Reisetipps Mexiko – Yucatán – Quintana Roo

  • Yucatán bzw. die Küstenregion Quintana Roo ist ein guter Einstieg für Karibikbeginner. Es gibt gute Flugverbindungen, tolle Strände und tolle Ausflugsmöglichkeiten.  

  • Die Maya-Stätten von Chichén Itzá, Cuba und Tulum sind absolute Highlights.

  • Ein besonderes Phänomen dieser Region sind die Cenoten – Süßwasserhöhlen, in denen man tauchen, schnorcheln und schwimmen kann. 

  • Ich war insgesamt viermal in der Region und jedes Mal aufs Neue fasziniert, auch wenn man klar sagen muss, dass es immer touristischer wird.

Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?

Impressionen aus Yucatán & Quintana Roo – ein kleines „Best-of“

Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps

Willkommen in Yucatán. Die Halbinsel Yucatán ist Mexikos beliebtestes Reiseziel.

Dafür gibt es einen guten Grund. Hier befindet sich Mexikos Teil der Karibik und die gesamte kalksteinreiche Halbinsel ist übersät mit mystischen Cenoten oder unterirdischen Schwimmbecken.

Leider ist Yucatán etwas zu beliebt geworden, und Reiseziele wie Cancún, Playa del Carmen und Tulum leiden unter den schlimmen Folgen des Overtourismus.

  • Generell
    Yucatán bezeichnet zum einen Bundesstaat Mexikos mit der Hauptstadt Mérida. Zum anderen nennt man auch die gesamte Halbinsel Yucatán, die allerdings aus drei Bundesstaaten besteht, wobei Yucatán eben einer davon ist. Die anderen beiden sind Quintana Roo und Campeche.
    Wer sagt, er war „in Yucatán“, meint oft eigentlich Quintana Roo mit den wunderschönen Karibikstränden – war aber nie im Bundesstaat Yucatán selbst.
  • Was ist Quintana Roo jetzt nochmal genau?
    Quintana Roo ist ein Bundesstaat im Osten Mexikos auf der Halbinsel Yucatán und grenzt direkt an die Karibik. Er gehört zu den beliebtesten Reisezielen des Landes und ist bekannt für Orte wie Cancún, Tulum, Playa del Carmen und Cozumel, sowie türkisfarbenes Meer und Cenoten.
  • Wie komme ich nach Yucatán bzw. Quintana Roo?
    Einer der größten Flughäfen Mexikos ist der internationale Flughafen von Cancún (Code: CUN) und es gibt zahlreiche Direktflüge nach Cancún aus Deutschland. Die Anreise ist also sehr unkompliziert.
  • Wann ist die beste Zeit für Yucatán bzw. Quintana Roo?
    Früher war die Antwort hierauf sehr klar, mittlerweile wird es leider etwas schwammiger, weil die Übergänge zwischen den verschiedenen Saisonzeiten immer länger werden.
    Auf dem Papier ist die Zeit von Dezember bis März ideal für eine Reise nach Quintana Roo. Dies ist die absolute Hochsaison, was auch bedeutet, dass die Preise hoch sind.
    März bis Mai sind eine Art Übergangssaison in der das Wetter noch schön und die Preise etwas „fairer“ sind.
    Von Mai bis Oktober/November wird es feucht, heißer und demnach regnet es auch häufiger. In diese Zeit fällt auch die karibische Hurrikansaison, wobei Mexiko ganz selten davon betroffen ist.
    Hinweis: Die Hochsaison in Mexiko erreicht ihren Höhepunkt rund um Weihnachten, Ostern und den Spring Break. In diesen Wochen zieht es besonders viele Reisende aus den USA und Europa in die Sonne und vor allem an der Riviera Maya wird es dann schnell laut, voll und deutlich trubeliger. Wenn ihr flexibel seid, lohnt es sich, diese Zeiträume zu meiden und Mexiko lieber dann zu erleben, wenn es entspannter und weniger voll ist.
    Meine Erfahrung: Ich war zweimal im Herbst, einmal im Frühjahr und einmal im Sommer und gefühlt war das Wetter jedes Mal anders, als es theoretisch hätte sein müssen. Erstaunlicherweise hatte ich die besten klimatischen Bedingungen im Sommer, sprich der vermeintlich schlechtesten Jahreszeit, wobei ich nie richtig schlechtes Wetter hatte.
  • Muss ich bei der Einreise etwas beachten?
    Bei der Einreise nach Mexiko benötigt ihr einen gültigen Reisepass, der für die Dauer eures Aufenthalts gültig ist.
    Am Flughafen Cancún könnt ihr (in vielen Fällen) die automatisierte Grenzkontrolle (E-Gates) nutzen – Voraussetzung ist ein biometrischer Reisepass. Nach der Nutzung der E-Gates erhaltet ihr keinen Einreisestempel und keine physische FMM (Forma Migratoria Múltiple) mehr, da eure Einreise vollständig digital registriert wird. Die erlaubte Aufenthaltsdauer legt die mexikanische Einwanderungsbehörde weiterhin fest.
  • Welche Stromspannung herrscht in Mexiko?
    In Yucatán gilt – wie im restlichen Mexiko – eine Stromspannung von 110-120 Volt bei 60 Hertz. Wenn ihr aus Europa anreist, solltet ihr beachten, dass einige Geräte auf 220-240 Volt ausgelegt sind und daher ggfs. einen Spannungswandler benötigen. Meine Kameras und mein Macbook konnten aber beispielsweise problemlos geladen werden.
    Die Steckdosen entsprechen meist dem Typ A oder B (flache Stecker), ein Reiseadapter ist also auf jeden Fall sinnvoll, um Laptop, Kamera oder Handy problemlos aufladen zu können.
  • Wie bewege ich mich auf Yucatán bzw. in Quintana Roo?
    Wenn ihr Yucatán erkunden möchtet, habt ihr mehrere praktische Möglichkeiten, von Ort zu Ort zu kommen:
    Ein Mietwagen bietet euch die größte Flexibilität und ich bin ehrlich ein großer Fan von Reisen mit einem Mietwagen. So könnt ihr die berühmten Maya-Ruinen, versteckte Cenoten und kleine Dörfer ganz nach eurem eigenen Rhythmus entdecken. Die Straßen sind in der Regel gut ausgebaut und die Entfernungen überschaubar.
    Wer lieber entspannter unterwegs ist, kann auf Busse zurückgreifen. Das ADO-Busnetz verbindet alle größeren Städte und Touristenziele zuverlässig und oft günstiger als ein Mietwagen.
    Für kurze Strecken oder den Transfer vom Flughafen zu eurem Hotel sind auch private Transfers oder Shuttle-Services sehr praktisch.
  • Wieviel Zeit sollte ich für eine Reise nach Yucatán bzw. Quintana Roo einplanen?
    Wenn ihr viel sehen und erleben möchtet, solltet ihr mindestens zehn volle Tage vor Ort sein.
    Wenn ihr einfach „nur“ am Strand entspannen möchtet, kann auch mal eine Woche schon ok sein.
    Generell ist aber natürlich die Flugreisezeit nicht zu verachten, weshalb ich empfehlen ca. 10-16 Tage vor Ort zu verbringen.
  • Ist Yucatán sicher?
    Eine super knifflige Frage, denn es gab in den letzten Jahren immer wieder sehr krasse und negative Berichte in den Medien. An der Stelle möchte ich euch von meinen eigenen Erfahrungen berichten und die sind auf meine vier Reisen in diese Region gestützt. Bei all diesen Aufenthalten habe ich nie eine negative Situation erlebt. Ich habe mich jederzeit sicher gefühlt und das obwohl ich sehr viel mit dem Mietwagen – auch abseits der Touristenpfade – unterwegs war.
    Generell muss man allerdings wohl sagen, dass Mexiko nicht als besonders sicher gilt. Die hohe Kriminalitätsrate hängt größtenteils mit dem Drogenkrieg zusammen, der leider auch immer mal wieder zu Tage tritt. Erfreulicher- und glücklicherweise sind Touristen in der Praxis fast nie betroffen.
    Für mich war Yucatán immer ein entspanntes und sicheres Reiseziel, in dem ich die Kultur, Natur und Städte immer ohne Sorgen genießen konnte.

Die besten Spots in Yucatán bzw. Quintana Roo

Folgend nun die verschiedenen Spots und Sehenswürdigkeiten in Yucatán mit dem Fokus auf Quintana Roo mit Erklärungen und Infos zu dem jeweiligen Besuch.

Erwähnen möchte ich, dass ich Cancún hier NICHT thematisieren werde, ganz einfach weil ich es zum einen nur ganz kurz besucht habe und zum anderen ist Cancún eher DAS Urlaubsziel für Amerikaner.

Playa del Carmen

Neben Cancún sicherlich so etwas wie der bekannteste und speziell auf dem europäischen Markt beliebteste Ort in Yucatán bzw. Quintana Roo. Vom Flughafen in Cancún sind es nur ca. 40 Minuten bis nach Playa del Carmen.

Der Ort unterteilt sich in mehrere Bereiche, wobei sich der vielleicht interessanteste Teil der Stadt, rund um die lange Quinta Avenida (die fünfte Parallelstraße zum Meer) befindet.

Rund um diese Straße hat sich in den letzten Jahren ein vielfältiges Angebot von Restaurants, Shops und Beachclubs etabliert. Die ganze Gegend ist mittlerweile recht schick angelegt, denn die unzähligen Bars, Restaurants und Cafés buhlen förmlich um den ersten Platz in Sachen Inneneinrichtung, Terrasse, und Design. Speziell abends kann man wunderbar entspannt über die Avenida flanieren, sich einen Cocktail an einer der Strandbars genehmigen oder einfach in den zahlreichen Geschäften nach Klamotten oder Mitbringseln stöbern.

Zudem befinden sich auch sehr viele Hotels in diesem Teil der Stadt. Dies hat natürlich den Vorteil, dass der traumhafte Strand und das karibische Meer nur wenige Meter entfernt und von den Hotels zu Fuß erreichbar sind. Der Nachteil ist, dass man mittendrin wohnt, sprich, es kann abends auch mal etwas lauter werden kann.


Darüber hinaus gibt es auch – etwas ausgelagert – das Urlauberdorf Playacar, zu dem mehrere All-Inclusive Anlagen gehören. Wenn ihr euren Fokus auf einen Strandurlaub legen möchtet, wäre dies eine gute Wahl, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis der jeweiligen Hotels durchaus attraktiv ist. Ein Beispiel hierfür wäre das 4*-Hotel Allegro Playacar.


Playa del Carmen war jahrelang der kleine Bruder von Cancún und deshalb auch deutlich ruhiger und entspannter, als die Partymetropole im Norden. Dies hat sich aber mittlerweile verändert und ein klarer Unterschied zwischen den beiden Orten ist kaum noch vorhanden. Sprich, ihr solltet darauf eingestellt, dass Playa del Carmen ein sehr touristischer Ort ist, der aber eben nun mal über einen wunderschönen, langen Sandstrand verfügt. Wer eine Mischung aus Strand und hervorragender touristischer Infrastruktur mit der Möglichkeit auf ein paar Ausflüge sucht, ist hier in Playa del Carmen genau richtig.

Cozumel

Cozumel ist die größte Insel Mexikos mit einer Länge von 64 km und einer Breite von 16 km. Sie ist vor allem bekannt für ihre weißen Sandstrände und das kristallklare Wasser, aber genauso auch für ihre Unberührtheit unter Wasser. Für mich als Taucher war Cozumel beispielsweise schnell eine feste Größe als Tauchgebiet in der Karibik.

Der Großteil der Insel besteht aus Dschungel, der von tropischen Vögeln, Echsen und sonstigen Wildtieren bewohnt wird. Allerdings findet ihr auch auch interessante Mayastätten auf Cozumel, und zwar San Gervasio, ein schönes Ausflugsziel mit sehr gut erhaltenen Bauten, und Castillo Real, früher ein Ort für Maya-Zeremonien, der auch heute noch ein Ort von großer religiöser Bedeutung ist.

Ebenfalls einen Besuch wert ist der Punta Sur Nationalpark. Weit abseits vom Tourismus gibt es hier neben einem romantischen Leuchtturm, schöne Strände, sowie Mangrovenwälder zu erkunden. In diesen Mangroven kann man ganz selten sogar Krokodile sehen!

Den Gegensatz zu der ruhigen West- und Südküste, mit ihren Stränden und Strandrestaurants, bietet San Miguel. San Miguel liegt an der Ostküste, ist die Hauptstadt und überhaupt die einzige Stadt Cozumels. Der Ort quillt an der Uferpromenade förmlich über vor Geschäften und Restaurants. Der Grund sind die Kreuzfahrtschiffe, die Cozumel immer wieder auf ihrer Route haben und zeitweise einen Schwall an Menschen auf die Insel spülen. Dementsprechend kann es sein, dass San Miguel tagsüber teilweise eher einem Rummelplatz gleicht. Abends hingegen hat die Stadt durchaus ihren Charme, vor allem in den Straßen hinter der Uferpromenade. Dann lohnt sich auch ein Rundgang durch die Stadt mit all ihren Gässchen und einem anschließendem Taco-Essen…


Vom Fährhafen in Playa del Carmen bringen euch mehrmals täglich schnelle Katamarane in etwa 35–45 Minuten über die Meerenge nach Cozumel. Die Überfahrt ist unkompliziert, gut organisiert und bietet bei ruhiger See sogar schöne Ausblicke auf das karibische Meer.

Tickets könnt ihr direkt am Hafen oder vorab online kaufen. Plant am besten etwas Zeit ein, da es vor allem morgens und am Nachmittag voller werden kann.

Auf Cozumel angekommen, kommt ihr vom Hafen aus problemlos mit Taxi oder Mietroller weiter.

Xcaret

Ich füge diesen Punkt ein, weil er in vielen, deutschen Reisekatalogen und -foren immer wieder erwähnt wird – meine Welt ist dies in jedem Fall definitiv nicht. Wenn ihr also hier in Quintana Roo unterwegs seid und überlegt, ob ihr Xcaret besuchen solltet, möchte ich euch aus meiner Erfahrung ein paar Gedanken mitgeben.

Xcaret ist ein riesiger Themenpark an der Riviera Maya, der sich auf die Fahne schreibt Natur, Kultur und Abenteuer miteinander zu verbinden – mit Flüssen, Cenoten, Tiergehegen und Shows. Auf den ersten Blick mag das Konzept verlockend wirken, aber in der Praxis ist Xcaret sehr touristisch, in meinen Augen unmoralisch und komplett überlaufen.

Viele Bereiche fühlen sich eher wie ein künstliches „Mexiko für Touristen“ an, statt authentische Natur oder Kultur zu zeigen. Ich finde es immer schwierig direkt den moralischen Zeigefinger zu heben, wenn es um Zoos und dergleichen geht, aber Xcaret geht mir generell mit Delfin- und Haishows etwas zu weit.

Ich muss dazu sagen, ich war nur einmal im Rahmen einer Site Inspection vor Ort (es handelte sich um eine berufliche Reise), sprich ich habe den Park nie selbst ganz erlebt.

Puertu Aventuras

Der kleine Hafenort Puerto Aventuras liegt ca. eine Stunde südlich von Cancún und nur 25 Minuten von Playa del Carmen entfernt. Noch weiter in den Süden sind es nur 30 Minuten bis nach Tulum.

Puerto Aventuras ist, ähnlich wie Playacar bei Playa del Carmen, ein Ort der hauptsächlich aus Hotels besteht, allerdings gibt es hier auch ein echtes Zentrum mit vielen Restaurants und Geschäften. Vor allem in dem Bereich der Marina findet ihr Coffee Shops, eine Bäckerei, eine Creperie, eine Sportsbar, einige Restaurants und Bars mit mexikanischer, italienischer oder internationaler Küche, sowie kleinere Cafés. Klingt touristisch, ist es logischerweise auch. Aber ich finde, das ganze Areal ist durchaus stilvoll angelegt und ihr könnt entspannt herumschlendern und die Atmosphäre genießen.

Für Sportler gibt es in Puerto Aventuras auch einen Tennisclub und einen 9-Loch-Golfplatz.

Neben Hotels gibt es auch viele Privathäuser und Appartements, wodurch es neben touristischeren Bereichen, wie der Marina, auch ruhigere Abschnitte gibt. Ich habe im LM Boutique Hotel gewohnt, was zwischenzeitlich in Chez Waffel Hotel umbenannt wurde. Damals fand ich die Unterkunft sehr charmant und ansprechend, allerdings gibt es leider mittlerweile auch einige negative Kommentare.


Puerto Aventuras ist ideal für unternehmungslustige (Tauch-)Urlauber, denn von hier aus kann man wunderbar zum Beispiel die Maya-Ruinen besichtigen. Durch die südlichere Lage als Playa del Carmen erreicht man beispielsweise die weltbekannte Ruinen von Tulum sehr schnell, ebenso wie die Tempelanlagen von Coba und Chitchen Itza.

Und die Süßwasserhöhlen, die sogenannten Cenoten, liegen ebenfalls in unmittelbarer Nähe von Puerto Aventuras. Auch das kann ein großer Vorteil sein, wenn man beispielsweise verstärkt in den Cenoten tauchen möchte. Genau dahingehend empfehle ich auch Puerto Aventuras, da man sich von hier als Ausgangspunkt erheblich Zeit zu den Cenoten spart.

Cenoten

Wenn ihr Mexiko besucht, solltet ihr auf keinen Fall die Cenoten verpassen. Diese natürlichen Süßwasser-Pools sind wirklich einzigartig und ein absolutes Highlight der Halbinsel Yucatán. Das glasklare Wasser, die teilweise bizarren Tropfsteinformationen und das Spiel von Licht und Schatten in den Höhlen machen jeden Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis. Ich persönlich liebe die Cenoten – als Schnorchler und als Taucher – und würde sie jederzeit wieder besuchen.

ABER: Ihr solltet bei der Auswahl aufpassen! Nicht jede Cenote ist ein ruhiges Naturparadies. Einige der sehr bekannten Cenoten sind mittlerweile stark touristisch geprägt, überfüllt und mit vielen Souvenirständen oder Tourprogrammen ausgestattet, was die Magie ganz schnell rauben kann.

Mein Tipp: sucht euch weniger frequentierte Cenoten oder besucht bekannte Cenoten früh am Morgen, bevor die großen Gruppen anreisen.

PLUS: Einige unterirdische Höhlen-Cenoten sind zwar spektakulär anzusehen, aber oft nur für Taucher wirklich interessant.

Für Schnorchler eignen sich vor allem offene oder halb-offene Cenoten mit guter Sicht, zum Beispiel Cenote X’keken (Dzitnup) oder Cenote Samula bei Valladolid.

Auch Cenote Azul bei Playa del Carmen ist ein Traum für Schnorchelfans, da man dort gut herumschwimmen und die Unterwasserwelt beobachten kann.

Kurz gesagt: Die Cenoten in Mexiko lohnen sich auf jeden Fall, nur ihr solltet so gut es geht die überlaufenen Touristen-Hotspots meiden.

Tulum Ruinas

Keine andere Maya-Stätte in Yucatán hat eine so atemberaubende Lage direkt an den Klippen wie Tulum. Einen Besuch der Ruinen solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen. Architektonisch gibt es zwar beeindruckendere Stätten in Yucatán, aber bei Tulum steht eindeutig die Kulisse im Vordergrund – das Meer, die Klippen und der Strand darunter sind schlicht spektakulär.

Ich selbst liebe die Ruinen besonders morgens, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Klippen beleuchten und die Menschenmassen noch klein sind. Allerdings hat sich die Stätte in den letzten Jahren stark verändert: Bei meinem ersten Besuch gab es zum Beispiel noch keine Treppen zum Strand – heute ist der Zugang deutlich einfacher, aber auch die Besucherzahlen sind deutlich gestiegen.

Der Rundweg durch die Ruinen dauert etwa 1,5 Stunden, wenn ihr in Ruhe alles ansehen wollt. Unten am Strand könnt ihr euch im Meer abkühlen – vergesst also eure Badekleidung, falls ihr schwimmen möchtet.

Da Tulum inzwischen ein echter Touristenmagnet ist – sowohl wegen der Nähe zu Tulum selbst als auch zu Playa del Carmen – lohnt es sich, früh aufzustehen. Meine Tipps, um den Massen etwas zu entgehen:

  • Früh kommen: Das Gelände öffnet um 8 Uhr. Wenn ihr kurz davor da seid, habt ihr für kurze Zeit Ruhe, bevor ab etwa 10 Uhr die Menschenmassen eintreffen.
  • Nicht am Sonntag: Mexikaner haben an diesem Tag freien Eintritt, was die Stätte noch voller macht als sonst.

Tulum ist für mich nach wie vor eine der schönsten Maya-Stätten Yucatáns – man muss nur früh dran sein, um die Magie wirklich genießen zu können.

Tulum

Wenn ich an Bilder von Tulum denke, sehe ich sofort schneeweiße Strände und JA, Tulum hat wunderschöne Karibikstrände. Der Sand ist hell, fein und weich, das Meer schimmert türkisblau – die perfekte Raffaello-Werbung. Und genau dieses Bild hat Tulum auch bzw. viel mehr jedoch zu dem gemacht, was es heute ist: ein Ort, der sich mehr über Ästhetik und Inszenierung definiert als über Authentizität. Ich war zweimal in Tulum und die Entwicklung war krass. Dazu gleich mehr…


Tulum als Ort ist zweigeteilt.

Zum einen gibt es Tulum Centro oder Pueblo, das eigentliche Ortszentrum im Landesinneren, etwa fünf Kilometer vom Strand entfernt. Hier findet ihr die günstigeren Unterkünfte und Restaurants, allerdings auch eine stark befahrene Durchzugsstraße Richtung Playa del Carmen und Bacalar. Charmant oder idyllisch ist das Zentrum definitiv nicht, eher funktional als sehenswert.

Auf der anderen Seite steht Zona Hotelera bzw. der Tulum Beach, die langgezogene Hotelzone direkt am herrlichen Strand. Hier reiht sich ein stylisches Hotel an das nächste, dazu Boutiquen, Restaurants, Beachclubs und das mittlerweile bekannte Jungle Gym. Das gesamte Areal wirkt wie ein Spot für ein Instagram-Shoot: perfekt inszeniert, extrem ästhetisch und komplett auf rustikalen Chic getrimmt.

Die Strände selbst sind lang, weitläufig und landschaftlich wunderschön. Es gibt viele sehr stilvolle Hotels, die sich sehr gut in die Natur einfügen, aber Tulum hat sich in den letzten Jahren zur In-Destination für Influencer und Promis entwickelt – Hochzeiten, Verlobungen und auffallend viele Partys der „High Society“ haben Tulum im Eiltempo zu einem karibischen Monaco werden lassen. Das spiegelt sich zwangsläufig auch massiv im Preisniveau wider und das ist Punkt an dem es mir solch einen Ort verhagelt. In Tulum Beach ist das Preis-Leistungs-Verhältnis für mich schlicht nicht stimmig. Was sehr sehr schade ist…

Für eure Zeit in Tulum gibt es zwei Optionen:

  1. Ihr bucht euch ein Hotel direkt in Tulum Beach und verbringt demnach auch viel Zeit am eigenen Hotelstrand.
  2. Ihr setzt auf eine günstigere Unterkunft in Tulum Centro und sucht euch ein freies Plätzchen am Strand oder ihr zahlt für eine Liege in einem der Beachclubs. Die bekanntesten sind zB Bagatelle Tulum oder Taboo.

Unterm Strich: Tulum sieht gut aus, fühlt sich aber oft „falsch“ an. Wenn ihr bereit seid, viel Geld für den Namen, das Image und Instagram-Momente auszugeben, kann der Ort für euch funktionieren. Sucht ihr jedoch Authentizität, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und entspanntes Beachlife, findet ihr auf der Halbinsel deutlich bessere Alternativen.

Bacalar

Um Bacalar ist in den letzten Jahren ein kleiner Hype entstanden, da immer mehr Menschen dieses versteckte Juwel entdeckt haben und es dadurch gefühlt zu einem Muss unter den Reisezielen in Yucatan geworden ist.

Wenn ihr mit einem Mietwagen unterwegs seid ist es von Cancún aus eine ca. 4,5-stündige Fahrt und ab Tulum sind es immer noch ca. 2,5 bis 3 Stunden in den Süden bis nach Bacalar.

Alternativ bietet Mexikos oben bereits erwähntes, größtes Busunternehmen ADO von praktisch überall im Bundesstaat Quintana Roo und Yucatán Fahrten nach Bacalar an.


Was ist das Besondere an Bacalar?

Die Antwort ist ganz klar die  beeindruckende Lagune von Bacalar, auch bekannt als Bacalar-See oder Lake Bacalar. Mit einer Länge von 42 km handelt es sich um den zweitgrößten Süßwassersee Mexikos.

Auch wenn Bacalar offiziell nur ein Pueblo, also eine kleine Stadt, ist, gibt es hier deutlich mehr zu erleben als nur das Schwimmen in der Lagune.

Die beste Art, Bacalar zu erkunden und wirklich alles zu sehen, ist mit dem Boot. Zu den besten Sehenswürdigkeiten in Bacalar gehören der Canal de los Piratas (Piratenkanal), die Cenote la Bruja (Hexen-Cenote) und die Isla de los Pajaros (Vogelinsel).

Hierfür kann ich euch nur Amir Adventures ans Herz legen, die sehr schöne Touren anbieten.


Neben der Lagune von Bacalar selbst ist der zweitbeliebteste Ort zum Schwimmen die Cenote Azul (Blaue Cenote). Mit einer Tiefe von etwa 91,5 Metern ist sie auch eine der tiefsten Cenoten der Halbinsel Yucatán.


Auch wenn man sie schnell Strandclubs nennt – Bacalar hat streng genommen keine Strände! Stattdessen erwarten euch sogenannte Balnearios und ein Aufenthalt in Bacalar ist eigentlich erst komplett, wenn ihr mindestens ein paar davon besucht habt. Diese unterscheiden sich in Stil und Komfort – von rustikal bis richtig Schick und  liegen direkt an der Laguna Bacalar. Sie bieten euch Liegen oder Stühle, Hängematten, Essen und Getränke, meist Musik, Toiletten und vor allem jede Menge entspannte Atmosphäre. Hier meine beiden Favoriten:

Cocalitos Bacalar
Cocalitos ist einer der ursprünglichsten Orte an der Lagune und gerade deshalb so charmant. Hier entdeckt ihr auch eine der beiden Cenoten in der Laguna Bacalar, die Cenote Cocalitos.

Bacalar Beach Club
Wenn ihr es etwas luxuriöser mögt, ist der Bacalar Beach Club die beste Adresse. Euch erwarten gutes Essen, bequeme Liegen und Tische, ein Pool, Whirlpools, eine Bar sowie schöne Badezimmer.

Cobá

Die Ruinen von Cobá sind für mich etwas ganz Besonderes. Die Stätte erstreckt sich über beeindruckende 80 km², von denen nur ein kleiner Teil ausgegraben wurde – ein faszinierender Gedanke, wenn ihr zwischen den Ruinen wandert, während die Natur langsam die alten Strukturen zurückerobert.

Das Highlight ist die Pyramide Nohoch Mul, auch El Castillo genannt. Mit 42 Metern Höhe ist sie nach Chichén Itzá die zweithöchste Pyramide auf der Halbinsel Yucatán. Früher konnte man die Pyramide sogar besteigen, was irre aufregend war und den Besuch noch spektakulärer gemacht hat. Heute ist es leider nicht mehr erlaubt, aber allein der Anblick von unten ist beeindruckend.

Cobá könnt ihr zu Fuß erkunden, allerdings sind die Entfernungen zwischen den Tempeln recht groß. Ich habe das Areal zu Fuß erkundet, wenn euch das aber zu stressig ist empfehle ich euch ein Fahrrad zu mieten oder ein Fahrradtaxi zu nehmen. Mit dem Fahrradtaxi bekommt ihr oft auch interessante Erklärungen direkt von eurem Fahrer!

Ein großer Vorteil von Cobá im Vergleich zu Tulum oder Chichén Itzá ist, dass ihr hier weit weniger Touristen ausgesetzt seid. Dennoch lohnt es sich, so früh wie möglich zu starten. Dann teilt ihr die Stätte wahrscheinlich nur mit ein paar anderen Besuchern und könnt die magische Atmosphäre in Ruhe genießen.

Chichén Itzá

Chichén Itzá ist völlig zu Recht die bekannteste Maya-Stätte Mexikos. Euch erwartet hier weit mehr als nur die berühmte Stufenpyramide: Tempel, Säulenfelder und Steinanlagen zeigen eindrucksvoll, wie bedeutend dieser Ort einst war. Besonders spannend ist der Mix aus verschiedenen Architekturstilen, der Chichén Itzá so einzigartig macht. Kein Wunder also, dass die Stätte seit 1988 UNESCO-Weltkulturerbe ist und zu den sieben neuen Weltwundern zählt.

Das Herzstück der Anlage ist die Pyramide El Castillo (Tempel des Kukulkán). Sie war nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern auch ein astronomisches Meisterwerk: Zu den Tag-und-Nachtgleichen im Frühling und Herbstentsteht ein Schattenspiel, das wie eine Schlange wirkt, die die Pyramide hinabgleitet – ein Symbol für den gefiederten Schlangengott Kukulkán. Rund um diese Sonnenwenden finden bis heute besondere Feiern statt, die viele Besucher anziehen.

Früher durfte man die Pyramide sogar besteigen, was heute aus Schutzgründen nicht mehr erlaubt ist. Zu Recht! Ich war einmal ganz oben und ich kann euch sagen, dass der Weg nach unten mit der größte Nervenkitzel war, den ich ja erlebt habe…

So beeindruckend Chichén Itzá ist, so gut besucht ist es allerdings auch. Deshalb empfehle ich euch ganz klar: Kommt so früh wie möglich! Wenn ihr direkt zur Öffnung um 8 Uhr da seid, könnt ihr die Pyramide noch halbwegs in Ruhe fotografieren, bevor die großen Reisegruppen eintreffen. Auch die Souvenirhändler sind morgens noch entspannter, was den Rundgang deutlich angenehmer macht.

Besonders fasziniert hat mich der Gran Juego de Pelota, der riesige Ballspielplatz mit seinen winzigen, hoch angebrachten Steintoren. Aber auch die Heilige Cenote (die Hintergründe sind teilweise ganz schön makaber), die kunstvollen Reliefs, die Säulenhallen und die vielen gut erhaltenen Verzierungen solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

Plant für euren Besuch am besten rund drei Stunden ein.

Die archäologische Stätte ist täglich von 8.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Ihr könnt Chichén Itzá problemlos auf eigene Faust besuchen oder einen organisierten Tagesausflug von Cancún, Tulum oder der Riviera Maya buchen – oft auch in Kombination mit Cobá.

Meine persönliche Empfehlung: Wenn möglich, reist individuell an, um flexibel zu bleiben und den Ort in eurem eigenen Tempo zu erleben.

Von Tulum aus fahrt ihr etwa zwei Stunden nach Chichén Itzá. Unterwegs lohnt sich ein kurzer Stopp in der charmanten Kleinstadt Valladolid mit ihren bunten Fassaden, perfekt, um den Tag entspannt abzurunden.

Holbox

Holbox ist einer dieser Orte, von dem in fast jedem Yucatán-Reisebericht in höchsten Tönen geschwärmt wird. Früher noch ein echter Geheimtipp, ist die kleine Insel im Norden der Halbinsel mittlerweile sehr beliebt und aus vielen Reiseplänen kaum mehr wegzudenken. Ich war mittlerweile zweimal dort, zuerst, weil es mal als ein sehr guter Walhai-Spot galt, und dann weil ich diese wunderschöne Insel einfach nochmal genießen wollte. Anmerken möchte ich, dass sich die Insel, wie so viele Destinationen, verändert hat: Ein völlig unberührtes Inselparadies ist Holbox heute leider nicht mehr. Hotels und Souvenirläden prägen inzwischen das Bild des Ortes. ABER, ich fand Holbox immer noch klasse, denn schöne Orte in beliebten Urlaubsregionen sind mal Attraktionen und es kommt schlichtweg auf die richtige Erwartungshaltung an.

Gleich zu Beginn eine Info zur Aussprache, denn da habe ich die wildesten Varianten gehört: Man sagt „Holbosch“ – das „x“ wird also nicht wie ein „ks“ ausgesprochen.

Holbox ist schmal und langgezogen: gerade einmal zwei Kilometer breit, dafür über 40 Kilometer lang. Nur ein kleiner Teil der Insel ist besiedelt, nämlich der Westen, wo sich der gleichnamige Ort Holbox befindet. Hier legen auch die Fähren vom Festland an.

Was Holbox unter anderem für ich charmant macht sind die Golfcarts auf den Sandwegen, denn für mich sind sie irgendwie ein Symbol für ein entspanntes Inselgefühl. Offiziell gibt es auf der Insel keine Autos, auch wenn die Einheimischen teilweise welche fahren. Als Besucher darf man sein Auto allerdings nicht mitnehmen.

Ich selbst war jeweils drei Nächte auf Holbox und fand diesen Zeitraum ideal. Weniger als zwei Nächte würde ich wegen der doch recht mühsamen Anreise, die sich gefühlt ganz schön zieht, auf keinen Fall empfehlen. Wenn ihr Ruhe sucht und die Insel richtig genießen wollt, plant lieber ein paar Tage mehr ein, denn nur so könnt ihr Holbox entspannt entdecken.

Isla Mujeres

Isla Mujeres liegt nur 13 Kilometer vor der Küste Cancúns und ist in rund 15 Minuten mit der Fähre erreichbar. Die Insel ist klein und überschaubar, aber überraschend vielseitig.

Am besten bewegt ihr euch mit einem Golfcart fort, das ihr entlang der Avenida Rueda Medina mieten könnt. Damit erreicht ihr problemlos alle Ecken der Insel und ich kann euch sagen, es macht riesig Spaß. Locals und Touristen sind gleichermaßen mit den kleinen Carts auf den schmalen Straßen der Insel und sogar auf der Hauptstraße unterwegs. Wenn ihr alleine oder zu zweit reist und günstiger unterwegs sein möchtet, sind Mopeds eine gute Alternative.

Ein absolutes Highlight ist der Playa Norte, der nicht ohne Grund jedes Jahr aufs Neue zu schönsten Stränden Mexikos zählt. Der Sand ist fein und hell und das Wasser flach und ruhig – hier könnt ihr perfekt entspannen und ein bisschen schwimmen. Besonders am späten Nachmittag ist es traumhaft hier.

Im Zentrum gibt es viele niedliche Geschäfte und Cafés und es lohnt sich definitiv einen Spaziergang durch die Stadt einzubauen! Ich habe es wirklich geliebt, durch die hippe Fußgängerzone in der Innenstadt (Miguel Hidalgo Street!) mit all den charmanten Shops, Bars und Handwerksläden zu schlendern.

Mein Tipp: Bleibt bis zum Sonnenuntergang, wenn viele Tagesgäste bereits zurück nach Cancún fahren. Die Fähren fahren bis 21.30 Uhr alle 30 Minuten, so dass ihr noch Zeit habt für ein entspanntes Abendessen auf der Isla Mujeres.


Anreise: Die Fähre von Cancún nach Isla Mujeres ist nicht nur die beste, sondern auch praktisch die einzige sinnvolle Option.

Die meisten Fähren fahren vom Hafen Puerto Juárez ab, etwa 20 Minuten nördlich der Hotelzone. Von dort bringt euch eine Personenfähre in rund 15 Minuten nach Isla Mujeres. Die Überfahrten finden tagsüber alle 30 Minuten statt – siehe oben. An Bord gibt es Sitzplätze drinnen und draußen.

Mein persönlicher Tipp: Lasst das Auto in Cancún stehen, nehmt die frühe Fähre und plant mindestens einen ganzen Tag ein. So erlebt ihr Isla Mujeres ohne Stress. Ich habe sogar extra zwei Nächte eingebaut, weil ich es immer besonders schön finde solche Tagesausflugsspots zu erleben, wenn die Tagestouristen abreisen.

Walhai-Touren

Für mich ist das Schnorcheln mit Walhaien eines der absoluten Highlights in Yucatán – eine Begegnung, die ich nie vergessen werde. Diese sanften Riesen sind beeindruckend, riesig und gleichzeitig unglaublich friedlich. Wer einmal neben dem größten Fisch der Welt geschwommen ist, weiß, warum so viele Taucher und Schnorchler weite Reisen auf sich nehmen, um dieses Erlebnis zu haben.

In Mexiko kann man die Walhaie von Mitte Mai bis September besonders gut beobachten. In dieser Zeit sind die Gewässer vor der nördlichen Halbinsel Yucatán warm und reich an Plankton und damit das perfekte „Festmahl“ für diese Tiere.

Mein Tipp: Wen euch unterschiedliche Touren angeboten werden, startet so früh wie möglich, denn die Walhaie fressen bevorzugt morgens bis mittags.

Der Ausflug selbst ist zwar sehr touristisch, aber ich fand die ganze Organisation gerade noch so im Rahmen.
Wichtig zu wissen: Die Ausflüge werden in Zusammenarbeit mit der mexikanischen Umwelt- und Nationalparkbehörde durchgeführt und unterstützen das Forschungsprojekt „Domino“. Ein Teil der Erlöse fließt in die wissenschaftliche Forschung, sodass der Ausflug ökologisch verantwortungsvoll abläuft.
Ein paar Regeln gilt es zu beachten und ich konnte mich erfreulicherweise selbst davon überzeugen, dass sie eingehalten werden:

  • Nur Schnorcheln – kein Tauchen.
  • Maximal 2 Schnorchler plus ein Guide pro Walhai.
  • Nicht berühren oder den Walhai bedrängen.
  • Abstand halten.
  • Nur biologisch abbaubare Sonnencreme verwenden.
  • Rettungsweste oder Shorty tragen.

Insgesamt waren zwar sehr viele Boote unterwegs, aber die Kapitäne achten darauf, die Tiere nicht zu stören. Wir haben an einem Tag 15 Walhaie gesehen, ohne Gedränge im Wasser und keiner der Walhaie ist abgetaucht, was durchaus ein gutes Zeichen war.

Der Ablauf der Tour ist wie folgt:
Morgens werden die Teilnehmer früh (ca. 6 Uhr) vom Hotel abgeholt. Während der Fahrt zum Hafen gibt es ein ausführliches Briefing und ein kleines Frühstück mit Obst, Kuchen, Kaffee oder Tee. Dann geht es per Schnellboot zu den Walhaien. Immer paarweise geht es mit einem Guide ins Wasser und jeder Teilnehmer kann bis zu fünf Mal schnorcheln, was man nicht unterschätzen sollte, denn die Walhaie sind schnell und das hinterher schwimmen anstrengend.

Nach dem Schnorcheln gibt es ein Mittagessen mit zB Sandwiches oder Ceviche und alkoholfreien Getränken.

Zum Abschluss könnt ihr noch an einem Riff schnorcheln, wo ihr Schildkröten, Rochen und viele bunte Fische seht, bevor es am Nachmittag zurück ins Hotel geht.

Mein Fazit: Die Walhai-Tour in Yucatán ist eine tolle Möglichkeit auf ein herausragendes Erlebnis. Das Ganze ist respektvoll, professionell organisiert und schlicht unvergesslich diese sanften Riesen in ihrem natürlichen Lebensraum zu erleben.

Meine besten Spot-Tipps in Yucatán bzw. Quintana Roo auf einer Karte

Auf dieser Karte sind Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Hotels und Ausflugsziele markiert.

Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil clicken und die Markierungen werden angezeigt.

Meine Hotel-Tipps für Yucatán bzw. Quintana Roo

Für einen Urlaub in Yucatán bzw. Quintana Roo gibt es mehrere Varianten einen Urlaub aufzubauen.

  1. Ihr bleibt die komplette Zeit in einem Hotel und unternehmt von dort Tagesausflüge. In diesem Fall würde sich ein zentraler Ort wie Playa del Carmen oder Tulum anbieten.
  2. Ihr plant eine Kombination aus zwei Locations, um verschiedene Orte als Basis zu haben. Hierbei bieten sich zum Beispiel Playa del Carmen & Cozumel oder Tulum & Cozumel an.
  3. Ihr unternehmt eine Mietwagenrundreise und plant mehrere Hotelstopps ein.

Ich finde alle drei Varianten gut und für dieses Zielgebiet absolut sinnvoll.

Folgend möchte ich euch ein paar Hotelempfehlungen für verschiedene Orte geben:

Playa del Carmen – Riviera del Sol

Das Hotel Riviera del Sol bietet ein außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis, denn die Zimmer sind ausgesprochen schön gestaltet und eingerichtet und die Lage ist sehr praktisch, da es sich am Rande des touristischen Zentrums der Stadt und trotzdem ganz in der Nähe des Strandes befindet.

Playa del Carmen – Mahekal Beach Resort

Das Hotel Mahekal Beach Resort liegt direkt an einem herrlichen Strandabschnitt von Playa del Carmen. Dieses Hotel ist eine Oase der Ruhe und Erholung und vermittelt dem Gast ein echtes Hängematten-Urlaubs-Feeling.

Erreicht wird dies dadurch, dass das relativ große Grundstücke nur zu 25% bebaut ist und der Rest durch eine tropischen Garten eingenommen wird, wovon ein nicht unwesentlicher Teil in einem völlig ursprünglichen und natürlichen Zustand erhalten ist. Dies hat dem Hotel auch schon einen Umweltpreis eingebracht.

Für mich ein Top-Tipp in Playa del Carmen.

Cozumel – Iberostar Waves Cozumel

Das Hotel Iberostar Cozumel liegt ca. 15 km südlich des Ortes San Miguel direkt an einem Sandstrand. Diese sehr großzügig konzipierte Bungalowanlage mit einem traumhaften Sandstrand fügt sich perfekt in eine schöne tropische Gartenanlage ein.

Ganz in der Nähe befinden sich die Top-Tauchplätze Cozumels entlang dem Palancar Reef in den südlichen Teil der Insel. Das Tauchen auf Cozumel ist unbestritten in der Karibik ganz oben einzusortieren.

Tulum – Una Vida

Dieses Hotel fühlt sich für euch an wie eine tropische Oase mitten im Dschungel, weit weg vom Trubel der touristischen Gegenden und umgeben von der stillen Schönheit der Natur. Das von lokalen Architekten entworfene Una Vida verfügt über 11 individuelle Villen, die sich harmonisch in die wilde Umgebung einfügen. Jede Villa ist mit lokal gefertigten Hartholzmöbeln eingerichtet und liebevoll mit Traumfängern und Kunsthandwerk dekoriert.

Mit seinem Zen-ähnlichen Pool und dem gemütlichen Gemeinschaftsbereich ist das Una Vida perfekt für Paare oder Familien, die Ruhe und Entspannung suchen. Mich hat besonders die Authentizität des Hotels begeistert – die schlichte Einrichtung, die Liebe zum Detail und das harmonische Zusammenspiel mit der Natur machen den Aufenthalt zu etwas ganz Besonderem.

Holbox – Villas HM Paraíso del Mar

Das Villas HM Paraiso del Mar ist ein Hotel direkt am Meer mit außergewöhnlicher Aussicht und hervorragendem Service. Es ist eine preisgünstige Option der mittleren Kategorie am östlichen Ende von Holbox. Das Hotel liegt direkt am Strand und verfügt über einen Außenpool, der von Palmen und Grünpflanzen umgeben ist und eine entspannte Atmosphäre bietet.

Isla Mujeres – Estrella de Mar Loft

Genießt das tropische Ambiente im Estrella de Mar Loft direkt an der atemberaubenden Playa Norte. Freut euch auf einen spektakulären Blick auf den Strand, ein Restaurant und eine Bar auf der Dachterrasse sowie eine erstklassige Lage mit guter Anbindung an das pulsierende Leben der Insel.

Isla Mujeres – Casa de los Sueños

Das Casa de los Sueños an der Nordküste bietet euch einen exklusiven Rückzugsort mit Suiten direkt am Meer, persönlichem Butlerservice und sogar einer privaten Yacht für eine besonders komfortable Anreise. Lasst euch im Spa verwöhnen, genießt Gourmetgerichte und sonnt euch an diesem wunderschönen Privatstrand in einem exklusiven 5-Sterne-Boutique-Hotel.

Seegras – ein Problem in Quintana Roo?

Seit 2021 gibt es in Tulum ein Umweltproblem, das das Paradies ziemlich auf den Kopf stellt: Seetang. Ja, richtig gelesen – die idyllischen Strände werden von braunen Algen, dem sogenannten Sargassum, heimgesucht. Früher war Tulum das perfekte Postkartenidyll, heute kann man manchmal das Gefühl haben, in einem Umweltthriller zu stehen.

Sargassum stammt aus dem Atlantik und schwimmt in riesigen, bräunlich-braunen Matten durch die Karibik, bevor es an Land gespült wird. Die Algen besitzen kleine Blasen, die sie über Wasser halten, und können so kilometerlange Teppiche auf dem Meer bilden. Auf den ersten Blick mag man denken, dass sie nur ein Naturphänomen sind – doch wenn die Algen an Land verrotten, entsteht ein sehr unangenehmer Geruch, der Nase und Augen reizt.

Für die Meereswelt sind diese Algen zwar wichtig, weil sie Nahrung und Brutstätte bieten, für Strandurlauber sind sie jedoch ein echtes Ärgernis. Besonders schlimm ist die Situation in den heißen Monaten Juni bis August, wenn die Algen am stärksten wachsen. Dann kann das Schwimmen fast unmöglich werden.

Die gute Nachricht: Wer den schlimmsten Sargassum-Monaten ausweichen möchte, plant seinen Tulum-Urlaub am besten zwischen November und Januar. Trotzdem kann die Saison manchmal unberechenbar sein – selbst im Oktober oder März kann Seetang auftauchen. Die Strände wechseln also ständig zwischen braunen Teppichen und kristallklarem Wasser.

Ich selbst habe erlebt, dass man manchmal fast über die Algen „klettern“ muss, während andere Tage einfach perfekt sind – türkisblaues Wasser, feiner weißer Sand. Mein Tipp: flexibel bleiben und die Strände früh am Tag besuchen, um die beste Chance auf einen schönen Strandtag zu haben.

Es gibt mehrere Facebook-Seiten und -Gruppen, die euch über den aktuellen Stand der Sargassum-Algen in Tuluminformieren. Mit den regelmäßigen Updates könnt ihr so Strandabschnitte mit starkem Algenbefall meiden und euren Urlaub unbeschwert genießen.
Gruppe 1

Gruppe 2

Gruppe 3

Empfehlungen für euren Reiseablauf

Ich persönlich finde es immer hilfreich einen Ansatz für den richtigen Reiseablauf zu bekommen, weshalb ich euch hier mehrere, meiner Meinung nach „sinnvolle“ (wobei das natürlich sehr subjektiv ist) Varianten für eine Reise nach Yucatán bzw. Quintana Roo vorzustellen:

  1. Der reine Badeurlaub
    Mit Cancun, Playa del Carmen, Tulum und vielen Ortschaften mehr, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wo ihr wunderbar Sonne & Sand genießen könnt. In dem Fall könnt ihr ein Hotel wählen und den kompletten Urlaub dort verbringen. Für ein paar Ausflüge gibt es jederzeit und überall viele Angebote.
  2. Eine Kombination
    Hier bietet es sich an zwei „Mottos“ zu verbinden, sprich zum Beispiel Badeurlaub & Kultur. Genau dies geht nämlich sehr gut auf der Halbinsel Yucatán. Hier kann man 7-10 Tage an einem Ort baden gehen und den Rest der Zeit entweder selbstständig mit einem Mietwagen oder einer organisierten Tour umher reisen. Wer so etwas mag, wird hier sehr glücklich sein.
    ODER aber, man kombiniert einfach „nur“ zwei Locations, losgelöst davon, ob sie sich wirklich unterscheiden.
    Hier würde sich zum Beispiel Playa del Carmen plus Tulum oder Cozumel anbieten. Ein solcher Ablauf ist sehr leicht zu organisieren
  3. Eine Mietwagen(rund)reise
    Auch das ist sehr gut machbar, allerdings erwartet man sich ja oftmals bei einer solchen Reise, dass man eher ruhigere oder unbekanntere Orte besuchen kann, was hier sehr schwierig sein dürfte. An sich ist das ja auch kein Problem, man muss es nur wissen. Es gibt definitiv sehr viele sehenswerte Locations, die man so in seinem eigenen Tempo erkunden kann. Hier könnte ich mir folgende Variante vorstellen:
    3 Nächte Playa del Carmen
    4 Nächte Tulum
    2 Nächte Bacalar
    2 Nächte Chichen Itza bzw. Valladolid
    3 Nächte Holbox

Fazit – meine finalen Gedanken zu Yucatán und Quintana Roo

Wenn ich mit Freunden oder Bekannten über Yucatán und Quintana Roo spreche, kommt bei meiner Empfehlung meistens ein Aber. Denn ich kann diese Region (leider) nicht uneingeschränkt empfehlen. Ich bin mir sicher, dass es Menschen gibt, die hier komplett happy sind, während einige andere sich hier nicht 100% wohl fühlen.

Ich versuche es mal so, ich denke, dass dieser Teil von Mexiko ist sehr geeignet für:

  • Fernreisen-Anfänger
  • Strandurlauber
  • All-Inclusive-Fans
  • Partygänger
  • Urlauber, die vorwiegend im Hotel sein und ein paar Ausflüge machen möchten.

Wer hier vermutlich eher nicht, oder wenn dann nur unter bestimmten Voraussetzungen, happy sein wird, sind Individualurlauber. Sprich, wer gerne umher reist, in kleineren Unterkünften übernachtet und ursprüngliche Spots besichtigen möchte, ist hier eher falsch. Es herrscht hier nämlich einfach eine recht „einnehmende“ Art von Tourismus.

Ich muss natürlich erwähnen, dass ich vornehmlich den Bundesstaat Quintana Roo und nur einige, wenige Bereiche des Bundesstaates Yucatán besucht habe, sprich, es ist durchaus möglich, dass es Ortschaften und Locations gibt, die sehr wohl authentisch und etwas ruhiger sind, allerdings müsste man dafür etwas weiter fahren.

Ja, es gibt durchaus Bereiche mit einer angenehmen Atmosphäre, wo man sich leicht wohl fühlt und es eben nicht so voll ist, wie zum Beispiel die Insel Holbox, aber generell muss man sich in Yucatán bzw. Quintana Roo auf viele Touristen einstellen. Das muss man eben wissen und wenn man damit fein ist, dann ist man hier ganz sicher richtig.

Ich habe bereits mehrere Ansätze bei meinen vier Besuchen verfolgt, sprich, ich war längere Zeit an einem Ort und ich bin umher gereist und hatte ehrlich gesagt jedes Mal eine tolle Zeit.
Es kommt eben, wie so oft, auf die Erwartungshaltung an. Wenn man weiß was man möchte, kann man hier definitiv eine großartige Zeit haben. Die kulturellen Schätze und Stätten sind sagenhaft, die Strände könnten teilweise kaum puderzuckriger sein, das Angebot an Unternehmungen ist vielfältig und kulinarisch hat man in Mexiko sowieso sehr viele Möglichkeiten.

Alles in allem ist die Halbinsel Yucatán ein prima Sonnenziel, es gibt nur eben ein paar Dinge, die ihr definitiv beachten solltet…

Fun Facts zu Yucatán

  • Die berühmte Pyramide des Kukulkán in Chichén Itzá wurde so gebaut, dass bei den Tag-und-Nachtgleichen ein Schattenspiel in Form einer Schlange die Treppen hinunterläuft.
  • Die Maya-Ballspielplätze in den diversen Tempelanlagen haben Torgrößen, die für den Ball extrem klein wirken – offenbar ein sportliches Ritual voller Präzision.
  • In Chichén Itzá gibt es Stelen mit Zahlen, die auf erstaunlich exakte astronomische Ereignisse hinweisen – Jahrhunderte bevor moderne Astronomie das erklären konnte.
  • Yucatán ist wie ein natürliches Spinnennetz aus unterirdischen Flüssen und Cenoten. Manche Cenoten sind hunderte Meter tief und bieten atemberaubende Schnorchel- oder Tauchmöglichkeiten.
  • In einigen Cenoten erzeugt das tropfende Wasser klopfende, rhythmische Geräusche, die klingen wie eine geheimnisvolle Unterwasser-Musik.
  • An bestimmten Stränden, z. B. auf Holbox, leuchtet das Wasser nachts durch biolumineszentes Plankton – die Sterne scheinen sich im Meer zu spiegeln.
  • Die Lagune von Bacalar wechselt je nach Sonnenstand die Farbe von Türkis zu tiefem Blau – ein Naturschauspiel, das fast surreal wirkt.