Warum man Florida lieben muss!
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Florida war früh mein Traumziel und als ich 2001 das erste Mal vor Ort war, hätte ich glücklicher kaum sein können.
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Miami, Orlando, die Florida Keys, die vielen Traumstrände rund um Tampa Bay… Die Möglichkeiten sind unendlich!
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Das Schnorcheln mit Seekühen wird für immer eines meiner „Wasser-Highlights“ sein…
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Ich erzähle hier meine Geschichte, warum ich Florida so sehr in mein Herz geschlossen habe…
Über den südlichsten Bundestaat der USA einen Reisebericht zu schreiben, ist für mich eine Herzensangelegenheit. So wie man Freunden von einer gelungenen Geburtstagsparty berichtet. Oder wie man in der Familie eine Geschichte erzählt, bei der jeder weiß, wie sie ausgeht und trotzdem alle lachen. Weil man sich dabei wohl fühlt. Weil ich es einfach gerne mache. Ich bin schon seit einer Ewigkeit in den Sunshine State verliebt und das anfängliche Schwärmen hat sich zu einer echten Liebe entwickelt.
Meine Affinität zu den USA rührt aus meinen Kindestagen, als ich im Jahre 1987 mit meiner Familie jede einzelne Folge der deutschen Erstausstrahlung der Serie „Fackeln im Sturm“ regelrecht aufgesaugt habe. Starbesetzt handelt sie vom Bürgerkrieg der USA und verhalf dem damals noch sehr jungen Patrick Swayze zum Durchbruch. Es gab zu der Zeit natürlich noch kein Netflix oder ähnliches und entsprechend rar waren gute Serien. Von dort an wusste ich: Ich will mal in die USA. Wenige Jahre später erhielt ich von einem Schulfreund eine Postkarte aus Miami. Der Strand sah toll aus und Postkarten waren damals bereits genauso besonders, wie sie es heute wieder sind. Dann kam noch ein Bud Spencer-Film dazu und es war um mich geschehen. Florida musste es sein.
Als ich 1997 im Tourismus angefangen habe, war mein damaliger Chef gerade dabei das Zielgebiet Honduras zu entwickeln. Bei der Hinreise hat man immer eine Zwischenübernachtung in Miami benötigt, um am nächsten Tag nach Mittelamerika zu gelangen. Mit viel Freude habe ich immer die Hotels für diesen eigentlich irrelevanten Übergang herausgesucht. Im Jahre 2001 war es dann endlich soweit – kurz nachdem ich die Firma Nautilus übernommen hatte, habe ich eine Gruppenreise mit mir als Reiseleiter nach Honduras organisiert und uns dabei sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückreise eine Nacht in Miami eingeplant. Als ich dann das erste Mal am Ocean Drive in Miami Beach stand, kam ich mir selbst vor wie in einem Film. Alles war so groß, so bunt, der Strand war so breit, weiß und wunderschön und die Häuser waren alle höher als bei uns.
Die Florida Keys sind gefühlt mehr Karibik als USA
Im Laufe der Jahre war ich dann noch viele weitere Male vor Ort, teilweise weiterhin nur für einen kurzen Stopp, aber immer öfter habe ich mir auch mehr Zeit für diesen traumhaften Bundesstaat der USA genommen.
Die Florida Keys beispielsweise sind ein nahezu einzigartiges Fleckchen Erde. Per Mietwagen bin ich das erste Mal in Miami aufgebrochen und irgendwie Richtung Süden gefahren, bis die vielen, mehrspurigen Straßen sich zu nur noch einer einzigen zusammentun. Um einen herum wird es immer weniger Land und immer mehr Wasser, bis man irgendwann nur noch auf Inseln unterwegs ist. Es ist unbeschreiblich. Man muss einfach das Fenster öffnen und die warme Luft mit viel Feuchtigkeit einsaugen. Dazu idealerweise noch 80er Jahre Musik im Radio hören. Man sieht nur noch Häuser auf Stelzen, bunte Schilder verraten einem, wo es Restaurants direkt am Wasser gibt und überall gleiten Pelikane durch die Luft. Der südlichste Punkt der USA befindet sich auf der Insel Key West und hier ist man eher in der Karibik als in den Vereinigten Staaten. Strände, Palmen, alte Holzhäuschen im Kolonialstil, kleine Bars in pastellfarbenen Hütten, Sonnenuntergänge zum Dahinschmelzen und eine Atmosphäre mit purem Wohlfühlfaktor. Ich liebe Key West.
Unter Wasser sind in den Florida Keys vor allem Wrackfans zu Hause. Bis zu zehn Wracks kann man in einer Woche betauchen und manche davon lohnen sogar für mehrere Tauchgänge. Das Wrack der USS Vandenberg habe ich beispielsweise an einem Tag zweimal betaucht: Das erste Mal habe ich mich einfach von der Strömung daran vorbeitragen lassen und das zweite Mal habe ich mir bestimmte Regionen dieses 200 Meter Schiffs genauer angesehen. Dazu muss man sagen, dass es sich dabei um einen Mondraketentracker handelt, also ein Schiff, das auf eine Kapsel aus dem Weltraum beim Wiedereintritt wartet. Beide Tauchgänge waren Spitzenklasse. In Key Largo habe ich dagegen bei einem Tauchgang im Flachwasserbereich einmal zwei Haie und eine Gruppe Delfine gesehen! Dazu VBF – viele bunte Fische. Der Logbucheintrag war fantastisch.
Das Florida Panhandle und die bezaubernden Seekühe des Crystal River
Bei einer anderen Reise bin ich von Houston gekommen, wieder per Mietwagen, und habe mir erst New Orleans angesehen, um dann nach und nach das nördliche Florida – der so genannte Panhandle – zu entdecken. Wenn man die schönsten Strände der Welt googelt, taucht eine erstaunlich große Anzahl in der genau der Region auf. Völlig zu Recht! Puderzuckerweiß und endlos lang sind die Strände hier.
Sobald man den „Knick“ Floridas erreicht, wartet ein weiteres „dickes“ Highlight. Ich wollte schon immer mal Seekühe sehen, hatte aber in Ägypten nie Glück. Im Crystal River sollte es nun soweit sein. Diese Region ist berühmt für die knuffigen Manatees und ich war mir sicher, dass ich, entgegen meinem miserablen Tauchkarma, Glück haben werde. Beim Ansehen des Infovideos über das Schnorcheln mit den Rundschwanzseekühen, lernt man, dass man die Manatees nicht anfassen und sich ihnen nicht schnell nähern soll. Die Umsetzung ist nur dummerweise gar nicht so leicht, denn die wirklich drolligen und massigen Tierchen sind viel zu neugierig, als dass sie mir eine Wahl lassen. Sie rumpeln immer wieder in mich hinein, schwimmen überraschend zügig auf mich zu und drehen sich sogar auf den Bauch, um sich streicheln zu lassen! Ich war im Dezember dort, der angehenden Hauptsaison, und habe vielleicht 100 Manatees gesehen! Es war eine der tollsten Erfahrungen, die ich unter Wasser je gemacht habe. Als ich danach mit einer Tasse heißen Kakao zitternd, wegen dem kalten Wasser, an Bord des Bootes saß, hatte ich ein Glücksgefühl wie ganz ganz selten bisher. Diese Begegnungen sind schlichtweg besonders.
Mein Tipp: Bradenton Beach!
Auf der Weiterfahrt an der Westseite Floridas an der Küste entlang, passiert man so viele charmante kleine und große Orte direkt am Meer, dass die Auswahl bei der Reiseplanung wirklich schwer fällt. Mein Favorit ist Bradenton Beach, wobei eigentlich jeder Ort ähnlich (schön) ist. Pures Urlaubsfeeling. Einfach ins Auto setzen, hier mal einen Kaffee trinken, da mal an den Strand gehen und ins Wasser springen, dort mal ein Eis essen und abschließend vielleicht spontan bei einem Restaurant am Meer anhalten. Ich liebe Florida.
Bei all den Geschichten habe ich ja sogar noch Orte wie Orlando (was auch mal lustig ist, vor allem wenn man, wie ich, Filme mag und die Universal Studios besuchen kann) oder Fort Lauderdale komplett vernachlässigt. Miami Beach sollte allerdings Teil einer jeden Planung sein, denn ich wünsche jedem einmal das Gefühl, so fasziniert wie ich vor den bunten Leuchtreklamen der Hotels am Ocean Drive zu stehen.
Florida ist ein Traum. Man muss sich nur darauf einlassen. Per Mietwagen unterwegs zu sein, ist ein etwas anderer Urlaub, aber es bringt auch viele Vorteile mit sich, nämlich zum Beispiel die Flexibilität. Ich liebe es, wenn ich morgens zu einem gemütlichen Frühstücks-Café fahren oder an einem Tauchpausentag einen Ausflug zu den Everglades machen und mir Alligatoren ansehen kann. Wenn ich zufällig einen Tipp bekomme, kann ich ihn am nächsten Tag umsetzen.
Florida bietet so viel, man bräuchte drei bis vier Urlaube, um alles Mal wirklich erlebt und gefühlt zu haben. Meine Lieblingstour ist die von Orlando über den Crystal River an der Westküste entlang bis hinunter zu den Florida Keys. Bei genau dieser Tour habe ich angefangen Florida zu lieben…
Euer

