Reisetipps USA – Chicago
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Chicago ist einer der bekanntesten, aber zugleich auch touristisch am meisten unterschätzen Städte der Welt.
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Die Innenstadt samt der großartigen Uferpromenade River Walk direkt am Chicago River ist absolut fantastisch.
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Speziell die Architektur der verschiedenen Bauwerke, wie zB dem Willis Tower, ist faszinierend.
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Dazu ist kulinarisch in Chicago einiges geboten! Alleine schon die Pizza hier ist weltbekannt.
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Und schließlich ist Chicago eine Sportstadt! Das Wrigley Field ist eines der älteste Baseball-Stadien, dazu sind die Chicago Bulls eines der beliebtesten Basketball-Teams überhaupt.
Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?
- Impressionen aus Chicago – ein kleines „Best-of“
- Übersicht, wichtigste Fakten und gute Tipps zu Chicago
- Die besten Spots in Chicago
- Willis Tower (inkl. Skydeck)
- 360 Chicago (ehemals John Hancock Tower)
- Riverwalk
- Architecture Boat Tour
- Navy Pier (inkl. Riesenrad)
- Franklin D. Roosevelt Bridge
- Millenium Park
- Route 66 Sign
- Hochbahn
- Art Institute of Chicago / Field Musuem of Natural History / Shedd Aquarium
- Daley Plaza (inkl. The Picasso)
- Magnificent Mile
- Lincoln Park / Zoo
- Stadtstrand Oak Street Beach
- Sportstätten (zB Wrigley Field & United Center Arena)
- Weitere empfehlenswere Locations
- Meine besten Spot-Tipps in Chicago auf einer Karte
- Meine Hoteltipps für Chicago
- Meine Restaurant-Empfehlungen in Chicago
- Fototipps, die euch gerne mitgeben möchte
- Filmtourismus – wo kann ich Drehorte berühmter Filme finden?
- Gibt es besondere saisonale Events? Was kann ich wann erwarten?
- Fun-Facts zu Chicago
Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps
Chicago ist eine sensationelle Stadt. Ich meine, jeder kennt sie, doch gefühlt waren nur die wenigsten dort.
Dabei ist Chicago absolut sehens- und erlebenswert. Vor allem gibt es viele großartige Hochhäuser mit spektakulären Aussichtsplattformen und die Uferpromenade River Walk, direkt am Fluss entlang ist, ist ein Sommernachtstraum.
Für Sportfans ist Chicago ist ein Paradies, denn alle vier großen Sportarten sind hier vertreten. In Chicago gibt es sogar zwei Baseball-Teams. Die Basketballmannschaft der Chicago Bulls ist eines der beliebtesten Teams weltweit.
Ich kann nur sagen: Viel Spaß in Windy City – so heißt Chicago aufgrund des gefühlt immer wehenden Windes. Für mich war Chicago ein extrem positive Überraschung…
- Generell
Chicago liegt direkt am riesigen Lake Michigan in Illinois, ist allerdings NICHT die Hauptstadt dieses nördlichen Bundesstaates (das ist Springfield). Mit knapp 10 Millionen Einwohnern (damit ist die Metropolregion gemeint) ist Chicago die drittgrößte Stadt der USA. Eine Besonderheit ist der ausgesprochen schöne Fluss Chicago River, der sich ganz unbescheiden durch das Zentrum der Stadt schlängelt. - Woher kommt der Spitzname „Windy City“?
Diese Umschreibung gefällt nicht jedem Einwohner von Chicago, aber die Erklärung ist recht simpel und zwar herrscht am Ufer des Lake Michigan immer etwas Wind und aufgrund der vielen Wolkenkratzer verfängt sich immer etwas davon on der Stadt. Ich habe es tatsächlich gar nicht als windig empfunden, aber logisch, das Wetter ist das Wetter… - Was genau ist der Chicago Loop?
Zunächst einmal Loop bedeutet Schleife und der Chicago Loop ist ein Bezirk, den man ganz grob als die Innenstadt beschreiben könnte. Dem ist natürlich eigentlich nicht so, denn das Stadtzentrum ist nochmal deutlich größer, aber in dem Chicago Loop befinden sich zahlreiche Hochhäuser, darunter der Willis Tower, der beliebte Millennium Park und die Einkaufsmeile State Street. Begrenzt wird der Chicago Loop im Norden und im Westen vom Chicago, im Osten vom Lake Michigan und im Süden von der breiten Roosevelt Road.
Der eigentliche Clou ist die Hochbahn, für die Chicago unter anderem bekannt ist. Dieses sehr charmante, öffentliche Verkehrsmittel erreicht ganz Chicago aber in dem Chicago Loop treffen sich alle Linien zu einem Kreis und fahren eine Schleife. - Wieviel Zeit sollte man einplanen?
Wie immer, keine leichte Frage, denn die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt, insofern muss man sich vorher überlegen, was man alles machen möchte bzw. unternehmen möchte. Dennoch, mein Ansatz wäre für Chicago selbst drei volle Tage einzuplanen, das wären also vier Nächte. Dann hat man die Stadt noch nicht wirklich „erlebt“, sondern „nur“ besichtigt“. Sprich, das ist in meinen Augen das Minimum. Wer etwas Luft haben und vielleicht auch noch ein Sportevent einbauen oder Filmlocations besuchen möchte, sollte besser vier oder fünf volle Tage (fünf bzw. sechs Nächte) in Chicago verbringen. - Wie kann ich meinen Chicago-Besuch planen?
Meine gerade erwähnten drei Tage würde ich wie folgt einteilen:
Tag 1 – Chicago Loop (inkl. Willis Tower, Millennium Park und Art Institut of Chicago)
Tag 2 – Architecture Boat Tour, Magnificent Mile, Navy Pier
Tag 3 – 360 Chicago, Oak Street Beach, Lincoln Park
Hinzu kommen dann eben noch die besonderen (Sport-)Events, wie zum Beispiel ein Baseball-Spiel im altehrwürdigen Wrigley Field (sehr gut im Sommer!) oder ein Tagesausflug. - Wie bewege ich mich in Chicago?
Man kann und sollte definitiv sehr viel zu Fuß besichtigen. Die Innenstadt ist sehr kompakt und an jeder Ecke befinden sich schöne Gebäude, eine tolle Aussicht oder sogar ein echtes Highlight. Die Wege sind nicht ganz so kurz, das muss man ehrlicherweise sagen, aber wenn man sich die Tage in Bereiche einteilt (siehe oben meine Tagesaufteilung) kann man sehr gut sehr viel zu Fuß machen und so die Stadt wunderbar entdecken.
Alternativ habe ich sehr oft Fahrräder benutzt! Ich fand das klasse, gerade für den Millennium Park oder auch auch um zum Lincoln Park und Zoo zu gelangen. So sieht man immer noch sehr viel, kommt aber schneller vorwärts. Hierfür benötigt man aber eine amerikanische SIM-Karte und idealerweise die Lyft-App, denn Lyft-Fahrräder gibt es deutlich am häufigsten. Hinweise zur amerikanischen SIM-Karte findet ihr hier. Die Fahrräder funktionieren wie E-Sccoter bei uns, ein recht einfaches und problemloses System.
Oder aber man nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel. - Welche öffentlichen Verkehrsmittel gibt es in Chicago?
Wie bereits weiter oben kurz angerissen gibt es die Hochbahn, die das Stadtzentrum „The Loop“ einmal mehr oder weniger im Kreis abfährt. Dies ist praktisch und sicherlich der für einen Besuch in Chicago wichtigste Bereich.
Allerdings gibt es natürlich verschiedene Linien, die auch die Bezirke drumherum anfahren.
Die Chicago Transit Authority (CTA) bietet ein gut vernetztes Verkehrssystem bestehend aus Bussen und Zügen. Aber ganz ehrlich, ich bin einmal den Loop-Teil abgefahren, mehr oder weniger weil ich es unbedingt einmal erlebt haben wollte, plus einige wenige Einzelfahrten, den Rest habe ich allerdings zu Fuß oder per Fahrrad besichtigt.
Für die CTA kann man sich eine Karte und hier zB umlimitierte Tagespässe kaufen. Dies wäre meine Empfehlung, denn die Preise sind fair. Zu meinem letzten Besuch in 2024 hat ein Tagespass nur USD 5 gekostet. Die Preise findet ihr hier.
Sofern man eine SIM-Karte hat kann man die Fahrten auch über die App der CTA verwalten. Dies wäre die Ventra-App. - Wie komme ich vom Flughafen in die Innenstadt?
Hier kommt direkt die CTA ins Spiel, denn man kann mit der Blue Line (eine der vielen Linien in Chicago) vom Flughafen nach Downtown Chicago fahren. Infos dazu gibt es hier. Die Kosten sind die eines Tagespasses. Bei einer Dauer von ca. 45 Minuten ein fairer Deal. - Wie kann ich mir Fahrräder in Chicago ausleihen?
Siehe oben, idealerweise mit der Lyft-App. - Muss ich Tickets für Attraktionen vorab buchen?
In der Hochsaison für den Willis Tower definitiv! Das war die einzige Attraktion, die für mich etwas „knapp“ erschien, bei allen anderen Sehenswürdigkeiten habe ich problemlos, auch kurzfristig, Tickets bzw. Zeitslots bekommen. - Lohnt sich der Chicago CityPASS?
Wie in vielen amerikanischen Städten gibt es auch in Chicago einen Citypass mit dem man Geld sparen kann, wenn man viele der Top-Attraktionen besuchen möchte. Dies bedarf aber etwas Planung, damit sich das Ganze auch lohnt. Hierbei sollte man mal prüfen wieviel die Tickets für die einzelnen Sehenswürdigkeiten, die man besichtigen möchte, kosten. Am Ende kann man dann vergleichen, ob der CityPASS preislich einen Vorteil bringt.
Bei mir war es so, dass ich überall gelesen hatte, dass die Architecture Boat Tour bei „Chicago’s First Lady“ die beste ist, weshalb ich diese auch gerne dort buchen wollte. Und da diese NICHT im CityPASS inkludiert ist (sondern eine andere Boat Tour), habe ich den CityPASS nicht gebucht. Aber ganz ehrlich, in meiner Nachrecherche hat die Alternative Shoreline Sightseeing Architecture Boat Tour ebenso sehr gute Bewertungen bekommen, von daher würde ich dem vielleicht nicht all zu viel Bedeutung beimessen.
Was und was nicht im CityPASS inklusive ist, sowie weitere Informationen findet ihr hier.
Der CityPASS ist neun Tage gültig.
WICHTIG! Auf der offiziellen Homepage gibt es immer wieder ziemlich erhebliche Rabatt-Aktionen, weshalb man den CityPASS unbedingt vorab buchen sollte. - Lohnt sich der GoCity-Pass?
Ähnlich wie oben, man muss einfach rechnen, ob man wirklich Geld spart. Das System des GoCity-Passes ist etwas anders, weil man hier die Dauer der Gültigkeit selbst festlegen kann. Weitere Informationen gibt es hier.
Die besten Spots in Chicago
Folgend nun die verschiedenen Spots und Sehenswürdigkeiten von Chicago mit Erklärungen und Infos zu dem jeweiligen Besuch.
Von der Reihenfolge der Attraktionen habe ich mit den Top-Attraktionen – unabhängig von der Lage – begonnen (Willis Tower, 360 Chicago, River Walk, Boat Architectre Tour & Navy Pier).
Anschließend kommt der südlichere Teil, sprich mehr oder weniger der Chicago Loop-Bereich. Danach erkläre ich dann den nördlichen Bereich und abschließend kommen noch die Sportstätten.
Ein persönlicher Hinweis: Ich bin kein Museum-Fan! Dementsprechend ist dieser Part hier sicherlich (gegenüber der allgemeinen Meinung) etwas unterrepräsentiert.
Willis Tower
Der Willis Tower ist eines DER Wahrzeichen von Chicago und natürlich ein Fixpunkt der Skyline der Stadt am Lake Michigan.
Er ist mit einer Höhe von 442 m das höchste Gebäude in Chicago und immerhin das dritthöchste in den USA (hinter dem One World Trade Center und dem 2020 fertig gestellten Central Park Tower – beide in New York).
Nach der Fertigstellung 1974 war der Willis Tower bis 1998 der höchste Wolkenkratzer der Welt, wenn man die Antenne mit dazu nimmt (527 m) sogar bis 2009 das höchste Gebäude der Welt.
Wer wegen des Namens etwas verwirrt ist, der liegt richtig, denn im Juli 2009 änderten sich die Namensrechte von Sears Tower zu Willis Tower. Wenn man in Chicago mit Einheimischen spricht, kann es sein, dass sie immer noch vom Sears Tower sprechen.
Architektonisch ist der Willis Tower ein echtes Highlight, denn wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass er eigentlich aus neun unterschiedlich hohen Türmen besteht.
Beginn der Besichtigung
Eine wichtige Info gleich zu Beginn, denn die Tickets für die Aussichtsplattform des Willis Tower (Skydeck) gibt es im 2ten Untergeschoss (!). Da ich etwas länger gesucht habe, wollte ich diese Info gerne hier mit einbauen.
Danach beginnt die Tour mit einigen Informationen rund um Chicago, die ich insgesamt sehr gut und ausgesprochen anschaulich aufbereitet fand. Unter anderem erfährt man einiges über die Hochbahn im Stadtteil Chicago Loop, in welchem sich der Willis Tower ja befindet, und wird dabei sogar mit auf eine „kleine Fahrt“ genommen. Wirklich toll gemacht!
Dazu gibt es viele Bilder rund um die bekanntesten Persönlichkeiten aus Chicago und die Möglichkeit für ein Foto zwischen den Antennen zu posieren.
Um anschließend ganz nach oben zu gelangen, fährt man knapp eine Minute mit einem Express-Aufzug in den 103ten Stock (insgesamt gibt es 108).
Während der Fahrt läuft ein großartiges Video, bei welchem man der Reihe nach erfährt, welche Gebäude man gerade höhenmäßig passiert hat.
Skydeck
Bei der Aussichtsplattform angekommen, erwartet einen ein sensationelles Panorama. Aufgrund der Lage inmitten des Chicago Loop ist die Perspektive auf die vielen Wolkenkratzer wirklich beeindruckend.
Das Highlight sind aber natürlich die vier Glasbalkone, genannt The Ledge (übersetzt die Kante). Diese bestehen aus 4cm dickem Glas und ragen knapp 1,5 m aus dem Willis Tower heraus. Das liest sich alles relativ nüchtern, aber wenn man wirklich vor diesen komplett verglasten Ausbuchtungen steht, ist das durchaus ein demütiger Moment. Hier ist definitiv eine Portion Mut gefragt.
WICHTIG! Man hat immer nur 60 Sekunden in diesen Balkonen (die Zeit wird gestoppt – kein Witz!) , sprich, man sollte sich bereits vorher überlegen, welche Posen man gerne fotografieren möchte.
Es werden auch Bilder mit einer festinstallierten Kamera von einem selbst gemacht wobei man die Bilder später kaufen kann.
Als ich dort war, wurde im Übrigen ein Heiratsantrag in einem der vier Glasbalkone gemacht, was selbstverständlich einen Jubelsturm auf der ganzen Etage ausgelöst hat.
Natürlich ist der Besuch des Skydecks zu jeder Tages- und Nachtzeit ein besonderes Erlebnis. Aber wenn man es sich zeitlich einrichten kann, ist es nachmittags sicherlich nochmal ein wenig spektakulärer. So hat man nämlich das beste aus beiden „Welten“, sprich die Aussicht sowohl bei Tageslicht, als auch mit den Lichtern der Nacht. Die Sonne kommt nachmittags auch von des Landesweite, sprich Richtung Lake Michigan hat man ein entsprechend warmes Licht.
Tickets kann man entweder auf der offiziellen Seite oder bei getyourgiude kaufen. Getyourguide hat den Vorteil, dass man immer bis zu 24h vorher stornieren kann, wenn sich zB abzeichnet, dass das Wetter schlecht ist oder man spontan andere Pläne hat.
WICHTIG! Die Preise variieren, sprich es gibt nicht den einen Einheitspreis, also nicht wundern, wenn unterschiedliche Preise genannt werden.
Weitere Informationen rund um das Skydeck findet ihr hier.
Ein Special sind ganz sicher die Dining Options, denn ein Abendessen mit einer Original Chicago-Style-Pizza in DIESER Location ist definitiv ein unvergessliches Erlebnis.
360 Chicago (ehemals John Hancock Center)
Die zweite, eindrucksvolle Aussichtsplattform findet man im ehemaligen John Hancock Center, ganz in der Nähe der Magnificent Mile. Ehemalig deshalb, weil dies der Name bis Februar 2018 war! Seitdem heißt das Gebäude ganz schlicht wie die offizielle Adresse: 875 North Michigan Avenue.
Bei einer Höhe von 344 m bzw. inklusive Antenne 457 m war das 1969 fertig gestellte Gebäude damals das zweithöchste Gebäude der Welt (nach dem Empire State Building). Mittlerweile ist das John Hancock Center allerdings ein wenig im Ranking abgerutscht und ist sogar „nur noch“ das fünfthöchste Gebäude in Chicago.
Eine Besonderheit ist, dass es sich um das erste Hochhaus mit „gemischter Nutzung“ handelt, sprich es gibt einen Mall-Bereich, Wohnungen, Büros und eben die Aussichtsplattform.
360 Chicago
Die Aussichtsplattform mit dem vielversprechenden Namen 360 Chicago befindet sich im 94ten von insgesamt 100 Stockwerken, zu der man mit einem der angeblich schnellsten Fahrzüge der Welt gebracht wird.
Die Aussicht ist wirklich sehr spektakulär, wobei der Name Programm ist. Von hier kann in jede Himmelsrichtung blicken und Chicago in seiner ganzen Pracht bestaunen. Etwas weiter entfernt kann auch den Willis Tower erkennen. Besonders schön ist aber natürlich die Nähe zum Lake Michigan.
Was mir sehr gefallen hat war ein separater Raum, in dem durch ein 3D-Bild sehr geschickt eine optische Täuschung kreiert wird.
Außerdem gibt es jede Menge Touchscreens, Informationstafeln und eine Cloudbar für Getränke und Snacks.
Insgesamt muss ich aber doch sagen, dass auf mich alles ganz leicht „altbacken“ gewirkt hat. Das muss nicht unbedingt negativ sein, aber gerade der Vergleich zum Willis Tower hinkt ein wenig. Und dennoch sind beide Aussichtsplattformen absolut sehenswert, weil die Perspektive jeweils eine ganz andere ist!
Tickets kann man entweder auf der offiziellen Website oder bei getyourguide buchen.
The Tilt
Auch das 360 Chicago verfügt über einen echten Nervenkitzel-Knaller, und zwar einen sich nach vorne neigenden Glaskasten. Dieser heißt passenderweise The Tilt (übersetzt die Neigung) und ist eine echte Herausforderung.
Hierbei stellt man sich einen Vorrichtung, halt sich fest, „erträgt“ die dramatische Musik und wartet bis sich die Außenwand nach vorne neigt. Gefühlt liegt man danach auf der Glaswand über den Häuserschluchten von Chicago, dabei ist der Winkel überraschend flach (siehe mein Bild von unten). Dennoch, ich muss zugeben, dass es sich um eine echte Mutprobe handelt und da ich persönlich nicht sonderlich gut mit Höhe bin, war das schon extrem aufregend.
WICHTIG! The Tilt muss man extra buchen und bezahlen, wobei sich der vergleichsweise geringe Aufpreis wirklich lohnt.
Im The Tilt darf man keine eigenen Fotos machen, allerdings werden Fotos von einem gemacht, die man danach – inklusive einen Video – kaufen kann.
Riverwalk
Für mich ist der River Walk eine DER Attraktionen, die Chicago für mich so charmant macht und wirklich heraushebt. Ich war mittlerweile dreimal zu unterschiedlichen Jahreszeiten in Chicago und speziell im Sommer ist diese wunderschön angelegte Uferpromenade eines tollsten Highlights überhaupt in allen amerikanischen Großstädten!
Der Chicago River ist (nicht nur touristisch gesehen) natürlich ein Geschenk für die Stadt, denn er verleiht dem Innenstadtbereich, inmitten dieser vielen Wolkenkratzer, durchaus einen besonderen Charme. Mit dem seit 2016 fertig gestellten, knapp 5 km langen River Walk (begonnen wurde 2001) hat man dann eine atmosphärische Variante geschaffen, um diesen Fluss auch zur Erholung und als Freizeitmöglichkeit zu nutzen. Hier wird gejoggt, gegessen und flaniert. Es ist wirklich einfach nur herrlich direkt am Wasser entlang zu spazieren und immer mal wieder in eines der vielen Restaurants oder Cafés einzukehren.
Der Riverwalk ist nämlich von 6 Uhr bis 23 Uhr geöffnet, so dass man wirklich mehr als von morgens bis abends Zeit hat, diese malerische Fußgängerzone zu genießen.
Fahrrad fahren ist übrigens NICHT erlaubt.
Art on the Mart
Ein besonderes Highlight am River Walk ist die Lichtshow auf dem direkt am Wasser befindlichen Gebäude Merchandise Mart. Diese findet täglich um 21 Uhr statt, wobei man die Uhrzeit besser vorher checken sollte. Man kann sich wunderbar auf der Uferseite des Chicago Rivers hinsetzen und diese wirklich eindrucksvolle Projektion bestaunen.
Hier gibt es alle Infos dazu auf der offiziellen Seite, inklusive eines tollen Videos.
Architecture Boat Tour
Was sich zunächst etwas sperrig anhört, ist eine der Dinge, die man in Chicago unbedingt gemacht haben sollte. Ich selbst war mir zuerst nicht sicher, ob eine Tour über die verschiedenen architektonischen Highlights der Chicagoer Innenstadt etwas für mich ist, aber ich muss wirklich sagen, dass es absolut fesselnd ist, was man auf dieser Bootstour entlang des Chicago River erfährt.
Es gibt viele Anbieter, die sicherlich ähnliche Touren anbieten, aber ich hatte im Vorfeld sehr häufig die Empfehlung bekommen, dass die Chicago’s First Lady Cruises die besten Anbieter seien und dieser Empfehlung bin ich auch gefolgt.
Der Ticketschalter und die Ablegestelle befinden sich direkt an der DuSable Bridge, welche den Bezirk „The Loop“ mit der Einkaufsstraße Michigan Avenue („Magnificent Mile“) verbindet und ist dadurch quasi nicht zu verfehlen.
Man sollte unbedingt rechtzeitig vorher da sein (ca. 30-45 Minuten), um sein Ticket abzuholen und sich dann entsprechend anzustellen. Man sieht zwar von überall auf dem Boot hervorragend, aber gefühlt will man vielleicht doch seinen Platz wählen können.
Während der 90 Minuten fährt man dann in alle Richtungen, die der Chicago River anzubieten hat (im Westen teilt er sich ja an einer Stelle) und lauscht wirklich ganz gebannt den Tourguides, die quasi zu jedem auffälligeren Bauwerk (inklusive der vielen Brücken) spannende Geschichten und Hintergrundinfos auf Lager haben. Außerdem bleibt genügend Zeit schöne Fotos zu machen, vor allem weil die Boote ja auch an bestimmten Punkten umdrehen, so dass man auch – egal wo man sitzt – für jedes Motiv einmal auf der richtigen Seite sitzt.
Ich fand die Tour zusammengefasst wirklich überraschend interessant und zu keiner Sekunde langweilig. Dementsprechend kann ich die Tour also nur wärmstens empfehlen, vor alle auch mit dem Anbieter Chicago’s First Lady.
Tickets kann man auf der offiziellen Seite oder bei getyourguides buchen. Getyourguide hat den Vorteil, dass man immer bis zu 24h vorher stornieren kann, wenn sich zB abzeichnet, dass das Wetter schlecht ist.
Navy Pier
Der Navy Pier, direkt oberhalb des Chicago Rivers, wurde bereits 1916 gebaut und 1995 zu einem Vergnügungspark mit einer schönen Promenade, vielen Restaurants, Läden und Fahrgeschäften umgebaut.
Dieses außergewöhnliche Freizeitareal ragt weit in den Lake Michigan hinein und ist genau deshalb ein besonderer Spot in Chicago. Gerade im Sommer ist die Atmosphäre hier herrlich, weil eigentlich für jeden – von jung bis alt – etwas dabei ist.
Von Mai bis August findet am Pier immer mittwochs und samstags ein fantastisches, kostenloses Feuerwerk statt. Genauere Infos dazu findet ihr hier.
Riesenrad
Das 60 m hohe Riesenrad „Centennial Wheel“ ist zum einen der Blickfang schlechthin und zum anderen natürlich DAS Highlight am Navy Pier.
Von hier aus hat man einen sagenhaften Blick auf die Skyline von Chicago. Vor allem zum Sonnenuntergang ist das Licht unbeschreiblich.
Erfreulicherweise ist das Riesenrad, dank der geschlossenen Kabinen, das ganze Jahr über in Betrieb.
Tickets kann man entweder vor Ort, auf der offiziellen Homepage des Navy Piers oder bei getyourguide buchen. Ich habe meine Tickets zuletzt tatsächlich kurzfristig zur besten Zeit vor Ort gekauft, was selbst Anfang September kein Problem war.
Franklin D. Roosevelt Bridge
Die Franklin D. Roosevelt Bridge ist eine zweistöckige Klappbrücke, die den DuSable Lake Shore Drive über den Chicago River führt. Der Bau wurde 1929 begonnen und 1937 fertiggestellt.
Aber ich erwähne diese Brücke nicht, weil sie irgendwie besonders schön wäre, sondern weil sie für mich einer der besten Fotospots in ganz Chicago ist!
Speziell abends, wenn die Sonne hinter den Wolkenkratzern untergeht, entsteht ein ganz eigenes Licht und man kann großartige Bilder vom Chicago River, flankiert von den vielen spektakulären Hochhäusern, machen.
Millennium Park, Maggie Daley Park & Grant Park
Der östliche Teil des Chicago Loop besteht eigentlich ausschließlich aus dem Millennium, Maggie Daley und Grant Park – alles sehr schöne, öffentliche Parkanlagen, wobei erstaunlicherweise meist nur der Millenium Park als touristische Sehenswürdigkeit genannt wird.
Parkanlagen – Crown Fountain, Jay Pritzker Pavilion & Buckingham Memorial Fountain
Die drei Parkanlagen gehen quasi ineinander über, so dass man bei einem Besuch vermutlich gar nicht merkt, dass man gerade in einen anderen Park wechselt.
Oben im Norden liegen der Millennium und der Maggie Daley Park direkt nebeneinander, wobei beide ganz grob gleich groß sind. Südlich davon befindet sich der deutlich größere Grant Park, der im Westen sogar noch das Museum The Art Institute of Chicago mit einschließt (dazu weiter unten mehr).
Ein erstes Highlight im Millennium Park ist der 15 m hohe, rechteckige Video-Brunnen Crown Fountain. Klingt erstmal komisch und das ist es auch. Ich wusste vorher davon nichts und bin deshalb nur durch Zufall an diesem etwas anderen Kunstwerk vorbeigelaufen. Zuerst habe ich gedacht, dass ich hier irgendetwas falsch wahrnehme oder es sich um einen Scherz handelt, aber auf der enormen LED-Wand werden tatsächlich sich bewegende Gesichter gezeigt, die in regelmäßigen Abständen Wasser speien. Eine völlig absurde, aber lustige Situation, wenn man darauf nicht vorbereitet ist. Aber unbedingt sehenswert!
Direkt daneben, ebenfalls im Millennium Park, befindet sich der Jay Pritzker Pavilon (der Name schreibt sich tatsächlich mit nur einem „l“), ein großes Freilichttheater, in welchem – speziell im Sommer – viele Musikveranstaltungen stattfinden. Informationen zu anstehenden Veranstaltungen findet ihr hier.
Der Pavillon ist mit 4.000 festen Sitzplätzen und zusätzlichen 7.000 Rasensitzplätze wirklich gewaltig.
Gerade im Millennium und im Maggie Daley Park gibt es viele Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten, vor allem für Kinder und Familien. Verbunden sind die beiden Parks durch die geschwungene BP Pedestrian Bridge, die wirklich ein echter Hingucker ist.
Weiter südlich im Grant Park stößt man dann auf eine weitere Attraktion, und zwar den Brunnen Buckingham Fountain. Dieser wurde einem Brunnen der Schlossgärten in Versailles nachempfunden und trägt den Namen der Spenderin, die mit einer Millionen USD den Bau unterstützte.
Warum erwähne ich diesen Brunnen? Nun zum einen ist ein wirklich prächtiger Brunnen mit zahlreichen, schönen Skulpturen, aber zum anderen könnte der Brunnen dem ein oder anderen (älteren) TV-Fan eventuell bekannt vorkommen…?! Er wurde nämlich für die Eröffnungsszene der Sitcom Eine schrecklich nette Familie (im Original Married with Children) mit Ed O’Neill (jüngere TV-Zuschauer werden ihn vermutlich eher aus der Serie Modern Family kennen) verwendet. Dazu lief die der durchaus markante Song Love & Mariage von Frank Sinatra.
Vom Grant Park aus kann man wunderbare Bilder von der Skyline von Chicago bzw. vor allem vom Chicago Loop machen – ein prima Fotospot.
Cloud Gate (The Bean)
Für die Skulptur „Cloud Gate“ (übersetzt Wolkentor) habe ich hier nochmal einen extra Punkt gemacht, weil sie durchaus auch als ein Wahrzeichen von Chicago gilt, was ich ehrlich gesagt so nicht ganz nachvollziehen kann. Im Volksmund wird diese aus Edelstahl angefertigt Kunstwerk „The Bean“ (die Bohne) genannt, was tatsächlich auf die Form bezogen sehr passend erscheint.
Das besondere hierbei sind die leicht verzerrten Spiegelungen der Skyline und des Himmels, was an sich ein prima Fotomotiv ist.
Ich habe das 2006 fertig gestellte Cloud Gate tatsächlich erst bei meinem zweiten Besuch besichtigt, weil es vorher irgendwie so gar nicht auf meiner Liste stand. Beim zweiten Besuch hatte ich freie Sicht, während beim es letzten Besuch dann auch noch gerade restauriert wurde (deshalb ist das zweite Bild auch so seltsam angeschnitten).
Ganz kurz um die Dimensionen zu erklären, bei einer Höhe von 20 m und einem Gewicht von fast 100 Tonnen, besteht durch die Wölbung in der Mitte der Unterseite eine etwa 3 m hohe Unterquerungsmöglichkeit für Fußgänger.
Route 66 Sign
Die Route 66 ist vermutlich Amerikas bekannteste und beliebteste Straße und hat ihren Beginn tatsächlich in Chicago. Die Straße erstreckt sich über 2.400 Meilen (ca. 3.860 km) von Chicago bis nach Santa Monica.
Unzählige Biker und Autofahrer haben die atemberaubenden Naturlandschaften und ikonischen Attraktionen entlang der „Double Six“ bereits genossen und es werden sicherlich noch viele weitere folgen.
Der offizielle Startpunkt der Route 66 befindet sich an der 122 S. Michigan Ave. bei der Kreuzung mit der East Adams Street – direkt gegenüber dem Art Institute of Chicago. Dort steht auch das auffällig beklebte Schild, das den Beginn der historischen Route anzeigt.
ABER: Es gibt ein weiteres Schild, und zwar am Jackson Boulevard, Ecke Michigan Avenue. Der Hintergrund ist, dass Chicago früher über eines der größten Straßenbahnsysteme der Welt verfügte und die Jackson Street eine der wenigen Straßen in der Innenstadt ohne Straßenbahnlinie war. Aus dem Grund war dies ein gut geeigneter Ort für einen neuen, grenzüberschreitenden US-Highway und wurde so bereits 1926 offiziell Teil der Route 66. Im Jahr 1955 dann der Wendepunkt als der Jackson Boulevard in eine Einbahnstraße umgewandelt wurde, weshalb schließlich die Adams Street an der Michigan Avenue zum neuen Ausgangspunkt der Route 66 wurde.
Hochbahn
Ich habe den öffentlichen Nahverkehr in Chicago als ausgesprochen gut empfunden, denn immer wenn ich auf der Suche nach einer Station war, gab es auch schnell eine passende Anbindung. Und das obwohl es nicht sonderlich viele U-Bahn-Abschnitte, also im Untergrund verlaufende Bahnstrecken, gibt. DENN, Chicago ist bekannt für seine historische Hochbahn oder auch übersetzt Chicago Elevated, die meistens nur mit „L“ abgekürzt wird.
Der wichtigste Teil der Hochbahn ist der im Bereich des Bezirks „Chicago Loop“. Hier kommen alle acht Linien aus den Außenbezirken zusammen und treffen sich in einer fast den gesamten Innenstadtbereich umfahrenden Schleife (auf Englisch: Loop). Auf dieser Verbindungsübersicht kann man den im Kreis verlaufenden Bereich der Hochbahn sehr gut erkennen.
Doch woher kommt die Hochbahn?
Ganz einfach, nachdem der Platz im Zentrum der Stadt – trotz der vielen Hochhäuser- ziemlich schnell knapp wurde, musste man andere Wege ausprobieren. Und so wurde aus der damaligen Standseilbahn die 8 Meter über der Straße verlaufende Hochbahn. Ein ähnliches Prinzip wie bei Arkaden (zB in Bologna), wo man auch den Platz über der Straße versucht optimal zu nutzen.
Einmal mit der historischen Chicago Elevated über die unzähligen Stahlträger – hoch über den Straßen – zu rattern, gehört auf jeden Fall zu einem Besuch in Chicago mit dazu.
Verschiedene Museen
Wie schon mal erwähnt, bin ich nicht der ganz große Museumsgänger, aber Chicago bietet in der Tat einige sehr gute und interessante Museen. Ich kann leider nur zu zweien, plus das sehr beliebte Shedd-Aquarium am Rande des Grant Park, konkret etwas sagen. Das Gute ist aber auf jeden Fall, dass diese drei Einrichtungen sehr nah beisammen liegen, so dass man beispielsweise an einem Regentag ohne viel Aufwand drei Top-Indoor-Attraktionen auf einen Schlag besichtigen kann…
Art Institute of Chicago
Zwei Bronzelöwen bewachen den Haupteingang des renommierte Kunstmuseums, das anlässlich der Weltausstellung 1893 errichtet wurde und in der folgenden Jahrzehnten ständig erweitert und immer wieder renoviert wurde.
Die europäische Kunst wurde nach Epochen geordnet, vom Mittelalter bis zu den späten Impressionisten. Holländische Meister wie Rembrandt, der Spanier El Greco, besonders aber große Impressionisten wie Claude Monet sind mit bekannten Werken vertreten. An der Stelle sei erwähnt, dass sich das Museum mit der weltgrößten Sammlung von Monet-Gemälden rühmt.
Zu den anderen Schätzen des Art Institute gehören Marc Chagalls bunte Glasfenster und Georgia O’Keefe’s „Sky Above the Clouds“, das größte Gemälde (244 x 732 cm) des Museums. Die moderne Kunst ist mit Namen wie Pablo Picasso und Edward Hopper vertreten.
Field Museum of Natural History
Seit 1921 gehört das Field Museum zu den größten, eindrucksvollsten und meistbesuchte Museen der Welt! Prachtstück ist natürlich das gut erhaltene Skelett von Sue, dem größten Tyrannosaurus Rex der Welt – es wurde 1990 in South Dakota gefunden.
Der Alltag und die Riten der ägyptischen Pharaonen wurden mit den Ausgrabungsstücken aus dem Grab von Unis-Ankh nachgestellt, sogar einen Marktplatz aus dieser Zeit hat man errichtet.
Lustig fand ich die Ausstellung Underground Adventure, in der eine Reise in die Miniaturwelt der unterirdischen Prärie von Illinois simuliert wird. Dabei habe die Zuschauer den Eindruck, bis auf Käfergröße geschrumpft zu sein.
Insgesamt ein lohnenswerter Besuch! Mir hat dieses Naturkundemuseum besser gefallen als das American Museum of Natural History in New York.
Shedd Aquarium
Ein Korallenriff mitten in Chicago: Haie, Rochen, Barrakudas und viele farbenprächtige Fische schwimmen in den Wasserlandschaften des größten überdachten Aquariums in den USA.
Dieses künstliche Meer (11 Mio. I) liegt in einem achteckigen Marmorbau und beeindruckt mit einer tropischen Unterwasserwelt.
Es gibt bunte Fische an einem Caribbean Reef. Im Abbott Oceanarium tummeln sich Belugawale, Delfine, Pinguine, Seeotter und Seelöwen. At Home on the Great Lakes zeigt das Leben aus den amerikanischen Gewässern. Oder aber man kann Haie und Rochen am Wild Reef bestaunen.
In insgesamt acht unterschiedlichen Ausstellungen werden die Besonderheiten und Lebensweisen der verschiedenen Meeresbewohner erklärt.
Für mich als Taucher sind Aquarien immer eine knifflige Sache, aber wenn man die begeisterten Kinder vor den dicken Glasscheiben sieht, „verrutscht“ mein moralischer Kompass wohlwollend immer wieder ein wenig. Es ist ja schließlich auch gut, wenn Nicht-Taucher und Kinder unsere Meere mit all ihrer Faszination kennenlernen können – genau so ging es schließlich auch bei mir los…
Daley Plaza & The Picasso
Auf dem Daley Plaza, der an das Richard J. Daley Center angrenzt, finden saisonal verschiedene Feste und Veranstaltungen statt, darunter zB Chicagos ältester Bauernmarkt im Sommer und sogar ein Christkindlmarkt im Winter.
Dazu findet man hier ein ikonisches Kunstwerk der Stadt, und zwar die über 160 Tonnen schwere, titellose Picasso-Skulptur.
Magnificent Mile
Die North Michigan Avenue, zwischen der Brücke über dem Chicago River im Süden und der Oak Street im Norden, wird liebevoll Magnificent Mile (übersetzt: großartige Meile) genannt. Hierbei handelt es sich um eine prachtvolle und stilvoll angelegte Einkaufs- und Flaniermeile mit schicken Hotels, Restaurants und Marken-Boutiquen in einem der generell elegantesten Viertel Chicagos.
Inmitten dieses Einkaufsparadieses findet man aber auch zahlreiche architektonisch sehr interessante Gebäude, wie zB den schlossähnlichen Old Water Tower – schräg gegenüber der modernen Mall Water Tower Place Mall – der als eines der ganz wenigen Gebäude den fürchterlichen Brand von 1871 relativ unbeschadet überstanden hat.
Weitere bemerkenswerte Gebäude sind außerdem der 140 Meter hohe Chicago Tribune Tower oder das Wrigley Building aus dem Jahre 1920 – Hauptquartier des weltweit bekannten Kaugummi-Konzerns.
Lincoln Park & Zoo
Nochmal etwas weiter nördlich der Magnificent Mile, erstreckt sich der größte und vor allem längste Park der Stadt entlang dem Ufer des Lake Michigan: der Lincoln Park.
Die Statue des namensgebenden, berühmten Präsidenten befindet sich relativ weit südlich, direkt hinter dem Chicago History Museum. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere interessante Statuen, wie zB die des ehemaligen US-Präsidenten Benjamin Franklin, dem Nordstaatengeneral Ulysses S. Grant oder sogar Friedrich Schiller.
Außerdem bietet der Park einige Strände, den Zoo (siehe unten), diverse Spielplätze und zwei Museen.
Und schließlich ist der Lincon Park mit seinen unzähligen Spazier- und Radwegen ein fantastisches Revier für Jogger.
Freier Eintritt und das ganze Jahr geöffnet – das gibt es nur im Lincoln Park Zoo, einem der schönsten, größten und beliebtesten zoologischen Gärten der USA. Die Anlage ist wirklich riesig und die Gehege sind ausgesprochen stilvoll angelegt.
Die Brown und Purple Lines halten an der Station Armitage und die Red Line an der Station Fullerton. Beide Stationen sind barrierefrei und liegen etwa eine Meile westlich des Zoos.
Stadtstrand Oak Street Beach
Städte mit einem Strand sind irgendwie immer etwas besonderes. Barcelona kommt mir da immer sofort in den Sinn. Nun ist Chicago natürlich nicht Barcelona und wir befinden uns ja auch an seinem See (Lake Michigan) und keinem Meer, insofern sind die Vorzeichen ein bisschen anders. Und dennoch, es gibt einige (vermutlich aufgeschüttete) Strandabschnitte, die durchaus ihre Charme haben.
Der erste Bereich befindet sich direkt am Navy Pier, und zwar der Ohio Street Beach im Olive Park, wobei das jetzt nicht mein Favorit wäre.
Um einiges schöner ist der Oak Street Beach etwas nördlicher. Dieser Abschnitt ist deutlich weitläufiger und verfügt zudem über eine fantastische Beachbar (siehe meine Restauranttipps. Hier kann man im Sommer wunderbar entspannen, sich sonnen und eine kurze Pause von den vielen Wolkenkratzern einlegen.
Sportstätten
Chicago ist eine DER Sportstädte in den USA. Wer das erste Mal in den USA ist, hat hier die Möglichkeit die TOP 4 der amerikanischen Sportarten, also Football, Basketball, Baseball und Eishockey (in den USA nur Hockey genannt!), zu besuchen. Einzig, man muss beachten, dass jede Sportart ihre Jahreszeit hat:
Football (NFL): September bis ca. Januar / Februar
Basketball (NBA): Oktober / November bis ca. April / Mai
Baseball (MLB): April bis ca. Oktober
Eishockey (NHL): Oktober / November bis ca. April / Mai
Warum diese vagen Angaben? Nun, es hängt davon ob, ob es das jeweilige Team in die Playoffs (sprich so etwas wie eine Meisterschafts-KO-Runde) schafft. In dem Fall dauert die Saison dann entsprechend länger.
WICHTIG! Tickets für amerikanische Sportevents sind teuer! Ohne Wenn und Aber. Wer mit deutschen Preisen, wie zum Beispiel für ein Fußballspiel, rechnet, wird schnell vom Stuhl rutschen, wenn er sieht, was dort aufgerufen wird. Hier greift man preislich schnell in ein ganz anderes Regal. USD 200 pro Ticket sind hier keine Seltenheit – darauf sollte man sich einstellen.
Wrigley Field (Baseball – Chicago Cubs)
Die Chicago Cubs (Spitzname: Cubbies) sind eines der ganz besonderen Teams in der MLB – der Major League Baseball. Zum einen sind sie generell ein sehr beliebtes Team, zum anderen wurden sie über viele Jahre auch die „Lovable Losers“ genannt, weil sie von 1908 bis 2016 auf den Gewinn der Meisterschaft (World Series) warten mussten. Diese Erfolglosigkeit wurde über viele Jahre als geflügelter Ausdruck verwendet – bei einem sehr unwahrscheinlichen Ereignis, wurde zB gesagt „das passiert erst, wenn die Cubbies die World Series gewinnen…“. Ein solcher Spaß kommt unter anderem auch im Film Zurück in die Zukunft vor.
1870 gegründet sind sie ein echtes Traditionsteam und das Wrigley Field ist das zweitälteste Baseballstadion in den USA. Dies kann man vor allem an der immer noch manuellen Anzeigetafel erkennen.
Eine weitere Besonderheit ist die optisch sehr ansprechende, mit Efeu bewachsene Ziegelsteinwand.
Ich habe meinen Besuch im Wrigley Field sehr genossen und kann den Besuch dort nur empfehlen. Die Stimmung ist klasse, die Atmosphäre wirklich besonders und das Lied der Cubbies ist auch ein echter Hit.
Anreise: Hier bietet sich natürlich die Metro an, da das Stadion schon recht weit nördlich liegt. Die entsprechende Metro-Station lautet Addison mit der Red Line.
Das gute am Baseball ist, dass fast jeden Tag gespielt wird, so dass man sehr gute Chancen hat, wenigstens ein Spiel zu erwischen.
Bei Tickets würde ich empfehlen zu versuchen so nah wie möglich am Feld zu sitzen. Tickets für Baseball-Spiele sind nicht ganz so teuer, wie bei anderen Sportarten, weshalb es vielleicht etwas leichter fällt, etwas mehr Geld auszugeben. Und wenn man schon so weit unten sitzt, dann entweder hinter dem Heimteam oder hinter der 1ten Base, denn hier passiert ganz klar am meisten!
Ich fände zB Plätze in den Sektoren 108-113 oder 124-126 sehr gut.
Soldier Field ( Football – Chicago Bears)
Football ist Volkssport in den Staaten, und die Chicago Bears gehören zu DEN Traditions-Teams der NFL. Ihre größten Erfolge feierten sie in den 1980er-Jahren, während der letzten Jahre erreichten sie nur einmal (2006) das Superbowl-Endspiel und verloren.
Das Soldier-Field Stadion wurde mehrfach umgebaut und renoviert (zuletzt 2002-2003) und bietet Platz für 62.500 Zuschauer.
Am 11. November 1925 wurde das Stadion in Soldier Field umbenannt, um den im Ersten Weltkrieg im Kampf gefallenen US-Soldaten zu gedenken.
Es gibt auch geführte Touren, in denen man dieses traditionsreiche Stadion besichtigen kann.
United Center Arena (Basketball – Chicago Bulls & Eishockey – Chicago Blackhawks)
Seit Michael Jordan die Chicago Bulls von einer Meisterschaft zur anderen führte, ist das Team eines der beliebtesten Sportteams weltweit. Ein Heimspiel dieses Traditionsteams mal live zu erleben ist in jedem Fall ein großartiges Erlebnis. Sie tragen ihre Heimspiele, genaue wie die Chicago Blackhawks, in der United Center Arena aus, die Platz für bis zu 23.500 Zuschauer bietet.
Ticket-Infos gibt es für die Chicago Bulls gibt hier und für die Chicago Blackhawks hier.
1901 W Madison St, Chicago, IL 60612
Weitere empfehlenswerte Locations
Hier habe ich nochmal drei weitere, für mich nennenswerte Spots aufgeführt, die man vielleicht nicht separat ansteuern muss, aber mir haben sie einfach irgendwie gut gefallen.
Island Party Hut
Eine klasse Location, direkt am Riverwalk, für Leute, die Unterhaltung, Spaß und gute Stimmung suchen. DJs legen Musik auf, es gibt Spiele wie Cornhole, dazu leckere Cocktails und schmackiges Fingerfood. Bitte aber keine besondere Küche erwarten, hier steht die Location im Vordergrund!
Ich war einmal morgens dort (siehe die Bilder) und es sah schon klasse aus, weshalb ich auch nochmal am späten Nachmittag vorbeischauen musste. Die Stimmung war großartig, weshalb ich das Island Party Hut für einen Sommernachmittag wirklich sehr gerne empfehlen kann.
355 Chicago Riverwalk, Chicago
Mariano Louis Park
Dieser kleine Park, der durch eine schräg verlaufende Straße entsteht, war ein zufälliger „Find“ auf dem Rückweg vom Lincoln Zoo.
Leicht abseits des Trubels geht es hier etwas schicker (und deshalb auch teurer) zu, aber die Atmosphäre hier ist einfach wunderbar. Gemütlich, romantisch (in einer Sommernacht) und entspannend.
Das Restaurant The Bellevue Chicago am Eck genießt einen sehr guten Ruf, sowohl zum Brunch als auch zum Abendessen.
Lakeshore East Park
Ein kleiner, extrem gut gepflegter Park mit einem klasse Spielplatz und vielen schönen Sitzgelegenheiten. Wer einen ruhigen Ort im Stadtzentrum sucht, ist hier genau richtig.
Bei dem außergewöhnlich gewölbten Hochhaus handelt es sich im Übrigen um das Hotel St. Regis Chicago.
Meine besten Spot-Tipps in Chicago auf einer Karte
Auf dieser Karte sind Sehenswürdigkeiten, Filmlocations, Sportlocations, Restaurants, Hotels und Ausflugsziele markiert. Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.
Mein Hotel-Tipp für Chicago
Die Frage nach einem passenden Hotel in Chicago ist genauso beliebt wie schwer zu beantworten. Hierbei stellen sich für mich wichtige Fragen:
- Wo liegt das Hotel, sprich ist die Umgebung interessant?
- Ist es preislich fair?
- Was erwarte ich von meinem Hotel?
Gehen wir es mal der Reihe nach durch:
- Wo?
Chicago ist zwar eine riesige Stadt, aber der touristisch interessante Teil ist nicht mal ansatzweise so weitläufig wie in New York oder Paris. Dementsprechend kann man sich durchaus einen „strategisch“ guten Bereich für sein Hotel aussuchen, wobei ich hier auf einen chicagospezifischen Aspekt aufmerksam machen möchte: Ich wollte nämlich KEIN Hotel im Chicago Loop, um nicht das Risiko einzugehen, die ständig ratternden Züge hören zu müssen. Es gibt dort sicherlich auch Hotels ohne jegliche Lärmbelästigung, aber ich bin lieber in den Bereich rund um die Magnificent Mile ausgewichen. Dort ist es generell etwas ruhiger und nicht so „wuselig“. - Was kostet es?
Machen wir uns nichts vor, die Hotels in Chicago Downtown sind nicht wirklich günstig. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier und da durchaus fair. Ich habe zB für vier Nächte in zentraler Lage EUR 560 bezahlt, sprich EUR 140 die Nacht im Doppelzimmer – das ist ok finde ich. - Was erwarte ich von meinem Hotel?
Ein ganz entscheidender Aspekt, denn bei einer Städtereise in die USA, ist definitiv die Stadt der Star und NICHT das Hotel. Will sagen, man soll sich natürlich in seinem Zimmer wohl fühlen, aber normalerweise verbringt man sehr wenig Zeit in seinem Zimmer. Entsprechend sollte man seine Erwartungen auf das Wesentliche reduzieren, um sich preislich nicht in absurde Unkosten zu stürzen.
Letztlich bin ich also bei folgendem Hotel gelandet:
Warwick Allerton Chicago
Der große Trumpf ist die Lage, denn man ist ca. 10 Minuten sowohl am Chicago River, als auch am 360 Chicago und die Magnificent Mile liegt im wahrsten Sinne des Wortes direkt vor der Haustür.
Ich würde das Hotel eher als Traditionshaus beschreiben, sprich, so ganz neu ist es nicht mehr, aber das Zimmer war fein und die Ausstattung völlig in Ordnung. Plus, der Preis ist absolut fair (siehe oben), insofern war das Hotel für mich die perfekte Wahl.
Anmerkungen:
– Wenn man möchte, dass das Zimmer gereinigt wird, muss man das an der Rezeption angeben. Das ist vielen Städten in den USA komplett üblich und letztlich auch kein Problem.
– Die Bewertungen bei Google sind teilweise nicht so gut, aber ich habe mir die Kritiken mal genauer angesehen. Da werden größtenteils Dinge angesprochen, die man bei booking.com (zB) alle nachlesen kann! Ich frage mich dann schon, ob die Leute teilweise „blind“ buchen? Ich habe sehr lange und ausführlich in Chicago Hotels recherchiert und natürlich gibt es bessere Hotels, aber dann zahlt man auch signifikant mehr.
701 N Michigan Ave, Chicago, IL 60611
Meine Restaurant-Empfehlungen in Chicago
Restaurants gehören zu Chicago wie das Oktoberfest zu München. Die kulinarischen Highlights sind schlichtweg ein wichtiger Teil eines Besuchs in Chicago!
Ich habe hier ein paar Empfehlungen zusammengestellt, die mir sehr gut gefallen haben. Die „Giordano’s“-Restaurants zu empfehlen ist jetzt „keine Kunst“, insofern findet ihr bei mir eher ein paar „besondere Anregungen“.
Wildberry Pancakes & Café
Was? Frühstück
Für mich einer der besten Frühstückspots in Chicago. Das Café an sich ist jetzt optisch erstmal nichts besonderes, aber die Auswahl ist sensationell und das Essen ist einfach nur himmlisch. Tatsächlich war es so gut, dass ich gleich zweimal hier war.
Der French East mit Erdbeeren und Mandeln oder auch das Avocado Toast mit Rühreier und Rösti waren außergewöhnlich lecker.
196 E Pearson St, Chicago
Lula Café
Was? Frühstück
Deutlich außerhalb, aber dennoch ein maximaler Tipp. Ich war hier auf dem Weg nach Norden zu den diversen Filmlocations und da war das Lula Café der perfekte Zwischenstopp.
Hier war vor allem der French Toast aus Laugenteig und mit Brezenstückchen on top eine wunderbare süß-salzig-Mischung. Dieses Gericht hat es sogar bis nach Deutschland zu mir nach Hause geschafft und ist seitdem ein fester Bestandteil meines Wochenendfrühstücks…
2537 N Kedzie Blvd, Chicago
NafNaf
Was? Mittags & Abends.
Manchmal braucht man mittags etwas Schnelles und Unkompliziertes. In zentraler Lage. Und wenn es dann noch etwas „anders“ ist, umso besser. So bin ich mal durch einen Zufall bei NafNaf gelandet, was jetzt kein sensationell ausgefallener Tipp ist, aber ich selbst wäre tatsächlich froh über solche Empfehlungen, gerade weil das Mittagessen bei einer Stadtbesichtigung ja oftmals nicht das ganz besondere Highlight sein muss.
Hier bekommt man leckere Pitas mit Fallafel, Humus und Baba Ganoush (Püree der arabischen Küche aus Auberginen und Sesampaste) und schmackhaften Saucen.
Genau das richtige für einen kurzen Stopp, um die Energiereserven wieder aufzuladen.
28 S Wabash Ave, Chicago
Whispers at Oak Street Beach
Was? Mittags & Nachmittags
Weiter oben habe ich den Stadtstrand Oak Street Beach beschrieben und das Whispers at Oak Street Beach ist die dazu passende Beachbar. Was ein Traum ganz nahe der Altstadt!
Die Atmosphäre dort ist einfach nur herrlich, fast schon karibisch. OK, das ist sehr optimistisch, aber ich fand diese Foodtruck-Beachbar absolut großartig. Es gibt Tacos, Burger, Guacamole, Nachos , Salate und noch mehr leckeres Fingerfood PLUS die klasse Aussicht auf den Lake Michigan.
1001 N Lake Shore Dr, Chicago
O’Briens Riverwalk Café
Was? Nachmittags & Abends
Der einfachste und zugleich praktischste Tipp überhaupt. Ganz zentral, direkt am Riverwalk findet man diese mainstreamige Restaurant mit Blick auf den Chicago River. Sicherlich nicht die einfallsreichste Empfehlung, aber genau deshalb wollte ich es hier mit auflisten. Ja, man sitzt auf Plastikstühlen. Ja, man isst nicht vom besten Geschirr. Aber dafür wird man mit einem super Ambiente belohnt, das sich komplett nach Urlaub anfühlt. Die Karte ist übersichtlich mit Burger, Sandwiches, Chicken Wings & Salaten, aber alles war super lecker und die Cocktails haben die großartige Sommernachtsstimmung ideal ergänzt. Die richtige Erwartungshaltung ist hier entscheidend…
45 E Riverwalk S, Chicago
Moe’s Cantina
Was? Abends
Ein typischer Tex-Mex-Laden mit großartiger Küche, der sich abends (manchmal) auch in einen clubähnlichen Hotspot verwandelt! Ich war allerdings ausschließlich zum Abendessen hier und war total begeistert.
Zuerst einmal war der Service TOP. Aufmerksam, dezent und super lustig. Dann war die Atmosphäre herrlich, weil sich der Laden nach und nach füllte und die Stimmung irgendwie lustig, aber nie too much war. Und schließlich war das Essen einfach nur hervorragend: Ceviche, Tacos, Fajitas und auch die Cocktails – alles großartig.
Ich wäre gerne noch ein zweites Mal vorbeigekommen…
155 W Kinzie St, Chicago
Theory
Was? Mittags & Abends
Einmal einen Abend in einer Sportsbar in den USA erleben… Das geht hier ganz wunderbar, denn hier versammeln sich zu Spieltagen viele Fans und verbringen einen unterhaltsamen Abend. Die vielen Screens an der Wand ermöglichen eigentlich von überall eine Top-Sicht und das Essen passt ideal zu dem Anlass. Die Boneless Chicken Wings mit spicy Garlicsauce waren absolut fantastisch.
9 W Hubbard St, Chicago
Fototipps, die ich euch gerne mitgeben möchte
- Willis Tower:
Der Besuch des Skydecks ist zu jeder Tages- und Nachtzeit ein besonderes Erlebnis. Aber wenn man es sich zeitlich einrichten kann, ist es nachmittags sicherlich nochmal ein wenig spektakulärer. So hat man nämlich das beste aus beiden „Welten“, sprich die Aussicht sowohl bei Tageslicht, als auch mit den Lichtern der Nacht. Die Sonne kommt nachmittags auch von des Landesweite, sprich Richtung Lake Michigan hat man ein entsprechend warmes Licht. - Architecture Boat Tour
Ein großer Vorteil dieser Touren ist, dass trotz der vielen Erklärungen genügend Zeit bleibt um schöne Fotos zu machen. Vor allem weil die Boote auch an bestimmten Punkten umdrehen, so dass man auch – egal wo man sitzt – für jedes Motiv einmal auf der richtigen Seite sitzt. - Navy Pier – Riesenrad
Vom Riesenrad aus hat man einen sagenhaften Blick auf die Skyline von Chicago. Vor allem zum Sonnenuntergang ist das Licht unbeschreiblich! - Franklin D. Roosevelt Bridge
Für mich ist diese Brücke einer der besten Fotospots in ganz Chicago ist! Speziell abends, wenn die Sonne hinter den Wolkenkratzern untergeht, entsteht ein ganz eigenes Licht und man kann großartige Bilder vom Chicago River, flankiert von den vielen spektakulären Hochhäusern, machen.
Filmtourismus – wo kann ich Drehorte von berühmten Filmen finden?
Für meinen Besuch habe ich mir ein paar, für mich persönlich, besondere Highlights herausgesucht. Filme oder Serien, die mag, die für mich eine Bedeutung haben oder die ganz einfach „Geschichte geschrieben“ haben. Ich liebe es ja, genau diese Location eines Film zu sehen, wo „es“ passiert ist, sprich wo der Film gedreht wurde.
Die Hochzeit meines besten Freundes
Diese wunderbare, romantische Komödie mit Julia Roberts und Cameron Diaz war ein riesiger Kassenerfolg im Jahr 1997. Viele Szenen wurden hierbei in Chicago gedreht, wobei ich speziell die zweite, hier angegebene Filmlocations absolut fantastisch finde.
1) Auch wenn die Kirche nur zweimal kurz im Film zu sehen ist, so ist sie doch irgendwie eine besondere Filmlocation. Ich will hier nichts spoilern, aber ich habe die Front tatsächlich auch ohne Hinweis sofort wiedererkannt.
126 E Chestnut St, Chicago, IL 60611
2) Zum Ende des Films haben Julia Roberts und „ihr bester Freund“ ein denkwürdiges und entscheidendes Gespräch. Dieses findet im Hauptbahnhof Chicagos, und zwar der Union Station, statt. Wenn man die Eingangshalle betrifft, erkennt man die Location ganz sicher sofort wieder!
Ich habe es sehr genossen mich auch mal auf die Holzbänke zu setzen und mir diese Szene in Erinnerung zu rufen…
225 S Canal St – Union Station, Chicago, IL 60606
Auf der Flucht
Der großartige, oscarprämierte Film mit Harrison Ford als Dr. Kimble und Tommy Lee Jones als US Marshall Gerard wurde größtenteils in um Chicago gedreht. Ich habe mir drei Spots herausgesucht, die mir irgendwie im Kopf geblieben sind:
1) In der ersten Szene flieht Richard Kimble vor Gerard und findet eine Telefonzelle. Richard ruft seinen Anwalt Walter Guthrie an, um zu überprüfen, ob er ihm helfen kann und würde. Er merkt schnell, dass dies nicht der Fall ist und als der Anwalt ihn schließlich sogar mit der Aussagen „Auf diese Weise kann ich dir nicht helfen. Mein Rat als dein Freund und Anwalt ist, dich zu stellen. Wo bist du?“ hineinlegen und der Polizei helfen will, antwortet Kimble „St. Louis“, und legt den Hörer auf.
Diese Telefonszene wurden an einem der beliebtesten Orte in Chicago gedreht: Die Wells Street Bridge ist für die Chicagoer ein alltäglicher Ort, der vor allem durch die Telefonzelle, die U-Bahn und die Umgebung bekannt. Sie wurde in den Jahren allerdings 2012 und 2013 komplett neu gebaut.
299 N Wells St, Chicago, IL 60606 (Auf der Seite des Riverwalks)
2) In der nächsten Szene begibt sich Kimble zu seinem Freund Dr. Nichols zu dessen Tennisclub, der als „North Bank Club“ bezeichnet wird. Er fängt Nichols in der nächsten Unterführung ab und bekommt von ihm etwas Geld.
400 Michigan Ave, Chicago, IL 60605
3) Und schließlich flüchtet Kimble von Gerard, läuft dabei über den Daley Plaza und reiht er sich in die St. Patrick’s Day Parade ein.
Das Beste daran ist, dass dies bei der echten Parade gedreht wurde. Kimble setzt sich einen grünen Hut auf und entkommt, obwohl er scheinbar nur wenige Meter von Gerard entfernt ist.
50 W Washington St, Chicago, IL 60602
Kevin allein zu Haus
Einer DER Weihnachtsklassiker, aber generell ein klasse Film. Bzw. eigentlich sind es ja zwei Film, denn Kevin allein in New York gibt es ja auch noch.
1) Die Szenen des Haus der Familie McAllister wurden in einem Privathaus in Winnetka, 15 Meilen nördlich der Innenstadt von Chicago, gedreht. Das Haus war dank seines vorstädtischen Äußeren und seiner altmodischen Inneneinrichtung die ideale Kulisse für diesen Film.
Auch wenn sich der Einfahrtsbereich leicht verändert hat, so kann man immer noch erkennen, dass es sich um DAS Kevin allein zu Haus-Haus handelt…
671 Lincoln Ave, Winnetka, IL 60093
2) Die Szene, in der Kevin eine Zahnbürste kauft, wurde in der Hubbard Woods Pharmacy, einer Haltestelle nördlich von Winnetka an der Ecke Gage Street und Green Bay Road, gefilmt.
Die Szene beginnt damit, dass Kevin die Apotheke betritt und nach einer Zahnbürste sucht. Er findet schließlich eine, aber als er sie greifen will, taucht plötzlich ein älterer Herr, Mr. Marley, auf und erschreckt ihn zu Tode.
Als Kevin schnell aus dem Laden rennt, ohne seinen neuen Einkauf zu bezahlen, bekommen wir einen Blick auf die Fassade des Gebäudes in ihrer ganzen charmanten Pracht aus der Mitte des Jahrhunderts.
Die anschließenden Szenen, in der Kevin über die gefrorene Eisfläche eines Teiches rutscht und so dem Polizisten entkommt, wurde in dem direkt davor befindlichen Park gedreht. Leider gibt es dort heute keinen Teich mehr, sprich diesen Drehort kann man nur noch erahnen.
940 Green Bay Rd, Winnetka, IL 60093
3) Die Flughafenszenen sind denkwürdige Moment aus den beiden Kevin allein zu Haus bzw. Kevin allein in New York-Filmen.
Sie zeigen die Familie McCallister verzweifelt durch den Flughafen rennen, um ihren Flug zu erreichen. Im ersten Teil ohne Kevin, im zweiten Teil mit Kevin, der allerdings ein falsches Gate erwischt.
Diese Szene wurde auf dem internationalen Flughafen O’Hare in Chicago gedreht. Als der Filmklassiker 1990 herauskam, wurde O’Hare grundlegend renoviert, u. a. wurden neue Kunstwerke und Skulpturen für die Abfertigungshallen in Auftrag gegeben, die im Hintergrund zu sehen sind, während die Familie durch den Flughafen rennt. Generell kann man das markante Glasdach und den karierten Boden sehr gut aus dem Film wiedererkennen.
Und täglich grüßt das Murmeltier
Diese Filmkomödie aus dem Jahr 1993 spielt in Punxsutawney, Pennsylvania, einer Gemeinde in Jefferson County. ABER keine der Szenen des Films wurde dort gedreht! Stattdessen fanden die Dreharbeiten zum Murmeltiertag an verschiedenen Orten rund um Woodstock, Illinois, etwa 61 Meilen nordwestlich von Chicago, statt.
1) Ein wichtiger Ort des Film ist das kleine Bed&Breakfast-Hotel Cherry Street Inn. Dort wacht er jeden Tag auf und stellt fest, dass er den 2. Februar, den Murmeltiertag, immer wieder erlebt. Während die Gastgeberin Mrs. Lancaster versucht Smalltalk mit ihm zu betreiben, reagiert er anfangs sarkastisch, dann verwirrt und schließlich resignierend. So oder so, die Szenen sind absolut fantastisch!
Bei dem Cherry Street Inn handelt es sich um ein charmantes Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert, das als historisches und entspannendes Ziel in der Stadt bekannt ist.
Wenn ihr dort wohnen möchtet, wo Phil Connors lebte, solltet ihr eines der Zimmer des Cherry Tree Inn B&B in Betracht ziehen.
344 Fremont St, Woodstock, IL 60098
2) Auf dem Weg zur Berichterstattung über das Murmeltiertag-Festival in der Stadt trifft Phil einen alten Schulfreund, der so begeistert ist, dass er sich freut, ihn zu sehen. Er stellt sich als Ned Ryerson von der Case Western High vor, der einmal mit seiner Schwester zusammen war. Doch Phil ist nicht sehr erpicht darauf, sich mit diesem Mann zu unterhalten, der ihm unbedingt eine Lebensversicherung verkaufen will. Bei dem Versuch, vor Ned zu fliehen, tritt er an einem Randstein in eine Pfütze, wo sich heute sogar eine kleine „Gedenktafel“ befindet.
Diese sich im Film immer wiederholende Situation, an der Phil wiederholt auf Ned trifft, befindet sich an der nordöstlichen Ecke des Town Square in Woodstock. Genauer gesagt an der Cass Street mit ihren zahlreichen Geschäften, Boutiquen und Cafés.
100 Cass St, Woodstock, IL 60098
3) Direkt nach der Flucht vor New kommt Phil am so genannten Gobbler’s Knob – dem Festgelände auf dem das Murmeltier in Erscheinung tritt – an. Hier spielen zahlreiche Szenen, vor allem natürlich alles rund um das Festival, aber auch die romantische Annäherung, in der Rita und Phil in einer winterlichen Nacht tanzen, während im Hintergrund das gefühlvolle Lied „You Don’t Know Me“ läuft.
Der Musikpavillon auf dem historischen Victorian Town Square bietet die perfekte Kulisse für diese Szene. Dieser Hauptplatz ist immer wieder im Films zu sehen, weshalb es rund um den Platz viele, kleinere Schilder gibt, die auf Drehorte aus diesem wunderschönen Film hinweisen… Einfach mal ein bisschen suchen!
Direkt an dem Platz befindet sich auch das Woodstock Opera House, samt Glockenturm. Filmfans werden auch diese Location sofort wieder erkennen. Ich will hier keine Szene Spoilern…
121 W Van Buren St, Woodstock, IL 60098
4) Darüber hinaus gibt es noch eine kleine Seitenstraße, die sich separat dem Film widmet, der diese kleine, liebenswerte Stadt auf die Karte der Filmlocations gezaubert hat.
229 Main St, Woodstock, IL 60098
Ferris macht Blau
Ein etwas älterer Film (1986), der aber mittlerweile absoluten Kult-Status erlangt hat. Hierbei spielt Matthew Broderick (der Ehemann von Sex and the City-Ikone Sarah Jessica Parker) einen leicht aufmüpfigen, charismatischen Schüler, der immer wieder seine Wege findet, um dem Unterricht fern zu bleiben. Dabei agiert er gleichermaßen clever und charmant.
In dem Film haben er und seine Freunde ein besonders aufregenden, „freien Tag“ und besuchen dabei viele großartige Spots in und um Chicago.
So genießen sie zum Beispiel die wunderbare Aussicht im Willis Tower (damals noch Sears Tower), wobei auf der Aussichtsplattform sogar ein Schild angebracht ist, welches den Spot dieses Filmdrehs genau markiert.
Wenig später besuchen sie ein Baseballspiel der Chicago Cubs im Wrigley Field, um dann einen kulturellen Abstecher ins Art Institute of Chicago zu unternehmen.
Das Highlight ist aber die deutsch-amerikanische Parade auf der Dearborn Street, wo Ferris eine stimmungsvolle (Playback-)Gesangseinlage gibt und Twist and Shout von den Beatles richtig klasse interpretiert – das Highlight des Films!
Gibt es saisonale Events? Was kann ich wann erwarten?
Chicago hat im Laufe eines Jahres einige besondere Events, Traditionen und Feste, die man vielleicht bei einer geplanten Reise beachten kann, wobei ich jetzt nur den für Touristen vielleicht spannendsten auflisten möchte:
St. Patrick Day
Der St. Patrick’s Day ist der Nationalfeiertag der Iren und wird jedes Jahr am 17. März gefeiert. An diesem Tag findet in Chicago immer ein ganz besonderes Spektakel statt, und zwar wird der Chicago River – in der Nationalfarbe Irlands – grün gefärbt.
Hierbei erstrahlt der Flus zwischen dem Columbus Drive und der Orleans Street in einem schillernden Grün. Unzählige Menschen versammeln dazu auf den diversen Brücken und an den Uferpromenaden, um dieses außergewöhnliche Spektakel zu bejubeln.
Fun Facts zu Chicago
- Der Name Chicago hat einen lustigen Hintergrund. Und zwar gab es in der Region, wo sich das heutige Chicago befindet, nur Wälder, in denen unvergleichlich viele Zwiebeln wuchsen. Deshalb nannte der Stamm der damals dort ansässigen Ureinwohner diesen Bereich auch „Shegahg“, was das Land der wilden Zwiebeln bedeutet. Daraus leitete sich der Name Chicago ab.
- Seit dem Einsturz des Südturms des World Trade Center in New York ist die Aussichtsplattform des Willis Tower in 412 Metern Höhe die höchste in den USA. Die des World Trade Centers lag bei 420 m Höhe.
- Pro Jahr schlagen zwischen 50 und 100 Blitze schlagen in den Willis Tower ein, aber natürlich ist das Gebäude sicher geerdet.
- Das John Hancock Center bzw. das Hochhaus an der 875 North Michigan Avenue war MIT seinen Antennenbei einer Höhe von 457 m ab 1969 neun Jahre lang das höchste Hochhaus der Welt. Bei den meisten Wolkenkratzern wurden die Antennen später aufgesetzt, nicht so aber beim John Hancock Center. Erst als 1978 die Antenne auf dem Nordturm des World Trade Centers installiert wurde, verlor das Gebäude seinen Rekord.
- Die Hülle der Skulptur Cloud Gate wurde aus 168 gewölbten Edelstahlplatten durch Schweißen zusammengefügt und so geglättet und hochglanzpoliert, dass keine Nähte sichtbar sind. Bei einer Höhe von 20 m wiegt sie immerhin 99,8 Tonnen. Ursprünglich wurde angenommen, dass The Bean ca. 54,4 Tonnen wiegen würde, allerdings liegt lag das tatsächliche Gewicht mit knapp 100 Tonnen fast doppelt so hoch.

