer der Aare liegt, sieht man auf der südlichen Seite bei idealen Bedingungen das Berner Oberland und auf allen anderen Seiten die Altstadt von Bern.

Direkt vor dem Münster gibt es auch noch eine große Freifläche, die so genannte Münsterplattform. Auch hier ist die Aussicht auf die Aare schon sehr schön, wenngleich hier eine darunter liegende Häuserreihe die Sicht auf den Fluss etwas blockiert.

Das Besondere ist an der dieser Münsterplattform ist jedoch, dass sie mit der 31.5 Meter tiefer gelegenen Badgasse über einen elektronischen Personenaufzug verbunden ist. Die Badgasse befindet sind im „Mattequartier“ der Altstadt, weshalb der Lift auch offiziell Mattelift heißt. Von den Einheimischen wird er jedoch „Senkeltram“ genannt.

Untertorbrücke, Nydeggbrücke & Rosengarten

Brücken gibt es in Bern einige, aber die Untertorbrücke ist die für mich schönste. Weil irgendwie charmanteste. Zudem stimmt die Kulisse, eigentlich von jeder Seite. Aber natürlich hat man das schönste Motiv, wenn man von der Nydeggbrücke aus fotografiert. Das Motiv ist ja auch der Banner ganz oben.

Im Übrigen ist es auch hilfreich, dass die Brücke eigentlich den ganzen Tag gut fotografiert werden kann, außer vielleicht im Sommer früh morgens und spät abends. Ansonsten hat man die Sonne immer von der Seite oder hinten. Mittags kommt die Sonne ideal von hinten.

Die Nydeggbrücke ist dafür die vermutlich frequentierte Brücke, denn sie führt am östlichen Ende direkt aus der Altstadt hinaus. Zudem grenzt auf der südlichen Seite der Bärenpark, die an die Brücke an. Gerade vom Bärenpark aus, mit der Sonne im Rücken, wirkt die Nydeggbrücke schon gewaltig.

Ich habe den Rosengarten zusammen mit den beiden Brücken in ein Segment gepackt, weil sie nur 500 Meter auseinander liegen. Wer über die Nydeggbrücke geht, sollte unbedingt den kleinen Schlenker zum Rosengarten machen, denn er zählt ganz sicher zu den schönsten Parkanlagen von Bern. Vor allem im Sommer wird er seinem Namen gerecht und man wird von einem Meer an Rosen erwartet.

Darüber hinaus ist die Aussicht auf die Altstadt absolut wunderbar,  der Seerosenteich ist traumhaft angelegt und für Kinder gibt es einen sensationellen Spielplatz.

Kornhausbrücke

Die 48 Meter hohe und 382 Meter lange Kornhausbrücke verbindet die Altstadt mit dem Norden der Stadt. Ich hatte genau auf der anderen Seite im Grand Casino Bern geparkt, weshalb diese Brücke mehr oder weniger mein erster Eindruck von Bern war.  Und er hat mir gefallen! Diese Brücke wird kaum als Sehenswürdigkeit gelistet, aber ich finde das wird der Brücke nicht gerecht. Die schönen Bögen, die Aussicht, die Tiefe zu dem Fluss Aare… Zudem ist sie sehr fotogen!

Rathaus Bern

Direkt in der Altstadt in einer Seitengasse von der Kramgasse befindet sich leicht versteckt das Rathaus von Bern. Diese wunderschöne gotische Gebäude stammt aus dem 15ten Jahrhundert und wenn man davor steht, merkt man, dass es sich um ein besonderes Bauwerk handelt. So ging es zu mindestens mir, denn ich wusste gar nicht, dass es das Rathaus ist! Ich wusste nur, es ist beeindruckend und habe zum Glück ein paar Bilder gemacht.

Berner Bundeshaus

Das Parlamentsgebäude Berner Bundeshaus ist von außen definitiv beeindruckend.

Das schöne Wasserspiel direkt davor hat mir auch sehr gut gefallen. Hier sprudeln 26 Fontänen – für jeden Kanton eine Fontäne.

Zum Fotografieren ist das Bundeshaus allerdings etwas schwierig, weil man – speziell mittags – meist voll gegen die Sonne fotografiert. Es gibt auf der anderen Seite – also am Aare-Ufer – aber auch einen kleinen Park, von dem man dann besseres Licht hat.

Man kann das Bundeshaus im Übrigen auch im Rahmen einer geführten Tour besichtigen. Diese Führungen sind kostenlos und dauern 60 Minuten. 

Wankdorfstadion

„Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen..:“ Welcher Deutsche (Fußballfan) kennt diesen Halbsatz nicht?!?!? Er ist deutsche Geschichte. Und er kommt aus der Schweiz. Genauer gesagt aus dem Berner Wankdorfstadiom.

Das Wunder von Bern„. So heißt das deutsche Fußballmärchen aus dem Jahr 1954, als die krassen Außenseiter aus Deutschland den haushohen Favoriten Ungarn mit 3:2 besiegten – nach 0:2 Rückstand.

Der Satz wird übrigens vervollständigt mit: „Rahn schießt. Tor. Tor. Tor.“ Es war Siegtreffer und für Deutschland ein ganz besonderer Erfolg.

Kurioserweise kannte ich natürlich das Wunder von Bern, aber weil in keinem Reiseführer etwas über das Wankdorfstadion stand, wäre ich fast in Bern gewesen, ohne an der Stätte dieses sporthistorischen Erfolgs der Deutschen Nationalmannschaft gewesen zu sein.

Das Wankdorfstadion von der Weltmeisterschaft 1954 gibt es so leider nicht mehr, denn es wurde 2011 abgerissen und bis 2005 neu aufgebaut. Es war davor und ist seitdem die Spielstätte der Young Boys Bern, die jetzt in einem modernen Schmuckkästchen, an jener Stelle des legendären WM-Stadions, spielen. Es handelt sich um das zweitgrößte Stadion der Schweiz (hinter dem St. Jakobs-Park in Basel).

ABER, was noch steht bzw mit Originalteilen wieder aufgebaut wurde, ist die legendäre Longines-Uhr mit Anzeigetafel, die durch das oben erklärte WM-Spiel weltberühmt wurde. Es gibt unzählige Bilder von dieser Uhr mit eben jenem Endstand aus dem WM-Finale. Seit dem April 2018 zeigt die Uhr aber nicht mehr das legendäre 3:2 als Spielstand an, sondern ein 2:1, welches aus dem April 2018 resultiert, als Bern das erste Mal nach vielen Jahren wieder Schweizer Fußballmeister wurde.

Trotzdem, ich fand es magisch an diesem besonderen Ort zu sein, vor dieser Uhr zu stehen (auch wenn es sich um den „falschen“ Spielstand handelt) und die besondere (deutsche) Geschichte zu spüren.

Meine besten Spot-Tipps in Bern auf einer Karte

Ich habe auf der Karte die wichtigsten Spots markiert. Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.

Meine Restaurant-Empfehlungen in Bern

Kramer

Eine klasse Location direkt in der Kramgasse. Bei schönem Wetter kann man prima draußen sitzen, bei schlechtem Wetter ist das stilvolle Interior genauso fein.

Wir hatten Flammkuchen mit Ziegen-Frischkäse, Birnen-Chutney, Crème Fraiche, Rucola und Pfeffer und eine leckere Lachs-Poke-Bowl mit Orangen-Sesam-Dressing, Radieschen, Edamame, Sesam, Wasabi-Mayo & Sushireis.

Die perfekte Mittagspause!

Kramgasse 12, 3011 Bern

Waisenhausplatz

Definitiv keine Restaurantempfehlung, aber ich fand dass dieser Platz ideal für eine schöne Coffee-to-go-Pause ist.

Ich hatte mir hier einen kleinen süßen Snack und einen Kaffee geholt und mit der Sonne im gesucht auf eine der vielen Bänke gesetzt. Was fantastisch war…

Waisenhauspl. 26, 3011 Bern

Fototipps, die ich euch gerne mitgeben möchte

Ich habe ja bei den einzelnen Sehenswürdigkeiten schon ein paar Fototipps angegeben. Zum Beispiel kann man die Nydegg- und Untertorbrücke sehr gut rund um die Mittagszeit fotografieren, weil man dann die Sonne im Rücken.

Vom Rosengarten aus, kann man am die schönsten Bild vormittags macht, weil man sonst gegen die Sonne fotografiert.

Beim Bundeshaus hat man mittags die Sonne ebenfalls im Gesicht, wobei das Gebäude auch im Schatten mit der Sonne dahinter durchaus auch seinen Reiz hat.

Fun Facts zu Bern

  • Genau genommen ist Bern nicht die Hauptstadt der Schweiz! Was? JA, richtig, denn Bern ist nicht die Hauptstadt, sondern „nur“ eine Bundesstadt bzw. der Bundessitz. Hierzu gibt es einen recht interessanten Wikipedia-Eintrag.
  • Die Berner Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe – dank ihrer gut erhaltenen mittelalterlichen Architektur und den gemütlichen Laubengängen (Arkaden), die übrigens rund sechs Kilometer lang sind!
  • Bern ist nach einem Bären benannt – so sagt es zumindest die Legende.
  • Meine Lieblingsbrücke ist gleichzeitig die älteste Brücke, und zwar die 1255/1256 erbaute Untertorbrücke.
  • Bern liegt sehr zentral in der Schweiz. Demzufolge grenzt auch kein anderer Kanton an so viele Kantone wie Bern, nämlich genau an 11 Kantone: Aargau, Neuenburg, Solothurn, Wallis, Waadt, Luzern, Uri,  Freiburg, Jura, Obwalden und Nidwalden.
  • Rund 800 Fahrgäste fahren jeden Tag mit dem Berner Mattelift!
  • Die berühmte Zytglogge (Zeitglockenturm) hat ein mechanisches Figurenspiel, das sich stündlich in Bewegung setzt – schon seit dem 16. Jahrhundert!