Reisebericht Ecuador – Galapagos Inseln & Tauchsafari

  • Die Anreise über das Festland von Ecuador dauert lange, ist aber einfacher als vermutet.

  • Die Insel Santa Cruz ist ein guter Einstieg für die Galapagos-Inseln. Vor allem das Darwin-Center und das Riesenschildkröten-Reservat  sind zwei tolle Spots!

  • Für Tier- und Naturfans ist die Isla Isabela ein Traum – hier kann man ganz ausgezeichnet Seelöwen und Iguanas beobachten. Dazu ist der Ort Puerto Villamil ein Backpackertraum.

  • Bei einer Tauchsafari rund um die Galapagos-Inseln sieht man vermutlich das beste Tauchgebiet der Welt – Großfische satt.

Liebe Reisefreunde,

Galapagos – das klingt erstmal unerreichbar weit weg. Eigentlich sogar unerreichbar weit weg. Für mich war sehr lange mehr oder weniger klar, dass ich vermutlich nie nach Galapagos kommen werde. Zu teuer. Zu schwierig erreichbar. Zu Exklusiv. Bis mich eines Tages ein Freund gefragt hat, ob ich ihn nicht nach Galapagos begleiten möchte und ich – dankbar für diesen Schubser – sehr schnell zugesagt habe. Und wie sich herausgestellte, waren viele (gedankliche) Vorurteile nur bedingt zutreffend. 

ANREISE & PREIS

Beispielsweise die Anreise: Ja, Galapagos ist weit weg. Keine Frage, aber die Anreise ist nicht sooooo wild, wie man meinen möchte. Es ging für mich mit der KLM von München nach Amsterdam (1,5 h) und von dort mit einem Dreiecksflug nach Quito (11,5 h) und weiter nach Guayaquil (1 h). Dreiecksflug bedeutet, dass man zwar auf der Hinreise einen kurzen Stopp in Quito einlegt, aber das Flugzeug nur kurz zur Säuberung verlässt. Auf der Rückreise geht es nach von Guayaquil direkt zurück nach Amsterdam. Wenn man nicht auf dem Festland bleibt, so wie ich, dann geht es nach einer Zwischenübernachtung per Non-Stopp-Flug (1,5 h) schließlich nach Galapagos. Wie gesagt, natürlich ist das durchaus ein langer Schlauch, aber es hat sich ehrlich gesagt nicht annähernd so krass angefühlt, wie ich es gedacht hätte.

Was die Kosten angeht, nun, hier gibt es zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten vor Ort, so dass man definitiv sehr viel Geld ausgeben, ABER man muss es nicht. Tatsächlich sind einige Unterkünfte und Aktivitäten vor Ort preislich sogar überragend fair. Man muss differenzieren, ob man die Galapagos-Inseln per Schiff (zum Beispiel auf einer Expedition oder eine Tauchsafari) bereist oder ob man „nur“ auf den Inseln bleibt und von dort einzelne Ausflüge unternimmt. Die Schiffsreisen sind definitiv preislich in einem höheren Segment anzusiedeln, während die Aufenthalte auf den Inseln absolut bezahlbar und trotzdem sehr besonders bis herausragend und einzigartig sind. Dazu gleich mehr.

Vorab, während meiner Reise war ich zunächst auf den beiden Inseln Santa Cruz und Santa Isabela, um dann noch eine Woche auf einer Tauchsafari unterwegs zu sein. Last-Minute kann man hier in der Zwischensaison erstaunlich gute Preise bekommen!

INTRO

Als mit meiner Recherche zu den Galapagosinseln begann, wurde mir schnell klar, dass ich in meinem Kopf ein falsches Bild zu dieser außergewöhnlichen Inselgruppe hatte. Die Inseln sind nämlich riesig und teilweise sehr gut zu besuchen. Im Gegensatz zu meiner Vorstellung, in der die Inseln klein und weitestgehend untouristisch waren. Ich schätze hier habe ich, aufgrund der vielen Dokumentationen fälschlicherweise vermutet, dass dort, wo die unzähligen, verschiedenen Tierarten so unbeschwert leben, einfach niemand drumherum leben kann. Dabei kommt Galapagos schlichtweg zugute, dass 97% der Inseln ein Nationalpark und damit geschützt sind! Bereits nach wenigen Minuten kann jeder erkennen, was das bedeutet. Iguanas genießen auf einem der dunklen Lavafelsen ein schickes Sonnenbad. Direkt vor dem Flughafen! Wenn man mit der Fähre von der Flughafeninsel Baltra nach Isla Santa Cruz übersetzt kann es sein, dass Seelöwen auf einer Parkbank liegen und schlafen. In jedem deutschen Zoo würde man für solch eine Begegnung oder solch ein Bild lange anstehen, hier ist das ganz normale Alltag. Ebenso im Hauptort von Isla Santa Cruz, Puerto Ayero, lümmeln die Seelöwen auf dem Hauptplatz inmitten von Autos und Fußgänger einfach so entspannt herum. Und mit ihnen Iguanas, Pelikane und andere Vögel. Teilweise ergeben sich so unglaubliche Situationen…

Die Galapagos-Inseln sind Vulkaninseln und das sieht man auch. Made out of Lava. Nur Steine und Felsen. So gab es anfangs auch keine Tiere, diese sind erst viel später vom amerikanischen Kontingent angekommen. Und als sie schließlich hier waren, mussten sie sich an die schwierigen Bedingungen anpassen. Wenn man zum Beispiel die berühmten Galapagos-Landschildkröten nimmt. Es gibt 15 verschiedene Schildkröten-Arten, allerdings stammen sie alle ursprünglich von einer Art ab. Sie mussten sich im Laufe der vielen vielen Jahre zwingend den unterschiedlichen Bedingungen der verschiedenen Inseln anpassen. Einige Arten haben beispielsweise einen sehr langen Hals, was daran liegt, dass auf den entsprechenden Inseln keine Pflanzen zum Fressen am Boden, sondern nur Kakteen gab. Und um an die Blüten zu kommen, mussten sie sich nun mal strecken.

Oder die Iguanas. Meistens sieht man nur schwarze (oder recht selten rotbraune) Exemplare, allerdings waren sie ursprünglich mal grün! Mittlerweile sind sie schwarz, um sich in der Sonne aufzuwärmen, damit sie anschließend im kalten Wasser tauchen und nach Nahrung (Algen) suchen können. Des Weiteren sind sie so besser getarnt und können sich vor ihren natürlich Feinden besser verstecken.

Sprich, Artenvielfalt ist ganz klar das Einzigartige hier auf Galapagos und genau daraus leitet sich ja auch die Theorie von Charles Darwin ab: Der Stärkere überlebt.

Wer also nach Galapagos reist, möchte unverfälschte Natur erleben und ich kann euch versichern, man wird definitiv nicht enttäuscht werden!

SANTA CRUZ

Erster Anlaufpunkt ist erstmal die Insel Santa Cruz. Diese liegt direkt neben der Insel Baltra, auf der sich allerdings wirklich nur der Flughafen befindet. Dennoch muss man mit einer kleinen Fähre (Dauer ca. 5 Minuten) nach Santa Cruz übersetzen. Von dort geht es per Bus oder Taxi Richtung der Hauptstadt Puerto Ayero, die auf der genau anderen Seite der Insel liegt (Dauer ca. 40 Minuten).

PUERTO AYERO

Hier ist sofort ein karibisch, lockerer Vibe spürbar, der schnell ansteckend ist. Die Uferpromenade Malecon ist voller Geschäfte, Handwerksläden, Cafés, Restaurants und Tourenanbieter und der oben angesprochenen Seelöwen. Als ich so durch die Straßen laufe, riskiere ich immer wieder einen Blick auf die Piers oder die Felsen am Wasser, denn vielleicht erwische ich ja gerade zufällig einen spielfreudigen Kameraden. Meistens hört man die Seelöwen allerdings auch schon von Weitem lauthals röhren, was anfangs durchaus auch leicht irritierend sein kann.

Tatsächlich habe ich richtig Glück und drei Seelöwen haben sich ein verwaistes Dock für ihre Mittagspause ausgesucht. Dabei krabbeln sie erstaunlich geschicklich die Stufen hinauf, um sich dann oben mit einem satten Plumps zügig abzulegen. Zwei davon scheinen ernsthaft entspannen zu wollen, denn sie lassen sich anschließend erstmal von nichts aus der Ruhe bringen, während der dritte ständig hoch robbt und danach auch schnell wieder runter ins Wasser springt. Ein Riesenspaß! Inklusive schöner Fotos.       

CHARLES DARWIN STATION

Im nördlichen Teil der Stadt wollte ich unbedingt die Charles Darwin Station und die direkt angrenzende Landschildkröten-Aufzuchtsstation besuchen und plane hierfür sogar einen ganzen Vormittag ein. Sicherlich kann man das Ganze auch schneller durchziehen, aber das Areal ist ausgesprochen ansprechend und informativ angelegt, so dass ich mir Zeit lasse und das Ganze wirklich aufsauge.

WICHTIG! Man muss hierfür einen Guide buchen (kann man am Eingang machen)! Mein Guide heißt André, ist Belgier und multilingual. Er erklärt der kleinen Gruppe sehr interessant, was Galapagos ausmacht, warum es so ist wie es ist und was hier auf diesem Gelände gemacht wird. Dabei geht er geduldig auf alle Fragen ein und macht diesen Ausflug zu einem echten Erlebnis.

ANMERKUNG! Hier gibt es auch zwei tolle, kostenlose  Strände, die zwar zum Baden nicht so richtig super, dafür aber umso besser fürs Schnorcheln geeignet sind.

Alternativ kann man außerdem die beiden Strände Playa los Alemanas oder Playa Tortuga besuchen, um so ein bisschen am Wasser entspannen zu können.

Für den Playa los Alemanas setzt man mit einer kleinen Nussschale über und läuft anschließend noch ca. 5 -10 Minuten. Speziell das Restaurant am Anlegebereich direkt am Wasser fand ich große Klasse.

Für Playa Tortuga spaziert man ungefähr 25 Minuten ortsauswärts, wird dafür aber mit einem weiten, wunderschönen Sandstrand belohnt, an dem sich auch viele Leguane und Seelöwen tummeln.

RIESENSCHILDKRÖTEN-PARK

Das Highlight auf Santa Cruz war für mich allerdings der Riesenschildkröten-Park im Hochland der Insel. Hierbei sollte man das Wetter nicht unterschätzen, denn dort kann es durchaus auch mal ein wenig regnen – selbst wenn es in Puerto Ayora nicht danach aussieht! Ich hatte oben erwähnt, dass 97 % der Galapagosinseln ein Nationalpark sind, nun, genau dieser Bereich ist privat. Allerdings ist dies in keinster Weise negativ, im Gegenteil, schließlich wurde hier ein riesiges Paradies für die Landschildkröten geschaffen. Der Hintergrund ist, dass sie geschützt werden müssen, um ihren Erhalt zu sichern. In der freien Wildbahn haben sie nämlich einige natürliche Feinde, wie beispielsweise Ratten oder Esel, die ihre Eier anfressen oder zertrampeln. Anfangs gab es wohl mal ungefähr 200.000 von den beeindruckenden Riesenschildkröten, allerdings sank der Bestand im Laufe der Jahre auf knapp 15.000.

Mittlerweile sind es erfreulicherweise wieder ca. 30.000 Riesenschildkröten und warum, das kann man hier wunderbar bestaunen.

Auch hier benötigt man einen Guide, was aber wirklich super spannend ist, denn es gibt so viel interessante Fakten über diese Reptilien zu lernen und in der natürlichen Umgebung der Schildkröten macht das nochmal deutlich mehr Spaß. Mein Guide Jorge ist eine Frohnatur und die Tour mit ihm könnte kaum kurzweiliger sein. Für mich am faszinierendsten ist die Information, dass die Schildkröten acht bis zwölf Monate ohne Essen und Trinken auskommen können! Das heißt sie fressen in der regnerischen Zeit sehr viel, in der trockenen dafür umso weniger. Ich bin im Mai vor Ort und Schildkröten, die wir treffen, fressen was das Zeug hält. Es wird alles reingemampft, was in ihnen vor den Panzer kommt. Das macht das Erlebnis natürlich nur noch schöner und unterhaltsamer.

ISLA ISABELA

Insgesamt sind vier der Galapagos-Inseln  bewohnt bzw. man kann sie mit Übernachtung besuchen. Eine davon ist die größte der Inseln, und zwar Isla Isabela. Sie befindet sich westlich von Santa Cruz und ist für mich DER Grund warum ich die Inseln auch bedenkenlos OHNE mehrtägigen Schiffsausflug empfehlen kann und würde. Santa Cruz ist sehr schön und wie gesagt die Stimmung in Puerto Ayora war fantastisch, aber Isla Isabela ist ein Kracher!

Dies vorab, denn nun kommt der praktisch etwas wacklige Teil – im wahrsten Sinne des Wortes. Man erreicht Isla Isabela entweder per Inlandsflug, ganz unkompliziert ab Baltra (dann muss man theoretisch auch gar nicht nach Puerto Ayora), oder aber man nimmt die Fähre. Ich finde das Wort Fähre ist hier leicht irreführend, denn tatsächlich handelt es sich um ein umgebautes Tauch- oder Angelboot. Will sagen, es ist klein und dementsprechend ist die Überfahrt, nun ja, schaukelig. Das Gute ist, es gibt Free-Wifi an Bord, was für etwas Ablenkung sorgt. Nach zwei Stunden erreicht man den Hauptort von Isla Isabela, und zwar Puerto Villamil. Der Hafen selbst ist dann allerdings gleich eine super Attraktion, denn dort befindet sich nicht nur ein schöner Sandstrand, sondern diese Ecke ist auch einer der beliebtesten Ruheorte der Seelöwen. Sprich, auch hier kann man gleich richtig tolle und lustige Bilder machen. Der Seelöwe auf der Sitzbank ist eines meiner absoluten Lieblingsmotive dieser Reise.

Vom Hafen in den Ort kann man entweder zu Fuß laufen (Dauer ca. 20 Minuten) oder ein kostengünstiges Taxi nehmen.

CONCHA DE LA PERLA

Direkt am Hafen gibt es, ganz leicht versteckt, auch eine echte Perle der Insel. Und zwar den natürlichen Pool Concha de la Perla, in dem sich vor allem morgens sehr gerne Seelöwen aufhalten! Ich hatte das vorher irgendwo gelesen, weshalb mir klar war, dass das mein erster Anlaufpunkt sein wird. Gedacht, geplant und getan. So stapfe ich also mit meinem Schnorchelequipment ausgerüstet früh morgens um sieben Uhr Richtung Hafen und biege vor dem Pier links ab in den Mangrovenwald. Dort führt ein langer Steg durchs Gestrüpp bis hin zu diesem wunderschönen Becken. Hier versperren mir bereits einige Iguanas den Weg in dem sie breit und faul auf den Brettern herumfläzen. Auch wenn ich was das angeht nicht zimperlich bin, habe ich doch ein leicht seltsames Gefühl über diese teilweise doch nicht ganz kleinen Echsen zu steigen. Am Ende öffnet sich der Wald ein bisschen und eine kleine Plattform mit einigen Sitzbänken tut sich auf. Hier kann wunderbar sein Zeug ablegen und über eine Treppe ins Wasser gleiten. Einzig, auch hier tummeln sich eine Iguanas PLUS zwei massige Seelöwen. Einer hatte aber wohl gerade ausgeschlafen und gleitet direkt vor meinen Augen ins Wasser. Der andere macht nicht einen Mucks und schläft einfach weiter. So bereite ich meine Ausrüstung langsam vor und beobachte die Wasseroberfläche. Und tatsächlich ziehen einige Iguanas und Seelöwen ihren Bahnen. Kaum, dass ich im Wasser bin, rauscht auch sofort ein Seelöwe an mir vorbei. Wow. Ich bin im Wasser mit einem Seelöwen. Niemals hätte ich das für möglich gehalten. Wie schmeidig sich diese Säugetiere im Wasser bewegen ist eine sensationelle Show. Nur eine schöne Aufnahme hinzubekommen ist gar nicht so einfach. Einzig die Iguanas, die auf eine bemerkenswerte Weise durchs Wasser schlängeln, sind wenig scheu und lassen sich bereitwillig beobachten.

Und so pausiere ich kurz auf dem Deck und warte auf die nächste Gelegenheit. Ich muss nicht lange warten bis ein weiterer Seelöwe auftaucht, allerdings ist dieser deutlich entspannter. Er erkundet ganz gemächlich den Randbereich und ich gebe ihm bewusst Zeit und Raum. Als ob er genau das honorieren möchte, lässt er mich nach und nach immer näher kommen, ohne unruhig zu werden. Schließlich ist er kurz davor meine Kamera anzustupsen. Ein einzigartiges Erlebnis. Mehr als fünfzehn Minuten verbringe ich so mit ihm und kann mein Glück kaum fassen. Irgendwann, nachdem ich schon lange meine Kamera beiseite gelassen und nur noch den Moment genossen habe, scheint er zu erkennen, dass ich happy bin und setzt sich langsam in Bewegung. Er umkreist mich noch zweimal und gleitet dann mit ein paar zackigen Flossenschlägen stilvoll von dannen. Absolut unbeschreiblich bis sensationell.

                

STRÄNDE IM WESTEN & WALL OF TEARS

Eine dringende Empfehlung für einen Tagesausflug sind die Strände im Westen von Puerto Villamil. Hierfür leihe ich mir bei einem der zahlreichen Tourenanbieter ein sehr solides Mountainbike aus. Das Bike ist top in Schuss und ich hatte bereits am Vorabend beobachtet, wie die Fahrräder gesäubert und gewartet wurden, was mich definitiv beeindruckt hat. Vor allem weil die Straße in den Westen geröllig und hügelig sein soll, sprich ein gutes Bike macht durchaus Sinn.

Vorab, ich habe einige Leute gesehen, die sich zu Fuß auf den Weg gemacht haben und ich muss sagen, ich denke, das ist falscher Ehrgeiz. Auf dem Weg gibt es kaum etwas zu sehen und die Distanz kann durchaus unterschätzt werden. Ich würde immer wieder ein Fahrrad empfehlen!

Los geht’s! Erster Stop der Strand La Playita, der vor allem für seinen großen Iguanabestand bekannt ist. DENN, hier finden sich auf den schwarzen Lavafelsen immer wieder grüne Algen, die das Hauptnahrungsmittel der Iguanas sind. Der Strand ist – wie der Name schon sagt – recht klein, vor allem bei Flut. Bei Ebbe handelt es sich um einen tollen Badestrand, weil er dann schön flach hineinläuft, es noch keine Strömungen gibt und man die Felsen und noch sicher erkennen kann. Als ich mich den Gesteinsflächen nähere muss ich aufpassen, dass ich nicht aus versehen auf einen Iguanaschwanz trete, so gut sind sie getarnt. Mit etwas Geduld kann man hier fantastische Aufnahmen von den fressenden Iguanas machen, denn es handelt sich um ruhige und erstaunlich entspannte Fotomotive. Einzig, wenn eine Welle kommt, kann es sein, dass sie teilweise doch recht ruppig von ihrem Futterplatz weggespült werden.

Danach kommt eine kleine Rangerstation mit einer letzten Toilette, bevor man sich in die tiefe Wildnis wagt. Das Schöne ist, am Wegrand gibt es immer wieder Schilder für die entsprechenden Strände und Attraktionen plus die entsprechende Distanz ab dem Weg. Außerdem wurden Fahrradständer aus Holz gebaut, was wirklich sehr praktisch ist.

Wenig später gelange ich zu den Stränden Playa del Armor und El Estero. Beide sehr schön und komplett natürlich. Zum Baden sind sie allerdings eher nicht geeignet, dafür ist der Weg das Spiel, sprich man krabbelt durch tolle Mangrovenwälder und passiert Iguana-Brutgebiete.

Anschließend kommt kein echter Stopp, sondern es folgt ein Bereich, in dem man die riesigen Landschildkröten in freier Wildbahn entdecken kann. Sie halten sich oftmals im Randbereich auf und überqueren wohl auch sogar sehr oft den Weg. Auf dem Hinweggehe ich leider leer aus, allerdings muss ich zugeben, dass die Fahrt teilweise anspruchsvoll ist, denn es geht immer wieder recht steil bergauf.

Als ich schließlich bei der Wall of Tears ankomme, bin ich nicht sicher, was ich erwarten soll. Die Mauer wurde von Strafgefangenen in harter und grausamer Zwangsarbeit errichtet. Ohne Sinn und Zweck, denn beschützt oder abgrenzt werden muss hier draußen im wilden Gebüsch nichts. Leider ließen viele der Arbeiter für diesen Unsinn sogar ihr Leben, daher auch der Name. Und trotzdem oder gerade deshalb stellt dieses Monument ein wichtiges Denkmal der Geschichte der Galapagos-Inseln dar. Ein kleiner Pfad führt mich bergab auf die Mauer zu. Ich bin beeindruckt und irritiert wie groß und gewaltig diese Mauer ist. Sieben Meter hoch türmen sich die dunklen Lavablöcke. Auf ungefähr Metern bei einer Breite von über drei Meter. Was für ein Koloss. Verstört stehe ich davor und begutachte die Schichtung der Gesteinsbrocken. Unfassbar.

Am Ende der Mauer erkenne ich ein paar andere Besucher und erinnere mich, dass die Dame des Fahrradverleihs etwas von einem View Point erzählt hat. Als ich mich steil nach oben kämpfe und umdrehe ergibt sich ein unglaublicher Ausblick auf die Mauer. Von dieser Position wirkt sie kleiner, aber immer noch massiv. Der Weg endet allerdings hier noch nicht, weshalb ich weiter klettere. Ich erreiche einen tollen Aussichtspunkt von dem man die Küste wunderbar überblicken kann. Allerdings erkenne ich einen weiteren Pfad, der noch weiter nach oben führt. Und zwar mit einer ordentlichen Steigung. Ca. zehn Minuten später gelange ich zu einem schattenspendenden Unterstand, wo sich zwei Ausflügler ausruhen. Die Aussicht ist nochmal besser und ich mache begeistert meine Fotos. Als ich schon fast wieder umdrehen möchte, weisen mich die beiden Finnen darauf hin, dass hier noch nicht das Ende ist. Es geht tatsächlich nochmal weiter! Über wild bewachsenes Wurzelwerk erklimme ich schließlich den höchsten Punkt dieses Berges und darf mich über die ultimative Aussicht freuen. Alle Strände und das wilde Meer liegen direkt vor mir – ein Traum. Der Aufstieg hat sich also definitiv gelohnt, auch wenn es nach der Fahrstrecke durchaus nochmal ein wenig Überwindung kostet.

Der Rückweg hält dann aber nochmal eine fantastische Überraschung für mich parat. Als ich nämlich munter den Berg rolle, treffe ich Hannah, mit der ich vorher schon an einem der Strände kurz gesprochen hatte. Wir hatten tatsächlich ca. 20 Minuten auf Englisch miteinander gesprochen, bis wir festgestellt haben, dass wir beide aus Deutschland kommen… Sie hält mich an und zeigt vielsagend auf den Straßenrand. Ich erkenne sofort was sie meint, den zwei massige Landschildkröten pflügen durchs Unterholz. Tatsächlich bin sehr überrascht, wie bedingungslos sie alle platt trampeln und sich so ihren Weg durch den dichten Busch bahnen. Auf der anderen Straßenseite ist sogar ein kleines Wasserloch, in dem noch einige weitere Schildkröten ein Bad genießen. Inklusive Schildkrötensex. Wild und extrem laut stöhnend besteigt tatsächlich das größte Exemplar eine andere Schildkröte und das Röhren ist einfach nur sensationell. Unglaublich was ich hier erlebe.

           

TINTORERAS

Die vermutlich beliebteste und gängigste Tour auf Isla Isabela führt zu der kleinen, vorgelagerten Inselgruppe Tintoreras. Diese muss man unbedingt so weit wie möglich im Voraus buchen, denn auch wenn sie zweimal täglich stattfindet, war sie während meines Aufenthalts immer ausgebucht und ich habe viele Touristen getroffen, die keinen Platz mehr bekommen haben.

Es handelt sich um einen Bootsausflug, bei dem zwischen den verschiedenen Inselchen umherschippert, in der Hoffnung auf verschiedene Tierarten.

Das Boot ist mit zwölf Teilnehmern gerade richtig gefüllt, was ich sehr angenehm finde. Als erstes steuern wir einen – auf den ersten Blick – recht unspektakulären Felsen an, der sich aber schnell als ein Pinguin-Hotspot entpuppt. Der Galapagos-Pinguin ist nicht nur der zweitkleinste Pinguin der Welt, sondern auch der am weitesten im Norden lebende! Schon irre, wenn man sich das mal überlegt, dass ein Pinguin sich bis an den Äquator verirrt hat! Auf einem Felsen entdecken wir einige dieser herzigen Gestalten, die sich offenbar gerade ausruhen. Einer davon flattert dann erst ein bisschen herum, bis er schließlich leidenschaftlich ins Wasser springt.

Als nächstes freuen sich die Ornithologen, denn wir stoßen auf einen Blaufuß-Tölpel, der hier nur liebevoll Boobie, genannt wird und eines der vielen Wappentiere der Galapagos-Inseln darstellt.

Anschließend legen wir an einer der Inseln an, um zunächst eine bizarre Lavalandschaft zu begutachten und dann einen natürlichen Kanal von oben zu beobachten, in dem erstaunlich viele Haie herumtoben. Ich habe ganz sicher noch nie einen solch guten Haispot vom Festland aus gesehen, was ja vor allem für Nichttaucher vielleicht super spannend ist.

Danach folgt das Highlight, nämlich eine ca. einstündige geguidete Schnorcheltour. Das Equipment wird gestellt und alle stürzen sich mutig ins kalte Wasser. Die Sicht ist schlecht, aber nach wenigen Sekunden entdeckt der Guide bereits einen stattlichen Rochen und sogar ein Seepferdchen. Danach sehen wir so viele Schildkröten, dass es unmöglich ist, sie alle zu zählen. Sogar zwei kleine (ungefährliche) Haie kreuzen unseren Weg. Als ich denke, dass es kaum noch besser werden kann, kreuzt auf einmal ein Seelöwe meine Bahn. Einfach so aus dem nichts. Zack und durch und weg. Ein schwarzer Blitz unter Wasser. Als ich noch ungläubig den Kopf schüttle und meinen Kopf wieder ins Wasser halte, passiert der nächste Knaller. Direkt vor mir taucht ein Pinguin auf! Ein treibt im Wasser, schaut mich irritiert an und schießt davon. Unfassbar, wie schnell diese kleinen Wesen beschleunigen können. Wie eine abgefeuerte Kugel rast er durchs Wasser.

Alle Teilnehmer sind begeistert, inklusive mir. Ganz sicher die beste Schnorcheltour, die ich je mitgemacht habe.

        

PUERTO VILLAMIL

Der Hauptort der Insel erinnert mich irgendwie auf charmante Weise an eine Westernstadt. Zum einen weil alle Straßen einfach nur staubige Sandpisten sind und zum anderen weil die Hauptstraße links und rechts von kleinen Häusern flankiert wird.

Der wichtigste Unterschied ist allerdings, dass das atmosphärische Dorf über einen einladenden Uferweg (Promenade wäre ein viel zu großes Wort) mit vielen Bars aus Holz verfügt, von denen man ganz wunderbar aufs Meer schauen und einen Cocktail genießen kann. Vor allem zum Sonnenuntergang.

Rund um die Hauptstraße findet man unzählige kleine Local-Restaurants, die irre leckeres zubereiten. Und hier komme ich gerne zu meinem Gedanken von ganz am Anfang zurück, und zwar, dass die Galapagos-Inseln nicht nur teuer sein müssen. Ich war beispielsweise in einem dieser Restaurants essen und hatte ein leckeres Essen mit Shrimps und Reis für schlanke fünf US-Dollar. Natürlich kann man auch deutlich mehr ausgeben, es gibt auch ein paar fancy Spots, aber wenn man mag, kann man hier wirklich kostengünstig unterwegs sein.

Mir gefällt der Spirit des Ortes sehr. Man sieht schnell viele Gesichter zum wiederholten Male und kommt so auch öfter mal ins Gespräch. Die Bars am Meer sind Weltklasse und könnten filmreifer kaum sein. Hinzu kommen einfach die vielen Tiere dieser Inseln. Die Seelöwen schlagen ihr Quartier durchaus auch mal auf Hotelliegen auf. Oder mitten im Ort gibt es einen kleinen See, in dem einige Flamingos ihre Heimat haben. Und schließlich, alles hier ist entspannt und locker. Man kann einfach sein und das Ambiente genießen. Runterkommen fällt hier definitiv nicht schwer.

Die Isla Isabela ist für mich insgesamt einer der besten Geheimtipps weltweit! Was ich in Sachen „Natur“ erlebt und gesehen habe, ist ansonsten nur mit einer Tiersafari im südlichen Afrika zu vergleichen…   

TAUCHSAFARI

Nach diesen wunderbaren und ereignisreichen Tagen auf dem „Festland“ von Galapagos gibt es einen doch ziemlich ruckartigen Cut, denn es geht für mich (und uns) zum krönenden Abschluss tatsächlich noch auf ein Schiff für eine Tauchsafari. Eben noch in einem relaxten Beachdorf und wenig später sitze ich auf einem Boot und richte mich in meiner Kabine ein. Schon wirklich lustig.

Eine Tauchsafari durch die Galapagos-Inseln gilt unter Taucherkreisen als so etwas wie der Champions League Sieger. Sprich, das Beste vom Besten. The Top of the World. Besser geht es nicht. Das spektakulärste Tauchgebiet der Welt. Insofern ist völlig klar, dass jetzt DAS ultimatives Highlight ansteht und ich kann es ehrlich gesagt gar nicht glauben, als für das Informations-Briefing im gemeinschaftlichen Wohnzimmer sitze und ganz groß „Galapagos“ auf der Begrüßung im TV steht. Was einen hier erwartet sind nämlich Großfische. Man kennt als Taucher viele Bilder von Hammerhaien und Mantas, die es so aber eigentlich nur auf Social Media oder in den Medien gibt. Gefühlt sind diese Erlebnisse unerreichbar. Und genau dort, wo diese unwirklichen Bilder entstehen, bin ich jetzt. Irre.

Das Schiff der Galaxy II ist passenderweise das Feinste, was hier in diesen Gewässern herumfährt. Ich kann mein Glück kaum fassen.

TAUCHEN

Unser Tauchguide George aka Wild George macht uns den Mund wässrig, in dem er uns ein paar Impressionen von dem zeigt, was wir erwarten können. Die Gesichter strahlen und die Augen funkeln. Aber man weiß es natürlich nie, der Ozean ist kein Zoo. Manchmal hat man Glück und manchmal sieht man sehr viel blaues (oder grünes) Wasser. Aber nochmal, wir sind auf den Galapagos-Inseln. Alle Teilnehmer stellen sich kurz vor und erklären, was sie auf der Reise gerne sehen würden. Alleine an den Wünschen erkennt man schon, dass die Messlatte sehr sehr hoch liegt. Hammerhaie werden am häufigsten genannt. Pinguine und Seelöwen bekommen auch ein paar Stimmen. Larry aus den USA ist Mitte 60 und taucht seit dreißig Jahren. Er räuspert sich kurz und erklärt sichtlich angefasst (grob übersetzt) „Ich würde vor Freude umfallen, wenn ich einen Walhai sehen könnte“. Dieses Glück wurde ihm bisher verwehrt. Da wir eigentlich außerhalb der Saison für Walhaie sind, ist die Resonanz von George – charmant formuliert – leicht vorsichtig. Zur Info, Walhaie sieht man grob von Juni bis Dezember und wir sind Anfang Mai vor Ort. Mein Wunsch sind Adlerrochen – ich versuche es mal mit Bescheidenheit.

Die ersten zwei Tauchgänge zeigen schnell, dass es sich um durchaus anspruchsvolleres Tauchen handelt bzw. handeln kann. Idealerweise sollte man mit Strömungen und schlechter Sicht vertraut sein. Dazu taucht man mit dicken Anzügen, weil das Wetter durchaus etwas frischer sein kann. Erfreulicherweise finden wir uns ausgesprochen schnell als Gruppe und die Buddy-Teams ergänzen sich unter Wasser sehr gut. Belohnt werden wir für die schwierigen Bedingungen mit Riffhaien, Rochen, einem Tigerhai (den ich nicht sehe) und sogar einem Mola Mola (Mondfisch). Ein sehr sehr solider Beginn, der die Vorfreude auf die kommenden Tage nur noch steigert.

Am zweiten Tag geht es dann direkt zu den Top-Spots der Tour – die entlegenen Inseln von Wolf und Darwin ganz im Norden der Galapagos-Inseln. Hier passiert es. Hier tummeln sich Hammerhaie und zu unterschiedlichen Saisonzeiten Mantas und/oder Walhaie. Hier werden Träume wahr. Das Taucherparadies schlechthin.

Die Insel Wolf wirkt gewaltig, wie sie da mitten im Nirgendwo aus dem Wasser herausragt und von massenhaft Vögeln umkreist wird. Die Wellen klatschen geräuschvoll an die schroffen Wände. Und die Seelöwen liegen abwartend auf den Felsvorsprüngen. Los geht’s.

Unter Wasser zieht es gewaltig. Die Strömung ist deutlich spürbar, aber wir wurden im Briefing gut darauf eingestellt. Jeder weiß, was zu tun ist. Und wir wollen die Strömung, denn genau dann kommen die großen Fische. Es dauert ein bisschen bis sich die Augen an die Umstände gewöhnt haben, aber dann geht es Schlag auf Schlag. Dort ein massiger, 3,5 m langer Galapagoshai. Da ein Hammerhai. Oder sind es sogar mehrere. Ja, eine ganze Schule von Hammerhaien. Übereinander und nebeneinander. Ein echtes Haigewimmel. Unglaublich. Die GoPros filmen was das Technik hergibt und die Kameras blitzen ins Wasser. Irre. Plötzlich verstehen wir alle wie diese phänomenalen Bilder in den Magazinen entstehen. Wieder an Bord schütteln alle ungläubig den Kopf. Ist das gerade wirklich passiert. Alle vergleichen ihre Videos und sind vollkommen begeistert. Nach den ersten vier Tauchgängen sagt Ollie aus England „Ich hatte Sorgen, dass ich einen Hammerhai sehen werde, aber jetzt komme ich mir vollkommen bescheuert vor“. Weil wir bereits nach einem Tag Hunderte gesehen haben. Wow.

Weiter geht es nach Darwin Island. Untern Tauchern bekannt wegen dem Darwin Arch, ein kolossaler Felsbogen, der leider 2021 eingestürzt ist. Nun stehen dort „nur noch“ die Säulen. Und dennoch, man erkennt das ikonische Motiv sofort. Sechs Tauchgänge sind hier in den kommenden zwei Tagen eingeplant. Alle an einem einzigen Tauchplatz. Das will was heißen.

Bereits beim Abtauchen erblicken wir die ersten Hammerhaie. Sie kreisen über den Grund, sind dabei allerdings ein wenig scheu. An einer Stelle, die das Theater genannt wird, legen wir wir uns auf den Felsboden und warten einfach ab was passiert. Hammerhaie passieren. So viele, dass ich nach zwei Minuten komplett den Überblick verliere. Sie sind einfach da. Wie Kühe auf deutschen Wiesen oder wie Goldfische in einem heimischen Teich. Es ist erstaunlich wie schnell sie normal werden. Nach einer halben Stunden lassen wir uns ein wenig von der nicht sonderlich starken Strömung ein bisschen treiben, um zu sehen, was es sonst noch so gibt. Plötzlich macht sich unser Guide William bemerkbar. Er klopft wie wild auf seinen Tank. Alle schauen und gucken. Ruckartig. Was ist los? Und da erscheint doch tatsächlich  über uns ein Walhai. Und was für einer. Ein echter Unterwasser-Bus. Zwölf Meter lang. So langsam und dabei doch so schnell. Ein Anschlag mit der Schwanzflosse und niemand von uns kann ihm folgend. Handgestoppte zwei Minuten pures Glück. Was für ein unfassbarer Moment. Ich stürme sofort zu Larry und high-five mit ihm unter Wasser. Die Erfüllung eines Tauchertraums. Wieder auf dem Schiff ist die Euphorie groß. Wir haben tatsächlich (außerhalb der Saison) einen Walhai gesehen. Diese unerwartete Begegnung löst Gefühle bei allen aus, die unmöglich zu beschreiben sind. Umarmungen ohne Ende. Was für ein Moment.

Zweiter Tauchgang, gleicher Spot. Nach zwanzig Minuten scheppert es schon wieder an Williams Tank. Noch ein Walhai. Der Gleiche? Schwer zu sagen, in jedem Fall wieder solch ein Riesentier. Noch näher. Noch besser. Noch intensiver. Das darf doch alles nicht wahr sein.

Dritter Tauchgang, das gleiche Spiel, aber dieses Mal sehen wir den Walhai gleich dreimal. Mit jeder Begegnung können wir die Situation noch mehr genießen, weil wir sie bewusster erleben. Es ist absolut irre was hier passiert. Auf einmal fliegt noch ein Manta über uns hinweg. Einfach so.

Vierter Tauchgang, die Hammerhaie finden quasi gar keine Beachtung mehr, dafür ist der Walhai mittlerweile ein Stammgast. Ganz ruhig gleitet diese sanfte Gigant immer wieder an uns vorbei. Würde er sich unwohl, würde er abtauchen. Tut er aber nicht. Ich schreibe hier in der Einzahl, aber es könnten auch unterschiedliche Walhaie sein, wir wissen es nicht. Ist aber auch ehrlich gesagt egal. Jede einzelne Sichtung ist maximal spektakulär und ein neues Highlight.

Am Ende sehen wir bei allen sechs Tauchgängen Walhaie plus Hammerhaie ohne Ende. Es ist ein Fest und alle sind eingeladen. Larry hat keine Worte für seine Freude, zu groß ist die Ungläubigkeit. Zu überwältigend diese Aneinanderreihung der Begegnungen. Wir alle sind vollkommen aus dem Häuschen.

Es geht zurück nach Wolf Island, um auch dort nochmal zwei Tauchgänge zu absolvieren. Die Bedingungen haben sich geändert und George hofft auf mehr Galapagos-Haie. Dieser Wunsch wird schnell erfüllt, wir können uns nicht retten vor Galapagos-Haien. Es ist eine echte Haisuppe. Und als ob das alles nicht genug wäre, taucht natürlich auch nochmal ein Walhai auf. Wieder so ein Brummer. Andere Tauchplatz und erneut schlägt das Taucherglück voll zu. Am Nachmittag erwischen wir noch Seelöwen unter Wasser, die im Wasser umher tollen wie kleine Kinder. Sie spielen mit den Wellen und laden uns ein mitzumachen. Was passiert hier eigentlich?

Beim Abendessen sind alle dauerhaft positiv schockiert. Die Superlative überschlagen sich. Es kann unmöglich besser sein. Absolut unmöglich. Die Delfine am Ende eines Tauchgangs habe ich hier sogar noch unterschlagen.                    

AUSKLANG

In dem folgenden Tagen nähern wir uns wieder „normalen“ Galapagos-Inseln und legen unseren Fokus auf Pinguine, Iguanas und Adlerrochen. Die Pinguine erwischen wir beim Schnorcheln. Die Iguanas sind hungrig und knabbern fleißig am algenüberzogen Riff. Ein echtes Festmahl für sie. Und die Adlerrochen erwischen wir tatsächlich am letzten Tauchgang. Eine große Gruppe flattert wunderschön und elegant an uns vorbei, so dass ich ganz am Ende sogar auch noch mein Wunsch erfüllt. Der perfekte Abschluss und das ideale Ende einer unbeschreiblichen Tour. Alle Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen. Wobei das die Stimmungslage nicht ansatzweise beschreibt. Für alle ist klar, das war die beste Tauchwoche unseres Lebens. Ab jetzt sind wir vollkommen verdorben. Mal sehen, wie die nächsten Tauchreisen werden…

Kommen wir zum Ende…

Das wäre es dann auch schon wieder von mir. Was für eine Reise – die Galapagos-Inseln sind gar nicht so unerreichbar wie man meint. Man muss es nur mal machen!

Solltet ihr Fragen zu den Inseln haben, meldet euch bitte sehr sehr sehr gerne bei mir. Ebenso natürlich wenn ihr Anregungen habt oder Kritik äußern möchtet – ich freue mich über jedes Feedback…

Euer

Johnny Bongo