Ich vermute fast, dass viele Mallorca-Urlauber gar nicht wissen, was für eine großartige Sehenswürdigkeit sich mitten in der Hauptstadt der Ferieninsel befindet, aber die Kathedrale von Palma ist definitiv eines der bekanntesten Wahrzeichen Mallorcas. Sobald ihr nicht nur einen reinen Strandurlaub macht, sondern auch mal einen Ausflug einbaut, gehört diese beeindruckende Bauwerk in jedem Fall auf eure To-do-Liste!
Besonders ist vor allem ihre Lage direkt leicht erhöht am Meer, mitten im historischen Zentrum von Palma. Rund um die Kathedrale könnt ihr durch die Altstadt schlendern und habt gleichzeitig immer wieder neue Blicke auf dieses wirklich ausgesprochen imposante Gebäude.
Was euch bei einem Besuch erwartet und warum die Kathedrale auch von innen interessant ist, erkläre ich euch sehr gerne…
Folgend habe ich euch basierend auf meinen Erfahrungen meine wichtigsten Tipps und Hinweise zusammengestellt – hier die Übersicht:
#2 Eine Übersichtskarte der Kathedrale von Palma
#3 Wie kann ich die Kathedrale besichtigen?
#4 Was gibt es in der Kathedrale zu sehen?
#5 Was ist das Wunder des Lichts?
#6 Lohnt sich ein Besuch der Terrassen?
Wer schreibt hier eigentlich…
Mein Name ist Jan, aber jeder nennt mich Johnny oder Bongo, daher auch der Name meiner Website.
Ich arbeite seit vielen Jahren im Tourismus, größtenteils selbstständig als Reiseveranstalter. In dieser Zeit habe ich viele spannende, interessante und teils sogar lebensverändernde Erfahrungen gesammelt und habe jetzt riesig Spaß daran meine Reiseerlebnisse zu teilen…
#1 Generelle Infos
Die Kathedrale von Palma, offiziell Catedral-Basilica de Santa María de Mallorca, meist aber einfach nur La Seu genannt, steht direkt am Parc de la Mar am Rand der Altstadt und ist wirklich eine beeindruckende Sehenswürdigkeit. Mir war tatsächlich vor dem ersten Besuch gar nicht klar WIE GROSS die Kathedrale tatsächlich ist!
Der Bau begann im 13. Jahrhundert nach der Eroberung Mallorcas und wurde allerdings erst in den 1630er-Jahren fertiggestellt. Architektonisch ist die Kathedrale vor allem der Gotik zuzuordnen.
Mit rund 121 Meter Länge, 55 Metern Breite und einer Höhe von etwa 44 Metern gehört La Seu zu den größten gotischen Bauwerken am Mittelmeer und wirkt vor allem durch die ungewöhnlichen Dimensionen des Innenraums mit den gewaltig hohen Gewölben extrem beeindruckend. Besonders auffällig ist dabei die 11,85 Meter breite Fensterrosette – eine der größten Europas!
Sogar der weltbekannte Antoni Gaudí (Stichwort: Sagrada Familia in Barcelona) hat hier seine Spuren hinterlassen: Zwischen 1904 und 1915 überarbeitete er unter anderem den Innenraum.
Ein Highlight stellt ganz sicher die Möglichkeit der Besichtigung der Terrassen dar, wobei ihr hier auf die begehbaren Bereiche hoch oben auf der Kathedrale gelangt und von dort eine großartige Aussicht genießen könnt. Dazu weiter unten mehr.
Wichtig! Bei den Öffnungszeiten gibt es saisonale Unterschiede, und zwar schließt die Kathedrale von März bis November an den Wochentagen deutlich zeitiger, und zwar am frühen Nachmittag.
Samstags schließt die Kathedrale grundsätzlich früher und sonntags ist sie für touristische Besichtigungen sogar komplett geschlossen.
Außerdem gibt es einzelne Feiertage mit abweichenden Zeiten oder vollständigen Schließungen.
#2 Eine Übersichtskarte der Kathedrale von Palma
Ich habe euch hier eine Karte mit den wichtigsten Spots rund um den Strand Sa Calobra erstellt.
Einfach links oben auf das Rechteck mit Pfeil blicken und die Markierungen werden angezeigt.
#3 Wie kann ich die Kathedrale besichtigen?
Zuerst die wichtigste Informationen: Für die normale Besichtigung der Kathedrale braucht ihr ein Ticket. Hier gibt es mehrere Optionen:
- Der reguläre Eintritt beinhaltet auch den Besuch des Museums für Sakrale Kunst.
- Wenn ihr einen Audioguide für den Besuch dazu haben möchtet, könnt ihr diesen optional dazubuchen.
- Solltet ihr hoch hinaus wollen und auch noch die Terrassen besichtigen, kostet dies nochmal einen kleineren Aufpreis.
- Und schließlich gibt es auch noch eine geführte Tour über die Terrassen der Kathedrale.
Die Tickets bekommt ihr entweder online über die offizielle Website der Kathedrale oder direkt an der Kasse vor Ort. Online habt ihr den Vorteil, dass ihr über den separaten Eingang auf der Südseite schneller hineinkommt.
#4 Was gibt es in der Kathedrale zu sehen?
Zum einen wäre da das oben bereits erwähnte riesige Rosettenfenster über dem Hauptaltar. Es hat einen Durchmesser von knapp 12 Metern und besteht aus 1.115 Glasstücken.
Im 19. Jahrhundert verlieh Barcelonas berühmter Architekt Antonio Gaudí der Kathedrale ein neues Erscheinungsbild. Er gestaltete die Lichtwirkung völlig neu, versetzte den Chor und schuf den Eindruck, als würde der Baldachin über dem Marmoraltar der Königskapelle frei im Raum schweben. Das Zusammenspiel von Eisen, leuchtenden Buntglasfenstern und Hunderten von Glühbirnen sorgt bis heute für eine beeindruckende und fast magische Atmosphäre.
Und schließlich schaut euch auch die Kapelle des heiligen Sebastian an (linke Seite), denn seine Geschichte ist eng mit Palma verbunden. Der heilige Sebastian war ein römischer Soldat, der wegen seines christlichen Glaubens an einen Baum gefesselt und mit Pfeilen durchbohrt wurde. Im 17. Jahrhundert gelangte durch einen Heiligen ein Knochenfragment aus dem Arm des Heiligen nach Mallorca, das heute in der Kathedrale aufbewahrt wird. Als diese Reliquie eintraf, begann die von der Pest heimgesuchte Bevölkerung Mallorcas auf wundersame Weise zu genesen, was zu einer Verehrung des Heiligen Sebastian führte, der 1634 zum Schutzpatron von Palma ernannt wurde.
#5 Was ist das Wunder des Lichts?
Ich selbst habe es leider noch nie bewundern können, aber ich wollte euch diese Info dennoch mitgeben. Und zwar handelt es sich um ein besonderes Lichtphänomen, das zweimal im Jahr zu beobachten ist.
Rund um den 2. Februar und den 11. November fällt nämlich die Morgensonne so durch die große Rosette der Ostfassade, dass sie deren farbiges Muster an die gegenüberliegende Wand unterhalb der zweiten Rosette projiziert. Dadurch sind für kurze Zeit zwei Rosetten übereinander zu sehen – eine aus Glas und eine als farbige Lichtprojektion.
Das Ganze funktioniert allerdings wirklich nur bei passendem Sonnenstand und klarem Wetter.
#6 Lohnt sich ein Besuch der Terrassen?
Die meisten Besucher bestaunen die Kathedrale „lediglich“ vom Kirchenschiff aus, dabei wartet eines der schönsten Erlebnisse hoch über den Gewölben! Denn auf den Terrassen erlebt ihr La Seu aus einem Blickwinkel, der den meisten Besucher entgeht. Zwischen mächtigen Strebebögen, filigranen Steinmetzarbeiten und dem Glockenturm eröffnet sich euch ein beeindruckender Rundumblick über Palma, den Hafen und das Mittelmeer.
ABER: Wie oben bereits erklärt, für den Besuch der Terrassen benötigt ihr ein eigenes Ticket. Es beinhaltet gleichzeitig den Eintritt in die Kathedrale und das Museum. Da die Besucherzahl pro Zeitfenster stark begrenzt ist, solltet ihr besonders in der Hauptsaison frühzeitig online reservieren! Alternativ könnt ihr Tickets auch an der Kasse kaufen, allerdings eben nur, wenn noch Plätze verfügbar sind.
Nachdem euer Ticket kontrolliert wurde, geht ihr zwar zunächst in die Kathedrale und startet dann aber direkt mit dem Aufstieg zu den Terrassen. Sprich die Kathedrale selbst besichtigt ihr erst im Anschluss! So werden die Zeitslots für die Terrassen kontrolliert. Anders als früher erkundet ihr die Dachterrassen heute selbstständig – ihr seid also nicht an eine geführte Gruppe gebunden.
Bevor ihr die tolle Aussicht genießen könntet, wartet jedoch der erst Aufstieg! Über recht schmale Treppen geht es genau 215 Stufen hinauf. Oben angekommen bewegt ihr euch auf den Dachterrassen zwischen den gewaltigen Strebebögen der Kathedrale. Ihr startet auf dem Nordteil, könnt dann direkt am riesigen Rosettenfenster vorbeilaufen und erreicht so den Südteil. Da ihr den Rundgang in eurem eigenen Tempo machen könnt, bleibt genügend Zeit, um die Aussicht zu genießen und Fotos zu machen. Beachtet! Da das Treppenhaus für Auf- und Abstieg verwendet wird, wechselt die Richtung jede 15 Minuten. Sprich, wenn ihr eine Minute zu spät kommt, müsst ihr 15 Minuten bis zum nächsten Abstieg warten. Anschließend könnt ihr euren Besuch in der Kathedrale fortsetzen und euch in Ruhe das beeindruckende Innere ansehen.
Tatsächlich hat mich dieser Bereich richtig umgehauen, denn von den Terrassen ist der Blick weit über die Dächer der Altstadt einfach nur großartig. Vor euch liegen der Parc de la Mar, der Königspalast Almudaina, der Hafen mit seinen Yachten und die weite Bucht von Palma.
Die Dachterrassen dienten jahrhundertelang ausschließlich dem Bau und der Wartung der Kathedrale. Besucher hatten keinen Zutritt. Erst nachdem die Wege aufwendig gesichert wurden, konnten sie für die Öffentlichkeit geöffnet werden.
#7 Wo befinden sich gute Fotospots?
Die Kathedrale von Palma gehört selbstverständlich zu den meistfotografierten Bauwerken Mallorcas – und das aus gutem Grund. Egal, ob ihr zum ersten Mal vor La Seu steht oder schon häufiger in Palma gewesen seid: Je nach Tageszeit und Standort wirkt die Kathedrale jedes Mal anders!
Der wohl bekannteste Fotospot liegt direkt unterhalb der Kathedrale im Parc de la Mar. Vor allem wenn das Wasser ruhig ist, spiegelt der künstlich angelegte See die mächtige Fassade, was einfach nur herrlich ist. Vor allem am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang entstehen hier mit warmem Licht und deutlich weniger Menschen stimmungsvolle Bilder.
Ich würde an eurer Stelle, aber nicht nur mal schnell vom Hafen zum Parc de la Mar „rüber huschen“, sondern noch ein Stück weiter gehen, und zwar bis an den östlichen Rand des künstlichen Sees. Von hier habt ihr nämlich nochmal eine ganz andere Perspektive und könnt – je nach Geschmack – fotografisch sogar noch ein bisschen mit den Palmen im Vordergrund spielen. Ideal ist dieser Spot morgens, wenn die Seite die Ostfassade in ein wunderschönes Licht hüllt.
Auch vom Bereich rund um das Museum Es Baluard lohnt sich ein Blick in Richtung Kathedrale. Von den alten Festungsmauern aus verbindet ihr die Skyline von Palma mit La Seu und dem Meer im Hintergrund. Gerade am Abend, wenn die Sonne langsam untergeht, herrscht hier eine besonders schöne Stimmung.
#8 Was gibt es für praktische Tipps?
- Wenn ihr die Tickets für die Terrassen online gekauft habt, seid unbedingt ca. 15 Minuten vorher am Eingang. Wenn es hier zu Wartezeiten kommt, seid ihr so auf der sicheren Seite.
- Kinder müssen für den Besuch der Terrassen über 10 Jahre alt sein.
- Beachtet bitte unbedingt, dass die Kathedrale ein religiöser Ort ist und deshalb angemessene Kleidung erwartet wird. Ich will ehrlich sein, trotz diverser Schilder wurde dies nicht immer umgesetzt und die Leute wurden nicht abgewiesen, aber ich würde es sicherlich nicht riskieren.
- Das Museum fand ich jetzt nicht erwähnenswert interessant, insofern hier müsst ihr meiner Meinung nicht allzu viel Zeit einplanen.


