Hier hat Social Media aber mal so richtig zugeschlagen! Gefühlt gibt es nur sehr wenige Orte auf Mallorca, die mehr durch Instagram und TikTok gepusht wurden, als der Strand Sa Calobra. Auf diversen Videos könnt ihr dort das türkisfarbene Wasser eingerahmt von steilen Felswänden und einer fotogenen Steintreppe bewundern. Doch ist der Hype gerechtfertigt?
So oder so, die Bucht von Sa Calobra gehört mittlerweile definitiv zu den bekanntesten Ausflugszielen an der Westküste Mallorcas. Und schon die Anfahrt über die kurvenreiche Passstraße – inklusive 270 Grad-Kurve – machen den Strand zu einem besonderen Ziel. Vor Ort erwarten euch ein kleines Dorf, eine filmreife Kiesbucht und der Zugang zur gewaltigen Schlucht des Torrent de Pareis.
Unterm Strich ist es wohl die Kombination aus einer ausgesprochen spektakulären Landschaft und der außergewöhnlichen Lage, die Sa Calobra zu einem der eindrucksvollsten Orte der Insel macht…
Folgend habe ich euch basierend auf meinen Erfahrungen meine wichtigsten Tipps und Hinweise zusammengestellt – hier die Übersicht:
#2 Was ist der Torrent de Pareis?
#3 Eine Übersichtskarte für den Besuch des Strandes Sa Calobra
#4 Wie komme ich zum Strand Sa Calobra? Wie kann ich dort parken?
#5 Wie ist die Ortschaft Sa Calobra?
#6 Wie komme ich vom Ort Sa Calobra zu dem bekannten Strand an der Mündung des Torrent de Paris?
#7 Ist der Strand den Hype wert?
Wer schreibt hier eigentlich…
Mein Name ist Jan, aber jeder nennt mich Johnny oder Bongo, daher auch der Name meiner Website.
Ich arbeite seit vielen Jahren im Tourismus, größtenteils selbstständig als Reiseveranstalter. In dieser Zeit habe ich viele spannende, interessante und teils sogar lebensverändernde Erfahrungen gesammelt und habe jetzt riesig Spaß daran meine Reiseerlebnisse zu teilen…
#1 Generelle Infos
Der kleine Ort Sa Calobra liegt an der Nordwestküste Mallorcas in der Serra de Tramuntana (Gebirge im Nordwesten Mallorcas), rund 38 Kilometer von Sóller entfernt und unterhalb des Puig Major (mit 1.445 Metern der höchste Berg Mallorcas).
Die eigentliche Anfahrt ist schon ein Erlebnis: Die Straße Ma-2141 führt auf etwa 14 Kilometern mit zahlreichen engen Kurven rund 900 Höhenmeter hinunter zum Meer, wobei besonders der Nus de sa Corbata, der sogenannte Krawattenknoten, bei dem die Straße in einer 270-Grad-Kurve unter sich selbst hindurchführt, bekannt ist. Die Straße wurde zwischen 1928 und 1932 gebaut und entstand größtenteils ohne schwere Baumaschinen!
Unten angekommen erwartet euch kein idyllischer Sandstrand, sondern eine kleine Kiesbucht, die allerdings noch nicht DER Strand ist, wegen dem alle nach Sa Calobra fahren! DENN das eigentliche Highlight liegt etwas weiter dahinter: Durch einen etwa 600 Meter langen Fußweg inklusive einem in den Fels geschlagenen Fußgängertunnel erreicht ihr mit dem berühmten Steinstrand die Mündung des Torrent de Pareis – eine mehr als drei Kilometer lange Karstschlucht.
#2 Was ist der Torrent de Pareis?
Im Zusammenhang mit dem Strand Sa Calobra fällt ganz oft der Name Torrent de Pareis und ich war bei der Recherche immer verwirrt, was das eigentlich genau ist bzw. worin der Unterschied besteht.
Es handelt sich dabei um eine rund drei Kilometer lange Schlucht, die über Jahrtausende durch Wasser in den Kalkstein des Gebirges Serra de Tramuntana geformt wurde. Torrent bedeutet im Übrigen übersetzt Sturzbach oder reißender Bach.
Die Mündung bei Sa Calobra ist der auf Social Media so gehypte Strand. Fall ihr nur diesen besichtigen möchtet, braucht ihr keine Wanderung zu planen, denn der Weg dorthin ist komplett ausgebaut.
Für die komplette Schlucht ist dagegen eine anspruchsvolle Tour nötig, die nur mit entsprechender Erfahrung und guter Vorbereitung empfehlenswert ist. Achtet vor allem auf festes Schuhwerk und ausreichend Wasser. Bei schlechtem Wetter solltet ihr besser gar nicht in die Schlucht zu gehen, da sich dort nach Regen wohl sehr schnell Wasser ansammeln kann. Ich bin vom Strand aus ca. 30 Minuten in die Schlucht hineingelaufen (mit FlipFlops) und war von den Felswänden wirklich schwer beeindruckt. Will sagen, für einen ersten Eindruck könnt ihr selbstständig starten, darüber hinaus schließt euch besser einer geführten Wanderung an.
Achtet vor allem auch auf die Bergziegen, die wie magisch an den absurdesten Stellen in den Felsen auftauchen.
#3 Eine Übersichtskarte für den Besuch des Strandes Sa Calobra
Ich habe euch hier eine Karte mit den wichtigsten Spots rund um den Strand Sa Calobra erstellt.
Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.
#4 Wie komme ich zum Strand Sa Calobra? Wie kann ich dort parken?
Wie bereits erwähnt liegt Sa Calobra recht abgeschieden an der Nordwestküste Mallorcas und ist deshalb nicht ganz so einfach zu erreichen wie viele andere Orte der Insel. Ihr könnt entweder mit dem Auto oder sogar mit dem Schiff anreisen.
Je nach Verkehrsmittel erwartet euch eine sehr unterschiedliche Anfahrt, weshalb es sich lohnt, vorher zu darüber nachzudenken, welche Variante am Besten für euch und eure Pläne passt.
Mit dem Auto
Mit dem Auto erreicht ihr Sa Calobra über die Ma-2141, die sich auf rund 14 Kilometern mit zahlreichen Kurven und etwa 900 Höhenmetern hinunter bis zum Meer windet. Die Strecke hat zwölf enge Kehren von etwa 180 Grad und den berühmten Nus de sa Corbata, den so genannten Krawattenknoten bzw. die beeindruckende 270-Grad-Kurve. Dieser befindet sich übrigens mehr oder weniger gleich am Anfang und ihr könnt dort auch ganz entspannt anhalten, euer Auto parken und Fotos machen.
Generell liest man sehr viele „furchteinflößende“ Dinge über diese Straße und auch wenn sie hier und da ziemlich abenteuerlich aussieht, müsst ihr euch keine Sorgen machen! Mit einem normalen Auto und angepasster Geschwindigkeit ist die Strecke problemlos machbar. Das möchte ich ganz bewusst herausstellen, denn die Infos in diversen Blogs fand ich wirklich übertrieben. Ich war sogar zur Hauptsaison (Mitte Juli) dort, sprich, es war viel Verkehr und ich bin trotzdem sehr gut klar gekommen. Die ersten ca. 12 km sind top befestigt und sogar richtig solide am Rand fixiert, während die letzten 2 km dann gefühlt etwas „älter“ waren, aber auch das war in meinen Augen auch immer noch vollkommen ok.
Natürlich solltet ihr dennoch konzentriert fahren, denn die Straße ist stellenweise schon mal schmal und ihr begegnet unterwegs auch Bussen, Radfahrern und anderen Autos.
Wenn es die Situation erlaubt hat, sprich kein Auto direkt hinter mir war, habe ich auch mal angehalten, um Fotos zu machen. Generell sollte man bei viel Verkehr aber natürlich lieber an den ausgewiesenen Stellen oder Parkmöglichkeiten Stopp machen und logischerweise auch nicht in einer Kurve.
Zur Info, ich habe für die Strecke ab der Hauptstraße bis zum Parkplatz ziemlich genau 30 Minuten gebraucht.
Zum Parken:
Das ist tatsächlich ein heikles Thema, weshalb ich euch raten würde, lieber früh anzureisen.
Kurz vor dem Ort Sa Calobra gibt es nämlich einen Parkplatz mit einer Schranke und ganz klar limitiertem Platz. Bei mir war die Situation um 10.15 Uhr noch ganz entspannt (siehe Bilder), allerdings hatte sich das bei meiner Abreise um ca.12.45 Uhr schon dramatisch verändert. Ich habe tatsächlich 30 (!) wartende Autos an der Schranke gezählt und es kamen immer noch weitere Autos dazu. Da um diese Zeit deutlich weniger Autos abreisen als ankommen, möchte ich nicht wissen, wie lange diese Autos letztlich auf ihren Einlass gewartet haben. Erspart euch das und seid lieber spätestens zwischen 10 Uhr und 11 Uhr vor Ort.
Zum Preis, abgerechnet wird übrigens minutengenau, wobei ich die Tarife fair fand.
Mit dem Boot
Eine besonders entspannte Möglichkeit, nach Sa Calobra zu kommen, ist das Schiff ab Port de Sóller. Die Überfahrt dauert ungefähr eine Stunde und führt entlang der Küste bis zur Bucht von Sa Calobra. Zwischen April und Ende Oktober fahren die Boote mehrmals täglich. Wegen der begrenzten Plätze solltet ihr allerdings vor allem in der Hauptsaison vorab reservieren.
In Sa Calobra legt das Boot direkt im Ort an, so dass ihr von dort zu Fuß zur Schlucht und dem fotogenen Strand weitergehen könnt.
#5 Wie ist die Ortschaft Sa Calobra?
Sa Calobra ist weniger ein klassischer Ort als viel mehr eine kleine Ansammlung von Häusern, Restaurants und touristischen Läden direkt an der Bucht – viel mehr gibt es hier tatsächlich nicht.
Vom Parkplatz aus seid ihr in wenigen Minuten zu Fuß im Ort und am kleinen Hafen, wo auch die Ausflugsschiffe aus Port de Sóller anlegen.
Der Strand direkt bei Sa Calobra ist tatsächlich eher kein Hit, sondern eigentlich „nur“ eine kleine Kies- und Geröllbucht. Echtes Strandgefühls kommt hier nur bedingt auf.
Um etwas zu essen und trinken gibt es einige Möglichkeiten in unmittelbarer Nähe, die tatsächlich alle recht charmant aussahen. Darüber hinaus gibt es noch einen größeren Shop mit jeglichem touristischen „Strand-Zubehör“.
#6 Wie komme ich vom Ort Sa Calobra zum bekannten Strand an der Mündung des Torrent de Pareis?
Vom Parkplatz beziehungsweise von der Schiffsanlegestelle sind es zu Fuß etwa 400 bis 600 Meter, für die ihr je nach Tempo rund 15 Minuten benötigt. Der Weg ist größtenteils richtig gut ausgebaut und führt durch einen beleuchteten, in den Fels geschlagenen Fußgängertunnel, bevor ihr dann den berühmten Kiesstrand erreicht.
Der Tunnel ist rund 200 Meter lang und definitiv ein besonderer Teil des Ausflugs. Am Ende öffnet sich die Schlucht und ihr steht inmitten dieser irre hohen Felswände direkt am Strand des Torrent de Pareis.
Wichtig! Die fotogene Steintreppe, die ihr vielleicht aus Social Media kennt, liegt unmittelbar VOR dem Tunnel auf der linken Seite. Bei mir war der Zugang durch ein kleines Tor abgesperrt, aber es sind dennoch sehr viele Besucher an der Seite vorbei geklettert. Sie ist allerdings eine Sackgasse, denn sie führt NICHT zum Strand und um ins Wasser zu gelangen, fehlen am Ende sogar ein paar Stufen! Sie ist also wirklich „nur“ ein Fotomotiv…
#7 Ist der Strand den Hype wert?
Ich würde sagen es kommt darauf an.
Wer sich auf einen tollen Strandtag freut, wird vermutlich eher enttäuscht sein. Vor allem handelt sich nämlich nicht um einen Sandstrand, sondern um einen Grobkieselstrand. Wenn ihr also schön gemütlich in der Sonne liegen möchtet, ist das sicherlich nicht der richtige Spot für euch. Zudem ist der Einstieg zum Wasser recht schmal, wodurch es vor allem im Flachwasserbereich wirklich schnell voll und eng wird. Am Strand selbst gibt es außerdem keinerlei Einrichtungen, sprich keine Toilette und kein Café oder ähnliches, und auch kaum Schattenplätze.
Wer das ganze mehr als Sehenswürdigkeit betrachtet und einen Ausflug unternehmen möchte, um diese wirklich außergewöhnliche Location zu besichtigen, wird hier sicherlich eine prima Zeit haben. DENN, die Straße durch die Berge, der Weg zum Strand, der Strand selbst und vor allem die Schlucht Torrent de Pareis sind großartige Spots. Diese mal zu besuchen ist definitiv ein tolles Erlebnis! Die Erwartungshaltung muss nur zwingend die richtige sein…
#8 Was gibt es für praktische Tipps?
Abschließend noch ein paar praktische Tipps für euren Besuch am Strand Sa Calobra:
- Solltet ihr mit einem Mietwagen unterwegs sein, seid früh da! Ich denke mal, es ruiniert das Erlebnis, wenn ihr am Parkplatz Ewigkeiten an der Schranke auf euren Einlass warten müsst. Die Parkplätze sind einfach limitiert.
- Nehmt euch Proviant mit. Am Strand Sa Calobra gibt es keinerlei Cafés oder Restaurants.
- Solltet ihr einen Schirm haben, nehmt ihn mit, denn es gibt wirklich kaum Schatten, außer abhängig von der Uhrzeit irgendwo am Rand.
- ABER, bei mir war es unheimlich windig! Was mit einem Schirm wiederum nervig sein kann.
- Sofern ihr Badeschuhe habt, nehmt diese mit – der Kies ist grob und heiß.
- Im Ort Sa Calobra gibt es am Hafenbereich eine öffentliche, kostenpflichtige Toilette. Ebenso auf dem Weg zum Strand Sa Calobra PLUS dort gibt es sogar eine Dusche für faires Geld (in Münzen). Sprich, für den Heimweg kann es ja durchaus angenehm sein, sich nochmal kurz abzuwaschen.
#9 Fazit
Lasst euch nicht von Social Media in die Irre führen, sondern betrachtet, wie oben bereits erwähnt, den Strand Sa Calobra und die Schlucht Torrent de Pareis besser als Ausflug und nicht als Badestrand. So verführerisch schön die Bilder mit dem türkisblauen Wasser auch sein mögen, wirklich praktisch ist der Strand nicht. Abgesehen davon, dass es durchaus eine gewisse Zeit dauert bis ihr dort seid, ist der Bereich am Wasser auch einfach zu schmal. Für einen ganzen Badetag reicht es für mich einfach nicht, weshalb ich euch eher empfehlen früh anzureisen und einen Halbtagesausflug hierfür einzuplanen.




