Reisetipps USA – Florida – Key West

  • Key West ist die südlichste und damit letzte Insel der Florida Keys.

  • Hier befindet ich auch der südlichste Punkt des us-amerikanischen Festlands.

  • Auch wenn Key West kein Insidertipp mehr ist, so ist es immer noch ein besonderes Reiseziel – schon alleine aufgrund der außergewöhnlichen Lage.

  • Es gibt viel zu sehen und zu erleben: Der Mallory Square, das Hemingway House, eine Sonnenuntergangs-Segeltour, die Duval-Street, die schönen Strände…

  • Für mich mit das Schönste war es aber mit dem Fahrrad gemütlich über die Insel zu fahren.

Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?

Impressionen aus Key West – ein kleines „Best-of“

Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps

Key West ist ein absolutes Sehnsuchtsziel. Ich war nun bereits dreimal in Key West und jedes Mal wurden meine Aufenthalte länger. Das Schöne ist nämlich, dass man diese außergewöhnliche Insel nicht unbedingt nur besuchen, sondern vor allem erleben sollte. Ich habe Key West nämlich vor allem in mein Herz geschlossen, als ich mal fast eine ganze Woche hier verbracht habe und die Stimmung erst so richtig genießen konnte.

  • Generell
    Key West ist eine kleine Inselstadt im Süden der USA und bildet den westlichsten Punkt der Florida Keys, rund 150 Kilometer südwestlich von Miami. Sie umfasst nur etwa 19 Quadratkilometer und hat knapp 25.000 Einwohner.
    Geographisch liegt Key West näher an Kuba als am Festland Floridas und ist durch eine Kette von Brücken mit den übrigen Keys verbunden.
  • Was ist der Highway 1 bzw. der Overseas Highway?
    Der U.S. Highway 1 über die Florida Keys, bekannt als Overseas Highway, verläuft von der Südspitze Floridas bis nach Key West und verbindet die Inselkette über insgesamt 42 Brücken hinweg. Diese Brücken überspannen die Gewässer zwischen den Keys und machen den Highway zu einer der markantesten Straßenverbindungen über offene See in den USA.
    Dazu gibt es Meilenmarkierungen die bei Mile Marker 0 in Key West beginnen und nordöstlich Richtung Festland bis etwa Mile Marker 126 bei Florida City ansteigen. Key West ist damit der Bezugspunkt des Systems: Alle Entfernungen auf den Florida Keys werden traditionell von dort aus gemessen.
  • Wann ist die beste Reisezeit für Key West?
    Die beste Reisezeit für Key West liegt normalerweise zwischen Ende November und April, wenn es trocken, sonnig und mit etwa 25 bis 30 Grad angenehm warm ist. Die Sommermonate Juni bis September sind deutlich heißer und schwüler und fallen in die Hurrikan­saison, in der es häufiger zu starken Regenfällen kommen kann. Der Frühling und Spätherbst gelten klimatisch als ausgewogen, mit weniger Niederschlag und moderaten Temperaturen.
    Anmerken möchte ich, dass ich selbst bereits drei Mal auf Key West war, zweimal davon im Sommer und ich hatte beide Male traumhaftes Wetter. Das Risiko der Wirbelstürme besteht natürlich, aber ich will nur sagen, dass der Sommer keine generell schlechte Reisezeit ist.
  • Wie ist die Anreise nach Key West?
    Es gibt zwei Varianten.
    – Entweder per Flug, denn Key West verfügt über einen nationalen Flughafen. Sprich, ihr könnt ab Miami mit einem ca. einstündigen Inselhüpfer schnell und unkompliziert nach Key West reisen. Leider sind diese Flüge meistens nicht sehr günstig, aber checkt es einfach selbst für eure Termine.
    – Oder per Mietwagen. Ich würde diese Variante bevorzugen, denn so könnt ihr eure Reise flexibel zusammenbauen PLUS ihr könnt auch die anderen Inseln der Florida Keys bereisen. Und diese sind ebenfalls sehr sehenswert! Hier findet ihr meine Reisetipps zu den Florida Keys.
    WICHTIG! Wenn es ihr einplanen könnt, fahrt besser nicht am Wochenende nach Key West! Der Wochenendverkehr (Freitag hin / Sonntag zurück) kann etwas nervig sein, vor allem auch, weil der Overseas Highway nur an wenigen Stellen zweispurig ist.
    UND: Vertraut nicht unbedingt auf die Fahrtzeit, die euch Google Maps anzeigt. Wie gerade erklärt, kann es immer mal zu Staus (zB durch einen Unfall) kommen, was zum Beispiel bei der Rückfahrt zum Flughafen ein Problem werden kann. Plant hier lieber etwas mehr Zeit ein.
  • Lohnt sich ein Tagesausflug von Miami nach Key West?
    Wie ich es ganz oben geschrieben habe, ich finde Key West sollte man erlebt haben und nicht nur die einzelnen Spots abhaken.
    Außerdem würde ich sagen, dass eine Tour mit einem Bus oder Auto sehr stressig ist. Vom Miami Airport bis zum Zentrum von Key West sind es ca. 255 km und auch wenn die Strecke bei Google Maps mit „nur“ 3 h 25 min angegeben ist, würde ich realistischerweise mal eher mit 4 h rechnen. Bei 8 h Stunden Autofahrt bleibt dann nur sehr wenig Zeit in Key West. Ich würde wirklich empfehlen länger zu bleiben, aber bevor man Key West war nicht sieht…
  • Welche amerikanischen Feiertage muss ich beachten?
    Die Florida Keys sind für die Amerikaner ein beliebtes Ziel für Kurztrips, wodurch es besonders an amerikanischen Feiertagen bzw. zu Ferienzeiten voll werden kann. Und genau das spiegelt sich auch dramatisch bei den Preisen nieder. Insofern solltet ihr folgende Tage/Zeiten idealerweise meiden:
    Spring Break (März/April) – viele College-Studenten reisen nach Key West.
    Memorial Day (Ende Mai), Unabhängigkeitstag (4ter Juli) & Labor Day (Anfang September) – lange Wochenenden führen zu deutlich mehr Verkehr und belegten Unterkünften.
    Thanksgiving (Ende November) – viele Amerikaner nutzen die langen Wochenenden für Kurztrips.
  • Wieviel Zeit sollte ich für Key West einplanen?
    Ich würde sagen, dass drei Nächte vor Ort sehr gut sind. Damit hätte man den Nachmittag des Anreisetages, zwei volle Tage und schließlich noch den Morgen des Abreisetages. Damit kann man viel machen. Noch besser wären vier oder fünf Nächte, denn dann bleibt mehr Zeit zur Erholung an den herrlichen Stränden und das „Erleben“ dieser wunderschönen Insel.
    Wenn ihr beispielsweise einen Roadtrip plant und die Florida Keys mit einbaut, würde ich euch grob folgenden Ablauf empfehlen:
    1. Tag: Miami – Key Largo / Islamorada
    2.-3. Tag:  Key Largo / Islamorada (2 Nächte)
    3. Tag: Eine langsame Fahrt von Key Largo / Islamorada nach Key West
    3.-6. Tag: Key West (3 Nächte)
    6. Tag: Key West – Miami
    Noch besser wären vier Nächte auf Key West.
  • Wie bewege ich mich auf Key West?
    Sobald ihr einmal auf Key West angekommen seid, würde ich euch empfehlen in der Altstadt so viel wie möglich zu Fuß unterwegs zu sein. Nahezu jede Straße ist in irgendeiner Form sehenswert und oftmals entdeckt ihr die schönsten Spots, wenn ihr ziellos umher spaziert.
    Ansonsten war ich immer unheimlich gerne mit dem Fahrrad unterwegs. Gerade wenn ihr die verschiedenen Stränden besuchen möchtet, ist es super angenehm ganz entspannt durch die Stadt zu cruisen. UND, so könnt ihr sogar auch mal nach New Town fahren und euch dort entspannt ein bisschen umschauen.

Die besten Spots in Key West

Folgend nun die verschiedenen Spots, Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten von Key West mit Erklärungen und Infos zu dem jeweiligen Besuch.

Von der Reihenfolge bin ich grob von Norden nach Süden gegangen. Sprich, die Reihenfolge ist nicht unbedingt eine Wertung.

Anmerkung: Ich habe jetzt das Key West Historic District nicht als eigene Attraktion angegeben, denn viele der aufgeführten Locations befinden sich innerhalb dieses Viertels. Sprich, ihr werdet euch sowieso sehr viel in diesem wirklich wunderschönen und teilweise bezaubernden Bereich mit den pastellfarbenen Holzhäusern aufhalten.

Mallory Square

Der Times Square in New York. Der Marienplatz in München. Der Trafalgar Square in London. Oder der Alexander Platz in Berlin. Jede Stadt hat diesen EINEN Platz. Und in Key West ist es der Mallory Square.

Vor allem abends, wenn die Sonne sinkt, bahnen sich viele Touristen ihren Weg zu diesem promenadeartigen Platz an der Nordwestspitze der Insel. Schließlich wartet dort ein allabendliches Spektakel, das jeden Besucher in seinen Bann zieht: der Sonnenuntergang. Vor allem im Urlaub sind diese ja oftmals besonders schön, aber hier in Key West sind sie wirklich ein echtes Ereignis! Das merkt ihr spätestens dann, wenn ihr euch mit zahlreichen anderen Touristen am Pier versammelt und gen Westen blickt. Und ich muss zugeben, dass die Sonne hier wirklich weiß, was von ihr erwartet wird! Das Setting ist perfekt und die Farben leuchten teilweise unglaublich warm. Teilweise wird beim letzten Sonnenstrahl sogar stilecht Beifall geklatscht.

Aber, der Mallory Square ist nicht nur Sonnenuntergang, sondern ein Ort des Entertainments! Artisten zeigen ihre Künste, Feuerschlucker spucken Benzin, Musiker bieten eine akustische Untermalung und natürlich gibt es auch viele Souvenirs zu kaufen… Das Ganze ist sehr „viel“ und sehr touristisch, aber was solls?! Habt Spaß, genießt dieses außergewöhnliche Spektakel und wenn ihr keine Lust mehr auf den Trubel habt, zieht ihr einfach weiter. Aber Fakt ist, zu einem Besuch in Key West gehört ein Besuch des Mallory Square auf jeden Fall dazu…


An der Stelle eine kleine historische Anekdote, die irgendwie auch ganz gut beschreibt, dass Key West etwas Besonderes ist:
Am 23. April 1982 erklärte Key West sich für unabhängig und gründete die sogenannte Conch Republic. Vorausgegangen war ein Ärgernis auf dem Overseas Highway: Grenzpolizisten hatten begonnen, alle Fahrzeuge auf Drogen zu durchsuchen, was kilometerlange Staus verursachte. Die Einwohner beschlossen daraufhin, auf humorvolle Weise gegen die Maßnahme zu protestieren – mit einer „Sezession“ und einer anschließenden Feier.

Um Punkt zwölf versammelte sich die Bevölkerung am Mallory Square, die neue Muschelfahne wurde gehisst, den USA symbolisch der Krieg erklärt und ein einziger Schuss abgefeuert. Direkt danach ergab man sich wieder, um – ironisch gedacht – auf die gleiche Weise wie früher bei Niederlagen von den USA Wirtschaftshilfe zu erhalten. Die finanzielle Unterstützung blieb zwar aus, aber die Party war ein voller Erfolg. Seitdem wird dieser schräge Jahrestag jedes Jahr gefeiert und erinnert an den ungewöhnlichsten Akt von Rebellion, den Key West je gesehen hat.

Wer sich für richtig alte Schätze interessiert, sollte einen Abstecher zum Shipwreck Museum oder zum Maritime Heritage Museum machen. Letzteres zeigt das Lebenswerk von Mel Fisher, dem charmanten, hartnäckigen Schatzsucher aus Key West. 1985 machte er seinen größten Fund: Goldketten, Silbermünzen und andere Wertgegenstände aus dem Wrack der spanischen Galeone Atocha, die 1622 vor der Küste gestrandet war – zusammen im Wert von rund 400 Millionen Dollar.

Und als wäre das nicht schon spektakulär genug, entdeckte seine Crew im Frühjahr 2011 dort noch einen Smaragdring, der auf etwa eine halbe Million Dollar geschätzt wurde. Das Museum erzählt nicht nur von diesen Funden, sondern vermittelt auch einen Eindruck davon, wie viel Geduld, Mut und ein Quäntchen Glück nötig sind, um auf Schatzsuche zu gehen.

Abschließend dazu möchte ich euch noch eine Sunset-Cruise empfehlen. Auf dem Wasser dem Sonnenuntergang entgegenzufahren, ist eine wunderschöne Erfahrung. Während die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwindet, spiegeln sich die Farben im Meer und alles wirkt ein bisschen leichter und entspannter.

Vor Ort gibt es zahlreiche Anbieter mit ganz unterschiedlichen Booten und Angeboten, sodass für jeden etwas dabei ist. Wer seine Tour vorher buchen möchte, ich habe bei Sunset Watersports Key West sehr positive Erfahrungen gemacht.

Duval Street

Die Duval Street ist das Herz von Key West – nur etwa 1,6 Kilometer lang, aber vollgepackt mit Bars, Restaurants, Souvenirläden und Galerien. Sie verbindet den Golf von Mexiko mit dem Atlantik, was ihr eine ziemlich einzigartige geografische Lage verleiht.

Kaum jemand, der auf Key West unterwegs ist, kommt hier nicht vorbei! Selbst wenn man gerne abseits der Hauptstraße die kleinen Gassen erkundet, landet man früher oder später, teilweise auf wundersame Weise, immer wieder hier.

Die Straße ist nach William Pope Duval, dem ersten Gouverneur Floridas, benannt, und viele Gebäude stammen aus dem 19. Jahrhundert. Typisch für Key West sind die pastellfarbenen Fassaden, die schmiedeeisernen Balkone und die Veranden, auf denen man das bunte Treiben beobachten kann. Die Versuchung in eines der Restaurants einzukehren ist verlockend, aber ich möchte euch sagen, dass diese teilweise wirklich deutlich überteuert sind. Wenn ihr hier Essen gehen (und die Leute beobachten) wollt, sucht euch lieber barähnliche Lokale – hier gibt es oftmals ähnlich gutes Essen, aber deutlich günstiger.

Besonders markant ist der Mile Marker 0 des U.S. Highway 1, das am südlichen Ende der Duval Street liegt. Hier beginnt oder endet die berühmte Fernstraße, je nachdem, aus welcher Richtung man kommt.

Alles in allem ist die Duval Street der touristischste, aber auch irgendwie der lustig-verrückteste Ort der Insel. Teilweise steht man vor einem entzückenden, alten Haus und dann werden dort die bizarrsten Sehenswürdigkeiten verkauft. Hier treffen sich Geschichte, Architektur und das unverwechselbare Chaos von Key West auf engstem Raum. Ich fand es immer wieder lustig durch die Duval Street zu bummeln, auch wenn das Treiben teilweise wirklich heftig ist. Wenn es euch zu viel wird, eine Parallelstraße herrscht bereits wieder ein komplett anderes Bild…

Tuman Little White House

Wenn ihr vor dem Little Harry Truman White House steht, merkt ihr sofort, dass das Gebäude mehr ist als „nur“ ein altes Haus. Ursprünglich wurde es 1890 gebaut und diente lange Zeit als Hauptquartier der Marine während des Spanisch-Amerikanischen Krieges und dann auch später in beiden Weltkriegen.

1946 zog Präsident Harry S. Truman hier für seine Winteraufenthalte ein und seitdem nutzten mehrere Präsidenten das Haus als Rückzugsort. Kein Wunder, ich finde das Haus einfach nur ausgesprochen charmant und es wirkt unglaublich einladend.

Heute könnt ihr das Haus besichtigen und bekommt einen Eindruck davon, wie Präsidenten damals gearbeitet (und entspannt) haben. Die Führungen zeigen nicht nur persönliche Details über Truman, sondern beleuchten auch die Marinegeschichte von Key West und die politischen Spannungen zu jener Zeit. Besonders spannend sind die Originalprotokolle der Besuche und Termine – sie geben einen direkten Einblick in das Leben im Weißen Haus auf Key West.

Geführte Touren könnt ihr sehr praktisch bei getyourguide buchen. Getyourguide bietet den Vorteil, dass ihr die Tickets bis zu 24h vorher kostenlos stornieren könnt.

Fort Zachary Taylor Historic State Park

Einer meiner Lieblingsorte auf Key West! Hört sich erstmal komisch an, denn wieso sollte ein Fort so besonders sein, nun, direkt hinter dem militärischen Areal befindet sich so etwas wie der Stadtstrand von Key West. Und diesen mag ich einfach unheimlich gerne…

Zurück zum Fort – hierbei handelt es sich um eine der ältesten Küstenbefestigungen Floridas! Innerhalb dieses militärisches Bollwerks lassen sich noch die alten Kanonen und Mauerreste entdecken, wodurch ihr einen interessanten Einblick bekommt, wie die Soldaten damals den Hafen sicherten.

Aber um ehrlich zu sein, ich habe mir das Gelände lediglich einmal angesehen und bin danach immer direkt zum Strand marschiert. Hier verstecken sich nämlich zwischen Nadelbäumen und Palmen schattige Sitzplätze und das tolle Cayo Hueso Café. Auch wenn der Sand nicht super fein ist, ist es immer noch ein herrlich breiter Strand mit lächerlich schönem, türkisblauen Wasser. Ich fand die Stimmung hier immer ausgesprochen locker und fröhlich, vor allem wenn man bedenkt, dass sich die Duval Street nur ca. 15-20 Minuten zu Fuß entfernt befindet.

Hemingway House

Zwischen den bunten Häusern der Whitehead Street (Parallelstraße der Duval Street) sticht die Villa Nummer 907 sofort ins Auge! Es handelt sich um das Haus, in dem der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway von 1931 bis 1939 lebte.

Als er nach Key West zog, brachte er seine Familie und Teile seines Lebens mit, während er gleichzeitig daran arbeitete, seinen Ruf als Schriftsteller zu festigen. Anfangs hielten viele Nachbarn ihn für einen Abenteurer oder Schmuggler, doch schnell wurde er Teil des Insellebens.

Das Haus selbst stammt aus dem Jahr 1851 und wurde im spanischen Kolonialstil gebaut. Es hatte damals schon seinen rustikalen Charme, den Hemingways Frau Pauline mit Gartenanlage und kleinen Renovierungen sogar noch verstärkte. Für Hemingway wurde die Villa nicht nur ein Zuhause, sondern auch Basislager für Angeltrips, Kneipenbesuche und das Schreiben. Ob er zu seinem Meisterwerk Der alte Mann und das Meer, für den er 1954 den Literaturnobelpreis erhielt, durch die Zeit hier inspiriert wurde, ist schwer zu sagen – der Roman entstand später auf Cuba -, aber die Zeit in Key West hat ihn eindeutig stark geprägt.

Die Touren könnt ihr direkt auf der Homepage des Museums buchen.


An der Duval Street, ca. 15 Minuten entfernt, vermarktet die Bar Sloppy Joe’s ihren bekanntesten Zecher. Auf Key West versucht fast jeder sich ein Stückchen vom Hemingway-Kuchen abzuschneiden.

Key West Lighthouse

Direkt gegenüber dem Hemingway-Hauses steht der Key West Leuchtturm, ein weiteres Wahrzeichen der Insel. Er wurde 1847 gebaut, nachdem ein Hurrikan den ursprünglichen hölzernen Turm am Whitehead Point zerstört hatte, und dient seitdem als Orientierung für Schiffe vor der Küste.

Wer nach oben möchte, muss 88 Stufen erklimmen! Oben angekommen wird man mit einem klaren Blick über Key West, den Hafen und die vorbeiziehenden Kreuzfahrtschiffe belohnt, die hier noch gewaltiger wirken als sonst irgendwo, denn in Key West gibt es schlichtweg kaum richtig hohe Gebäude. Der Kontrast ist unfassbar.

Neben dem Turm selbst lassen sich auch die Light Keepers Quarters besichtigen – die Wohnhäuser der Leuchtturmwärter und ihrer Familien.

Tickets für die Besichtigung bekommt ihr auf der Seite der Key West Art & Historical Society.

Southernmost Point

Am südlichen Ende von Key West befindet sich der Southernmost Point, einer der bekanntesten Orte und Fotospots der Insel. Tagsüber und vor allem nachmittags drängen sich hier die Touristen um die große, bunt bemalte Betonboje, um ein Foto zu machen, das darauf hinweist, dass man sich am südlichsten Punkt des US-amerikanischen Festlands (ohne Hawaii) befindet. Cuba ist hier nur etwa 145 Kilometer entfernt (90 Miles to Cuba)! Früh am Morgen ist die Szenerie erfreulicherweise noch etwas entspannter. An der Ecke Whitehead & South Street lassen sich die ersten Fotos ohne Gedränge schießen, bevor die Schlangen von Souvenirjägern und Selfie-Fans wachsen.

Das frühere, eher unspektakuläre Schild zu dem südlichsten Punkt der USA wurde immer wieder abmontiert, weshalb 1983 diese massive Betonmarkierung errichtet wurde.

Tipp: Vor dem Abendessen hier aufzuschlagen ist eine mittelgute Idee – die Warteschlange ist dann teilweise extrem lang. Gerade wenn man Hunger hat, macht das wenig Spaß. Tagsüber habe ich unterschiedliche Erfahrungen gemacht, ABER wenn ihr für ein Foto anstehen müsst, solltet ihr gut mit Sonnencreme vorgesorgt haben, denn Schatten gibt es hier keinen.

Smathers Beach

Wenn ihr am Smathers Beach seid, steht ihr an einem der längsten Strände von Key West, direkt an der Südseite der Insel. Der Strand ist breit, gut erreichbar und für mich einer der schönsten Spots der Insel. Er bietet aufgrund seiner Länge viel Platz, der Einstieg ins Wasser ist flach und der weiße Sand ist einfach herrlich. Hier treffen sich Locals, die kurz vorbeikommen, Leute, die Sport (oder eine Pause) machen und Badegäste, die sich einfach ein paar Stunden sonnen wollen.

Wenn ihr mögt, könnt ihr euch Liegestühle und Sonnenschirme vor Ort mieten, allerdings nicht in einem festen Beachclub oder ähnlichem, sondern direkt am Strand findet ihr mehrere Vermieter‑Stände, die Stühle, Schirme und auch Wasser­sport‑Equipment wie Kajaks oder Paddleboards tageweise verleihen.

Wichtig! Direkt am Sand gibt es keine echten Schattenplätze, weil nur vereinzelt ein paar Palmen herumstehen.

Clarence S. Higgs Memorial Beach

Gefühlt ein kleiner Insidertipp: Der Clarence S. Higgs Memorial Beach liegt am südlichen Ende von Key West (Richtung Westen noch VOR dem Smathers Beach) und ist normalerweise deutlich ruhiger als die Strände im Stadtzentrum.

Der Strandbereich an sich ist zwar nicht sonderlich groß, aber ich fand die Stimmung hier sehr angenehm. Die Kombi aus der Strandbar Salute! On The Beach, dem Volleyballfeld, dem Higgs Pier und den Palmen ist herrlich entspannt.

Der Vorteil ist, an diesem Strand kommt man normalerweise kaum zufällig vorbei, sondern man muss eigentlich bewusst hierher fahren.

Dry Tortugas State Park

Rund 110 Kilometer westlich von Key West liegen die Dry Tortugas, ein abgelegener Nationalpark mitten im offenen Meer. Die Inselgruppe ist nur per Boot oder Wasserflugzeug erreichbar, was allein schon zeigt, wie abgeschieden dieser Ort ist.

Im Mittelpunkt steht Fort Jefferson, eine große Festungsanlage aus dem 19. Jahrhundert, die auf einer der Inseln errichtet wurde. Beim Rundgang durch das Fort lassen sich die dicken Mauern, Innenhöfe und Überreste der militärischen Nutzung erkunden, die viel über die strategische Bedeutung der Region erzählen.

Abseits der Festung prägen klares Wasser, helle Strände und Korallenriffe das Bild der Inseln. Die Unterwasserwelt ist artenreich und gut sichtbar, weshalb viele Besucher hier schnorcheln. Auch oberhalb des Wassers ist einiges los: Die Dry Tortugas sind ein wichtiger Lebensraum für Seevögel, darunter auch seltene Arten.

Da es sich um ein geschütztes Gebiet handelt, ist eine gewisse Vorbereitung wichtig. Auf den Inseln gibt es kaum Infrastruktur, daher solltet ihr ausreichend Wasser, Sonnenschutz und Verpflegung mitnehmen. Auch die Anreise muss früh geplant werden, da die Plätze auf Booten und Wasserflugzeugen begrenzt sind und schnell ausgebucht sein können. Buchen könnt ihr die Touren auf der Seite des Nationalparks.

Meine besten Spot-Tipps auf Key West auf einer Karte

Auf dieser Karte sind Sehenswürdigkeiten, Filmlocations, Sportlocations, Restaurants, Hotels und Ausflugsziele markiert. Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.

Mein Hotel-Tipps für Key West

Die Suche nach einem Hotel auf Key West ist eigentlich relativ einfach. Unterm Strich gibt es drei Kategorien:

  1. Eines der großen Ferienhotels mit Pool im oder rund um das historische Zentrum. Diese sind oftmals sehr schön, aber auch etwa teurer.
  2. Eine kleinere Pension im oder rund um das historische Zentrum. Diese sind meistens sehr charmant und haben ein ganz besonderes Flair. Preislich sind sie günstiger als die Hotels, aber nicht so viel günstiger wie man meinen könnte.
  3. Alle Unterkünfte außerdem des historischen Zentrums, sprich in „New Town“. Aufgrund der unattraktiveren Lage fällt der Preis hier meist deutlich nach unten.

Nun haben alle drei Varianten ihre Plus- und ihre Minuspunkte.

So oder so, ich würde euch empfehlen darauf zu achten, dass das Hotel einen (kostenlosen) Fahrradverleih anbietet. Das muss nicht zwingend ein KO-Kriterium sein, aber Key West könnt ihr am Besten mit dem Fahrrad erkunden. Und da ist es einfach super angenehm, wenn ihr mit eurem Fahrrad direkt von der Unterkunft losfahren könnt.

Ich habe mich zweimal für eine Pension und einmal für ein Hotel im Zentrum entschieden und habe mich vor allem in der Pension am wohlsten gefühlt. Irgendwie hatte ich dort das Gefühl, dass ich das besondere Key-West-Feeling hier am Besten genießen konnte.

Ich finde ja auf Key West muss nicht das Hotel der Star sein, sondern die Insel steht im Vordergrund. Insofern würde ich der Unterkunft nicht allzu viel Bedeutung beimessen.

Folgend möchte ich euch vor allem die oben angesprochene Pension vorstellen, denn diese war wirklich sehr sehr schön:

Key West – The Inn on Fleming

Das The Inn on Fleming-Hotel hat die perfekte Lage, um Unternehmungen zu starten. Gerade einmal 1.6 km ist das Hotel von dem südlichsten Punkt der USA und nur drei Gehminuten von der Duval Street, der bekanntesten Straße Key Wests mit vielen Bars und Einkaufsmöglichkeiten, entfernt. Dabei liegt das „The Inn on Fleming“ in einer ruhigen Straße. Außerdem befinden sich das Key West Museum of Art and History sowie das Ernest Hemingway Home and Museum nur einen kurzen Fußmarsch entfernt.

Das komplette Hotel ist sehr klassisch, romantisch eingerichtet, mit vielen eleganten Holzmöbeln wie Tischen und Himmelbetten. Zudem gibt es einige bequeme Lesesessel und Couches im Haus, sowie einen Pool und schöne Sitzgelegenheiten im Freien.

Buchen könnt ihr das Hotel über diese Homepage, die sich auf Boutique-Hotels in Key West spezialisiert hat…

1016 Fleming St, Key West

Meine Restaurant-Empfehlungen für Key West

Die vielen tollen und atmosphärischen Restaurants sind ein gewichtiger Teil von Key West.

Deshalb habe ich euch hier ein paar Empfehlungen zusammengestellt, die mir sehr gut gefallen (haben):

Banana Café

Ein prima Frühstücksspot. Das charmanten Häuschen mit einer hübschen Dachterrasse liegt mitten an der Duval Street, wodurch ihr dicht am Geschehen sitzt. Die Atmosphäre ist locker und unkompliziert, was ich beim Frühstück ehrlich gesagt am liebsten mag.

Hier gibt es Klassiker wie Lachsbagel, Bananenwaffeln, Omelettes in allen Varianten und natürlich auch Key Time Pie. Ein Special des Hauses ist der in einen Crêpes eingewickelte Banana-Split.

1215 Duval St, Key West

Kaya Island Eats

Was ein super tolles Lokal! Das Signature-Gericht ist Tuna Poke mit Wasabi-Aioli und Sesam-Wantan. Der Thunfisch war super lecker und frisch.

Zum Hauptgang hatte ich die No Worries Coconut Curry Rice Bowl mit Garnelen. Die Portion war groß, schön angerichtet und die Garnelen genau richtig gegart, mit frischem Koriander als besondere Note.

Eigentlich war mir nicht nach einem Dessert, aber der Key Lime Pie zum Abschluss war einfach nur perfekt.

618 Duval St, Key West

Fisherman’s Cafe

Leicht abseits der belebten Straßen versteckt sich diese typisch, karibische Hütte. Hier geht es nicht um schicke Veranden oder teure Cocktails, sondern um frischen Fisch, Sandwiches, Wraps, Snacks und ein lockeres Ambiente. Immer ein gutes Zeichen: viele Locals.

Falls ihr mal etwas Lockeres auf die Schnelle sucht, seid ihr hier genau richtig.

205 Elizabeth St Unit D, Key West

Lagerheads Beach Bar & Watersports

Hierbei handelt es sich eher um ein „Ereignis“, als um eine Bar. Dieser kleine, versteckte Strandabschnitt ist, obwohl mittendrin, ein kleiner Geheimtipp. Wobei, vermutlich nicht mehr, aber ich war zweimal dort und der Bereich war NICHT komplett voll.

Es gibt Snack, wie Tacos, Burger oder Wraps, und dazu leckere Dinks. Hier mit den Füßen im Sand zu sitzen, ist einfach Urlaub pur…

0 Simonton St, Key West

Sloppy Joe’s

Sloppy Joe’s Bar ist eines der bekanntesten Lokale in Key West und das nicht zuletzt wegen Ernest Hemingway. In den 1930er-Jahren war die Bar ein fester Bestandteil seines Alltags, denn nach Angeltrips oder Schreibsessions zog es ihn hierher, um sich mit Freunden zu treffen, die Leute zu beobachten oder einfach ein paar Stunden zu entspannen.

Die Bar wurde durch seine regelmäßigen Besuche zu einem kulturellen Treffpunkt und noch heute hängen Fotos und Erinnerungsstücke an den Wänden, die auf seine Zeit hier hinweisen.

Für mich war die Bar eher eine Sehenswürdigkeit als ein Restaurant, aber ich kann euch sagen, die Cocktails hatten es in sich und das Essen sah eigentlich immer sehr lecker aus. Wer diese gewisse Biker-Bar-Atmosphäre mag, wird hier sehr happy sein.

Off, 201 Duval St, Key West

Hogfish Bar & Grill

Dieses leicht versteckte Restaurant ist ein echter Insidertipp – und dementsprechend liegt er auch in einer eher abgelegenen Gegend (außerhalb von Key West). Hier gehen die einheimischen Fischer essen und die Fischgerichte sind wirklich extrem lecker!

6810 Front St, Stock Island

Filmtourismus – wo kann ich Drehorte von berühmten Filmen finden?

Wie schon bei den verschiedenen Spots oben erwähnt, wurden einige berühmte Filme mit ikonischen Szenen in den Florida Keys gedreht. Ich habe euch hier einige Informationen dazu zusammengestellt:

James Bond – Lizenz zu töten

Im zweiten James-Bond-Film mit Timothy Dalton aus dem Jahr 1989 wurden mehrere Szenen auf den Florida Keys gedreht.

Auch hier sind besonders die Aufnahmen auf der Seven Mile Bridge bekannt. Hier wurden Fahr- und Verfolgungsszenen gedreht, bei denen James Bond in seinem Einsatz gegen den Drogenbaron Franz Sanchez unterwegs ist.

Auf Key West wurden dann noch Szenen vor der Basilica of St. Mary Star of the Sea (die Hochzeit von Felix Leiter), am heutigen Restaurant Conch Republic (Lagerhaus inklusive Haifischbecken) und dem mittlerweile geschlossen Restaurant Thai Island (Barrelhead Bar im Film) gedreht. Außerdem sieht man James Bond über den bekannten Mallory Square (direkt vor dem Shell Warehouse) laufen.

Alle Orte lassen sich leicht besuchen und man kann die Locations sehr gut im Film wieder erkennen.

Mein Fazit zu Key West

Ich bin ein großer Fan der USA. UND ich trage die Karibik in meinem Herzen. Key West ist so etwas wie die beste Mischung aus diesen beiden Welten. Es gibt die touristische Infrastruktur und jegliche Annehmlichkeiten, die ihr überall bei den bekannten Zielen in den USA vorfindet. Sprich, die Ausflüge sind alle top organisiert, Service steht an erster Stelle und es gibt zahlreiche Aktivitäten, die einen Urlaub auf Key West besonders machen. Ich bin hier zum Beispiel das erste und einzige Mal in meinem Leben Jetski gefahren. Dazu kommt eine entspannte Gelassenheit und diese einzigartige Atmosphäre, die ich so nur von Inseln in der Karibik kenne. Jeder ist lustig und locker drauf, man kommt mit allen Menschen ganz einfach ins Gespräch und das Meer ist einfach allgegenwärtig. Einen frischen Fish-Taco mit einem Cocktail direkt am Wasser zu genießen ist schlichtweg unschlagbar.

Ich mag den Vibe auf Key West sehr. Klar, es ist hier und da übertouristisch, aber wenn es mir too much wurde, habe ich eine Parallelstraße weiter schon wieder Ruhe und charmante Häuschen vorgefunden. Die Insel mit dem Fahrrad zu erkunden hat mir selten so viel Spaß gemacht wie hier. Hier mal für einen Kaffee anhalten, da einen Smoothie schlürfen und dort am Strand sitzen und relaxen. Speziell bei meinem längeren Aufenthalt habe ich es geliebt einfach in den Tag hinein zu starten, ohne genau zu wissen, was passieren wird. Irgendwas hat sich meist beim Frühstück ergeben. Dieses Caribbean-Feeling hat mich dabei komplett angesteckt und ich hatte (jedes Mal) eine großartige Zeit hier…

Fun Facts zu Key West

  • Key West liegt geographisch näher an Kuba (ca. 145 km) als an Miami.
  • Die Stadt nennt sich selbst die Conch Republic, nachdem sie sich 1982 symbolisch von den USA „abgespalten“ hat.
  • Mile Marker 0 des U.S. Highway 1 befindet sich in Key West – weiter südlich endet keine US-Fernstraße.
  • Key West ist die südlichste Stadt der zusammenhängenden USA, mit ganzjährig frostfreiem Klima.
  • Die Insel hatte früher eine eigene Eisenbahnverbindung zum Festland, die 1935 durch einen Hurrikan zerstört wurde.
  • Die Straßen sind größtenteils schachbrettartig angelegt, was für Inselstädte eher untypisch ist.