Reisetipps Schweiz – Zürich
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Überraschenderweise ist Zürich nicht die Hauptstadt, aber dafür die bevölkerungsreichste Stadt der Schweiz.
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Der Fluß Limmat teil die Altstadt von Zürich in zwei Bereiche – beide sind ausgesprochen sehenswert.
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Im Zürichsee kann man im Sommer sogar in der Stadt wunderbar baden.
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Das Stadtbild ist stark von Kirchen geprägt, die wichtige Wahrzeichen, wie das Grossmünster, darstellen.
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Zürich ist leider genau so teuer wie immer alle sagen. Die Preise sind teilweise wirklich wild – das muss man wissen!
Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?
Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps
Hier die wichtigsten Informationen rund um eine Reise nach Zürich:
- Generell
Zürich ist die größte Stadt der Schweiz und liegt am nördlichen Ende des Zürichsees, durchflossen von der Limmat. Die Stadt zählt ca. 440.000 Einwohner, in der Metropolregion leben allerdings über 1,5 Millionen Menschen. - Welche Sprache wird in Zürich gesprochen?
In Zürich spricht man im Alltag hauptsächlich Schweizerdeutsch, genauer gesagt den Dialekt Züritüütsch. In der Schule, in den Medien und in offiziellen Texten wird jedoch Hochdeutsch verwendet. Viele Zürcher sprechen außerdem gut Englisch, oft auch Französisch oder Italienisch. - Wie komme ich nach Zürich?
Nach Zürich gelangt man am schnellsten mit dem Flugzeug über den internationalen Flughafen, der nur wenige Minuten per Bahn vom Hauptbahnhof entfernt liegt.
Auch mit dem Zug ist die Stadt hervorragend angebunden, sowohl innerhalb der Schweiz als auch nach Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich.
Wer mit dem Auto reist, erreicht Zürich über die Autobahnen A1, A3 und A4, sollte aber die teuren und knappen Parkmöglichkeiten bedenken.
Fernbusse bieten ebenfalls eine günstige Verbindung aus vielen europäischen Städten. - Wann ist die beste Reisezeit für Zürich?
Die beste Reisezeit für Zürich hängt von den jeweiligen Interessen ab.
Frühling und Sommer (Mai bis September) eignen sich ideal für Spaziergänge am Zürichsee, Stadtfeste und Events wie zum Beispiel die Street Parade.
Im Herbst (Oktober bis November) ist es ruhiger, oft mit klarem Wetter und buntem Laub.
Der Winter (Dezember bis Februar) lockt mit Weihnachtsmärkten, stimmungsvoller Altstadt und der Nähe zu den Skigebieten in den Alpen.
Ich war einmal an einem herrlich sonnigen Wochenende im Februar dort und einmal im August. Die Stadt wirkte komplett unterschiedlich, aber beide Male ausgesprochen schön. - Wieviel Zeit sollte ich einplanen?
Der zentrale, touristisch interessante Bereich rund um die Altstadt ist relativ kompakt, so dass man, wenn man möchte, die beliebtesten Sehenswürdigkeiten in einem Tag zu Fuß schaffen kann.
Ich würde aber idealerweise drei Nächte einplanen, so dass man zwei volle Tage hat, um die jeweiligen Viertel auch etwas zu erleben, zu bummeln und shoppen, sowie die verschiedenen Spots auch in Ruhe zu besichtigen. Das beste Beispiel ist der Aussichtsspot Lindenhof – hier kann man schnell sein Foto machen und weiter ziehen oder man kommt mit einem Smoothie an, setzt sich in Ruhe hin und genießt den herrlichen Ausblick… - Wie bezahlt man in Zürich bzw. in der Schweiz?
Wichtiger Punkt, denn in der Schweiz ist weiterhin der Schweizer Franken die bestimmende Währung. Ich würde empfehlen weitestgehend mit Kreditkarte zu bezahlen oder ggfs. ein bisschen Bargeld vor Ort am Bankomat abzuheben. - Wie bewege ich mich in Zürich?
Auf jeden Fall zu Fuß! Wie gerade erwähnt, ist alles sehr eng beisammen, so dass man idealerweise die Stadt zu Fuß erkundet. Das Schöne ist nämlich auch, dass es eigentlich in jeder Straße oder Gasse etwas zu sehen ist bzw. dass die Übergange zwischen den Vierteln sehr fließend ist.
Will sagen, so richtig erlebt man Zürich wirklich nur, wenn man nicht strikt nach der Karte von A nach B läuft, sondern sich treiben lässt und auch mal den Umweg in Kauf nimmt. - Gibt es einen Citypass in Zürich?
Ja. Die Zürich Card gilt für entweder 24 oder 72 Stunden und beinhaltet unbegrenzte Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Tram, Bus, Bahn, Schiff, Seilbahn, Uetliberg-Bahn, etc.) in der Stadt und angrenzenden Zonen sowie den Flughafentransfer. Zudem bietet sie freien oder ermäßigten Eintritt in viele Museen, Rabatte bei Stadtführungen und ausgewählten Shops und Restaurants sowie Vergünstigungen für Freizeitangebote.
Die Karte kann online, über die Zürich City Guide App oder vor Ort am Flughafen oder im Tourismusbüro am Hauptbahnhof gekauft werden. - Ist Zürich wirklich so teuer?
Oh ja! Das muss man wirklich wissen, damit hier keine falsche Erwartungshaltung entsteht. Nach günstigen Hotels oder Restaurants zu suchen ist komplett sinnlos. Alles ist sehr sehr teuer. Wenn man sich für eine Reise nach Zürich entscheidet, sollte man sich besser davon lösen Preise zu hinterfragen, denn ansonsten wird man vor Ort keinen Spaß haben. - Gibt es kulinarische Spezialitäten in Zürich?
Auch hier ein klares Ja! Hier einige Highlights:
Zürcher Geschnetzeltes: Das berühmteste Gericht der Stadt – zartes Kalbfleisch in Rahmsauce, oft mit Rösti serviert.
Rösti: Knusprig gebratene Kartoffelraspeln, ursprünglich ein Bauernfrühstück, heute schweizweit Kult.
Birchermüesli: In Zürich erfunden vom Arzt Maximilian Oskar Bircher-Brenner – der weltweite Frühstücksklassiker.
Luxemburgerli: Kleine, luftige Macarons der Confiserie Sprüngli – süße Zürcher Legende.
Die besten Spots in Zürich
Folgend nun die verschiedenen Spots und Sehenswürdigkeiten in Zürich mit Erklärungen und Infos zu dem jeweiligen Besuch.
Ganz grob kann man Zürich in einen Bereich links und einen Bereich rechts des Flusses Limmat unterteilen.
Die „Kleine Stadt“ (oder „Minderstadt“) liegt links der Limmat, mit den großen Kirchen und Zunfthäusern, und die „Große Stadt“ (heute auch als „Niederdorf“ oder „Dörfli“ bekannt) befindet sich rechts der Limmat.
Ich habe bei meiner Liste quasi bereits einen kleinen Stadtrundgang erstellt, sprich, man kann die Sehenswürdigkeiten genau in der Reihenfolge ablaufen, wie ich sie hier angegeben habe, wenn man als Startpunkt den Bahnhofquai am Hauptbahnhof nimmt.
Lindenhof
Der Lindenhof ist Zürichs grüne Pause-Taste, was zum Beginn einen Rundgangs etwas komisch klingen mag, aber dieser Spot ist wirklich ein ausgesprochen angenehmer Spot, auch wenn er durchaus immer sehr gut besucht ist.
Mitten in der Altstadt geht es ein paar Stufen den Hügel hinauf und schon seid ihr dort, wo früher die Römer Wache hielten und heute Touristen mit Selfiestick, sowie Zürcher Schach spielen. Zwischen alten Lindenbäumen könnt ihr einen Postkartenblick auf die Limmat und das Grossmünster genießen und auf einer der großartigen Parkbänke entspannen.
Kurz gesagt: ein Mix aus Geschichte, Durchatmen und perfektem Foto-Spot.
Bahnhofstraße
Jede große Stadt, die etwas auf sich hält, verfügt über eine Luxus-Designer-Boutiquen-Straße! New York hat die Upper Fifth Avenue, Paris hat die Champs-Élysées, München hat die Maximilianstraße und Zürich ist stolz auf die Bahnhofstraße…
Tatsächlich handelt es sich um eine der berühmtesten Einkaufsstraßen der Welt, was ich so gar nicht vermutet hätte. Hier funkeln Schaufenster fast so sehr wie die begehrten Uhren darin. Luxus gibt es hier in Hülle und Fülle, vom Schmuck über Designer-Mode bis zur Schokolade, die fast wie ein Goldbarren behandelt wird.
Aber auch ohne prall gefüllte Kreditkarte lohnt sich ein Bummel, denn Schaufenster gucken ist auch hier erfreulicherweise gratis und dabei auch noch sehr unterhaltsam. Kurz: Einkaufen wird hier zum Sightseeing mit Glanz und Pomp.
Augustinergasse
Eine Seitenstraße der Bahnhofstraße ist einer beliebtesten Instagram-Spots von Zürich! Die Augustinergasse ist wie ein kleiner Zeitsprung in Zürichs Altstadt: schmal, kopfsteingepflastert und gesäumt von schiefen, bunt bemalten Häusern. bunte Fassaden, Erker, Fensterläden und Schweizflaggen wie aus einem Bilderbuch.
Früher lebten hier Handwerker und Mönche, während heute neugierige Besucher hier entlang flanieren. Ganz ehrlich, es könnte sich auch problemlos um eine Filmkulisse handeln: Ein bisschen Mittelalter, ein bisschen Märchen, dazu Erker, kitschige Fensterläden und zahlreiche Schweizflaggen.
Ich bin hier zufällig auf dem Weg von der Bahnhofstraße zur Kirche St. Peter entlang gelaufen, habe mich direkt gewundert, wie schön diese Gasse ist und konnte kaum glauben, dass ich soeben einen touristischen Hotspot entdeckt habe…
Amazonenbrunnen
Nur ein paar Schritte weiter gelangt ihr zum Amazonenbrunnen, der sicherlich zu den auffälligeren Brunnenjuwelen der Altstadt gehört.
Er erinnert an die Tradition der farbenfrohen Zunftbrunnen und auf der Säule thront eine bunt bemalte Amazonenfigur mit Helm, Schild und Schwert. Mir wäre der Brunnen aufgrund seiner Position beinahe gar nicht aufgefallen, wenn nicht auf einmal eine große Reisegruppe um den Brunnen versammelt hätte. Erst dann habe ich erkannt, was sich dort für ein fotogener Zwischenstopp versteckt…
St. Peter
Ein Besuch der Kirche St. Peter in Zürich fühlt sich an wie eine kleine Reise durch die Zeit. Der Bau geht nämlich auf das 9. Jahrhundert zurück, wobei an gleicher Stelle zuvor eine römische Befestigung stand. Damit ist sie ist die älteste Pfarrkirche der Stadt!
Das ganz große Aushängeschild ist das riesige Zifferblatt, welches mit einem Durchmesser von 8,64 Metern das größte Kirchturmzifferblatt Europas ist und euch die Uhrzeit schon von weitem entgegengrinst.
Drinnen erwartet euch eine schlichte und helle Atmosphäre, während man inmitten des Trubels draußen, zwischen Kopfsteinpflaster und Altstadthäusern, schnell feststellen kann, dass die Kirche St. Peter nicht nur ein Wahrzeichen, sondern auch ein charmanter Fixpunkt im Stadtbild ist.
Fraumünster
Das Fraumünster gehört ohne Zweifel zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Zürichs, weshalb ein Besuch ein klares MUSS ist.
Von außen ist die Kirche schon ausgesprochen sehenswert, aber so richtig besonders wird es im Inneren, und zwar wenn die leuchtenden Chagall– und Giacometti-Fenster, im hinteren Bereich für magische Farbspiele sorgen.
Der Münsterhof davor hat mir sehr gut gefallen, denn er ist lebendig und wohlfühlig zugleich: Hier begegnen sich Touristen, die versuchen den besten Winkel für ein Foto mit ihrem Smartphone zu finden, Straßenmusiker mit ihren Instrumenten und Zürcher, die scheinbar unbeeindruckt von all den Touristen mit einem Roller zur Arbeit fahren.
Nur ein paar Schritte weiter führt die Münsterbrücke über die Limmat, von wo aus man Grossmünster wunderbar im Blick hat. Ein perfektes Zürich-Foto-Motiv.
Quaibrücke, Bellevueplatz, Opernhaus & Utoquai
Vom Fraumünster zur nächsten Station ist es ein etwas größerer Sprung. Hierbei geht ihr einfach an der Limmat entlang bis ihr zur bekannten Quaibrücke gelangt. Diese ist so etwas wie der Star unter Zürichs Brücken, denn schließlich verbindet sie nicht nur die beiden Ufer von Limmat und Zürichsee, sondern auch Spaziergänger, Velofahrer (das schweizerdeutsche Wort für eine Person, die Fahrrad fährt), Trams und Autofahrer, die sich alle gleichzeitig auf ihr tummeln. Auf der Brücke kann man einen der schönsten Ausblicke der Stadt genießen: links der See mit Alpenpanorama, rechts die Altstadt mit Kirchtürmen – quasi eine 360-Grad-Postkarte gratis.
Schließlich gelangt ihr zum Bellevueplatz, der sicherlich einer der quirligsten Treffpunkte Zürichs ist. Hier kreuzen sich Straßenbahnen und Fußgängerströme, während im Hintergrund der Zürichsee glitzert.
Gleich daneben lädt das legendäre Café Odeon zum Verweilen ein: Seit über 100 Jahren ist es eine Institution, in der schon Persönlichkeiten wie Albert Einstein, James Joyce, Thomas Mann, Marlene Dietrich oder Lenin ihre Tassen leerten. Kurz gesagt: Im Café Odeon hat man nie „nur“ Kaffee getrunken, sondern man saß quasi Tisch an Tisch mit Nobelpreisträgern, Revolutionären und Weltliteraten.
Ein paar Schritte weiter erhebt sich das prachtvolle Opernhaus Zürich, ein Schmuckstück von 1891 mit über 1.100 Plätzen. Es zählt zu den renommiertesten Opernhäusern Europas und ist ein kultureller Fixpunkt der Stadt.
Direkt vor der Oper befindet sich der weitläufige Sechseläutenplatz, der so heißt, weil früher im Frühling die Glocken um sechs Uhr läuteten, was das Signal für die Handwerks- und Berufsvereinigungen war, dass man ab jetzt abends eine Stunde länger arbeiten durfte – quasi eine der „Sommerzeit“ des Mittelalters. Heute erinnert daran das große Zürcher Frühlingsfest Sechseläuten, bei dem ein Schneemann namens Böögg verbrannt wird, um den Winter zu vertreiben.
Kulinarisch bietet diese Ecke für jeden Geschmack etwas: Von Klassikern wie dem Sternengrill mit seiner leckeren Bratwurst, bis zum modernen Restaurant Pumpstation am Seeufer, wo man im Sommer unter freiem Himmel ein Getränk genießen kann.
Wer weiter am Ufer des Zürichsees entlangschlendert, stößt auf die elegante Utoquai-Straße – gesäumt von historischen Gebäuden, Hotels und Badestellen. Hier verbinden sich mondänes Zürich-Flair, Seeatmosphäre und der Charme einer Stadt, die das Leben gern draußen genießt.
Zürichsee
Der Zürichsee ist das Wohnzimmer der Stadt – nur eben in XXL und mit Enten anstelle von Sofakissen. Hier trifft sich alles: die Jogger am Ufer, die Büroangestellten in der Mittagspause und die Sonnenhungrigen, die sich kopfüber ins glasklare Wasser stürzen.
Für mich war der See mit der Limmat immer einer Hauptgründe, warum ich die Stadt so gerne mag. Im Winter kann man hier wunderschön spazieren und die klare Luft genießen, während man im Sommer hier tatsächlich wunderbar baden kann. Die Wasserqualität des Zürichsees wird als gut bis sehr gut bewertet! Wer news gerne bequem mag, an vielen Stellen am Seeufer gibt es kostenpflichtige Seebäder, die eine Infrastruktur mit Liegewiesen und Umkleiden bieten.
Ein Highlight ist natürlich eine Schifffahrt auf dem Zürichsee:
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Startpunkte sind meist am Bürkliplatz (links der Quaibrücke) oder am Bellevue (rechts der Quaibrücke), direkt beim Seeende in der Innenstadt. Dort legen die Schiffe der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) ab.
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Touren gibt’s in allen Längen: von der 1,5-stündigen „Kleinen Rundfahrt“ bis zur „Großen Rundfahrt“ von über 4 Stunden, bei der man fast den ganzen See kennenlernt.
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Tickets gibt es online, direkt am Anleger oder über die ZVV-App. Die Zürich Card gilt für die kürzeren Fahrten sogar mit.
Wasserkirche
Die Wasserkirche in Zürich ist ein Ort voller Geschichte und ich finde der Name klingt schon irgendwie nach einem spannenden Widerspruch.
Früher stand die Kirche tatsächlich direkt auf einer kleinen Insel in der Limmat und war nur durch einen hölzernen Pilgersteg mit dem Ufer verbunden, weshalb man sie „Wasserkirche“ nannte.
Der Legende nach sollen genau hier die Stadtheiligen Felix und Regula durch Enthauptung hingerichtet worden sein, was dem Ort eine ganz besondere Bedeutung verleiht.
Ich finde die Kirche wirkt heute eher schlicht und dabei aber auch wiederum ein wenig mystisch. Im Untergeschoss kann man die Krypta mit dem Felix-und-Regula-Märtyrerstein besichtigen.
Großmünster
Das Wahrzeichen von Zürich wacht mit seinen zwei mächtigen Türme stolz über die Altstadt und bestimmt die Skyline der rechten Seiten des Limmatufers.
Der Legende nach wurde die Kirche an der Stelle errichtet, wo Karl der Große auf die Gräber der Stadtheiligen Felix und Regula gestoßen sein soll – nachdem sie mit dem Kopf unter dem Arm die Wasserkirche verlassen haben.
Im Inneren beeindruckt erneut die schlichte (romanische) Architektur. Besonders sehenswert sind die modernen Giacometti-Fenster, die mit Farben und Formen einen spannenden Kontrast zur alten Bausubstanz schaffen.
Ein Highlight ist natürlich der Aufstieg auf den Karlsturm (Südturm)! Ich liebe ja solche Aussichtspunkte, allerdings war der Aufstieg bei meinem Besuch bedauerlicherweise gesperrt.
Über 187 enge Stufen gelangt man nach oben, wo ein Panorama wartet, das Zürichs Dächer, den See und bei klarer Sicht sogar die Alpen zeigt.
Geöffnet ist das Grossmünster fast täglich, Tickets für den Turmaufstieg gibt es direkt vor Ort.
Rathaus
Das im 17. Jahrhundert erbaute Rathaus von Zürich ist ein herrlicher Hinweis darauf, dass Zürich keine Millionenmetropole ist. Es „schwebt“ nämlich relativ unscheinbar direkt über der Limmat und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen hier würden Weinfässer gelagert.
Mit seiner Renaissance-Fassade und den kunstvollen Sälen ist es bis heute Sitz von Gemeinderat und Kantonsrat und ein echtes Schmuckstück der Altstadt.
Niederdorf
Ein Spaziergang durch das Niederdorf führt durch eines der historischsten Viertel Zürichs. Der Stadtteil ist geprägt von engen Gassen, Kopfsteinpflaster und gut erhaltenen Häusern aus dem Mittelalter.
Besonders am Abend erwacht das Viertel mit seinen viele Bars, Kneipen, Cafés und Restaurants zum Leben. Hier ist vor allem der Hirschenplatz eine gute Anlaufstelle. Viele Lokale bieten außerdem Außenplätze, was gerade im Sommer sehr beliebt ist.
Zudem gibt es hier zahlreiche kleine Boutiquen, Spezialgeschäfte, Kunsthandwerk-Läden und auch Souvenirshops. ABER, anders als auf der Luxusmeile Bahnhofstrasse findet ihr hier individuelle Mode, Schmuck und handgemachte Produkte – perfekt für einzigartige Mitbringsel.
Wenn ihr so durch die kleinen Gassen schlendert, solltet ihr auf jeden Fall mal den charmanten Napfplatz (mit dem Napfbrunnnen) besuchen, der sich direkt hinter dem Café 1842 (siehe weiter unten die Gastrotipps).
Die Spiegelgasse ist besonders bekannt für ihre literarische und kulturelle Geschichte, unter anderem als Standort ehemaliger Cabarets und Treffpunkte bedeutender Persönlichkeiten. Vor allem das Cabaret Voltaire in Spiegelgasse 1 ist hier sehr bekannt.
Nach den verwinkelten und teilweise bemerkenswert schmalen Wege von Niederdorf solltet ihr unbedingt nochmal nach vorne zur Uferstraße Limmatquai gehen, um von dort den traumhaften Blick auf den Fluss und die Altstadthäuser zu genießen.
Bei der Gelegenheit solltet auch noch einen Abstecher zum Mühlsteg machen, den ich in keinem Reiseführer gefunden habe. Diese kleine Fußgängerbrücke ist ein prima Fotospot mit einer nicht allzu bekannten Perspektive auf die Limmat.
FIFA-Museum
Für einen Fußballfan wie mich ist das FIFA Museum natürlich wie ein Abstecher ins Schlaraffenland. Eines vorweg, selbst wer den Unterschied zwischen Abseits und Außenrist nicht kennt, kommt hier auf seine Kosten!
Schon am Eingang wird man von Pokalen, Trikots und Geschichten aus unterschiedlichen Länder empfangen und rutscht direkt in ein „Best-of“ der Fußballgeschichte in einer einzigen Ausstellung.
Mir hat besonders das riesige Panoramakino mit Gänsehaut-Momenten aus WM-Spielen gefallen – das Tor von Mario Götze wird für mich immer unvergessen bleiben. Außerdem gibt es interaktive Stationen, bei denen Groß und Klein selbst zum Ballkünstler werden dürfen.
Und natürlich darf der heilige Gral nicht fehlen – der Original-WM-Pokal, glänzend wie frisch poliert und streng bewacht.
Wichtig! Das Museum hat keine eigenen Parkplätze! Von daher sollte man lieber einen 15-minütigen Spaziergang aus der Altstadt einplanen.
FAZIT: Der Eintritt ist nicht günstig und gefühlt hätte man das Museum noch ein klein wenig „emotionaler“ gestalten können. Ich fand es gut, aber es war auch kein echter Knaller.
Uetliberg
Der Uetliberg ist Zürichs Hausberg und bietet auf 871 Metern Höhe einen unvergleichlichen Blick über Zürich. Hier könnt ihr mitten in der Natur auf die Stadt hinabschauen, den Zürichsee beim Funkeln beobachten und einfach ein zauberhaftes Bergpanorama genießen.
Man hat zwei Möglichkeiten den Uetliberg zu erreichen: Zu Fuß oder per Bahn.
Zu Fuß: Es gibt natürlich mehrere Varianten, abhängig davon welche Bahnstation anwählt. Hier kommen Strassenverkehrsamt (Albisguetli), Schweighof oder Triemli in Frage – beide vom Hauptbahnhof sehr gut mit der SZU (Sihltal Zürich Uetliberg Bahn), genauer gesagt mit der Linie S10, zu erreichen. Von dort sind es ungefähr 50-60 Minuten zu Fuß auf den Uetliberg,
Besonderer Hinweis: Es gibt auch noch den Laternernweg, der beim Albisgüetli beginnt und dank einer angenehmen Beleuchtung in der Dämmerung (bis 00.30 Uhr und ab 5.00 Uhr) besonders reizvoll ist.
Mit der Bahn: Die S10 fährt normalerweise auch bis ganz nach oben, bei meinem letzten Besuch wurde nur leider ein Teilstück renoviert, weshalb diese Verbindung nicht möglich war.
Wenn ihr hin und zurück mit der Bahn fahren wollt, nehmt am besten das Albis-24h-Ticket, das alle notwendigen Zonen umfasst.
An der Endstation Üetliberg angekommen, sind zu Fuß in weniger als 15 Minuten zur wunderschönen Aussichtsplattform samt markantem, 72 Meter hohen Aussichtsturm.
Darüber hinaus bieten sich euch jede Menge Möglichkeiten:
Frühling und Somme: Wandern und Mountainbiken. Plus der rund zweistündige Planetenweg.
Herbst: In dieser Zeit wird der Gipfel besonders magisch, wenn er oft wie eine Insel über der Hochnebeldecke thront.
Winter. Hier verwandeln sich viele Wanderwege in beliebte Schlittelstrecken.
Zeitlich würde ich nur AUF DEM BERG ungefähr 2-3 Stunden einplanen: Für den Aufstieg zum Aussichtsturm, einem Spaziergang und vielleicht eine Pause im Restaurant.
Meine besten Spot-Tipps in Zürich auf einer Karte
Auf dieser Karte sind Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Hotels und Ausflugsziele markiert.
Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.
Meine Hotel-Tipps für Zürich
Zunächst einen generellen Hinweis für die Suche nach einer passenden Unterkunft: Die Hotels sind genauso teuer, wie der Rest in Zürich! Ein Motel One kostet hier deutlich mehr als ein Motel One in Berlin oder Hamburg. Die Betonung liegt auf deutlich. Sprich, hier muss man realistisch an die Sache herangehen und für sich selbst entscheiden, wieviel man bereit ist auszugeben.
Da man in Zürich sehr viel zu Fuß machen kann, würde ich immer versuchen ein Hotel zu wählen, welches nicht allzu weit von der Altstadt entfernt liegt. Oder aber es sollte wenigstens eine Tramstation in der Nähe sein, damit man schnell und einfach ins Zentrum gelangt. Das Netz ist nämlich sehr gut ausgebaut.
Fred Hotel Leonhardstrasse
Ein klassischer Glückstreffer! Die Lage ganz in der Nähe des Bahnhofsplatzes hat mich sofort überzeugt, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist wirklich ausgezeichnet.
Ich war für zwei Nächte hier und habe bei dem Aufenthalt ganz klar die Stadtbesichtigung nach vorne gestellt und nicht so viel wert auf ein fancy Hotel gelegt. Und genau dafür war das Fred Hotel perfekt.
Ein kleiner Haken, es wird zwar vergünstigtes Parken in einem Parkhaus angeboten, aber dieses befindet sich nicht in unmittelbarer Nähe. Sprich, man muss sein Gepäck (sofern vorhanden) erst ausladen, dann zum Parkhaus fahren und anschließend zurück zum Hotel laufen.
Leonhardstrasse 1, Oberstrass, 8001 Zürich
Sorell Hotel Rex
Um den Punkt Parken direkt aufzugreifen, das Hotel bietet preislich erstaunlich faire Parkplätze direkt am Hotel, was ein dickes Plus ist. Nicht nur „dass“, sondern auch das „wie“, sprich zu welchem Preis.
Das Hotel befindet sich gar nicht sooo weit vom Freund Hotel entfernt, wobei man doch ein bisschen mehr in die Stadt laufen muss. Eine Tramstation befindet sich aber ganz in der Nähe.
Von der Ausstattung her ist das Hotel eher ein bisschen einfacher, aber das merkt man auch am Preis. Was mir positiv aufgefallen ist, im Sommer gab es einen sehr guten und angenehmen Raumlüfter auf den Zimmern, quasi als Gegenstück zu Klimaanlage, was ich klasse fand. Das Bett war richtig bequem, das Frühstück erstaunlich umfangreich und der Service ausgesprochen freundlich und hilfsbereit.
Was mich hier ein wenig gestört hat, war der umständliche Online-check-in, ich hoffe, das dies in Zukunft etwas erleichtert wird. Aber nochmal, der Service an der Rezeption hat das wieder wettgemacht.
Weinbergstrasse 92, Unterstrass, 8006 Zürich
Anmerkung: Das hier ist ein Einzelzimmer.
Meine Restaurant-Empfehlungen in Zürich
Ich habe hier ein paar Empfehlungen zusammengestellt, die vielleicht helfen im Stadtzentrum gute Restaurants zu finden.
Sternen Grill
Der Sternengrill in Zürich ist legendär und das nicht nur wegen seiner Lage direkt am Bellevue, sondern vor allem wegen der berühmten Wurst mit Kultstatus.
Hier stehen Zürcher und Touristen gleichermaßen Schlange, als ginge es um ein Ticket für ein Rockkonzert, nur dass man am Ende eine Bratwurst in der Hand hält. Ich bin ja ein großer Bratwurstfan, weshalb dieser Laden Pflicht für mich war und ich wurde erfreulicherweise nicht enttäuscht – die Wartezeit lohnt sich!
Theaterstrasse 22, 8001 Zürich
BANK
Hier wurde am trubelig-hippen Helvetiaplatz ein ehemaliges Bankgebäude in ein trendiges Restaurant mit Café, Bar und Bäckerei verwandelt, wo man nun ein ausgesprochen vielfältiges Frühstück genießen kann.
Zugegeben, von der Altstadt läuft man ein bisschen, aber ganz ehrlich, der Spaziergang führt durch schöne Straßen und es lohnt sich! Gerade im Sommer sitzt man dort sehr schön, hat immer etwas zu gucken und die Auswahl war große Klasse! Wir hatten Croissants, Avocado-Toast, Porridge, Bircher Müesli und frisch gepresste Säfte – alles war wunderbar. Anschließend haben wir uns noch ein paar kleine Teilchen aus der Bäckerei auf die Hand mitgenommen…
Molkenstrasse 15, 8004 Zürich
Cucina Niederdorf
Ich bin immer super dankbar, wenn ich Tipps bekomme, die sich in den Touristenzentren befinden. Oftmals denkt man ja, dass man genau dort selten so richtig gute Restaurants findet. Hier hatte ich allerdings von Anfang an ein gutes Gefühl und die Bewertungen bei Google waren top, weshalb ich es bei diesem Italiener direkt an der Münstergasse in Niederdorf probiert habe. Und was soll ich sagen, das Essen war großartig. Meine Pasta Carbonara war on Point (ohne Sahne!) und der Service war hervorragend…
Münstergasse 4, 8001 Zürich
Juicery 21
Hier bin ich auf dem Weg zu BANK dran vorbei gelaufen und dachte mir, dass ich das am nächsten Tag mal ausprobieren möchte und gesagt, getan.
Wenn man vor der Theke steht, ist es gar nicht leicht bei der fantastischen Auswahl zu entscheiden. Es gibt
– Açaí Bowls (mit tollen Toppings wie Granola, Beeren und Nüssen)
– Avocado Bagels (zB mit Lachs)
– Porridge (mit Früchten und Toppings)
– Cold-Pressed Juices
– Smoothies & Shakes
– großartigen Kaffee & Matcha
Ein Top-Spot für ein unaufgeregtes, aber richtig leckeres Frühstück.
Sihlstrasse 93, 8001 Zürich
Café & Konditorei 1842
Seit seiner Eröffnung im Jahr 1842 hat sich das Café zu einem beliebten Treffpunkt für Liebhaber süßer Köstlichkeiten entwickelt, weshalb es mir auch von einer Wahl-Zürcherin empfohlen wurde – wer mich gut kennt, weiß, dass ich Kuchen liebe!
Mit seiner teilweise sogar kitschigen Atmosphäre und dem nostalgischen Flair über vier Etagen genießt man hier nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch ein bisschen in die Vergangenheit von Zürich ein.
Besonders bekannt ist das Café für seine legendäre heiße Schokolade, die nicht nur Schokoladenliebhaber begeistert. Die Auswahl an Patisserie und Kuchen ist vielfältig und lässt keine Wünsche offen. Ob klassischer Apfelstrudel, zarte Törtchen oder cremige Torten – hier findet jeder etwas nach seinem Geschmack.
Napfgasse 4, 8001 Zürich
Ah-Hua
Wer ein Fan von authentischer, asiatischer Küche ist, sollte den kleinen Abstecher ins Ah-Hua wagen. Keine fancy Deko-Zubereitung, hier wird nach thailändischer Tradition gekocht. Dafür werden Zutaten sogar regelmäßig aus Thailand eingeflogen (wurde mir gesagt)! Die Preise sind für Zürcher Verhältnisse zudem wirklich fair.
Ankerstrasse 110, 8004 Zürich
Milchbar
Mein Lieblings-Frühstücktipp in der Altstadt! Hier sitzt man nicht nur schön, die Auswahl und der Kaffee sind ebenfalls absolut großartig. Ich habe ein wenig mit dem Barista geplaudert und Kaffee scheint seine große Leidenschaft zu sein – was man definitiv schmeckt.
Das orientalische Shakshuka, der Bagel mit Lachs und pochiertem Ei und der Rech Toast waren absolut großartig.
Preislich, ja, leicht höher, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt!
Kappelergasse 16, 8001 Zürich
Fun Facts zu Zürich
- Viele denken, Zürich sei die Hauptstadt der Schweiz. Falsch, das ist Bern! Zürich ist „nur“ die größte Stadt.
- Im Zürichsee kann man tatsächlich baden und das Wasser ist sogar so sauber, dass es Trinkwasserqualität hat.
- Das Zürcher Tramnetz ist eines der dichtesten weltweit. Wenn ein Tram kommt, dauert’s höchstens ein paar Minuten bis zum nächsten.
- Zürich ist jedes Jahr Gastgeber der weltgrößten Techno-Party Street Parade mit bis zu einer Million Besuchern.
- In Zürich gibt es über 1.200 Brunnen, viele davon mit Trinkwasser – man kann also jederzeit kostenlos den Durst löschen.
- Das Grossmünster soll der Legende nach von Karl dem Großen gegründet worden sein, nachdem er an genau dieser Stelle auf die Gräber der Stadtheiligen Felix und Regula gestoßen war.
- Zürich ist Sitz der ETH Zürich, die zu den besten Universitäten der Welt gehört und unter anderem Albert Einstein hervorgebracht hat.





