Reisetipps USA – Philadelphia

  • Durch Themen wie die amerikanische Unabhängigkeit und die frühe Demokratie gilt Philadelphia als einer der wichtigsten historischen Orte der USA.

  • Philadelphia hat eine starke Food-Kultur, die deutlich mehr umfasst als nur Cheesesteaks. Viele Viertel haben ganz eigene Restaurants, Märkte und regionale Einflüsse.

  • Selten wird eine Stadt so klar mit einem Film in Verbindung gebracht, wie Philadelphia mit dem Boxerdrama Rocky.

  • Sportfans werden in Philadelphia voll auf ihre Kosten kommen, denn ihr könnt hier die Big Four anschauen: Football, Baseball, Basketball und Eishockey.

  • Philadelphia liegt außerdem günstig zwischen Washington und New York City und eignet sich deshalb gut als Zwischenstopp auf einer Reise durch die US-Ostküste.

Wo sind die besten Spots? Was sollte man wissen? Wie plane ich meine Reise?

Wer schreibt hier eigentlich…

Mein Name ist Jan, aber jeder nennt mich Johnny oder Bongo, daher auch der Name meiner Website.

Ich arbeite seit über 25 Jahren im Tourismus, größtenteils selbstständig als Reiseveranstalter. In dieser Zeit habe ich viele spannende, interessante und teils sogar lebensverändernde Erfahrungen gesammelt und habe jetzt riesig Spaß daran meine Reiseerlebnisse zu teilen…

Wenn ihr noch mehr über mich erfahren wollt, habe ich euch hier ein kleines Frage-Antwort-Spiel zusammengestellt.

Impressionen aus Philadelphia – ein kleines „Best-of“

Übersicht, wichtigste Fakten & gute Tipps

Für mich war seit dem Film Rocky mit Sylvester Stallone klar, dass ich einmal nach Philadelphia und wie der sympathische Boxer die mittlerweile so berühmten Stufen zum Museum of Art hinauf laufen möchte. Als sich auf der Rückreise aus der Karibik dann unvermittelt die Gelegenheit ergeben hat, einen Zwischenstopp in Philadelphia einzulegen, habe ich die Chance direkt ergriffen und war bei meinem Besuch extrem positiv von der Stadt überrascht. Sie war nämlich viel interessanter und vielschichtiger, als ich es zunächst vermutet hätte! Und so habe ich seitdem zwei weitere Besuche eingestreut, um Philadelphia noch besser kennen zu lernen und vor allem auch erleben zu können.

  • Generell
    Philadelphia liegt im Nordosten der USA im Bundesstaat Pennsylvania zwischen New York City und Washington. Mit rund 1,5 Millionen Einwohnern gehört Philadelphia zu den größten Städten des Landes und erstreckt sich entlang des Delaware River.
    Trotz ihrer Größe wirkt Philadelphia im Zentrum vergleichsweise kompakt und deutlich weniger hektisch als andere Großstädte an der Ostküste.
  • Wieso ist Philadelphia historisch so bedeutsam?
    Viele zentrale Ereignisse rund um die Gründung des Landes fanden hier statt. Im Jahre 1776 wurde die amerikanische Unabhängigkeitserklärung hier beschlossen und wenige Jahre später auch die Verfassung der Vereinigten Staaten ausgearbeitet.
    Außerdem war Philadelphia zeitweise sogar Hauptstadt der USA, bevor Washington diese Rolle übernahm.
    Und viele bedeutende Persönlichkeiten der amerikanischen Geschichte wirkten hier, darunter mit Benjamin Franklin einer der einflussreichsten Gründerväter.
  • Wann ist die beste Reisezeit?
    Traditionell möchte man sagen, dass Frühling und Herbst sich am besten eignen, also etwa von April bis Juni, sowie September bis Oktober. In diesen Monaten sind die Temperaturen für eine Stadtbesichtigung meist angenehm und ihr könnt viel zu Fuß erkunden.
    Der Sommer kann in Philadelphia nämlich ziemlich heiß und schwül werden, oft mit Temperaturen deutlich über 30 Grad. ABER, ich habe Philadelphia genau in dieser Zeit auch als sehr spannend empfunden, weil in dieser Zeit viel los ist, besonders bei Events, Baseballspielen und Open-Air-Aktivitäten entlang des Delaware River.
  • Wieviel Zeit sollte man einplanen?
    Bei meinem ersten Aufenthalt hatte ich einen nur einen ganzen Tag (Ankunft morgens, Abflug abends) und habe trotzdem richtig viel gesehen. Die Top-Attraktionen konnte ich immerhin allesamt abhaken! Ich würde sagen, dass zwei Tage mit einer Nacht vor Ort für die Sehenswürdigkeiten ausreichen, aber sobald ihr die Stadt auch erleben möchtet, sind vermutlich zwei Nächte noch besser.
  • Lohnt sich eine Hop on/Hop off-Bus-Tour?
    Mmmh, es kommt darauf an. Wenn ihr gut zu Fuß seid, könnt ihr die verschiedenen Stationen der Bustour auch ablaufen und ich finde ja, dass man so durchaus immer mehr von einer Stadt sieht. Sollte euch das zu stressig sein und ihr vielleicht nur wenig Zeit haben, könnt ihr die Top-Spots wunderbar mit einer solchen Tour abfahren. Die Busse fahren alle 15-20 Minuten. Tickets und Informationen gibt es hier.
  • Wie komme ich vom Philadelphia International Airport in die Innenstadt?
    Am einfachsten mit der SEPTA Airport Line. Die Regionalbahn fährt direkt ab den Terminals und hält unter anderem an der William H. Gray III 30th Street Train Station, sowie an Suburban und Jefferson Station im Zentrum. Die beste Wahl, wenn ihr Richtung Historic District, Independence Hall, Chinatown oder Reading Terminal Market unterwegs seid. ist Jefferson Station.
    Die Fahrt ungefähr 20 bis 30 Minuten und die Züge fahren tagsüber etwa alle 30 Minuten.
    Alternativ funktionieren auch Uber, Lyft oder Taxis recht unkompliziert. Gerade mit viel Gepäck oder bei später Ankunft kann das angenehmer sein.
  • Wie bewege ich mich in Philadelphia?
    Wie schon gesagt, für mich gibt es eigentlich nur zwei Optionen, entweder ihr seid zu Fuß unterwegs oder ihr bucht euch alternativ einen Tag das Hop on Hop off-Busticket. Dieses beinhaltet tatsächlich alle touristisch interessanten Stationen.
    Einzig, wenn ihr in eines der Stadien oder in die Xfinity Mobile-Arena wollt, kommt ihr mit der SEPTA Broad Street Line Richtung Süden bis zur Station NRG – das ist die Endstation direkt im großen Stadionkomplex von South Philadelphia.
  • Muss ich Tickets für Attraktionen vorab buchen? 
    Bis auf die Touren zur Aussichtsplattform im Turm der City Hall meiner Meinung nach nicht. Ich habe bei jedem Besuch alles entspannt vor Ort gebucht.

Die besten Spots in Philadelphia

Folgend nun die verschiedenen Spots und Sehenswürdigkeiten von Philadelphia mit Erklärungen und Infos zu dem jeweiligen Besuch.

Von der Reihenfolge her bin ich so ein bisschen von Ost nach West gegangen, denn ich finde so kann man die Besichtigung der Stadt wunderbar angehen. Zudem beginnt ihr so mit den historischen Top-Attraktionen und habt ganz am Ende nochmal ein emotionales Highlight.

Independence Hall

Die Independence Hall liegt im historischen Zentrum von Philadelphia direkt beim Independence National Historical Park. Sie zählt zweifelsohne zu den wichtigsten Gebäuden der USA, da hier 1776 die amerikanische Unabhängigkeitserklärung verabschiedet und später auch die US-Verfassung ausgearbeitet wurde. Genau deshalb gilt das Gebäude auch heute als UNESCO-Weltkulturerbe.

Von außen wirkt die Halle vergleichsweise schlicht – ein rotes Backsteingebäude mit weißem Glockenturm – aber innen könnt ihr unter anderem den historischen Versammlungssaal sehen, in dem damals die Delegierten der Kolonien zusammenkamen. Das klingt vielleicht erstmal gar nicht so spannend, aber wenn man sich überlegt was genau hier tatsächlich vor so vielen Jahren passiert ist, ist das schon etwas Besonderes.


Besichtigt wird die Independence Hall ausschließlich im Rahmen geführter Touren des National Park Service. Die Führungen dauern meist etwa 20 bis 30 Minuten und finden in festen Gruppen statt. Dabei geht ihr gemeinsam durch mehrere Räume und bekommt von Rangern die historischen Hintergründe erklärt. Diese machen ihren Job meist wirklich aus Leidenschaft und da ist spürbar!

Wichtig zu wissen: Gerade in der Hauptsaison können Zeitfenster schnell ausgebucht sein, weshalb ihr euch Tickets vorab online reservieren solltet. Das Schöne ist, das Ticket an sich ist kostenlos, ihr müsst lediglich eine Reservierungsgebühr in Höhe von USD 1,– bezahlen. Einzig, ihr müsst einen Account anlegen, allerdings schadet das nicht, denn vielleicht / vermutlich werdet ihr noch weitere Spots des National Park Service besichtigen.

Bitte beachten: Ihr müsst ca. 30 Minuten vorher vor Ort sein, um noch durch die Sicherheitskontrollen zu gelangen.

Liberty Bell

Die Liberty Bell gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Philadelphias! Ihr könnt sie in einem separaten, modernen Ausstellungsgebäude mit großen Glasfronten direkt gegenüber der Independence Hall besichtigen.

Besonders bekannt ist die Liberty Bell wegen ihres markanten Risses, der sie im Laufe der Zeit zum Symbol für Freiheit und Bürgerrechte machte. Ursprünglich wurde die Glocke im 18. Jahrhundert für das damalige State House – die heutige Independence Hall – hergestellt.


Um zur Glocke zu gelangen, müsst ihr zunächst durch ein Besucherzentrum (Liberty Bell Center), in dem es weniger nur um die Glocke selbst, sondern auch um ihre politische und gesellschaftliche Bedeutung geht. Hierbei lauft ihr durch mehrere kleine Ausstellungen mit historischen Hintergründen, bevor ihr dann schließlich direkt vor der Glocke steht. Von dort habt ihr außerdem einen guten Blick auf die Independence Hall im Hintergrund.


Der Besuch funktioniert ohne klassische Führung und ist kostenlos. Ihr geht eigenständig durch die Sicherheitskontrolle und anschließend durch die Ausstellung. Gerade am Vormittag können die Warteschlangen allerdings länger werden, besonders in der Hauptreisezeit oder an Wochenenden.

Elfreth’s Alley

Dieses kleine, aber feine Highlight Philadelphias ist mir bei meinem ersten Besuch leider durchgerutscht, was ich dann beim zweiten Mal aber direkt nachgeholt habe.

Die Elfreth’s Alley liegt ebenfalls in der Altstadt von Philadelphia, nur wenige Minuten vom Independence National Historical Park entfernt. Die kleine Kopfsteinpflastergasse gilt als eine der ältesten dauerhaft bewohnten Straßen der USA und wirkt heute natürlich wie ein kompletter Kontrast zu den modernen Teilen der Stadt. Besonders auffällig sind die schmalen Backsteinhäuser aus dem 18. Jahrhundert mit ihren bunten Fensterläden, engen Eingängen und kleinen Innenhöfen. Viele Gebäude werden bis heute tatsächlich noch bewohnt.

Es gibt außerdem ein Museum, welches sich in mehreren original erhaltenen Häusern entlang der Gasse befindet. Hier bekommt ihr einen Eindruck davon, wie Handwerker- und Arbeiterfamilien damals in Philadelphia gelebt haben.


Besichtigen könnt ihr die Straße jederzeit frei zu Fuß. Für das eigentliche Museum benötigt ihr allerdings ein Ticket.

National Constitution Center & Benjamin Franklin Gravesite

Zurück am Independence National Historical Park – dort befindet sich nämlich das National Constitution Center, das gefühlt durch das modernere und zugleich etwas klotzige Gebäude inmitten der umliegenden, historischen Sehenswürdigkeiten erstmal so gar nicht hierher passt.

Im Mittelpunkt des Museums steht die amerikanische Verfassung und ihre Bedeutung für die Geschichte der USA. Statt hier allerdings nur alte Dokumente auszustellen, arbeitet das Museum stark mit interaktiven Bereichen und Multimedia-Ausstellungen.

Besonders bekannt ist die große Signers’ Hall mit lebensgroßen Figuren der Männer, die die Verfassung unterschrieben haben. Dort könnt ihr zwischen den Figuren hindurchlaufen und bekommt so ein besseres Gefühl dafür, wie die Versammlung damals ausgesehen haben könnte.

Die Ausstellungen beschäftigen sich außerdem mit Themen wie Bürgerrechten, Präsidenten, Supreme Court und politischen Konflikten der USA. Dadurch geht es nicht nur um Geschichte des 18. Jahrhunderts, sondern auch um aktuelle gesellschaftliche Fragen. Alles sehr interessant aufbereitet.

Besichtigen könnt ihr das Museum eigenständig ohne feste Führung.


Schräg gegenüber beziehungsweise nur wenige Schritte entfernt, liegt außerdem das Benjamin Franklin Gravesite auf dem Christ Church Burial Ground. Das Grab von Benjamin Franklin gehört zu den bekanntesten historischen Orten der Stadt. Viele Besucher werfen traditionell Münzen auf das Grabgitter – eine Art kleiner lokaler Brauch.

Dass hier ein Eintritt verlangt wird, finde ich etwas übertrieben, aber erfreulicherweise könnt ihr auch von außen durch ein Gitter ein Foto vom Grab machen.

Chinatown Friendship Arch

Das Chinatown Friendship Gate markiert den Eingang zu Chinatown im Zentrum von Philadelphia. Der große bunte Torbogen an der Arch Street gehört heute zu den bekanntesten Fotospots des Viertels.

Rund um das Tor beginnt eines der lebendigsten Viertel der Stadt mit vielen kleinen Restaurants, Bäckereien, Märkten und Teehäusern. Chinatown wirkt dabei deutlich weniger touristisch als in manchen anderen US-Städten und wird bis heute stark von der lokalen chinesischen Community geprägt.

Beim Spaziergang durch die Straßen fallen vor allem die zweisprachigen Schilder, Wandmalereien und traditionellen Dekorationen auf.

Reading Terminal Market

Von außen komplett unscheinbar bis sogar unattraktiv, von innen ein kulinarisches Paradies! Der Reading Terminal Market befindet sich in einer großen historischen Halle unter den ehemaligen Anlagen der Reading Railroad und gehört zu den bekanntesten Food Markets in Philadelphia.

Ganz ehrlich, ich war von der ersten Sekunde begeistert von diesem besonderen Spot. Die Mischung der zahlreichen Stände ist großartig, die Abwechslung fantastisch und die Versuchung hier zuzuschlagen ist riesengroß. Es gibt klassische Gerichte aus Philadelphia genauso wie Amish-Bäckereien, asiatisches Essen, italienische oder griechische Spezialitäten und frische Seafood-Stände. Typisch sind außerdem die offenen Küchen und langen Theken, an denen direkt vor euch gekocht wird. Dadurch wirkt der Markt weniger wie eine reine Touristenattraktion und mehr wie ein Ort, an dem auch viele Einheimische essen oder einkaufen.

Gegründet wurde der Markt bereits im 19. Jahrhundert und zählt damit zu den ältesten dauerhaft betriebenen Märkten der USA. Viele Familienbetriebe verkaufen dort seit Generationen ihre Produkte.

Am besten erkundet ihr den Market einfach zu Fuß und ohne festen Plan.

City Hall

Mitten im Zentrum von Philadelphia – wie sollte es anders sein – findet ihr die City Hall, eines der auffälligsten und prächtigsten Gebäude der Stadt. Durch ihre Lage am riesigen Kreisverkehr rund um den Penn Square kommt ihr fast automatisch irgendwann hier vorbei. 

Das Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts komplett aus Stein (Granit, Marmor und Kalkstein) gebaut und zählt zu den größten Rathäusern der USA. Demzufolge prägt die City Hall mit ihren rund 167 Metern Höhe bis heute die Skyline von Philadelphia auf eine ganz besondere Art und Weise. 

Auf dem Turm steht die fast 11 Meter hohe Statue von William Penn, dem Gründer Pennsylvanias. Lange Zeit durfte sogar kein Gebäude in Philadelphia höher sein als seine Statue.

Für Besucher gibt es sowohl Führungen durch Teile des Gebäudes, als auch Touren zur Aussichtsplattform im Turm. Von dort habt ihr einen der besten Ausblicke über Center City und die breiten Straßenzüge Philadelphias. Ich will ehrlich sein, ich habe sogar bei meinen Reisen während der Recherche jeweils geschlampt und wusste tatsächlich nichts von dieser Möglichkeit – was mich tatsächlich richtig ärgert. Die Tickets müsst ihr allerdings unbedingt ein paar Tage im Voraus buchen, denn kurzfristig ist hier selten noch etwas zu bekommen. Dies geht meines Wissens nach ausschließlich über die Seite des Philadelphia Visitor Centers.  

Direkt vor dem Rathaus findet ihr im Dilworth Park noch eine schöne Springbrunnen-Anlage, die sich hervorragend als Fotomotiv eignet.  

LOVE-Sign

Das berühmte LOVE-Schild gehört zu den bekanntesten Fotomotiven in Philadelphia. Es steht im so genannten LOVE Park – oder auch JFK Plaza – direkt gegenüber der Philadelphia City Hall und markiert so ein bisschen den Übergang zwischen dem historischen und dem modernen Stadtzentrum.

Die populäre Skulptur wurde in den 1960er-Jahren vom Künstler Robert Indiana entworfen und zeigt das Wort LOVE in den bekannten roten und blauen Buchstaben, wobei das „O“ leicht gekippt ist. Habt ihr sicherlich schon einmal gesehen, denn natürlich wurde dieses Motiv schon zigmal kopiert bzw. ähnliche Design woanders aufgestellt. Ich habe solch ein LOVE-Sign beispielsweise auch mal in Las Vegas gesehen.

Erfreulicherweise könnt ihr das LOVE-Schild jederzeit kostenlos besichtigen!
ABER: Wenn ihr ein Foto machen möchtet, lohnt sich ein Besuch am frühen Morgen, da sich tagsüber –  wenig überraschend – oft längere Schlangen vor der Skulptur bilden.

Benjamin Franklin Parkway

So, Freunde des Films Rocky nähern sich langsam aber sich dem Höhepunkt, denn der Benjamin Franklin Parkway spielt im Film durchaus eine größere Statisten-Rolle.

Es handelt sich um eine breite Prachtstraße, die vom Zentrum von Philadelphia bis zum Philadelphia Museum of Art führt. Der Parkway wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nach dem Vorbild großer europäischer Boulevards wie den Champs-Élysées in Paris angelegt und verbindet viele der wichtigsten Kultur- und Museumsstandorte der Stadt. Ich würde euch empfehlen, diese  wunderschöne Straße zu Fuß entlang zu spazieren, denn hier liegen mehrere interessante Orte. Auf der Westseite befinden sich beispielsweise die beeindruckende Cathedral Basilica of Saints Peter and Paul mit ihrer gewaltigen Kuppel und der Sister Cities Park, ein kleiner Stadtpark mit Brunnen, Grünflächen und Hinweisen auf die Partnerstädte Philadelphias. Beides Spots, die es vermutlich auf keine Hitliste schaffen, aber ich fand sie dennoch ausgesprochen schön.

Beim Spaziergang werden euch außerdem die zahlreichen Flaggen entlang der Straße auffallen. Diese repräsentieren die verschiedenen Nationen, deren Bürger in Philadelphia leben oder historisch zur Entwicklung der Stadt beigetragen haben.

The Franklin Institute

Das The Franklin Institute gehört zu den bekanntesten Museen in Philadelphia und liegt direkt am Benjamin Franklin Parkway. Benannt wurde es nach Benjamin Franklin, der nicht nur Politiker, sondern auch Erfinder, Wissenschaftler und Unternehmer war. Wisst ihr was Benjamin Franklin erfunden hat, was heutzutage sehr wichtig ist? Mehr dazu weiter unten bei den Fun Facts… Ich will ehrlich sein, ich wusste, dass Benjamin Franklin ein Gründungsvater war, aber ich dachte auch, dass er Präsident war. War er aber nicht! Dafür hat er es aber immerhin auf eine der gängigsten USD-Note geschafft, und zwar den USD 100-Schein. Das alleine zeigt schon, welch wichtige Persönlichkeit Benjamin Franklin für die USA war…


Im Museum selbst war ich allerdings nicht, denn Museen sind nicht wirklich meine Leidenschaft, aber vor dem Gebäude steht eine große Statue von Benjamin Franklin, die zu den bekanntesten Wahrzeichen entlang des Parkway gehört.

Das Museum wurde bereits 1824 gegründet und zählt zu den ältesten Wissenschaftsmuseen der USA. Hier steht das Mitmachen im Vordergrund! Ihr findet zahlreiche interaktive Ausstellungen zu Themen wie Raumfahrt, Physik, Technik, Medizin und Kommunikation. Die bekannteste Attraktion ist das riesige begehbare Herzmodell, durch das Besucher tatsächlich hindurchlaufen können.

Philadelphia Museum of Art & Rocky Steps

So, kommen wir nun zu dem Grund, warum Philadelphia bei mir und sicherlich auch vielen anderen Filmfans ganz weit oben auf der Bucketlist gelandet ist.

Der Film Rocky aus dem Jahr 1976 handelt von einem Außenseiter, der als Boxer die Chance seine Lebens bekommt und mit ganzem Herz versucht diese zu nutzen. Gespielt wird die Hauptfigur Rocky Balboa von Sylvester Stallone, der im Übrigen auch das Drehbuch geschrieben hat und dafür sogar den Oscar gewonnen hat. Ebenso wurde Rocky mit dem Oscar für den Besten Film ausgezeichnet! Der Film wurde durch seine Underdog-Geschichte, die großartig inszenierten Trainingsszenen in Philadelphia und die berühmte Titelmusik schnell ikonisch und gilt bis heute als einer der besten (Sport-)Filme aller Zeiten. Für mich war der Film ein Meilenstein, denn er hat mich als Sportler immer wieder motiviert und inspiriert, weshalb ich unbedingt mal dorthin wollte, wo dieses Meisterwerk gedreht wurde.

Und ein „Star“ des Film sind definitiv die so genannten Rocky Steps. Diese breiten Treppenstufen befinden sich am Ende des Benjamin Franklin Parkway und führen hinauf zum Philadelphia Museum of Art. Genau diese Stufen läuft Sylvester Stallone imFilm während seines Trainings mehrfach hinauf und reckt oben seine Arme in die Luft. Tatsächlich gehört diese Szene auch heute noch zu den bekanntesten Filmmomenten der Filmgeschichte.


Viele Besucher laufen die 72 Stufen selbst hinauf und stellen anschließend die berühmte Pose nach. Dazu haben auch immer wieder Touristen eine Musikbox dabei, um sich mit der legendären Filmmusik besonders zu pushen. Natürlich bin auch ich die Stufen mehrfach rauf (und runter) gelaufen, nur um danach ein Video und diverse Action-Fotos zu haben. Sobald mit eurem „Training“ fertig seid, kann ich euch nur empfehlen, einfach mal oben ein bisschen zu entspannen und euch das Spektakel mal ganz in Ruhe anzuschauen – ein großer Spaß.

Von hier oben habt ihr übrigens auch einen schönen Blick entlang des Parkway bis zur City Hall – das soll auf keinen Fall hinten runter fallen.

UND, ihr findet hier im Beton Rocky’s Schuhabdrücke! Ein weiteres kleines Highlight. Am Fuße der Treppen steht außerdem die bekannte Rocky Statue, die ursprünglich für einen der Rocky-Filme angefertigt wurde. Großartige Fotomotive – nicht nur für Filmfans…


Und wenn ihr schon mal vor Ort seid, lohnt sich eventuell auch mal ein Blick ins Philadelphia Museum of Art. DENN, das Museum gehört zu den größten Kunstmuseen der USA und zeigt Werke von Künstlern wie Vincent van Gogh, Pablo Picasso und Claude Monet. Wie weiter oben bereits erwähnt, bin ich leider kein ganz großer Museengänger, weshalb ich auch dieses Museum leider ausgelassen habe.

Eastern State Penitentiary

Das Eastern State Penitentiary ist sicherlich eine der eher ungewöhnlichen Sehenswürdigkeiten und vielleicht auch nicht für jeden Besucher ideal geeignet. Es handelt sich nämlich um ein berühmt berüchtigtes Gefängnis!

Eröffnet wurde das Gefängnis,  das von außen eher wie eine alte Burg als wie ein Gefängnis wirkt, bereits 1829 und galt damals als revolutionär. Das Konzept sah vor, Gefangene weitgehend in Einzelhaft unterzubringen, damit sie über ihre Taten nachdenken und sich bessern sollten. Dieses System wurde später weltweit von zahlreichen Gefängnissen übernommen.

Beim Rundgang könnt ihr durch die langen, teilweise verfallenen Zellentrakte laufen und einen Eindruck davon bekommen, wie die Haftbedingungen im 19. und frühen 20. Jahrhundert aussahen. Besonders bekannt ist die ehemalige Zelle von Al Capone, die deutlich komfortabler eingerichtet war als die meisten anderen Zellen.

Das Gefängnis wurde 1971 geschlossen und viele Bereiche wurden bewusst in ihrem ursprünglichen Zustand belassen. Dadurch wirkt die Anlage stellenweise fast wie eine Filmkulisse.

Besichtigen könnt ihr Eastern State Penitentiary auf eigene Faust mit Audioguide oder im Rahmen spezieller Führungen. Da ein Großteil der Anlage nicht überdacht ist, solltet ihr bei schlechtem Wetter entsprechend vorbereitet sein. Außerdem sind einige Bereiche schon recht düster, weshalb dieser Spot – wie eingangs erwähnt – vielleicht nicht unbedingt für jeden Besucher gleichermaßen interessant sind.


Eine Info am Rande, das Gefängnis ist auch ein Stopp der Hop on / Ho off-Bustouren.

Street Art

Wenn ihr durch Philadelphia lauft, werdet ihr schnell feststellen, dass es kaum graue Betonwände oder freie Flächen auf Parkplätzen gibt, was schlichtweg daran liegt, dass Street Art hier einen deutlich größeren Stellenwert hat, als in vielen anderen US-Städten. Philadelphia gilt tatsächlich als eine der Murals-Hauptstädte der USA und verfügt über mehrere tausend Wandgemälde, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind.

Verantwortlich dafür ist vor allem die Mural Arts Philadelphia, die seit den 1980er-Jahren gemeinsam mit Künstlern und Anwohnern großformatige Kunstwerke an Hausfassaden geschaffen hat. Viele Murals greifen dabei Themen wie Stadtgeschichte, Migration oder auch Sport und Musik auf.

Ich bin mir sicher, dass ihr viele Kunstwerke einfach so und teilweise sogar eher zufällig an Seitenstraßen, Hinterhöfen oder ganzen Häuserblocks entdecken werdet. Ein paar der bekanntesten habe ich euch aber auch in meiner Karte eingetragen.


Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, kann an geführten Mural-Touren teilnehmen. Diese werden zu Fuß, per Fahrrad oder teilweise sogar mit dem Trolley angeboten und vermitteln Hintergründe zu den Künstlern, den Motiven und der Entwicklung der Street-Art-Szene in Philadelphia.

Sportstätten

Philadelphia ist eine der größten Sportstädte der USA! Die Leidenschaft mit der die Teams hier in Philly unterstützt werden ist legendär.

Das Praktische ist, dass alle drei Stadien bzw. Arenen direkt nebeneinander im Sportkomplex von South Philadelphia liegen. Die Anreise erfolgt am einfachsten mit der Broad Street Line der SEPTA bis zur Station NRG Station. Von dort sind es jeweils nur wenige Minuten zu Fuß.

Wer das erste Mal in den USA ist, hat hier die Möglichkeit die TOP 4 der amerikanischen Sportarten, also Football, Basketball, Baseball und Eishockey (in den USA nur Hockey genannt!), zu besuchen. Einzig, man muss beachten, dass jede Sportart ihre Jahreszeit hat:

Football (NFL): September bis ca. Januar / Februar

Basketball (NBA): Oktober / November bis ca. April / Mai

Baseball (MLB): April bis ca. Oktober

Eishockey (NHL): Oktober / November bis ca. April / Mai

Warum diese vagen Angaben? Nun, es hängt davon ob, ob es das jeweilige Team in die Playoffs (sprich so etwas wie eine Meisterschafts-KO-Runde) schafft. In dem Fall dauert die Saison dann entsprechend länger.

WICHTIG! Tickets für amerikanische Sportevents sind teuer! Ohne Wenn und Aber. Wer mit deutschen Preisen, wie zum Beispiel für ein Fußballspiel, rechnet, wird schnell vom Stuhl rutschen, wenn er sieht, was dort aufgerufen wird. Hier greift man preislich schnell in ein ganz anderes Regal. USD 200 pro Ticket sind hier keine Seltenheit – darauf sollte man sich einstellen.

Lincoln Financial Field (Football – Philadelphia Eagles)

Das Lincoln Financial Field  ist die Heimat der Philadelphia Eagles aus der NFL. Das Stadion wurde 2003 eröffnet und bietet je nach Veranstaltung Platz für rund 68.000 Zuschauer.
Aber Vorsicht! Die Kälte in Philadelphia ist berüchtigt, sprich bei Spielen im November, Dezember oder Januar solltet ihr mit Kälte rechnen.

Wie oben bereits erwähnt beginnt die NFL-Saison Mitte September und geht (mindestens) bis Anfang Januar. Gespielt wird in der NFL donnerstags (ein Spiel), sonntags (die meisten Spiele) und am montags (ein Spiel). Donnerstag und Montag jeweils am Abend, am Sonntag gibt es verschiedene Startzeiten. Wenn ihr einen Aufenthalt in Philadelphia plant, würde ich parallel auch schon mal nach Tickets für ein Football-Spiel schauen. Diese sind nämlich oftmals ausverkauft und dann auch dementsprechend teuer. Auch hier bitte keine falschen Erwartungen haben, NFL-Spiele sind generell kein günstiges Vergnügen. Mit zwischen USD 150 und 300 pro Ticket sollte man schon rechnen. ABER, ein NFL-Spiel ist ein Ganztages-Event, denn das Spiel alleine dauert schon ungefähr 4 Stunden.

Tickets gibt es auf der offiziellen Seite der Philadelphia Eagles oder bei Ticketmaster.

Citizens Bank Arena (Baseball – Philadelphia Phillies)

Baseball gehört zu den USA wie Hotdogs und Hollywood. Dementsprechend ist es wirklich eine lustige Sache mal ein Baseball-Spiel live zu erleben, auch wenn der Unterhaltungsfaktor generell durchaus höher sein könnte.

Die 2004 eröffnete Citizens Bank Arena liegt direkt neben dem Lincoln Financial Field und bietet Platz für rund 43.000 Zuschauer.
Besonders bekannt ist der Ballpark für seine offene Bauweise mit Blick auf die Skyline von Philadelphia.

Bei Tickets würde ich empfehlen zu versuchen so nah wie möglich am Feld zu sitzen. Tickets für Baseball-Spiele sind nicht ganz so teuer, wie bei anderen Sportarten, weshalb es vielleicht etwas leichter fällt, etwas mehr Geld auszugeben. Und wenn man schon so weit unten sitzt, dann idealerweise hinter der 1ten Base, denn hier passiert ganz klar am meisten! Ich fände zB Plätze in den Sektoren 116 und 117 sehr gut.

Xfinity Mobile Arena (Basketball – Philadelphia 76ers & Eishockey – Philadelphia Flyers)

Die Xfinity Mobile Arena – früher bekannt als Wells Fargo Center – beherbergt gleich zwei Teams, und zwar die  Philadelphia 76ers aus der NBA und der Philadelphia Flyers aus der NHL. 

Eröffnet wurde die Halle 1996, seit 2025 trägt sie offiziell den Namen Xfinity Mobile Arena. In den letzten Jahren wurde die Arena umfangreich modernisiert, wodurch mittlerweile je nach Veranstaltung rund 20.000 Zuschauer hineinpassen. Neben Sportevents finden dort auch große Konzerte und Shows statt.

Da Basketball und Eishockey einen recht ähnlichen Spielkalender (siehe oben) haben, habt ihr also sehr gute Chancen, während eines Aufenthalts in Philadelphia eine der beiden Sportarten zu erwischen.

Tickets für die Philadelphia 76ers und die Philadelphia Flyers gibt es jeweils auf Ticketmaster.

Meine besten Spot-Tipps in Philadelphia auf einer Karte

Auf dieser Karte sind Sehenswürdigkeiten, Filmlocations, Sportlocations, Restaurants, Hotels und Ausflugsziele markiert.

Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil clicken und die Markierungen werden angezeigt.

Meine Hotel-Tipps für Philadelphia

Normalerweise gebe ich euch hier immer sehr gerne meine Tipps für Unterkünfte basierend auf meinen Erfahrungen weiter. In diesem Fall muss ich allerdings sagen, dass ich mir genau damit etwas schwer tue, denn ich war zweimal „nur“ für einen Tag in Philadelphia und meine Unterkunft während des dritten Aufenthalts war leider ein Flop. Will sagen, „mein“ Hotel kann ich euch leider nicht empfehlen.

ABER, ich kann euch kurz erklären, worauf ich bei der Auswahl eines Hotels bzw. Appartements achten würde.

Das Schöne ist, die Stadt Philadelphia ist touristisch gesehen recht kompakt. Sprich, die Sehenswürdigkeiten bzw. Attraktionen sind alle fußläufig sehr gut erreichbar, so dass die Lage kein „alles verändernder Faktor“ ist. Ich würde euch allerdings empfehlen, vornehmlich rund um die Market Street zu schauen bzw. mein bevorzugter Bereich wäre südlich der Market Street bis zur Spruce Street.

Ein Hotel, dass bei meiner damaligen Recherche noch im Favoritenbereich gelandet ist, war das Club Quarters Hotel Rittenhouse Square. Es ist solide gut bewertet, der Preis ist extrem attraktiv und die Lage passt ebenfalls.

Erfreulicherweise liegen viele zentrumsnahe Hotels preislich in einem fairen Rahmen, was die Suche natürlich erheblich erleichtert. Fakt ist, ich würde hier in Philadelphia niemals das Hotel zum Star des Aufenthalts machen, sondern mich wirklich voll und ganz auf die Erkundung der Stadt konzentrieren.

Meine Restaurant-Empfehlungen in Philadelphia

Philadelphia hat kulinarisch deutlich mehr zu bieten als nur das bekannte (Philly) Cheesesteak. Die Stadt wurde über Jahrhunderte von unterschiedlichen Einflüssen geprägt und dementsprechend vielfältig ist die Restaurantszene heute, besonders in den Vierteln Center City, Chinatown und South Philadelphia.

Das bekannteste Gericht ist natürlich das oben das angesprochen Philly Cheesesteak – ein Sandwich mit dünn geschnittenem Rindfleisch und geschmolzenem Käse. Rund um die Frage, welches Restaurant das beste Cheesesteak anbietet, werdet ihr in Philadelphia leidenschaftlichen Diskussionen ausgesetzt sein. Für mich ist das leider nichts, da ich keinen Käse vertrage.

Eine weitere lokale Spezialität ist das Roast Pork Sandwich. Viele Einheimische betrachten es sogar als das „typischere“ Philadelphia-Sandwich.

Über den Reading Terminal Market habe ich weiter oben bereits bereits etwas geschrieben und ich würde euch dringend empfehlen dort mal hineinzuschauen. Hier findet ihr zahlreiche regionale Spezialitäten, Amish-Bäckereien, Seafood, Street Food und internationale Küche unter einem Dach.

Empfehlenswerte Adressen wären außerdem Pat’s King of Steaks als einer der bekanntesten Cheesesteak-Anbieter, Geno’s Steaks direkt gegenüber für den klassischen Vergleich sowie DiNic’s im Reading Terminal Market, das besonders für seine Roast Pork Sandwiches bekannt ist.

Mindestens genauso beliebt ist Angelo’s Pizzeria in South Philadelphia. Zwar wird Angelo’s auch wegen seiner Cheesesteaks (die hausgemachten Sesambrötchen und die Kombination aus Rib-Eye-Steak und gebratenen Zwiebeln ist klasse – ich habe es ohne sogar Käse bekommen) immer gefragter, tatsächlich gilt der Laden aber auch als eine der besten Pizzerien der Stadt.

Walking Tour durch Philadelphia

Wie bereits beschrieben, war ich insgesamt dreimal in Philadelphia, wobei ich zweimal davon „nur“ einen Tag in der Stadt verbracht habe. Das erste Mal bin ich früh morgens angekommen und am Abend weitergeflogen und das zweite Mal war ich mit dem Mietwagen auf der Durchreise. Und ich muss ehrlich sagen, ich finde, dass man innerhalb von einem Tag schon sehr viel von Philadelphia gesehen haben kann.

Damit ihr es euch besser vorstellen könnt, habe ich euch eine Karte erstellt, auf der ihr die Route sehr gut nachvollziehen könnt.

Startpunkt: Independence Hall

Endpunkt: Museum of Art / Rocky Steps

Nahezu alle wichtigen Sightseeing-Spots liegen auf dieser Route.

Für den Rückweg könnt ihr euch ein Uber/Lyft nehmen oder ggfs. auch auf einer ähnlichen Route zurücklaufen.

Die Distanz dieser Tour beträgt ca. 5 km, so dass ihr (netto) zeitlich ungefähr 1h 15min benötigt.

Ich kann euch diese Route so sehr gut empfehlen und wünsche euch auf jeden Fall ganz viel Spaß beim Entdecken von Philadelphia.

Fototipps, die ich euch gerne mitgeben möchte

  1. Liberty Bell
    Hier ist natürlich das Foto mit der Independence Hall ein echter Volltreffer! Aber achtet darauf, dass ihr nicht genau zur Mittagszeit hier seid, denn dann habt ihr heftiges Gegenlicht durch die Sonne und kaum noch einen Kontrast. Besser vormittags oder nachmittags!
  2. Elfreth’s Alley
    Je später am Nachmittag desto besser! So ab 15h fällt die Uhr richtig schön von hinten in die Straße hinein und alles wirkt deutlich wärmer. Meine Bilder sind 15.30 Uhr aufgenommen und ihr könnt auf der einen Seite erkennen, wie die Sonne die Backsteine zum Leuchten bringt. Früh morgens habt ihr die Sonne auf der anderen Seite. Mittags herrschen nicht so gute Bedingungen.
  3. City Hall
    Das Rathaus bietet erfreulicherweise von allen vier Seiten tolle Motive und ist deshalb (relativ) „sonnenstandsunabhängig“. Aber mein Tipp wäre von den Westseite den Dilworth Park mit seinem Wasserspiel mit dazu zu nehmen!
  4. LOVE-Sign
    Die beste Uhrzeit ist – je nach Jahreszeit – ca. zwischen 11 und 11.30 Uhr, denn dann steht die Sonne genau im Rücken und ihr wunderschön durch die Skulptur hindurch bis zum Museum of Art fotografieren. Das geht selbstverständlich immer, aber so wäre es perfekt ausgeleuchtet. Für Porträts hingegen ist diese Zeit weniger geeignet, da ihr dann voll in die Sonne schauen müsstet.
  5. Benjamin Franklin Pkwy
    Letztlich gilt hier das gleiche wie für das LOVE-Sign, sprich am späten Vormittag bekommen alle Flaggen ideal Sonnenlicht von hinten.
  6. The Franklin Institute
    Vor dem Museum befindet sich mit dem Swann Memorial Fountain ein großartiges Fotomotiv.

Filmtourismus – wo kann ich Drehorte berühmter Filme finden?

Philadelphia gehört definitiv zu den US-Städten, die regelmäßig als Filmkulisse genutzt werden. Die Mischung aus historischer Architektur, den für die USA typischen Wolkenkratzern, breiten Straßen und Boulevards, bekannten Sportstätten, sowie den charakteristischen Wohnvierteln bietet einfach unheimlich viele Möglichkeiten auf vergleichsweise engem Raum.

Bei meiner Recherche ist mir dann allerdings aufgefallen, dass zwar tatsächlich sehr viele Filme hier gedreht wurden, aber die wirklich prägnanten Schauplätze so ein bisschen fehlen. Bis auf Rocky natürlich!

Aus dem Grund habe ich mich auch Rocky und einen meiner Lieblingsfilme Silver Linings beschränkt:

Rocky

Über diesen fantastischen Film habe ich hier und da ja bereits einige Dinge geschrieben, aber natürlich möchte ich euch hier noch die wichtigsten und besten Filmschauplätze erklären.

An der Stelle möchte ich anmerken, dass ich genau darüber auf der Seite Meine Lieblings-Filmlocations etwas mehr geschrieben habe. Sprich, wenn ihr euch für den Film und was ihr wo genau sehen könnt interessiert, seid ihr dort genau richtig.

Neben den bekannten Rocky-Stufen am Museum of Art, könnt ihr noch das Wohnhaus von Rocky besuchen und euch vor allem den 9th Street Italian Market anschauen. Dort trainiert Rocky mehrfach für seine Kämpfe und ich habe es mir nicht nehmen lassen (sehr zum Leidwesen meiner damaligen Freundin, die mich fotografieren musste), selbst einmal durch diese Straßen zu laufen…

Silver Linings

Was für ein großartiger Film! Silver Linings erzählt die Geschichte Pat Solitano Jr. (Bradley Cooper) , der nach einer schwierigen Lebensphase versucht, wieder Fuß zu fassen und dabei der ebenso eigenwilligen Tiffany (Jennifer Lawrence) begegnet. Die Dialoge dieser romantischen Tragikomödie aus dem Jahr 2012 sind einfach nur grandios. Und Robert de Niro ist sensationell in der Nebenrolle als Pats kauziger Vater. By the way, der Film erhielt acht Oscar-Nomierungen, wobei Jennifer Lawrence tatsächlich als Gewinnerin hervorging.

Die berühmte „Erstes-Date“-Szene, in der Pat und Tiffany sich über Müsli und Tee streiten, wurde im Llanerch Diner (95 E. Township Line Road, Upper Darby) gedreht. Die Nische, in der die beiden saßen, ist heute sogar für Fans gekennzeichnet.

Der Höhepunkt des Films wurde in The Franklin Residences (ehemals Ben Franklin Hotel) in der Chestnut Street 834 gedreht, das als Kulisse für das Hotel diente, in dem der Tanzwettbewerb stattfindet.

Und schließlich die finale, romantische Szene wurde in der Jeweler’s Row (nahe der Ecke zur Sansom Street), um die Ecke von The Franklin Residences, gedreht.

Fun Facts zu Philadelphia

  • Philadelphia war zwischen 1790 und 1800 die Hauptstadt der USA, bevor die Regierung nach Washington zog.
  • Der Name Philadelphia stammt aus dem Griechischen und bedeutet Stadt der brüderlichen Liebe.
  • Die erste öffentliche Bibliothek der USA wurde von Benjamin Franklin in Philadelphia mitgegründet.
  • Die Stadt besitzt mehr öffentliche Murals als jede andere US-Stadt. Überall in den Vierteln findet ihr riesige Wandgemälde.
  • Die William Penn-Statue auf der Philadelphia City Hall wiegt rund 27 Tonnen.
  • Die Liberty Bell läutete vermutlich nie am 4. Juli 1776. Ihre Verbindung zum Unabhängigkeitstag entstand erst später.
  • Philadelphia besitzt eines der ältesten Chinatown-Viertel der USA.
  • Das Rathaus war jahrzehntelang das höchste Gebäude der Welt, das komplett ohne Stahlgerüst gebaut wurde.
  • Die Rocky Steps vor dem Philadelphia Museum of Art sind wahrscheinlich die bekannteste Treppe der Welt.
  • In Philadelphia findet jedes Jahr einer der größten Thanksgiving-Day-Parades der USA statt – älter als die berühmte Parade in New York.
  • Viele Einheimische nennen ihre Stadt einfach nur „Philly“.
  • Benjamin Franklin gehört zu den sogenannten „Founding Fathers“ und war einer der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung sowie der US-Verfassung. Er war aber nie Präsident der USA – obwohl viele Menschen das bis heute glauben.
  • Er erfand unter anderem den Blitzableiter.